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    Boden: Was ist der beste Boden für Pflanzen und wie finde ich heraus was ich habe?
    Der Boden gibt vor wie viel geerntet werden kann, wenn nicht mit technischen Substraten (Torf, Steinwolle, Aeroponic, usw.) nachgeholfen wird.
    Wie fruchtbar der...
    Boden: Was ist der beste Boden für Pflanzen und wie finde ich heraus was ich habe?
    Der Boden gibt vor wie viel geerntet werden kann, wenn nicht mit technischen Substraten (Torf, Steinwolle, Aeroponic, usw.) nachgeholfen wird.
    Wie fruchtbar der Boden ist ist in Deutschland in den 1920er Jahren recht genau in der Reichsbodenschätzung gemacht worden. Dort wurden alle 20 ha die Böden untersucht und so eine genaue Fruchtbarkeitskarte erstellt. Es gibt eine Skala in "Bodenpunkten" nach Fruchtbarkeit. Da der Ertrag von der Bodenfruchtbarkeit abhängt, wurde diese Prüfung für die gerechtere Landwirtschaftsbesteuerung gemacht.
    Die Skala geht von 0 (unfruchtbar) bis 109 (maximale Fruchtbarkeit). Der Wert ist deswegen so seltsam, weil Schwarzerde damals als der fruchtbarste Boden bekannt war und als 100 festgelegt wurd. Und als es fruchtbarere Böden gab, wurde die Skala erweitert.
    Es wurde festgelegt, dass Böden unter 20 Bodenpunkte für Landwirtschaft zu schlecht sind und darauf Wälder angelegt. Je nach Verfügbaren Bodenpunkten, sind auch höherwertige Flächen mit Wald oder Wiese versehen.

    Was macht das aus? Auf einem 100er Boden kann ich mit 100 % mehr Ernte rechnen als auf einem 50er Boden.
    Ein optimal bewirtschaftetes Stück Sandboden mit 30 Bodenpunkten kann 6 - 8 t Weizenertrag (da habe ich die Zahlen, deswegen Weizen) bringen. Ein Boden mit 90 bodenpunkten, kann 14 t Weizen auf gleicher Fläche bringen. Das ist ein massiver Mehrertrag.

    Was sind das für Böden bzw. Bodenarten:
    Die unfruchtbarsten sind Sand- und Tonböden.

    Tonböden sorgen für Staunässe, viel Totwasser (nicht für Pflanzen verfügbar) und fehlenden Luftaustausch. Die Bewurzlungstiefe ist reduziert.Die Tonminerale legen viel Nährstoffe, vor allem kleine Atome z.B. Kalium so fest, dass diese nicht mehr den Pflanzen zur Verfügung stehen (Düngung in kleineren Gaben oder als Blattdüngung, sonst ist es einfach weg). Sie sind lange kalt, weil sie sich im Frühjahr nur langsam erwärmen, die Pflanzen starten also später. Durch das Stauwasser bilden sich Moore auf Tonböden.
    Verwitterung setzt zwar Nährstoffe frei, aber meist werden sie nicht genutzt oder wieder festgelegt.
    Korngrößen sind < 0,002 mm

    Sandböden sind durch die grobe Struktur leicht zu verdichten. Es bleiben nur wenig Nährstoffe im Boden hängen und viel wird ins Grundwasser ausgewaschen (Düngung in kleineren Gaben, sonst ist es einfach weg). Wasserhaltefähigkeit ist von allen Böden am schlechtesten. Durch die geringen Nährstoff- und Wasserhaltefähigkeiten, ist der natürliche Humusgehalt am geringsten alelr Böden. Durch die geringe Oberfläche pro Volumen verwittert das Material langsam und setzt kaum Nährstoffe frei, dass Sande oft aus Nährstoffarmen Ausgangsgesteinen sind, macht es nicth besser.
    Korngrößen liegen zwischen 2 und 0,063 mm

    Die fruchtbarsten Bodenarten sind Schluffböden und Lehmböden.

    Schluff (alte Bezeichnung Löss, falsche alte Bezeichnung "Flugsand") hat die optimale Körnung für Pflanzenwachstum. Luft kann hindurchwechseln, Wasser und Nährstoffe werden pflanzenverfügbar gehalten, aber nicht festgelegt. Durch die große Oberfläche und die meist nährstoffreichen Ausgangsgesteine werden bei der Verwitterung viele Nährstoffe frei.
    Alle natürlichen, fruchtbaren Schwarzerden dieser Welt liegen auf Schluff.
    Korngroßen liegen zwischen 0,063 und 0,002 mm - fühlt sich im trockenen Zustand wie Mehl an.

    Lehm ist eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton. Je höher der Schluffanteil, desto fruchtbarer ist der Lehm und deswegen die zweitfruchtbarste Bodenart.

    Wenn ihr euch mit einem Garten vergleicht, beachtet die Fruchtbarkeit. Diese variiert nach Bodenart sehr.
    Jemand aus Magdeburg (Schluffböden, über 90 Bodenpunkte) meinte zu mir in Dresden (Sandboden am Standort, ca. 30 Bodenpunkte) warum ich mich so anstelle und so bemühe, es wachse doch alles ganz gut von allein...

