• Erdgewächshaus, Speicherkerngewächshaus und Luftspeichergewächshaus

    Wie der Erdkeller nutzt das Erdgewächshaus die aus dem Boden kommende Wärme zum "heizen" der Beete. Mit einem Gewächshausüberbau welcher durch den Treibhauseffekt / Gewächshauseffekt bei Tageslicht Wärme sammelt und den Wind bricht, wird der Boden warm gehalten.
    Ein Erdgewächshaus steckt normalerweise 1 m tief im Boden, so dass es zugang zu den Tiefen bodenschichten gibt.
    Die Beete sind gemauerte Kastenbeete, denn Steine leiten Wärme gut und transportieren sie so ins Beet. Außerdem sind die länger haltend als Holz bei Erdkontakt.
    Die Gewächshauskonstruktion ist meist nur ein Spitzdach, damit nicht zu viel Oberfläche Luftkontakt hat und nur solche, die auch gut Wärme einfängt und nicht senkrechte Wände. Wenn die Sonne senkrecht auf das Glas trifft, gibt es keine Reflektion sondern nur "Durchleitungsverluste" je schräger die Sonne auf das Glas trifft, desto mehr Licht und somit auch Wärme geht verloren.
    Da das Glas nachts Wärme abgibt, wurden Erdgewächshäuser früher Nachts mit isolierenden Schilfmatten abgedeckt. Glas der Seitenwände bringt bei einem normalen Erdgewächshaus keine Vorteile.
    Wichtig ist es eine Gewächshausdachfläche nach Süden auszurichten, denn um möglichst viel Sonne einzufangen sollte die Mittagssonne genutzt werden, da sie am stärksten ist.

    Erdgewächshäuser sind in der Regel eher klein, da es viel Arbeit macht sie zu graben und zu bauen. Im Sommer überhitzen sie durch den kleinen Luftraum schnell und werden deshalb häufig als Winterquartier oder für die Jungpflanzenanzucht im frühjahr genutzt, da sie ohne Heizung wärmer sind, als ein ungeheiztes "Standardgewächshaus".

    Speicherkerngewächshäuser waren der nächste Schritt in der Gewächshausevolution, werden aber heute oft falsch dargestellt.
    Das speicherkerngewächshaus hat einen Wärmespeicher als Stein- oder Lehmklotz in der Mitte. Dieser nimmt tagsüber Wärme auf und gibt sie in der Nacht ab.
    Der Speicherkern ist deswegen wie ein Wärmetauscher mit Röhren durchzogen, dass er schnell die Wärme vom Tag aufnehmen und schnell in der Nacht abgeben kann.
    Wäre es ein geschlossener Klotz, wäre die Wärmeaufnahme tagsüber verzögert und ein Teil der Wärme würde nicht aufgenommen bevor es Nacht wird.
    Und nachts würde bei einer Kältespitze die Wärme nicht schnell genug abgegeben und so die Pflanzen erfrieren.
    Ein Speichern über mehrere Tage und Nächte passiert nicht.
    Es kann auch keine Wärme vom Sommer in den Winter mitgenommen werden.
    Wenn es mehrere trübe Tage mit wenig Sonnenenergie nach einander gab, musste zugeheizt werden.

    Diese Systeme wurden verdrängt, als Heizenergie billig wurde und verschwanden, da der Bauaufwand hoch (Erdgewächshaus) ist und logistisch unpraktisch (Speicher nimmt Platz weg). Nur in einigen nischen überdauerten sie.

    Wasserspeichersysteme im Grundwasser funktionieren nur mit aktiven Wärmetauschern und nur im stehenden Grundwasser (Aquifer), Das gibt es aber fast nur in den Niederlanden, da sie unter NN liegen. Bei uns fließt das Grundwasser und wenn wir im Sommer Wärme hineinpunmpen, ist die im Winter weg. Oberirdische Wasserwärmespeicher sindfür guten Nutzen sehr groß zu bauen und haben einen entsprechend teuren Bauaufwandt.

    Jetzt gibt es bei den modernsten Gewächshäusern der Niederlande eine weitere Speichermethode: Luftspeichergewächshäuser.
    die Gewächshäuser sind riesig (kaum jemand baut da noch kleiner als 10.000 m² und meist 8 bis 12 m hoch. Der Luftraum in dem Gewächshaus heizt sich tagsüber eher langsam auf, weil er so groß ist. Dadurch überhitzen die Pflanzen nicht, es muss weniger gekühlt und das Gewächshaus weniger geöffnet (CO2-Düngung würde beim Öffnen entweichen) werden. Die Temperaturen schwanken nicht so sehr und es gibt dadurch weniger gestresste Pflanzen, weniger Taubildung und deutlich weniger Pflanzenschutzmitteleinsatz (viele große Niederländische Gewächshäuser kommen deshalb ohne chemische oder biologische Pestizide und nur mit Nützlingseinsatz aus)
    Abends wird eine Energieschirm geschlossen, so dass die Wände und das Dach nur wenig Energie nach außen abgeben.
    Nachts kühlt der Luftraum dann allmählich aus, aber bis er zu kalt ist, ist wieder morgen und die Sonne heizt das Gewächshaus wieder auf.
    So werden durch die schiere Größe Heizung, Kühlung und Pflanzenschutzmittel gespart.
    In Deutschland sind solche Gewächshäuser selten, da wir hinter den Niederlanden ca. 30 - 40 Jahre bei der Gewächshaustechnik zurück liegen und da Bauämter selten so große Gewächshäuser genehmigen.
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