•   KanTe Ari hat den Beitrag vor 4 Monaten kommentiert
    Hallo ihr Lieben,
    ich habe beschlossen, in dieser Gruppe eine kleine Reihe anzufangen. Und zwar zu einem Thema, das (soweit ich weiß) einige bis sehr viele Gärtner:innen interessiert und fasziniert: nämlich die Existenz der fruchtbaren Schwarzerde-Böden Terra Preta und was wir davon lernen können und in der Kompost-Herstellung anwenden können. Ich beschäftige mich mit dem Thema seit ca. 13 Jahren. In kleinen Inputs will ich hier mal einiges teilen, was ich in dieser Zeit gelernt habe.

    Am Anfang meiner Beschäftigung mit dem Terra Preta, hatte ich einige wichtige Ansprechpersonen, zu denen ich mit jede Frage kommen konnte, und die mir viel ihres Wissens geteilt haben. Einige von ihnen waren sogar schon in Brasilien gewesen und hatten die indigenen Terra Preta Böden sehen, anfassen und riechen dürfen.
    Einer dieser Lehrer war Jürgen Reckin. Jürgen war passionierter Gärtner und der schonende Umgang mit Ressourcen lag ihm sehr am Herzen. Zu Zeiten der DDR hatte er "Ballerina-Apfelbäume" gezüchtet. Apfelbäume, die ihre Äste wie Ballerinas, elegant gebogen gen Himmel strecken und so auf sehr wenig Platz trotzdem viele Äpfel machen.
    Letztes Jahr im Sommer ist Jürgen mit 80 Jahren gestorben.

    Ich möchte meinen ersten Post zu Terra Preta ihm widmen.
    Danke Jürgen, dass du mein Lehrer warst!!!

    Hier ein paar Links zur Arbeit von und mit Jürgen:

    Das Handout und eine Dokumentation eines Workshops, den ich 2010 mit ihm zusammen zu "Terra Preta Sanitation" gemacht habe:
    Handout:  https://bit.ly/3qy5zpB
    Dokumentation:  https://bit.ly/3bxgQT5

    Blog-Eintrag zu einem Workshop mit Jürgen im Annalinde Gemeinschaftsgarten in Leipzig 2012:
     https://annalinde-leipzig.de/de/blog/terra-preta-workshop/

    Zwei Videos in denen Workshops mit ihm dokumentiert sind:
     https://www.youtube.com/watch?v=DJltSTdaNvo

    Zwei Artikel in der Oya zu Jürgen's Arbeit, Wirken und Wissen:
    Zu Terra Preta:  https://lesen.oya-online.de/texte/586-staub-zu-erde.html
    Zu Saatgut:  https://lesen.oya-online.de/texte/288-saat-gut.html

    Und hier noch seine Traueranzeige:
     https://trauer.moz.de/traueranzeige/juergen-reckin



    Ruhe in Frieden Jürgen - auf dass auch deine Rückstände nun zu fruchtbarer Erde werden! Danke für alles was du mit uns geteilt hast!
    • Was mich jedesmal verwirrt ist der Punkt mit der Pflanzenkohle. Sollen dafür spezielle Pflanzen verkohlt werden (also so wie früher mit denWas mich jedesmal verwirrt ist der Punkt mit der Pflanzenkohle. Sollen dafür spezielle Pflanzen verkohlt werden (also so wie früher mit den Köhler"haufen", aber in klein? Klingt mir aufwändig.   Mehr...
      Gemeldet
    • Hey Werner. Es sind nicht unbedingt spezielle Pflanzen notwendig. Im Prinzip ist schon das gemeint, was du auch beschreibst, nämlich die klassischeHey Werner. Es sind nicht unbedingt spezielle Pflanzen notwendig. Im Prinzip ist schon das gemeint, was du auch beschreibst, nämlich die klassische Herstellung von Kohle über den Weg der Pyrolyse, das was früher in Köhlerhaufen gemacht wurde. Beim Köhlern entstanden jedoch viel Qualm und Gase, die nicht gut für Mensch und Umwelt sind. Da wir ja aber stetig technischen Fortschritt auf allen Ebenen erleben, wurden auch hier mittlerweile sauberer und umweltfreundlichere Verfahren entwickelt.
      Der Ausgangsstoff ist oft Holz, also könnten wir auch klassisch von Holzkohle sprechen. Es können aber auch andere, trockene (!!!) Biomasse verwendet werden, z.B. der Strunk von Maiskolben, oder Miscanthus. Daher sprechen manche dann von Pflanzenkohle.
      Ich bin bei dir, was den Aufwand angeht; der sollte auf jedem Fall im Verhältnis zum Nutzen stehen. Ich finde ok, wenn Pflanzenkohle als Nebenprodukt entsteht, diese auch für den Kompost zu nutzen. Das passiert z.B. bei manchen Kochvarianten (den sog. Mikrovergasern), oder es gibt auch Verfahren wo Kohleherstellung und Energiebereitstellung (Wärme und Strom) kombiniert werden (z.B. das Pyreg-Verfahren). Das heißt hier ist nicht nur der alleinige Nutzen die Kompostierung sondern die Abwärme im Prozess wird auch genutzt. Oder wir nehmen vorhandene holzige"Abfälle", wie z.B. holzige Reste aus Weinbergen, Hecken, Obstbäumen... Oft fällt mehr holzige Reste an, als sie über Kompostierung verwertbar wären; diese könnten verkohlt werden und dann als Biokohle nach dem Vorbild der Terra Preta verwendet werden. Der Nutzen hier sowohl die Bodenverbesserung (wobei wichtig ist, dass das nicht immer gilt; manche Böden werden verbessert, aber nicht immer!!!) als auch die Speicherung von Kohlenstoff im Boden (was aber meiner Meinung nach oft überschätzt wird, da es in der Menge nicht so viel ist.).
      Also ich bin eigentlich bei dir, extra Pflanzen verkohlen nur um Kohle für den Kompost zu haben ist arg aufwendig; wenn ich aber Pflanzenkohle aus einem Energieprozess als Rest habe, und diese Kohle eine gute Qualität hat, dann kann die auch auf den Kompost.

      Das Thema ist auf jeden Fall sehr polarisierend, so meine Beobachtung und wird entweder total "gehypt" oder stark kritisiert. Ich denke, die Wahrheit liegt irgenwo dazwischen und es kommt eben stark auf die lokalen Bedingungen an...
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