•   KanTe-Lisa hat den Beitrag vor 1 Monat kommentiert
    Hallo Gudrun,

    Danke für den schönen Artikel. Sehr lesenswert. Zum Thema Frauen und Toiletten habe ich vor kurzem auch etwas gepostet. Es ging um die "Geografien der Notdurft" - warum werden Toiletten so geplant, dass Frauen in Schlangen stehen und Männer nicht. Und wie elementar Toiletten für gesellschaftliches Leben sind (gepostet weiter unten "vor 4 Wochen" - Datumsangabe leider nicht genauer möglich)

    In deinem Artikel steht auch ein Satz, der sehr schön beschreibt, was angepasste Technik ist: "Wenn Lösungen geschaffen werden sollen, die für alle Menschen funktionieren, muss daher stets sichergestellt werden, dass diejenigen, die von den Entscheidungen betroffen sind, diese auch mitgestalten."

    Aus den Gärten kann ich keine Erfahrungen teilen, wie gut (geflüchtete) Frauen* mit Klos zurecht kommen und was sie brauchen. Fände ich aber auch interessant.

    Trotzdem gebe ich ein paar Hinweise weiter, in welcher ganz praktischen Hinsicht man Klos & Gender betrachten kann:

    1. Mülleimer sind wichtig - für's Klo! Aber auch für die nutzenden Menschen und zum Beispiel deren Binden und Tampons

    2. Handwaschmöglichkeiten sind aus hygienischen Gründen eh wichtig, besonders aber für menstruierende Frauen.

    3. Wo steht das Klo, wie sicher kann mensch sich dort fühlen (können andere das Klo sehen, hören, steht es an einer zugänglichen Stelle?)

    4. Wer wird wie angesprochen? Klos sind in unserer Welt extrem binäre Orte. Binär heißt zweigeschlechtlich: Männer und Frauen. Für Menschen, die jenseits der Geschlechterordnung sind bzw. gesehen werden (trans*, inter) sind Toiletten auch Orte der Diskriminierung. Trans*Frauen erleben zum Beispiel, dass sie von Frauentoiletten verwiesen werden. Solche Erlebnisse klingen nach Kleinigkeiten, sind aber verletzend (diskriminierend), weil sie die Diskriminierung, die tagtäglich passiert einmal mehr spiegeln.
    Wenn es mehrere Klos zur Verfügung gibt, dann könnte es zum Beispiel ein Klo "Frauen*-" und ein "All Gender-" (alle Geschlechter) Klo geben. Dann gibt es die Möglichkeit, das Frauen*, die sich vor Übergriffen fürchten, einen Schutzraum haben, und dennoch nicht alle anderen automatisch "Männer*" sind.

    5. Cool auch, Binden/ Tampons bereit zu stellen. Ich finde, man muss sich das einfach wie Klopapier vorstellen: darauf würde (zumindest dort, wo Klopapier benutzt wird) auch niemand verzichten wollen und es wäre ein Affront wenn jede*r selbst sein*ihr Klopapier mitbringen müsste.

    Falls euch da noch was einfällt ergänzt es gerne.

    Viele Grüße erstmal!
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    • Danke Lisa. Für die Planung der Garteninfrastruktur (wo kommt was hin etc.) sehr hilfreich
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    • Mir ist noch ein weiteres Problem eingefallen, was in dem Kontext hier mit Toiletten zu tun hat. Und zwar, ist es - vor allem im Festival-Kontext -Mir ist noch ein weiteres Problem eingefallen, was in dem Kontext hier mit Toiletten zu tun hat. Und zwar, ist es - vor allem im Festival-Kontext - leider !!!! schon öfter vorgekommen, dass Kameras auf bzw. in Toiletten installiert wurden. Die so gemachten Aufnahmen wurden dann auf Pornoseiten veröffentlicht. "Auf xHamster, einer der meistbesuchten Websites in Deutschland, findet man Tausende Videos, die Menschen offenbar heimlich auf der Toilette oder unter der Dusche zeigen." [1]

      "Erst Anfang des Jahres [2020] war durch Recherchen der Journalistin Patrizia Schlosser bekannt geworden, dass auf dem linken Festival Monis Rache in drei Jahren Frauen auf den Dixie-Klos des Geländes gefilmt wurden. Die Aufnahmen veröffentlichte ein Mitarbeiter des Festivals ebenfalls auf xHamster, hat sie dort offenbar gegen anderes Videomaterial getauscht und verkauft." [1]

      Die Doku der Recherche Gruppe strg F könnt ihr hier anschauen:  https://www.youtube.com/watch?v=nGldiXxljhQ

      Info dazu: STRG_F (Aussprache Steuerung F) ist ein Reportageformat, das der Norddeutsche Rundfunk für das Medienangebot Funk produziert und auch über YouTube veröffentlicht. STRG_F. Das steht für Suchen und Finden. STRG_F ist eine Gruppe junger Reporter.innen, die über das berichten, was sie selbst bewegt. Ehrlich, ungeschönt. Es geht um Politik, Kulturen, Bewegungen und das Unbekannte. Um unsere Generation.

      Was nun???
      Wenn ihr auch eher öffentliche Klos habt, kann es für euch nun ein möglicher Ansatz sein, die Klos in eurem Garten regelmäßig und soweit sichtbar auf Kameras zu prüfen, vor allem in dem Bereich, der von unten (also aus dem Sammelbehälter heraus) gen Klobrille "blickt" aber auch im Toilettenraum kann es vorkommen. Kameras können z.B. in Schraubenlöchern oder in Ritzen zwischen Holzlatten versteckt sein.
      Aber... es ist leider "Kaum zu kontrollieren... Journalistin Schlosser sprach für ihre Doku auch mit einem Privatdetektiv, der ihr ein Gerät vorführt, um Kameras aufzuspüren. Selbst für Profis ist dies eine Herausforderung." [1]

      [1]  https://netzpolitik.org/2020/uebergriff-unter-der-dusche/
      [2]  https://www.youtube.com/c/STRGF/about
      [3]  https://de.wikipedia.org/wiki/STRG_F
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    • ich will dazu ergänzen - zum Thema (heimliche (Nackt-)Aufnahmen und Verbreitung von Frauen*/Menschen) gibt es gerade eine Petition "notyourporn"  httpich will dazu ergänzen - zum Thema (heimliche (Nackt-)Aufnahmen und Verbreitung von Frauen*/Menschen) gibt es gerade eine Petition "notyourporn"  https://www.change.org/p/notyourporn-missbrauch-auf-porno-plattformen-muss-verfolgt-werden-bmjv-bund-lambrecht

      Die Forderungen in aller Kürze: rechtliche Veränderungen, so dass solche Verbrechen einfacher geahndet werden können & Schulungen für Polizei und co. zum Umgang mit Betroffenen.
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