    Was ist schwerer und leichter Boden?
    Schwer ist, wo der Pflug schwer durchzuziehen ist und was schlecht zu betreten ist. Also Lehm, Schluff, Ton.
    Leicht sind nur Sandböden. Aber die sind halt unfruchtbar.
    Leider sagt das gar nichts zur Fruchtbarkeit aus. Schwere Böden sind meist fruchtbarer als leichte Böden, aber nicht immer (Ton).
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  • Ich stelle immer wieder fest, dass viel Wissen überliefert und nicht gezielt weitergegeben wird. Bei der Überlieferung wird nur geschaut, dass es ankommt, bei gezielter Übergabe muss geschaut werden, ob der andere Mensch es auch versteht.
    Bei...
    Ich stelle immer wieder fest, dass viel Wissen überliefert und nicht gezielt weitergegeben wird. Bei der Überlieferung wird nur geschaut, dass es ankommt, bei gezielter Übergabe muss geschaut werden, ob der andere Mensch es auch versteht.
    Bei Überlieferung kommen viele Missverständnisse und Halbwahrheiten hinzu.

    Beispiel: Starkzehrer - Mittelzehrer - Schwachzehrer - Humusmehrer
    Viele Menschen kennen den Humusmehrer nicht mehr.
    Weil das Wissen nur überliefert wurde.
    Oft werden die Humusmehrer (Leguminosen) zu den Schwachzehrern gezählt.

    Der Zusammenhang stammt aus dem 19. Jh. als die Landwirtschaftsforschung begann. Es gab Kulturen da sank der Humusgehalt stark, mittel oder schwach und es gab welche da wurde der Humus mehr nach der Kultur.

    Später wurde entdeckt, dass nicht Humus sondern Stickstoff die Beziehung ist, Der Humusverbrauch korreliert mit dem Stickstoffbedarf.
    Es gibt Kulturen die viel, mittel oder wenig Stickstoff dem Boden entnehmen (Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer) und solche die Stickstoff in den Boden einbringen (Humusmehrer).

    Die Begriffe gingen fachlich aber schnell wieder verloren. Als um 1890 die erste romantische Welle des Auflehnens gegen die Naturwissenschaftliche Landwirtschaft begann, wurden die Begriffe von den Humuszehrern wiederbelebt, da chemische Sachen wie Stickstoff vermieden werden sollten.
    Leider ist dann mit der Zeit ein Teil verloren gegangen.
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    Das Hochbeet (Mischung aus Kastenbeet und Hochkompost):

    Kastenbeet (veraltete Bezeichnung, heute Raised Bed):
    - kein Verdichten der Beetränder durch versehntliches Betreten
    - Arbeitserleichterung (weniger Bücken)
    - Abwehr von Unkräutern und...
    Das Hochbeet (Mischung aus Kastenbeet und Hochkompost):

    Kastenbeet (veraltete Bezeichnung, heute Raised Bed):
    - kein Verdichten der Beetränder durch versehntliches Betreten
    - Arbeitserleichterung (weniger Bücken)
    - Abwehr von Unkräutern und Wühlmäusen durch geschützten Wurzelraum
    - ermöglicht Anbau auf sonst ungeeigneten Böden
    Aufbau Kasten-Beet:
    - unten Wühlmausschutzdraht oder 5 cm grober Schotter (z.B. 32/128), 5 cm Tonscherben oder Steine, manchmal gemauerter Boden oder ausgelegte Ziegel
    - Kasten beliebigen Materials (möglichst kein Plastik mit Weichmachern, vorzugsweise Stein),
    - Füllung des ganzen Kastens mit Erde
    - bei flachen Kastenbeeten vorher bestehende Pflanzen abstechen oder abdecken, dass sie nicht durchtreiben, bei Kastenbeeten höher als 60 cm unnötig

    Hochkompost (z.T. Kompostgatter):
    - Kompost ansehnlicher und platzsparender gestalten
    - nutzen Kompostfläche als Beet ohne Nachteile des Kompost-Haufen (Verrutschen, Ablaufen des Wassers)
    Aufbau Hochkompost:
    - Kasten beliebigen Materials (möglichst kein Plastik mit Weichmachern, vorzugsweise Holz)
    - sollte sich öffnen oder zerlegen lassen
    - untere Schicht zu kompostierendes Material (bei Befüllen reifen Kompost einspülen, um Verrotten zu beschleunigen und Lücken zu vermeiden, da diese später Wurzeltrockenheit und schlechte Rotte verursachen)
    - darüber eine Deckschicht aus reifem Kompost / Erde ca. 15 - 30 cm dick (abhängig von Pflanzenkultur) um darin Pflanzen anzubauen (frischer, verrottender Kompost wird selten vertragen)

    Hochbeet (heute auch Raised Bed):
    Mischung beider Anwendungen - je nach Nutzung eher Kastenbeet oder Hochkompost
    Aufbau Hochbeet: wie Hochkompost oder Kastenbeet

    1. Schicht (wärmende Schicht / Rotteschicht, optional): Laub, Grünschnitt, Mist
    - bringt Rottewärme und sorgt so für warme Füße der Pflanzen, was im Frühjahr einen Wachstumsschub bringt, sorgt außerdem durch gute Nährstoffnachlieferung und CO2-Freisetzung für guten Wuchs
    - kann auch zerkleinertes Holz, Pappe u.ä. enthalten, um diese zu verrotten, muss es aber nicht
    - Löcher / Spalten im Material gut mit Kompost oder Erde einschlämmen, um trockene Bereiche zu verhindern
    - Differenzierung in Schicht z.B. Holz nach unten, abwechselnd nährstoffreiche und - arme Schichten usw. ist jederzeit möglich
    ABER NICHT NÖTIG

