•   Gudrun Walesch hat den Beitrag vor 3 Monaten mit 'Gefällt mir' markiert
    In unserer Reihe zur Samenverbreitung kommen wir jetzt zu den Samen die sich von Tieren (auch uns) transportieren lassen. Eine Meisterin im Trampen ist die Möhre.
    Zunächst ein paar Gedanken zur Möhre als Samenträgerin – an das Wurzelgemüse unter der Erde denkt niemensch mehr, der einen weiß blühenden Möhrenbestand sieht, in dessen doldenblütigem Duftparadies Hummeln brummeln oder nektartrunken ihren Rausch ausschlafen, Schnellkäfer von Blüte zu Blüte düsen und Fliegen schwirren. Der Duft begleitet uns bis in die Saatgutwerkstatt, wo sich das ein oder andere Geheimnis lüften lässt, was den Möhren-Tramp-Erfolg ausmacht. Da ist nämlich dieses elliptische Samenkorn, braun, eher unscheinbar, aber umgeben von einem feinen Stachelkranz, der seine Aufgabe bestens versteht: sich sofort und am liebsten für (fast?) immer an etwas Wollig-Weichem sehr festzuhalten. Vorzugsweise ist das ein Schaf oder ein vergleichbares Tier in freier Wildbahn, in dessen wolligem Fell (oder Socken) sich der Same verhakt und transportieren lässt. …Wer vergisst, dass Möhrenreinigung auf dem Plan steht und in der Saatgutwerkstatt Wolle trägt, wird ziemlich schnell zum Ersatzschaf. Unerwähnt geblieben ist bisher, dass wir die Möhre in der Saatgutaufbereitung ihrer Stacheln berauben, um sie ordnungsgemäß reinigen zu können und ohne ihre Stacheln rieseln sie auch viel einfacher in die Samentütchen und später durch die Finger oder Sämaschine... Viel Spaß beim Träumen von sommerlichen doldenblütigen Duftparadiesen beim Betrachten der Winterlandschaft draußen : )
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