• Pflanzenschutzmittel, Dünger, Pflanzenstärkungsmittel
    Es gibt gesetzlich geregelte Grenzen zwischen diesen 3 Kategorien sowie einige Sachen außerhalb.
    1. Dünger = dienen der Pflanzenernährung, werden von der Pflanze aufgenommen und im Stoffwechsel verwendet.
    Für Zulassung sind Wirksamkeitstests, für Verwendung bestimmte Zusammensetzungen und Maximalmengen festgelegt
    Beispiele:
    - CO2 als Gas zugekauft, im Gewächshausanbau gedüngt für bis zu 30 % mehr Wachstum (bei weniger Heizkosten)
    - Kompost = organischer Mehrnährstoffdünger
    - Guano = anorganischer Mehrnährstoffdünger
    - Kalk und Algenkalk

    2. Pflanzenschutzmittel = Mittel die eine direkte Wirkung auf den Schadverursacher bei Pflanzen haben
    Aufwendiges Zulassungsverfahren mit Tests auf Umweltverträglichkeit (kurzfristige Auswirkungen) und Wirkung auf Mensch, nur zugelassenene Mittel dürfen verwendet und beworben werden.
    Beispiele:
    - Schachtelhalm Tee (schädigt Mehltaupilz)
    - Rohmilch (Braunfäulesporen binden sich daran)
    - gelöstes Trockenmilchpulver (Viren binden sich daran)
    - Glyphosat (tötet unerwünschte Pflanzen "Unkraut")
    - Kupfer (tötet Pilze und Mikroorganismen)
    - Bacillus thuringensis (BT) = Breitband-Insektizid
    - Jauche oder Tee aus Johanniskraut oder Rainfarn (Breitband-Insektizide)
    Negativbeispiel:
    - Essig hat Auswirkungen auf Kräuselkrankheit bei Spritzung im November, keine Nebenwirkungen auf den Naturhaushalt, aber keine Zulassung, da er nicht patentierbar ist und somit keine Firma das teure Zulassungsverfahren bezahlt
    - Essigessenz ist "Brenner" bei Unkrautvernichtung, gleiches Problem wie bei Essig

    3. Pflanzenstärkungsmittel
    Stoffe mit vereinfachter Zulassung, die nachweisen müssen, dass sie weder düngen noch als Pflanzenschutzmittel wirken
    -> Muss nachweisen, dass es keine Wirksamkeit hat, um zugelassen zu werden
    Beispiel Brennnessel-Jauche (gibt es abgepackt zu kaufen)

    4. Wasser
    Sonderrolle, eigentlich Dünger (dient Pflanzenernähung) oder Hilfstoff für Ausbringung, aber durch breite Verwendung anders kategorisiert.
    Qualität für Ausbringung festgelegt.

    5. Hilfsstoffe
    Stoffe die Dünger oder Pflanzenschutzmittel enthalten und keine dirkte Wirkung auf die Pflanze oder den Schadorganismus haben.
    Beispiele:
    - Gelantine als Granulierungsmittel
    - Tenside und andere Netzmittel

    6. Experimentelle Pflanzenschutzmittel für induzierte Resistenzen
    Die Pflanze hat ein immunsystem, welche auf die Gefahr reagiert, aber Zeit benötigt um zu starten. Idee: das immunsystem aktivieren, bevor der Schaderreger eintrifft, damit Pflanze Immunabwehr aufbaut und Schadorganismus auf aktives Immunsyystem trifft. Einsatz von Mikro- oder Nanostäuben zur Beschädigung der äußeren Zellen. Funktionsnachweis vorhanden, aber schwierig anzuwenden, da Schaden vorausgesehen werden muss. Reaktion der Pflanze lässt nach 3 Tagen schnell nach.
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