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    Das Hochbeet (Mischung aus Kastenbeet und Hochkompost):

    Kastenbeet (veraltete Bezeichnung, heute Raised Bed):
    - kein Verdichten der Beetränder durch versehntliches Betreten
    - Arbeitserleichterung (weniger Bücken)
    - Abwehr von Unkräutern und Wühlmäusen durch geschützten Wurzelraum
    - ermöglicht Anbau auf sonst ungeeigneten Böden
    Aufbau Kasten-Beet:
    - unten Wühlmausschutzdraht oder 5 cm grober Schotter (z.B. 32/128), 5 cm Tonscherben oder Steine, manchmal gemauerter Boden oder ausgelegte Ziegel
    - Kasten beliebigen Materials (möglichst kein Plastik mit Weichmachern, vorzugsweise Stein),
    - Füllung des ganzen Kastens mit Erde
    - bei flachen Kastenbeeten vorher bestehende Pflanzen abstechen oder abdecken, dass sie nicht durchtreiben, bei Kastenbeeten höher als 60 cm unnötig

    Hochkompost (z.T. Kompostgatter):
    - Kompost ansehnlicher und platzsparender gestalten
    - nutzen Kompostfläche als Beet ohne Nachteile des Kompost-Haufen (Verrutschen, Ablaufen des Wassers)
    Aufbau Hochkompost:
    - Kasten beliebigen Materials (möglichst kein Plastik mit Weichmachern, vorzugsweise Holz)
    - sollte sich öffnen oder zerlegen lassen
    - untere Schicht zu kompostierendes Material (bei Befüllen reifen Kompost einspülen, um Verrotten zu beschleunigen und Lücken zu vermeiden, da diese später Wurzeltrockenheit und schlechte Rotte verursachen)
    - darüber eine Deckschicht aus reifem Kompost / Erde ca. 15 - 30 cm dick (abhängig von Pflanzenkultur) um darin Pflanzen anzubauen (frischer, verrottender Kompost wird selten vertragen)

    Hochbeet (heute auch Raised Bed):
    Mischung beider Anwendungen - je nach Nutzung eher Kastenbeet oder Hochkompost
    Aufbau Hochbeet: wie Hochkompost oder Kastenbeet

    1. Schicht (wärmende Schicht / Rotteschicht, optional): Laub, Grünschnitt, Mist
    - bringt Rottewärme und sorgt so für warme Füße der Pflanzen, was im Frühjahr einen Wachstumsschub bringt, sorgt außerdem durch gute Nährstoffnachlieferung und CO2-Freisetzung für guten Wuchs
    - kann auch zerkleinertes Holz, Pappe u.ä. enthalten, um diese zu verrotten, muss es aber nicht
    - Löcher / Spalten im Material gut mit Kompost oder Erde einschlämmen, um trockene Bereiche zu verhindern
    - Differenzierung in Schicht z.B. Holz nach unten, abwechselnd nährstoffreiche und - arme Schichten usw. ist jederzeit möglich
    ABER NICHT NÖTIG

    2. Schicht (Pflanzschicht, unverzichtbar): reifer Kompost oder Erde
    - dort werden die Pflanzen hinein gesetzt, damit sie keinen direkten Kontakt zu der verrottenden Schicht haben, da viele Pflanzen, die beim Verrotten frei werdenden Stoffe nicht vertragen (Ausnahme Kürbisgewächse)
    - sollte wenigstens 15 cm dick sein (Kürbisgewächse) und bei anderen Kulturen bis 30 cm (z.B. Möhre), bei Kulturen die keinen Kompost mögen (z.B. Möhren) muss Pflanzschicht aus Erde sein

    3. Schicht (Deckschicht, Mulchschicht, optional): welker Grünschnitt, Stroh, kein Rindenmulch, kein Holz
    - wenige cm dick, locker um die Pflanzen auf ganzer Fläche ausgelegt, verhindert die Verdunstung an Erdoberfläche und reduziert den Wasserverbrauch des Beetes
    - kann auch aus Lebendmulch wie Feldsalat, Gänseblümchen oder Kaskadenthymian bestehen

    Weitere Arbeiten: Jährlich müssen Sie die wärmende Schicht auffüllen oder erneuern und dann eine neue Pflanzschicht aufziehen. Sie können die alten Schichten abtragen oder einfach oben auffüllen. Nach 3 - 5 Jahren ist das "Entsorgungsmaterial" (z.B. Holzschnitt, Eichenlaub, Pappe) verrottet und kann entfernt werden und neues "Entsorgungsmaterial" kann hinein. Das Hochbeet sollte dann komplett entleert werden. Am besten 4 - 5 Hochbeete verwenden und dann jedes Jahr eines entleeren und neu mit "Entsorgungsmaterial" befüllen. Falls "Entsorgungsmaterial" vorhanden ist und verrottet werden soll, sonst ist das unnötig oder kann in kürzeren Zeiträumen erfolgen.