    2. Schicht (Pflanzschicht, unverzichtbar): reifer Kompost oder Erde
    - dort werden die Pflanzen hinein gesetzt, damit sie keinen direkten Kontakt zu der verrottenden Schicht haben, da viele Pflanzen, die beim Verrotten frei werdenden Stoffe nicht vertragen (Ausnahme Kürbisgewächse)
    - sollte wenigstens 15 cm dick sein (Kürbisgewächse) und bei anderen Kulturen bis 30 cm (z.B. Möhre), bei Kulturen die keinen Kompost mögen (z.B. Möhren) muss Pflanzschicht aus Erde sein

    3. Schicht (Deckschicht, Mulchschicht, optional): welker Grünschnitt, Stroh, kein Rindenmulch, kein Holz
    - wenige cm dick, locker um die Pflanzen auf ganzer Fläche ausgelegt, verhindert die Verdunstung an Erdoberfläche und reduziert den Wasserverbrauch des Beetes
    - kann auch aus Lebendmulch wie Feldsalat, Gänseblümchen oder Kaskadenthymian bestehen

    Weitere Arbeiten: Jährlich müssen Sie die wärmende Schicht auffüllen oder erneuern und dann eine neue Pflanzschicht aufziehen. Sie können die alten Schichten abtragen oder einfach oben auffüllen. Nach 3 - 5 Jahren ist das "Entsorgungsmaterial" (z.B. Holzschnitt, Eichenlaub, Pappe) verrottet und kann entfernt werden und neues "Entsorgungsmaterial" kann hinein. Das Hochbeet sollte dann komplett entleert werden. Am besten 4 - 5 Hochbeete verwenden und dann jedes Jahr eines entleeren und neu mit "Entsorgungsmaterial" befüllen. Falls "Entsorgungsmaterial" vorhanden ist und verrottet werden soll, sonst ist das unnötig oder kann in kürzeren Zeiträumen erfolgen.

    Weitere tolle Schichten: Sie finden oft noch mehr Angaben zu weiteren verschiedenen Schichten in der Rotteschicht. Gärtnerisch ist nur die Pflanzschicht notwendig und die wärmende Schicht und die Deckschicht empfehlenswert, alles andere ist optional - toben Sie sich aus oder gehen es entspannt an.
    Es wird nichts besser wachsen, nur weil spezielle Schichten da sind. Oft bringt der feingegliederte Aufbau nur mehr Arbeit ohne mehr Erfolge zu erzeugen.
    Aber falsche Schichten - z.B. zu stark durchlüftet weil Holhräume nicht verfüllt und eingeschlämmt wurden - können zu massiven Ertragseinbußen führen.

    Vorteile:
    - besseres Wachstum (Pflanzen richten sich nach der Bodentemperatur beim Wachstum),
    - ansehnlicherer Kompost (für Leute die es nicht so "unordentlich" wie in der Natur mögen),
    - bessere Arbeitshöhe (Achtung: dafür schlechtere Höhe für Gießen mit Kanne),
    - kein Verdichten am Rand und kein Betreten des Beetes (bringt sonst massive Ertragseinbußen, da die Wurzel das Hauptatemorgan der Pflanze für Sauerstoff ist (Blätter nehmen CO2 auf und geben Sauerstoff ab, Wurzel versort über Wasserstrom und darin gelösten Sauerstoff die Pflanze primär, Wenn durch Verdichtung Gasaustaus im Boden gering ist, dann kleinerer Wuchs durch Sauerstoffmangel),
    - Anbau auf schlechtem Boden,
    - unauffällige Verrottung von langsam verrottendem Material,
    - einfacherer Wühlmausschutz und Unkrautschutz

    Nachteile:
    - mehr Gießaufwand durch Wasserverlust an Außenwänden und durch beim Verrotten entstehenden Spalten,
    - Gießkannen höher heben,
    - Aufwand beim Befüllen und Entleeren,
    - (Material-)Aufwand beim Bau
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    • Dankeschön für die übersichtliche Zusammenfassung =)

      Ich bin in einem Hochbeetgarten aktiv und wir bauen die Beete hauptsächlich mit Paletten.
      DafüDankeschön für die übersichtliche Zusammenfassung =)

      Ich bin in einem Hochbeetgarten aktiv und wir bauen die Beete hauptsächlich mit Paletten.
      Dafür müssen wir die Beete innen mit Folie auskleiden.Gute Erfahrungen haben wir mit klassischer Teichfolie (0,5mm; regeneratfrei) gemacht. Sie ist günstiger als die häufig empfohlene Noppenfolie und besser zu verarbeiten, weil sie flexibel ist. Die glatte Teichfolie wird häufig nicht empfohlen, weil sich Feuchtigkeit zwischen Holz und Folie gut halten und deshalb das Holz schnell verrotten kann. Diese Erfahrung haben wir bei Hochbeeten aus Paletten nicht gemacht...
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    • Und gegen den Wasserverlust haben wir für die unterste Erdschicht eine lehmhaltige Erde gewählt (einfacher Mutterboden von einem Erdaushub einerUnd gegen den Wasserverlust haben wir für die unterste Erdschicht eine lehmhaltige Erde gewählt (einfacher Mutterboden von einem Erdaushub einer Baustelle). Inwiefern das gewinnbringend war, kann ich leider nicht berichten.  Mehr...
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    • Ich habe in einem Gemeinschaftsgarten die Erde direkt ohne Folie an die Palettenaufsatzrahmen gesetzt. Da bildet sich schnell ein Luftspalt undIch habe in einem Gemeinschaftsgarten die Erde direkt ohne Folie an die Palettenaufsatzrahmen gesetzt. Da bildet sich schnell ein Luftspalt und selbst wenn der immer wieder eingeschwemmt wird, haielten viele der gebrauchten, ungebeizten Beetrahmen ca. 5 Jahre bis sie den Gärtnern zu unansehnlich wurden und sie sie erneuert haben, gebrochen waren sie da noch nicht.

