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  • Bodenmüdigkeit:
    Viele hören manchmal das Wort in Verbindung mit Fruchtfolge (Kulturfolge) und Monokultur (jedes Jahr gleiche Pflanze auf gleichem Beet).

    Bodenmüdigkeit ist ein biologisches Phänomen.
    Bodenmüdigkeit entsteht, wenn eine Pflanzenfamilie, -Art, oder -Sorte ständig hinereinander angebaut wird. Dann bricht der Ertrag erst ein und erholt sich dann wieder, stabilisiert sich aber unter dem Niveau der Erstkultur. Bei Kulturen wird dann von Selbstverträglichkeit gesprochen. Weizen und Mais haben eine hohe Selbstverträglichkeit von um die 80 % des Ausgangsetrages und sind somit gut geeignet für Monokulturen und nicht so von der Bodenmüdigkeit betroffen wie Erbsen, die teilweise nur 40 - 60 % Selbstverträglichkeit haben.

    Ein Beispiel: Wenn ich nach Mais wieder im folgejahr Mais anbaue, und das fortlaufend und im ersten Jahr 1 t Ernte, dann im 2. Jahr 0,7 t und im 3. Jahr und allen folgenden nur 0,8 t, aber weit mehr als Erbsen die im ersten Jahr 1 t und im 2. Jahr dann nur noch 0,4 t und in allen weiteren 0,6 t bringen und somit den Ertrag halbieren.

    Auffällig ist, dass die Bodenmüdigkeit erst schlimmer und dann wieder etwas besser wird. Also ist ein Nährstoffmangel von Mikronährstoffen, den viele dort hineininterpretieren nicht möglich. Denn dann müssten die Effekte allmählich schlimmer werden und könnten sich nicht erholen.

    Ein Wechsel der Art bringt etwas gegen die Bodenmüdigkeit, aber der Wechsel der Familie richtig viel. Die typische Ackerfruchtfolge ist Raps, Mais, Weizen, Gerste und dann wieder von vorn mit Raps. Auch wenn die Felder groß sind, so ist das keine klassische Monokultur, sondern eine Fruchtfolge.
    Eine Obstplantage ist hingegen eine Monokultur, denn da stehen jedes Jahr nur Äpfel. Auch wenn diese unterpflanzt werden, z.B. mit Ringelblumen und diese auch immer an der gleichen Stelle stehen, so ist das im klassischen Sinne immer noch eine Monokultur und zieht Bodenmüdigkeit nach sich.

    Was ist nun Bodenmüdigkeit genau und woher wissen wir das?
    Die Antwort ist düster: Es gab bis in die 2000er "Bodenentseuchungsmittel". Also chemische Mittel, die alles Bodenleben bis in eine bestimmte Tiefe, egal ob nützlich oder schädlich einfach töteten. Wenn eine Monokultur angebaut wurde z.B. Äpfel und der Ertrag sank, dann wurde mit diesem Mittel das gesamte Bodenleben abgetötet und der Ertrag erholte sich. Mit Bodenentseuchungsmittel ließen sich die Erträge jedes Jahr bei 100 % des Ausgangsetrages halten.
    Das heißt Bodenmüdigkeit ist etwas, was mit Gift getötet werden kann.

    Bodenmüdigkeit ist ein ökologisches Phänomen:
    Wenn die Pflanze zuerst auf ein Feld kommt, so gibt es kein angepasstes Mikro-Bodenleben. Pilze und Bakterien sind noch nicht auf diese Pflanze eingestimmt. Da die Eigenschaften in der Familie ähnlich sind, hat das Bodenleben bessere Chancen sich im ersten Jahr auf eine Pflanze gleicher Familie wie im Vorjahr einzustellen.
    Bodenleben ist nicht automatisch gut. Erher ein Mix aus Pflanzenfessern und Fleischfressern, Symbionten, Parasiten und vielem mehr.

