• Feuerbrand auf dem Vormarsch (Erwinia amylovora), Trieb- und Spitzendürre (Monilia), Rindenbrand (Diplodia)

    Durch die letzten trockenen Jahre, aber auch durch den Regen in der Blüte sind verschiedene Pflanzenkrankheiten massiv am Ausbreiten. Die Bakterienkrankheit Feuerbrand ist so verbreitet, dass es keine Quarantäne-Krankheit mehr ist. Feuerbrand verursacht ein Absterben der Triebe mit Vertrocknen und z.T. Schwarzfärbung. Aber auch die Trieb- und Spitzendürre und Rindenbrandpilze machen solche Schadbilder. Die Abgrenzung ist wichtig, um die Gefahr für die Gehölze auszumachen und ob eine Fällung nötig ist.

    Feuerbrand (Bild dünner Ast) breitet sich von Triebspitze oder Blüten aus. Es ist eine schwarze Rindenverfärbung der sich diffus ausbreitet. Befallene Triebspitzen sind Hakenförmig gekrümmt, wodurch er sich gut von Trieb- und Spitzendürre unterscheiden lässt. Auch treten bei feuchter Witterung weißliche bis bräunliche Schleimtrofen an den absterbenden Trieben auf. Das sind die Bakterien. Eine Ausbreitung ins gesunde holz erfolgt unscharf abgegrenzt.

    Trieb- und Spitzendürre lässt Teile der Knospen, manchmal auch den Spitzentrieb absterben. Allerdings bleibt er gerade und es treten keine Schleimtropfen auf. Auch die Abgrenzung zum lebenden Gewebe ist scharf mit eingefallenen oder vom Gehölz abgeschnürten Bereichen.

    Rindenbrandpilze (Bild dicker Ast) an Obstgehölzen sind das größte Problem in Privatgärten derzeit. Wenn die Bäume geschwächt sind z.B. Wassermangel- und Wasserüberschuss, Frost- und Hitzerisse oder auch fungizidloses Baumwachs nach Schnitten eingesetzt wird, dann bekommt der Pilz seine Chance. Er benötigt Verletzungen am Baum um einzudringen, befällt das Kambium und große Teile der Rinde und verursacht erst deutlich abgegrenzte, eingefallene Stellen (im Unterschied zum Feuerbrand), dann Absterben und lösen der Rinde. Die schwarzen Sporenbeläge auf dem Stamm können so schlimm sein, dass es wie Ruß aussieht.

    Alle drei Krankheiten lassen sich mit Rückschnitt ins Gesunde Holz bekämpfen. Dabei muss bei Feuerbrand mehr abgeschnitten werden, da der Übergang fließend und nicht immer klar erkennbar ist.

    Ein Baumanstrich mit Kalk hilft Neuinfektionen durch den geänderten pH-Wert zu bekämpfen und durch die erhöhte Reflektion der Sonne werden Rindenrisse durch Einstrahlung/Hitze und Frostrisse vermieden. 20 - 30 % Latex im Kalk reduzieren das Abwaschen durch den Regen.
    Ausreichend Gießen (80 Liter / m³ Krone / Woche) reduziert die Anfälligkeit für Krankheiten massiv. Beim Gießen bitte Gießmulden, eingegrabene Gießrohre und Gießringe nutzen, damit das Wasser nicht nur breitläuft. Auch ist zwei- bis dreimal Gießen die Woche mit größeren Mengen besser, als jeden Tag ein bisschen, weil der Baum sich sonst an den "Tropf" gewöhnt und bei Gießpausen schneller Probleme bekommt.
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