      Ich kann sehr empfehlen für alle Schichten lehmige Erde zu nehmen, die hält das Wasser besser und ist fruchtbarer.
      Die meisten wirklich fruchtbaren Böden dieser Welt sind Schluff oder Lehm.

      Wenn ihr Folie rein macht, dann baut die Beete am besten als Wanne aus und macht aber seitlich ca. 2 - 5 cm über dem Boden Schlitze in die Folie, dass da das Wasser austreten kann, dann habt ihr ein kleines Wasserrückhaltebecken und oben aber keine richtige Staunässe.
      Die fortgeschrittene Version wäre praktisch genauso, nur dass unten im Wasserbreich nur Steine sind, so dass die Nässe nur über Verdunstung oder Wurzeln nach oben kommt und nicht mit dem Kapillarstrom (so sind auch bessere Blumenkästen aufgebaut), dann habt ihr auch in feuchten Jahren keine Staunässeschäden.
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  •   Gudrun Walesch hat den Beitrag vor 1 Woche kommentiert
    Gärtnerisch sollten wir uns nicht nur mit dem WIE beschäftigen, sondern auch mit dem WARUM wir etwas tun sollten oder eben nicht.
    Viele Ratschläge werden aus dem Zusammenhang gerissen und sind dann totaler Quatsch.
    z.B. Rosenschnitt: Wenn ich...
    Gärtnerisch sollten wir uns nicht nur mit dem WIE beschäftigen, sondern auch mit dem WARUM wir etwas tun sollten oder eben nicht.
    Viele Ratschläge werden aus dem Zusammenhang gerissen und sind dann totaler Quatsch.
    z.B. Rosenschnitt: Wenn ich kräftige Stiele für Schnittrosen will, sollte ich vor Knospenaustrieb auf 4 - 6 Augen (schalfende Knospen) zurück schneiden, wenn die Rose eher dünne Triebe haben soll, dann müssen mehr Augen stehen bleiben, denn die Kraft der Wurzel verteilt sich dann auf mehr Triebe, die dann schwächer sind als bei wenigen Trieben.
    Aber wenn ich in eine Gartenzeitung gucke, steht da meist
    "Rosenrückschnitt im Frühjahr auf 6 Augen" - total ohne Zusammenhang bekommen alle hässliche Rosen statt schöner vieltriebiger Büsche.
    Hatte da einen Streit mit meiner Oma, die das so machte, weil "das so gemacht wird".
    Das sollten wir unbedingt vermeiden und nicht nur "so ist es richtig" sondern auch die Gegebenheiten darum beschreiben.

    z.B. Hochbeete: Ich habe letztens herzhaft gelacht als ein Bekannter mit einem buch die 15 wichtigsten schichten des Hochbeets anschleppte.
    Gärtnerisch totaler Quatsch. 1 Schicht ist wichtig, 2 Schichten, wenn die Pflanzen warme Füße bekommen sollen - alles andere ist zur Entsorgung von "Müll" aus dem Garten wie Ästen, Altholz, Wurzeln, Unkräuter.
    Wenn jetzt Leute Holz in den Garten Tragen, um es ins Hochbeet zu packen, dann zeigt das nur deren Unwissen. Denn sie machen mit viel Aufwand ihre Hochbeete unfruchtbarer und unpraktischer.
    Und warum?
    Weil irgend ein Idiot nur das WIE überliefert, abern nicht die Zusammenhänge und Grenzen des Systems.
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  •   Gudrun Walesch hat den Beitrag vor 3 Wochen mit 'Gefällt mir' markiert
    Braunfäule-Spezial:
    Der Braunfäulepilz (Phytophtora infestans) hat Zoosporen - die sind wie kleine Bakterien. Die nutzen zur Verbreitung Spritzwasser, aber können das auch selbst, das dauert nur länger. Die Pflanzen - z.B. hier Kartoffeln als...
    Braunfäule-Spezial:
    Der Braunfäulepilz (Phytophtora infestans) hat Zoosporen - die sind wie kleine Bakterien. Die nutzen zur Verbreitung Spritzwasser, aber können das auch selbst, das dauert nur länger. Die Pflanzen - z.B. hier Kartoffeln als Beispiel - werden befallen (nicht sichbar), dann arbeitet sich der Pilz durch die Leitungsbahnen (Blätter beginnen Gelb zu werden) und gleichzeitig kriechen die Sporen außen die Stiele hinauf und befallen die äußere Haut (Braunfärbung). Wenn das Immunsystem der Pflanze scheitert, durchdringt der Pilz den Stiel und die Blätter welken und werden dann braun (z.T. durch den Befall des geschwächten Gewebes, z.T. durch Absterben).
    Wenn es Spritzwasser oder sonstige Übertragungen auf die Blätter gibt (z.B. mit Kartoffelkäfern), sterben auch dort Stellen ab und verbraunen, wenn das nicht passiert (z.B. durch Mulch verhindert), dann passiert es nur wie oben beschrieben.

    Das einzige was hilft, ist 6 Jahre keine Wirtspflanzen (z.B. Tomaten, Kartoffeln) anzubauen oder im Notfall mit Fungiziden (z.B. Kupfer oder systemische [Vorsicht: Verbleiben in der Pflanze]) gegen zu steuern.