    Wenn eine neue Pflanze an den Standort kommt, so dauert es einige Zeit, bis sich das Bodenleben daran anpasst.
    Im ersten Jahr gibt es beginnende aber noch wenig Interaktion.
    Im zweiten Jahr gibt es eine starke Vermehrung der Pflanzenfresser, welche die Wurzel schädigen => Ertrag sinkt.
    Im dritten Jahr gibt es eine starke Vermehrung der "Fleischfresser", welche die massenhaft vorhandenen Pflanzenfresser fressen. => Ertrag steigt wieder.
    Danach entsteht ein Ökologisches gleichgewicht zwischen Pflanze, Pflanzenfresser und Fleischfresser.

    Fruchtfolge gegen Bodenmüdigkeit
    Wenn nun die Pflanzenfamilie wechselt, müssen sich die Pflanzenfresser auf etwas neues einstellen. Eine andere Immunabwehr, andere Abwehrstoffe und vieles mehr. Und wenn sie dann wieder wechselt, gibt es wieder den Bedarf sich anzupassen. So bleibt der Ertrag hoch, weil die Pflanzenfresser sich immer neu orientieren müssen.
    Bei Monokulturen sinkt der Ertrag hingegen etwas bis sich das ökologische Gleichgewicht bildet.
    Das liegt bei einigen Sorten aber sehr niedrig bei anderen recht hoch.

    Alle diese Effekte wurden in Blindversuchen aufwendig nachgewiesen. In den meisten Gärten fallen sie kaum auf, da die Probleme der Pflanzen vielfältig und die Erträge gering und selten gemessen sind.

    Ein Beispiel: Ein Kleingärtner in meinem alten Verein hatte eine eine Lieblingskartoffel, die er seit 20 Jahren anbaute. Immer die selbe Fläche (ca. 2/3 des Gartens) und immer die selbe Sorte. Er fand Aufzeichnungen aus den ersten Jahren, weil er da so viele hatte und war sich unsicher wie er mit dem Minderertrag nach 20 Jahren Monokultur umgehen sollte. Wollte aber nicht auf seine eigenen Kartoffeln verzichten. Ich riet ihm einfach mal die Sorte zu wechseln, was er auch tat und unglaubliche 40 % Mehrertrag zu den Vorjahren hatte.

    Bei einer langen Monokultur kann sogar ein Sortenwechsel viel bringen.
    Der zweite Tipp war Feldsalat als Zwischenfrucht anzubauen. Da stellt sich das Bodenleben im Herbst auf den Feldsalat ein und im Frühjahr gibt es wieder Kartoffeln als Abwechslung. Diese Maßnahme brachte laut seiner Angabe nochmal fast 30 % Mehrertrag zu den Monokulturjahren.

    Er nutzte dann einen Wechsel aus 2 Kartoffelsorten (eine davon seine Lieblingssorte) mit Feldsalat-Zwischenfrucht im Winter.
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  • Statt Gründüngung könnte auch eine Zwischenfrucht für die Bodengesundheit sinnvoll sein. Zwischenfrüchte sammeln keinen Stickstoff, durchwurzeln aber den Boden und halten so Nährstoffe im boden und bauen Humus auf. Auch ist die Frage was ich möchte ...
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  •   Volker Croy hat den Beitrag vor 37 Minuten kommentiert
    Errungenschaften der Gemeinschaftsgärten
    Die Stadt Dresden hat durch einen Stadtratsbeschluss zur förderung von Gemeinschaftsgärten eine Stelle im Amt geschaffen, die sich um die Unterstützung von Gemeinschaftsgärten kümmert. Herr Viertel hat auch noch andere Aufgaben, unterstützt die Gemeinschaftsgärten aber gut.
    Es gibt Gelder für die Gemeinschaftsgärten über die 2019 für 1000 € Werkzeuge für die Gärten gekauft wurden.

    Durch die ständigen Bemühungen des Gartennetzwerks bekommen Gemeinschaftsgärten von der Stadt seit 2017 kostenlos Erde geliefert, wenn sie sich auf städtischen Flächen befinden.

