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  •   Oliver Decken hat den Beitrag vor 1 Monat kommentiert
    Eine Frage zu Lupinen und Wicken: Diese ziehen bekanntlich mit Hilfe von Bakterien Stickstoff aus der Luft und lagern sie in Knöllchen im Wurzelbereich ein. Nach dem Abstreben der Lupine/Wicke profitieren auch die anderen Pflanzen von dem...
    Eine Frage zu Lupinen und Wicken: Diese ziehen bekanntlich mit Hilfe von Bakterien Stickstoff aus der Luft und lagern sie in Knöllchen im Wurzelbereich ein. Nach dem Abstreben der Lupine/Wicke profitieren auch die anderen Pflanzen von dem Stickstoff. Heute las ich, dass das nur funktioniert, wenn die Lupinen/Wicken keine Samen ausbilden, weil 90 % des in den Knöllchen gelagerten Stickstoffs dann für den Aufbau der Samen verwendet würde. Stimmt das?
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    • Hallo - entschuldige bitte meine verspätete Antwort. War paar Tage offline.
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      Pflanzen wieHallo - entschuldige bitte meine verspätete Antwort. War paar Tage offline.
      Danke für deine Frage! Hier eine Antwort - gern ergänzen:
      Pflanzen wie Lupine und Wicke gehören zu den Hülsenfrüchten, die auch Leguminosen genannt werden. Diese können Stickstoff aus der Luft aufnehmen. Das passiert, in dem die Pflanze eine Symbiose mit bestimmten Bakterien eingeht. Die Pflanze macht bei der Photosynthese aus Kohlendioxid (CO2) in der Luft unter anderem Zucker, den sie den Bakterien als Energie zur Verfügung stellt. Die Bakterien wiederum, können molekularen Stickstoff (N2), der auch in groooooßen Menge in der Luft vorhanden ist, aufnehmen und wandeln ihn zu Ammoniak (NH3) und Ammoniumstickstoff (NH4+) um. Das sind beides dann Stickstoff-Formen, die die Pfanze gut aufnehmen kann. Um diese top Zusammenarbeit gut hinzubekommen, ziehen die Bakterien quasi in die Pflanze ein, und zwar in diese kleinen Knöllchen an den Wurzeln. Den Stickstoff aber, den die Bakterien aus der Luft holen, umwandeln und der Pflanze im Tausch gegen Zucker anbieten, den verlagern die Pflanzen überall hin, also auch in die Stiele, Blätter, Blüten und eben auch Samen/Früchte. Durch diese Zusammenarbeit mit den Bakterien brauchte eine Leguminosen-Pflanze faktisch keine Stickstoffdüngung. Andere Elemente wie Phosphor, Kalium, Magnesium etc. müssen aber trotzdem im Boden vorhanden sein oder gedüngt werden.
      Wenn die Pflanze Samen/Früchte bildet verlagert sie dazu Nährstoffe. Sie holt sich z.B. Stickstoff aus älteren Blättern. Das ist ganz normal. Ob das 90% des gesamten N in der Pflanze ist, weiß ich nicht. Wo hast du die Zahl denn gelesen? Ein großer Teil kann es schon sein, da die Früchte/Samen der Hülsenfrüchte ja auch bekannt sind für ihren guten Eiweiß-Gehalt und Eiweiß, oder Proteine, enthalten in ihrer chemischen Struktur auch Stickstoff.
      Eine Düngewirkung für nachfolgende Pflanzen ist aber trotzdem gegeben. Daher werden Leguminosen viel zur "Gründüngung" eingesetzt; vor allem im Öko-Landbau/Gartenbau, aber auch im konventionellen manchmal. Stickstoff kommt dabei in den Boden, weil die Wurzeln und Knöllchen der Leguminosen dort bleiben, und auch, da der Rest der Pflanze, Stiele, Blätter oft auch gehäckselt in den Boden eingearbeitet wird, es wird gemulcht. Der Stickstoff, den die Leguminosen mit Hilfe der Bakterien aus der Luft in ihr Grünes-Material eingebaut haben, ist dann im Boden, wird da wieder von Bodenlebewesen aus dem Grün-Material "herausgearbeitet" und kann dann von der nächsten Generation Pflanzen wieder als Ammonium und/oder Nitrat aufgenommen werden.
      Lange Rede - klarer Sinn: Go for Gründüngung!

      Wer noch was ergänzen mag, sehr gerne... Rückfragen auch.
      Habt's gut!
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    • Lieber Oliver, hier kommt Teil 2 der Antwort auf deine Frage. Ich habe deine Frage nämlich an eine befreundete Agrar-WissenschaftlerinLieber Oliver, hier kommt Teil 2 der Antwort auf deine Frage. Ich habe deine Frage nämlich an eine befreundete Agrar-Wissenschaftlerin weitergeleitet. Hier ihre Antwort:

      Ja der Großteil an Stickstoff (N) wird in die Samen/Schoten gehen. In der Landwirtschaft, werden die Schoten ja geerntet, der Rest der Biomasse wird dann eingearbeitet. Dadurch verbleibt N trotzdem noch anteilig im Boden; zwar deutlich weniger, als mit den Samen vom Feld abgetragen wird, aber der abgetragene N ist ja v.a. aus der Luft fixiert worden, und der Vorfruchtwert ist also trotzdem vorhanden.
      (Quelle:  https://www.mdpi.com/2073-4395/10/9/1392/htm)

      Im Garten schneiden Gärtner*innen jedoch gerne die verwelkten Lupinenblüten ab um die Samenbildung zu vermeiden und vor allem um damit mehr und länger Blüten zu produzieren. Das wird vor allem dann gemacht, wenn die Samen nicht zur Wiederaussaat verwertetet werden sollen ("Saatgutgewinnung"). Manchmal wird auch nur ein kleiner Teil zur Samenbildung gelassen. Sonst ist es gute Gartenpraxis die verwelkten Blüten abzuschneiden, dann wird das N nicht in die Samen verlagert. Vor allem wenn die Samen nicht geerntet werden sollen und der Gründüngüng dienen, ist gut, die Pflanzen vor der Samenbildung zu schneiden oder gar schon einzuarbeiten.

      Danke an Franzi, für die ergänzende Antwort und Erklärung!
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    • Hallo, vielen Dank für die ausführliche und kompetente Antwort. Das hilft mir sehr weiter! Gruß aus der Südpfalz
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