    Jeder Krümel, der von der trocken Pflanze auf den Boden fällt, jeder Rest vom befallenen Stiel, der in der Erde verbleibt, bringt dir den Pilz im kommenden Jahr wieder.
    Egal wie gedüngt und geerntet, wird, das lässt sich nicht unter Kontrolle bekommen. Nur mit Fruchtfolge und Feldhygiene.

    Hygiene:
    'Die Pilze können sich nur wenige mm pro Tag bewegen, werden aber mit Erde (z.B. an Schuhen und Geräten) verschleppt.
    Dann müssen die Ausbreitungsspezifika bedacht werden: Kohlhernie mag nasse, sauer Böden. Mit Kalkung kann man die Auswirkungen unterdrücken ohne den Pilz loszuwerden (machen die großen Kohlanbaugebiete).
    Braunfäule tritt ab einer bestimmten Bodentemperatur erst hervor - meist Mitte Juni und wird über Spritzwasser übertragen, auch bewegt sich der Befall auf Blättern schneller als auf Stängeln.

    Dann muss ich schauen was ich mit den Abfällen mache:
    - Verbrennen? Da gehen C, N und S an die Luft verloren und kommen nicht zurück in den Kreislauf.
    - Kompostieren? Alle loben die Heißrotte, aber sie immer und überall hin zu bekommen, ohne dass ein Teil des Kompost sie nicht bekommt, ist schwierig - ich habe Braunfäule mir aus einem Gütekompost geholt, und der muss zu 95 % Heißrotte gehabt haben. Aber die übrigen 5 % reichen aus, um alles zu infizieren.
    - Fermentieren / Vergären? Dazu gibt es wenig Forschung und ob es bei Braunfäule hilft, bin ich nicht sicher. Die Anaeroben Bedingungen schädigen den aeroben Pilz, aber ob Dauerformen das trotzdem überstehen ist unklar.
    - Gesonderter Kompost? Verseucht den anderen Kompost und die Beete nicht, aber es müssen auch gesonderte Werkzeuge genutzt werden, sonst wird er wieder mit diesen übertragen.
    - Flächenverrottung im Obst? Geht auch, wenn das Werkzeug ihn nicht überträgt.
    - Verkohlen? Da gehen immer noch N und S in großen Teilen an die Luft verloren und es muss vorsichtig gemacht werden, dass keine Reste unbehandelt bleiben.
    - Fruchtfolge? Eine weite Beet-Fruchtfolge mit mehr als 6 Kulturen verhindert, dass Tomaten/Kartoffeln innerhalb von 6 Jahren doppelt auf dem Feld stehen. Da der Pilz sich im Boden bewegen kann, geht das nicht für Misch- und Streifenkulturen, sondern nur für ganze Beete. Auch hier ist die Übertragung mit den Werkzeugen kritisch.

    Und wie der Pilz vorbeugend eingeschränkt wird:
    - Boden dämpfen? Energieaufwendig und tötet alles andere auch mit ab.
    - Bodenentseuchung? Ist mittlerweile glücklicherweise verboten, denn Gifte töteten nicht nur alles Bodenleben, sondern gelangten auch ins Grundwasser.
    - Separate Beete für Braunfäule-Kulturen? Bei Kartoffeln möglich und dann halt nur mit Erträgen bis Befall zu stark ist (August) und dann Folgekulturen. Bei Tomaten wenig sinnvoll, da dann der Hauptertrag weg fällt.
    - Überdachung? Um Spritzwasser zu verhindern sehr gut, aber es darf dann nicht beim Gießen und durch Kondenswasser Wasser auf den Boden tropfen und an die Pflanzen spritzen.
    - Mulchen? Geht, wenn der Mulch abtrocknet. Wenn der feucht bleibt, dann kriecht der Pilz (Braunfäule hat begeiselte Zoosporen) in der Feuchte auf den Mulch und überträgt sich von da mit Spritzwasser.
    - Untere Blätter entfernen? Reduziert den Befall mittels Spritzwasser, es sollten die Blätter aber nur bis zum unteren Fruchtstand abgemacht werden und dann mit der Ernte nach oben folgernd, da sonst zu wenig Photosynthesefläche übrig bleibt.
    - Hydrokultur? Wenn der Pilz nicht ins Wasser eingeschleppt wird, und von der Seite nicht heran spritzt, bleibt die Pflanze gesund. Steinwolle, Sand usw. wurden deswegen und wegen weniger Insektizideinsatz entwickelt. Einige Schädlinge wohnen aber auch in der Steinwolle z.B. Thripse, Trauermücken, auch muss die Steinwolle immer entsorgt werden, wenn sie mit dem Pilz infiziert ist, denn er hält sich auch da lange.

    Achtung: Saatkartoffeln müssen zertifiziert sein, sonst können sie infiziert sein und Braunfäule wieder mitbringen.

    Bekämpfung:
    Befallene Pflanzenteile und stark befallene Pflanzen entfernen, um durchdringung des bestandes aufzuhalten oder zu verlangsamen.
    Notfalls Fungizidspritzung:
    - Kupfer tötet Braunfäule, wie alle anderen Pilze, reichert sich aber im boden an und tötet auch Teil des bodenlebens, sollte nicht verwendet werden. Hat schädliche Auswirkungen auf Kaltblüter z.B. Fische verlieren Geruchssinn.
    - Schwefel bildet Schutzschicht, muss aber nach jedem Regen erneuert werden. Schützt nicht zu 100 %, wenn die zoosporen nicht benetzte Stellen befallen.
    - Rohmilch (Achtung: Frischmilch funktioniert nicht) enthält ein spezielles Eiweis, das die Pilzsporen für Pflanzenzellen halten, daran andocken, keimen und dann verhungert sterben. So werden alle Sporen abgehalten. Muss auch nach jedem Regen erneuert werden.
    - Systemeische chemische Fungizide dringen in die Pflanze ein und verteilen sich mit dem Saftstrom. Helfen auch gegen starken befall. Verbleiben aber mit unbekannten Auswirkungen in der Pflanze.
    Da Krebs als Gärtnereische Berufskrankheit angesehen wird, würde ich auf solche mittel lieber verzichten.
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    Gefahr durch Giftpflanzen?