    Neu hinzu gekommen ist, dass Bürger-/ Gemeinschaftsgärten in die Stadtplanung als Element aufgenommen wurden. Es sind 2 neue Erholungsflächen in der Stadt angelegt worden - an der Magdeburger Str. bei der Dresdner Mühle / dem Alberthafen und an der Gehestraße neben dem Geh8. Bei diesen wurden extra Gemeinschaftsgartenflächen angelegt und ausgewiesen: 300 m² am Alberthafen und 800 m² an der Gehestraße.
    Diese werden nun vom Stadtgärten e.V. im Rahmen des Zukunftstadtprojektes "Essbares, öffentliches Stadtgrün" gepachtet und betreut.
    Auf der Fläche am Alberthafen hat sich schon eine Gartengruppe gebildet, obwohl die Fläche noch nicht eröffnet ist.
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    • Hallo Volker, das hört sich sehr gut an. Gibt es weitere Informationen dazu, in welcher Form sie als Gemeinschaftsgärten ausgewiesen wurden, zurHallo Volker, das hört sich sehr gut an. Gibt es weitere Informationen dazu, in welcher Form sie als Gemeinschaftsgärten ausgewiesen wurden, zur Umsetzung des Konzeotes Essbares Stafdtgrün und wie die Nutzungsverträge gestaktet sind?   Mehr...
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    • Es wurden freie Flächen mit Brache bzw. Senfeinsaat am Alberthafen angelegt und wir vom Verein Stadtgaerten e.V. (ein Trägerverein für mehrereEs wurden freie Flächen mit Brache bzw. Senfeinsaat am Alberthafen angelegt und wir vom Verein Stadtgaerten e.V. (ein Trägerverein für mehrere Gärten) wurden vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft dazu angefragt, ob wir uns darum kümmern können oder wollen.
      Dass wir gerade ein Projekt zum essbaren Stadtgrün im Verein tragen, kam da sehr gelegen und wir haben die Flächen eingebunden.

      Die Flächen werden zu 0,40 € / m² gepachtet (mit 3-Monatiger Kündigungsfrist).
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  •   Gudrun Walesch hat den Beitrag vor 1 Woche mit 'Gefällt mir' markiert
    Pflanzung:
    Die Pflanzung erfolgt nach dem System auf dem schematischen Bild 1 (Anbaubereiche), wobei die Anbaubereiche in Feuchtgebiet A (Süden), Frischezone B, Halbschatten-Bereich / Gehölzrand-Bereich C (Norden), und Mittelmeerkräuter-Bereich D (Mitte, oben) aufgeteilt werden.

    Genauer wird dies im schematischen Bild 2 (Pflanzung) dargestellt:
    1 Wasserminze (Mentha aquatica), Teichlinsen (Spirodela)
    2 Brunnenkresse (Nasturtium officinale), Kalmus (Acorus calamus); bei Kalmus darauf achten, dass der Schatten mit der Mauer verläuft, damit nicht B und D zum Halbschatten verkommen
    3 Zwiebelschlotten (Allium fistulosum), Perlzwiebeln (Allium ampeloprasum)
    4 Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Schnittknoblauch (Allium tuberosum)
    5 Schnittsellerie (Apium graveolens var. secalinum), Bohnenkraut (einjährig, Satureja montana)
    6 Kerbel (Anthriscus), einjähriges Basilikum (einjährig, Ocimum basilicum)
    7 Glattblatt- und Krause-Petersilie (ein- bis zweijährig, Petroselinum crispum), Indianernessel (Monarda didyma)
    8 Minzen (in Töpfen oder mit Wurzelsperre, Mentha), Süßkraut (nicht winterhart, Stevia)
    9 Schafgarbe (Achillea), Zitronenverbene (nicht winterhart, Aloysia triphylla), Cola-Kraut (Artemesia abrotanum)
    10 Pimpinelle (Kleiner Wiesenknopf, Sanguisorba minor), Beifuß (Artemisia vulgaris), Aniskraut (Agastache anisatus), Borretsch (Borago officinales)
    11 Frauenmantel (Alchemilla), Ampfer (enthält Oxalsäure - nicht zu viel essen sonst Vergiftung, vor allem bei Kindern, Rumex), Blutampfer (enthält Oxalsäure wie anderer Ampfer, Rumex sanguineus)
    12 Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Ysop (Bienenkraut, Hyssopus officinalis), Goldoregano (Origanum vulgare 'Aureum'), Kümmel (Carum carvi)
    13 Oregano (Dost, Origanum vulgare), Majoran (einjährig, Origanum majorana)
    14 Bergbohnenkraut (Satureja montana), mehrfarbiger Thymian (Thymus, verschiedene Sorten), Zitronenthymian (Thymus x citriodorus), Alpenfrauenmantel (Alchemilla alpina)
    15 Stauden-Basilikum (Ocimum kilimandscharicum x basilicum), Currykraut (italienische Strohblume, Helichrysum italicum)
    16 verschiedene Thymian (Thymus)
    17 Salbei (Salvia)
    18 Rosmarin (Rosmarinus)
    Zwischen und auf den Steinen: Thymianarten - vorzugsweise kriechende (z.B. Thymus praecox)
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  •   Volker Croy hat den Beitrag vor 1 Woche kommentiert
    Der Kräuter- Cthulhu - muss es denn unbedingt eine Kräuterspirale sein?