    Weitere tolle Schichten: Sie finden oft noch mehr Angaben zu weiteren verschiedenen Schichten in der Rotteschicht. Gärtnerisch ist nur die Pflanzschicht notwendig und die wärmende Schicht und die Deckschicht empfehlenswert, alles andere ist optional - toben Sie sich aus oder gehen es entspannt an.
    Es wird nichts besser wachsen, nur weil spezielle Schichten da sind. Oft bringt der feingegliederte Aufbau nur mehr Arbeit ohne mehr Erfolge zu erzeugen.
    Aber falsche Schichten - z.B. zu stark durchlüftet weil Holhräume nicht verfüllt und eingeschlämmt wurden - können zu massiven Ertragseinbußen führen.

    Vorteile:
    - besseres Wachstum (Pflanzen richten sich nach der Bodentemperatur beim Wachstum),
    - ansehnlicherer Kompost (für Leute die es nicht so "unordentlich" wie in der Natur mögen),
    - bessere Arbeitshöhe (Achtung: dafür schlechtere Höhe für Gießen mit Kanne),
    - kein Verdichten am Rand und kein Betreten des Beetes (bringt sonst massive Ertragseinbußen, da die Wurzel das Hauptatemorgan der Pflanze für Sauerstoff ist (Blätter nehmen CO2 auf und geben Sauerstoff ab, Wurzel versort über Wasserstrom und darin gelösten Sauerstoff die Pflanze primär, Wenn durch Verdichtung Gasaustaus im Boden gering ist, dann kleinerer Wuchs durch Sauerstoffmangel),
    - Anbau auf schlechtem Boden,
    - unauffällige Verrottung von langsam verrottendem Material,
    - einfacherer Wühlmausschutz und Unkrautschutz

    Nachteile:
    - mehr Gießaufwand durch Wasserverlust an Außenwänden und durch beim Verrotten entstehenden Spalten,
    - Gießkannen höher heben,
    - Aufwand beim Befüllen und Entleeren,
    - (Material-)Aufwand beim Bau
    • Dankeschön für die übersichtliche Zusammenfassung =)

      Ich bin in einem Hochbeetgarten aktiv und wir bauen die Beete hauptsächlich mit Paletten.
      DafüDankeschön für die übersichtliche Zusammenfassung =)

      Ich bin in einem Hochbeetgarten aktiv und wir bauen die Beete hauptsächlich mit Paletten.
      Dafür müssen wir die Beete innen mit Folie auskleiden.Gute Erfahrungen haben wir mit klassischer Teichfolie (0,5mm; regeneratfrei) gemacht. Sie ist günstiger als die häufig empfohlene Noppenfolie und besser zu verarbeiten, weil sie flexibel ist. Die glatte Teichfolie wird häufig nicht empfohlen, weil sich Feuchtigkeit zwischen Holz und Folie gut halten und deshalb das Holz schnell verrotten kann. Diese Erfahrung haben wir bei Hochbeeten aus Paletten nicht gemacht...
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    • Und gegen den Wasserverlust haben wir für die unterste Erdschicht eine lehmhaltige Erde gewählt (einfacher Mutterboden von einem Erdaushub einerUnd gegen den Wasserverlust haben wir für die unterste Erdschicht eine lehmhaltige Erde gewählt (einfacher Mutterboden von einem Erdaushub einer Baustelle). Inwiefern das gewinnbringend war, kann ich leider nicht berichten.  Mehr...
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    • Ich habe in einem Gemeinschaftsgarten die Erde direkt ohne Folie an die Palettenaufsatzrahmen gesetzt. Da bildet sich schnell ein Luftspalt undIch habe in einem Gemeinschaftsgarten die Erde direkt ohne Folie an die Palettenaufsatzrahmen gesetzt. Da bildet sich schnell ein Luftspalt und selbst wenn der immer wieder eingeschwemmt wird, haielten viele der gebrauchten, ungebeizten Beetrahmen ca. 5 Jahre bis sie den Gärtnern zu unansehnlich wurden und sie sie erneuert haben, gebrochen waren sie da noch nicht.

      Ich kann sehr empfehlen für alle Schichten lehmige Erde zu nehmen, die hält das Wasser besser und ist fruchtbarer.
      Die meisten wirklich fruchtbaren Böden dieser Welt sind Schluff oder Lehm.

      Wenn ihr Folie rein macht, dann baut die Beete am besten als Wanne aus und macht aber seitlich ca. 2 - 5 cm über dem Boden Schlitze in die Folie, dass da das Wasser austreten kann, dann habt ihr ein kleines Wasserrückhaltebecken und oben aber keine richtige Staunässe.
      Die fortgeschrittene Version wäre praktisch genauso, nur dass unten im Wasserbreich nur Steine sind, so dass die Nässe nur über Verdunstung oder Wurzeln nach oben kommt und nicht mit dem Kapillarstrom (so sind auch bessere Blumenkästen aufgebaut), dann habt ihr auch in feuchten Jahren keine Staunässeschäden.
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