    In letzter Zeit gibt es viel Panikmache wegen Giftpflanzen im Garten. Ein durch eine giftige Zucchini verursachter Todesfall hat das Thema noch befeuert. Dabei geht beim Beachten weniger, aber wichtiger Punkte keine...
    Gefahr durch Giftpflanzen?

    In letzter Zeit gibt es viel Panikmache wegen Giftpflanzen im Garten. Ein durch eine giftige Zucchini verursachter Todesfall hat das Thema noch befeuert. Dabei geht beim Beachten weniger, aber wichtiger Punkte keine nenneswerte Gefahr von Giftpflanzen im Garten aus.

    Das Gift der Pflanze ist vor allem ein Abwehrmittel gegen schädliche Insekten und ähnliches, welches selten tödlich gegenüber höherne Lebewesen wie Säugetieren oder Vögel sein soll. Denn wenn alle sterben, die das Gift fressen, tritt kein Lerneffekt auf. Also geht es den meisten Tieren und Menschen danach nur so schlecht, dass sie es nicht wieder tun.

    Auch werden die Samen von Giftpflanzen oft von Vögeln, Tieren und Menschen verbreitet, da wäre es für die Pflanze kontraproduktiv die Verbreiter der Samen schwer zu schädigen. Sie müssen nur in die richtigen Bahnen gelenkt werden, damit Laub und unreife Früchte in Ruhe gelassen werden, reife Früchte und Samen aber verbreitet werden.
    Manche Pflanzen haben auch selektive Gifte, die Mistel zum Beispiel ist giftig für den Menschen aber ungiftig für Vögel, da sie ausschließlich von Vögeln verbreitet wird.
    Die Schärfe von Chili wird auch nicht von Vögeln wahr genommen. Sie verbreiten das also ohne Schärfe-Effekte.

    Das wichtigste bei giftpflanzen ist immer, dass unser Körper durch die Evolution Gifte als SCHARF oder BITTER wahrnimmt und diese ausspuckt. Deswegen ürfen kleinen Kindern keine scharfen oder bitteren Pflanzen verabreicht werden.
    Auch sollte niemand Sachen essen, die nicht scharf oder bitter sein sollten, es aber gerade sind und bei unbekannten Dingen sollte nicht von "biiter ist gesund" ausgegangen werden. Wenn der Körper "pfui" sagt, sollte das der Verstand beachten.
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  • Heckenerziehung

    Eine Hecke kann viel im Garten bewirken, sie ist nicht nur Begrenzung, Sicht- und Windschutz, sondern auch Rückzug- und Brutort für Vögel und kann annehmbare Mengen an Obst liefern, wenn die Pflanzen entsprechend gewählt sind und...
    Heckenerziehung

    Eine Hecke kann viel im Garten bewirken, sie ist nicht nur Begrenzung, Sicht- und Windschutz, sondern auch Rückzug- und Brutort für Vögel und kann annehmbare Mengen an Obst liefern, wenn die Pflanzen entsprechend gewählt sind und vorsichtige geschnitten werden.

    Bei der Anlage von Hecken ist darauf zu achten, dann die Gehölze sehr eng stehen.
    Die Heckenerziehung nutzt aus, dass sich die Gehölze gegenseitig behindern und so klein halten. Wenn die Pflanzabstände zu groß sind, lässt sich keine schöne Hecke erziehen, da die Gehölze sich nicht nur schlecht verzahnen, sondern auch weil sie dann schnell zu eigenständigen kräftigen Pflanzen wachsen.

    Bei Hecken sollte der Pflanzabstand immer unter 0,5 m, besser unter 0,3 m liegen, um eine schöne geschlossene, kleinwüchsige Front zu erhalten. Eine zweite, auf Lücke gesetzte Reihe sorgt dafür, dass sie dichter wird und kleiner bleibt.

    Regelmäßiger Schnitt ein oder zweimal im Jahr entzieht Kraft und regt den Austrieb und die Verzeigung an, so wird die Hecke dichter. Es muss immer darauf geachtet werden, dass genug Licht in die Hecke fällt, sonst verkahlt sie. Bei schlechten Lichtverhältnissen, ist es empfehlenswert sie nach oben hin zu verjüngen, damit auch Licht in die unteren Bereiche fällt. Ein pyramidaler Schnitt ist immer gut für Hecken.

    Typische Heckengehölze wie Liguster werden freistehend 6 m hohe Sträucher. Andere wie Maulbeere, Thuja oder Hainbuche werden richtige Bäume.
    Allein durch das enge Pflanzen und den regelmäßigen Schnitt, bildet sich die Heckenform.
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    Wie und unter welchen Bedingungen funktionieren Leguminosen und ihre Stickstoffbindung?

    Dazu muss ich zuerst ein paar Sachen, definieren, dann lässt sich das schnell erklären:
    - Pflanzen = Lebewesen die aus anorganischer Masse organische Masse...
    Wie und unter welchen Bedingungen funktionieren Leguminosen und ihre Stickstoffbindung?