    Es gibt die Möglichkeit durch bestimmte Bauweisen und Veränderungen im Garten auf kleinen Flächen mehrere Klimabereiche abzubilden und diese für spezielle Pflanzen zu nutzen. Das beste Beispiel ist die Stauden- bzw. Kräuterspirale. Sie bildet, richtig ausgeführt, mehrere Bereiche ab:
    1. trocken, sonnig und (kalkhaltig) steinig,
    2. mäßig feucht und halbschattig
    3. feucht, humos und sonnig
    4. sumpfig
    5. Wasserzone
    Im Orginal besteht die Stauden-/Kräuterspirale aus großen Steinen, die Wärme tagsüber speichern und nachts abgeben, so dass auch Mittelmeerpflanzen bei uns gedeihen. Dank dem Klimawandel ist dies nicht mehr zwingend nötig, da es schon (un-)schön warm ist.
    Auch waren im Orginal zuerst Zierstauden darauf verteilt und die Kräuter kamen später dazu. Was Auf eine Kräuterspirale gesetzt wird, bleibt selbst überlassen.
    Aber warum muss es eine Spirale sein? Muss es nicht. Im GEH8-Kunstraum und Ateliers e.V. in Dresden wurde eine Form gewählt, die aus ainem inneren Kreis und mehreren Armen besteht. Auch diese erfüllt ihre Wirkung. Es können auch Kästen und ähnliches gebaut werden.
    Wenn Halb-Schattenpflenzen wie Minze angebaut werden, dann sollte der mittlere Turm so hoch sein, dass er das Beet dahinter beschattet. Wenn nicht genug Material da ist, kann auch oben eine Mediterrane Pflanze gepflanzt werden, die das übernimmt. Rosmarin oder Estragon können das sehr gut.


    • Bei der Konstruktion geht es also um Wärme durch Steine und Schatten durch unterschiedliche Höhen?
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    • Genau, gespeicherte Wärme durch große Steine (habe auch schon welchse mit Ziegeln gesehen, dies isnd aber nur zu Dekozwecken), die Höhen sind für dieGenau, gespeicherte Wärme durch große Steine (habe auch schon welchse mit Ziegeln gesehen, dies isnd aber nur zu Dekozwecken), die Höhen sind für die Beschattung wichtig und ab ca. 80 cm helfen sie auch bei kälteempfindlichen Pflanzen. Bei der Füllung / des Bodens kann nochmal auf Pflanzenbedürfniss geachtet werden, z.B. Steinig und kalkhaltig für Mittelmeerkräuter oder lehmig für Minze und Petersilie.  Mehr...
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