    Dazu muss ich zuerst ein paar Sachen, definieren, dann lässt sich das schnell erklären:
    - Pflanzen = Lebewesen die aus anorganischer Masse organische Masse aufbauen
    - Pflanzennährstoffe = bestimmte Salze und deren Ionen, welche die Pflanze zum überleben und zum Aufbau organischer Substanz braucht: N, P, K, Mg, Ca, S, Fe, Zn, Mo, Co, Cu, Cl, B, Ni sowie H, O und C
    - Nützliche Elemente = Stoffe die die Pflanze nicht essentiell braucht, aber die sie einbaut, wenn sie vorhanden sind z.B. Si, Na,
    - N = Stickstoff, wichtiger Bestandteil aller Eiweiße als Bestandteil der Aminogruppe NH2-
    - Nmin = mineralisch vorliegender Stickstoff, also NO3- oder NH4+ den Pflanzen verfügbar
    - Norg = organisch gebundener Stickstoff, den Pflanzen nicht verfügbar
    - Mineralisierung = Zersetzung von Organischer Masse durch das Bodenleben zu anorganischer Masse unter Zuhilfenahme von Sauerstoff
    - Denitrifikation = Umwandlung des im Nitrat (NO3−) gebundenen Stickstoffs zu molekularem Stickstoff (N2), das passiert im Boden unter bestimmten Bedingungen
    - Stickstoffbindung aus der Luft durch Gewitter (Blitze + Regen), bringt im Schnitt 5 kg N / ha / a (in Städten bis zu 20 kg N / ha / a); a= Jahr
    - Pflanzenverfügbar = anorganische Pflanzennährstoffe an Austauschern oder in Bodenlösung
    - Humusaufbau = Umbau von Pflanzenmasse zu organischer Humusmasse, wobei nur ein Teil der Nährstoffe frei werden und schwer zersetzbare Pflanzenmasse zu Humus wird
    - schwer zersetzbare Pflanzenmasse = z.B. langkettige Zellulosen und Lignine
    - Gründüngung = bringt neue Pflanzennährstoffe, beziehungsweise N in den Boden, z.B. Leguminosen, Ölweiden
    - Zwischenfrucht = liegt zwischen den Hauptfrüchten, bindet vorhandene Nährstoffe und verhindert deren Auswaschung z.B. Senf, Phacelia, Feldsalat, bindet auch CO2 und erhöht den Humusgehalt
    - beerntbare Zwischenfrucht = Tei lder Zwischenfrucht wird als Erntegut entfernt -> entzieht auch dem Boden Nährstoffe z.B. Feldsalat, Rosenkohl, Radieschen
    - Gründüngung wird oft mit Zwischenfrucht fälschlicherweise synonym verwendet
    - limitierende Pflanzennährstoffe für Pflanzenwachstum: terrestrisch = N, Süßwasser = P, Salzwasser = Fe
    - N-Überschuss führt zu Anfälligkeit gegen Schädlinge und Schadpilze, typisches Symptom sind Blattläuse-Massenvermehrungen sowie reduzierte Wintervorbereitung und reduzierte Frosthärte.
    - N-Wert der Vorfrucht = der Wert an N, der bei typischer Ernte der Vorfrucht im Boden als Norg zurück bleibt
    - Kleegras = beliebte landwirtschaftliche Mischung aus Klee (Leguminose) und Gras, welches einen Teil des N bindet und bessere Wuchs-, Futter- und Lagerwerte als der Klee hat.
    - N-Mangel durch Rotte bei weitem C:N-Verhältnis. Wenn das C:N-Verhältnis weit auseinander liegt, bindet das Bodenleben alles organische N, um Biomasse aufzubauen, um das energetische Kohlenstoffhaltige Material aufzuschließen. Alles frei werdende N wird sofort wieder gebunden, bis das C abgebaut / verstoffwechselt wurde und wird danach wieder frei (weil die Mikroorganismen verhungern und sterben)

    Mit diesen Begriffen lässt sich auch gute, experimentbasierte Literatur finden.

    Pflanzen brauchen Stickstoff zum Aufbau von Eiweißen und damit zum Wachstum.
    Je weniger N verfügbar ist, desto schlechter wachsen Pflanzen.
    Es gibt Pflanzen, die sich auf N-Mangel eingestellt haben z.B. Doldenblütengewächse und wenig brauchen.
    Trotzdem wachsen sie mit mehr N auch besser.

    Leguminosen haben eine Symbiose mit Knöllchenbakterien, aber nicht unbedingt.
    Infektion mit Knöllchenbakterien ist eine Infektion und wird möglichst vermieden.
    Leguminosen brauchen recht viel N in der Blüte, weil Eiweiß der Energieträger ihrer Samen ist.
    Wer Erbsen und andere Leguminosen einige Zeit vor der Blüte ausgräbt, wird keine Knöllchen finden, da sie erst später zur Blüteneinleitung gebildet werden.
    Wenn genügend Nmin vorliegt (ca. 80 kg N / ha bzw. 8 g / m²), dann erfolgt keine Infektion mit Knöllchenbakterien, weil sich die Pflanzen dann auch ohne die Infektion mit ausreichend N versorgen können.
    Wenn aber einmal Knöllchen da sind, dann gehen die nicht wieder weg und N wird fortlaufend gebunden, deswegen bringt es soviel Kleegras über mehr als ein Jahr stehen zu lassen.

    Ein Beispiel:
    Wenn ich Mist auf das Feld bringe und auf 300 kg N / ha komme, dann bindet die Leguminose kein N, ist ja genug da.
    Wenn ich dort Blumenkohl anbaue, dann bindet der 300 kg während der Kultur, wenn ich ihn ernte, bleiben Blätter, Wurzeln und Strünke auf dem Feld und da können 160 kg Norg anfallen. Wenn ich Blätter und Strünke mit Ernte sind es nur noch 50 - 90 kg Norg.
    Je mehr ich ernte, desto mehr nehme ich aus dem Kreislauf raus.
    Wenn ich die Wurzeln heraus reißen würde, wären nur noch 20 kg N / ha (=2 g N / m²) erhalten.

    Das heißt bei nur der Ernte der Blüten bringen die folgenden Leguminosen keine Knöllchen, weil aus den 160 kg Norg, werden mehr als 80 kg Nmin.
    Je nachdem wie viele Blätter und Strünke ich mit ernte, kann es sein, dass die Leguminosen auch keine Knöllchen bei der verbleibenden Stickstoffmenge bilden.
    Wenn auch die Wurzeln raus sind, bilden die Leguminosen durch den N-Mangel Knöllchen.
    Wenn ich nach dem Kohl einen Mittelzehrer z.B. Freiland-Paprika und dann einen Schwachzehrer wie Möhren anbaue, ist nicht mehr viel N im boden und die Humusmehrer (Leguminosen) binden sicher Stickstoff.
    Dann kann ein weiterer Mittel- und nochmal ein Schwachzehrer folgen.

    So geht es auch in der Natur. Leguminosen binden kein N für andere. Sondern für sich, wenn nicht genug da ist. Aus ihren Resten zehren dann die folgenden Leguminosen oder die anderen Pflanzen, je nachdem was sich durchsetzt.
    Deswegen düngen wir mit Leguminosenschnitt oder -schrot.

    Es fällt viel organische Masse im Boden an, da die Feinwurzeln wachsen und die daran befindlichen Wurzelhärchen nur 3 Tage leben. Dort fällt unglaublich viel Biomasse an.
    Wie auch bei Schwachzehrern ist bei Leguminosen das N-Aneignungsvermögen nicht so hoch wie bei Starkzehrern, so dass ihr aus sterbenden Teilen freigesetztes N teilweise geklaut wird.

    Leguminosen verbessern den Boden für sich und ihre Nachkommen, die anderen nutzen das nur aus. Aber es gibt Nischen mit schlechten Böden oder Waldböden mit hohem Anteil an C, wo der frei werdende Stickstoff vom Bodenleben gebunden wird. Dort gewinnen Leguminosen.

    Wenn keine Knöllchen an der Pflanze zu finden sind, kann es sein, dass diese spezielle Pflanze gar keine hatte, denn Werte wie 8 g N / m² können auch heißen, dass auf 10 cm² alles N liegt und daneben praktisch nichts. Da sollte die gleiche Pflanze untersuchen werden und nicht verschiedene, dass kann sonst durch Standortunterschiede auf kleinstem Raum zu Fehlern führen.

    Wie oben beschrieben, je mehr Pflanzengut verbleibt, desto besser für die Folgekultur.

    Wenn einen "Gründünger" (bzw. eine Zwischenfrucht) zum Humusaufbau gesät wird - was ist dein Ziel dabei? Humusaufbau kann viel bringen, aber dann ernte ich nichts, wenn ich das nicht während meiner Kultur mache.

    Die Stickstoffbindung kann nachlassen, wenn der Boden bestimmte Mengen erreicht, aber vor allem die Pflanzen Endgröße erreichen. Deswegen wird für eine gute N-Ernte regelmäßig geschnitten und das Erntegut mitgenommen, so müssen die Pflanzen ständig neue Biomasse aufbauen und dort N einbauen. Der erste Schnitt muss aber ab der Blüte des Klee erfolgen, sonst kann es passieren, dass die N-Bindung nicht startet.

    Bitte vernachlässigt über den Stickstoff nicht die anderen Nährstoffe. Oft gehen die schneller verloren, denn N können wir unendlich über die Luft nachliefern, S hingegen nicht mehr und B gar nicht.
    Oft ist Stickstoffmangel nicht so das Problem wie P-Mangel.

    Für Stickstoffbindung ist ein guter Gasaustausch im Boden nötig. Deswegen Verdichtungen unbedingt vermeiden.

    Organic-Eprints ist da eine gute Quelle, da gibt es viele, gute Arbeiten zu dem Thema.
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  •   werner hat den Beitrag vor 2 Monaten mit 'Gefällt mir' markiert
    Hybriden der Kartoffel-/Apfelrose
    Rosa rugosa ist eine übliche Pflanze an Parkplätzen und anderen Flächen ohne viel Pflege, die aber nicht so riesig wird wie Heckenrosen. Allerdings treibt die Wildform oft Ausläufer und nimmt im Garten schnell...
    Hybriden der Kartoffel-/Apfelrose
    Rosa rugosa ist eine übliche Pflanze an Parkplätzen und anderen Flächen ohne viel Pflege, die aber nicht so riesig wird wie Heckenrosen. Allerdings treibt die Wildform oft Ausläufer und nimmt im Garten schnell überhand. Die Rosa rugosa Hybriden wachsen oft ausläuferlos sind aber sehr formschön, duftend und haben sehr schön große Früchte. Auch der Geschmack der Früchte ist meist fruchtiger als bei den Wildformen. gut zu empfehlen sind die fast vollständig gefüllte Sorte 'Polareis' und wer die Bienen mehr unterstützen will, die Sorte 'Red Rugostar'.
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