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Lavendel vermehren
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Hallo @EikeW und alle anderen Profis

dieses Jahr hatte ich versucht, neue Lavendelpflänzchen zu ziehen von den Blüten vom letzten Jahr. Ich dachte, ich nehm einfach die geernteten und getrockneten Blüten und leg sie im März in die Erde und gieße. Nach einigen Wochen kamen ein paar zarte Blättchen raus ... das waren dann Stiefmütterchen :-D

Bei einem Plausch im Gemeinschaftsgarten hörte ich, dass Lavendel eben nicht so einfach zu vermehren sei. Habt Ihr Tipps, wie es gelingt? Ich würde gerne ein paar Pflänzchen aufziehen, die ich dann auf die Baumbeete meiner Straße verteile.

:-) werner
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  1. vor 1 Monat
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Was Michael sagt :-)

Außerdem wäre noch zu beachten:

* Stecklinge: zu jung ist auch nicht gut. Am besten bewurzelt der vorjährigen (leicht verholzte) Zuwachs.
Die alten Triebe (>2 Jahre, stark verholzt und meist ohne Blätter) treiben in der Regel gar keine Wurzeln. Die jungen (grün und flaumig) faulen zu schnell.
Idealerweise besteht der Steckling zu 2/3 aus vorjährigem und 1/3 aus diesjährigem Zuwachs. Die Blätter werden bis zur Hälfte entfernt, und der Trieb ebensoweit in die Erde gesteckt. Sandiger Humusboden, feucht halten, warm aber keine pralle Sonne. Stecklinge in Wasser zu stellen wie bei krautigen Verwandten (Minze, Melisse etc) lässt sie meist verfaulen, bevor sie Wurzeln gebildet haben.
Bei Lavendel lassen sich die abgeblühten Triebe ganz gut verwenden; die müssen ohnehin spätestens im Frühling um 2/3 zurückgeschnitten werden, um die Pflanze zu verjüngen.
Prinzipiell kann man sogar jetzt noch Stecklinge machen. Wenn sie nicht rechtzeitig anwurzeln, kriegt man sie ganz gut überwintert, solange man sie nicht zu oft gießt. Bei Temperaturen zwischen 0-5°C und schwach feuchtem Boden stirbt dann zwar der nichtverholzte Teil ab, aber der vorjährige Zuwachs treibt ohnehin am besten aus. Die resultierende Pflanze ist dann auch schön von der Basis an verzweigt.

* Samen: im Handel ist meist Lavandin, die Hybride aus Breit- und Schmalblättrigem ("Echtem") Lavendel; Lavandin ist der am meisten für die Parfümerie angebaute Lavendel, und wird hierzulande meist als "Lavendel" ohne weitere Angaben gehandelt. Er bildet zwar gelegentlich kleine Samen, aber soweit ich weiß sind die nicht keimfähig.
Die keimfähigen Samen der Lavendel-Arten sehen ungefähr so aus wie die von Rosmarin und amerikanischen Salbeis - etwas kleiner als Basilikum und glänzend. Sie brauchen zur Keimung lockeren (feinsandigen) ständig leicht feuchten Boden und hohe Temperaturen (20-25°C).
Die Keimung kann bis zu 3 Wochen dauern, aber unter guten Bedngungen nur gut 10 Tage. Die Jungpflanzen vertragen dann keine stehende feuchte Luft mehr, aber sind ansonsten ziemlich robust.

Dasselbe gilt übrigens für Rosmarin und holzige europäische Salbei-Arten.
Technisch gesehen ist Rosmarin ein Salbei, aber die amerikanischen Salbeis sind eigentlich keine - bei letzteren bewurzeln frische diesjährige Triebe am besten, und sie mögen es in der Regel weniger sandig und sehr humos. Manchmal bewurzeln ihre Stecklinge sogar in Wasser, was bei diesen mehr oder weniger verholzten Pflanzen eher ungewöhnlich ist.
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  1. vor 1 Monat
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Was Michael sagt :-)

Außerdem wäre noch zu beachten:

* Stecklinge: zu jung ist auch nicht gut. Am besten bewurzelt der vorjährigen (leicht verholzte) Zuwachs.
Die alten Triebe (>2 Jahre, stark verholzt und meist ohne Blätter) treiben in der Regel gar keine Wurzeln. Die jungen (grün und flaumig) faulen zu schnell.
Idealerweise besteht der Steckling zu 2/3 aus vorjährigem und 1/3 aus diesjährigem Zuwachs. Die Blätter werden bis zur Hälfte entfernt, und der Trieb ebensoweit in die Erde gesteckt. Sandiger Humusboden, feucht halten, warm aber keine pralle Sonne. Stecklinge in Wasser zu stellen wie bei krautigen Verwandten (Minze, Melisse etc) lässt sie meist verfaulen, bevor sie Wurzeln gebildet haben.
Bei Lavendel lassen sich die abgeblühten Triebe ganz gut verwenden; die müssen ohnehin spätestens im Frühling um 2/3 zurückgeschnitten werden, um die Pflanze zu verjüngen.
Prinzipiell kann man sogar jetzt noch Stecklinge machen. Wenn sie nicht rechtzeitig anwurzeln, kriegt man sie ganz gut überwintert, solange man sie nicht zu oft gießt. Bei Temperaturen zwischen 0-5°C und schwach feuchtem Boden stirbt dann zwar der nichtverholzte Teil ab, aber der vorjährige Zuwachs treibt ohnehin am besten aus. Die resultierende Pflanze ist dann auch schön von der Basis an verzweigt.

* Samen: im Handel ist meist Lavandin, die Hybride aus Breit- und Schmalblättrigem ("Echtem") Lavendel; Lavandin ist der am meisten für die Parfümerie angebaute Lavendel, und wird hierzulande meist als "Lavendel" ohne weitere Angaben gehandelt. Er bildet zwar gelegentlich kleine Samen, aber soweit ich weiß sind die nicht keimfähig.
Die keimfähigen Samen der Lavendel-Arten sehen ungefähr so aus wie die von Rosmarin und amerikanischen Salbeis - etwas kleiner als Basilikum und glänzend. Sie brauchen zur Keimung lockeren (feinsandigen) ständig leicht feuchten Boden und hohe Temperaturen (20-25°C).
Die Keimung kann bis zu 3 Wochen dauern, aber unter guten Bedngungen nur gut 10 Tage. Die Jungpflanzen vertragen dann keine stehende feuchte Luft mehr, aber sind ansonsten ziemlich robust.

Dasselbe gilt übrigens für Rosmarin und holzige europäische Salbei-Arten.
Technisch gesehen ist Rosmarin ein Salbei, aber die amerikanischen Salbeis sind eigentlich keine - bei letzteren bewurzeln frische diesjährige Triebe am besten, und sie mögen es in der Regel weniger sandig und sehr humos. Manchmal bewurzeln ihre Stecklinge sogar in Wasser, was bei diesen mehr oder weniger verholzten Pflanzen eher ungewöhnlich ist.
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  1. vor 1 Monat
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Danke Michael. Auch wenns schon August ist, werd ichs noch versuchen mit Stecklingen, da es die letzen Jahre bis in Oktober rein warm war. Hab bei wikihow jetzt noch eine detaillierte Anleitung gefunden: https://de.wikihow.com/Lavendel-teilen#Stecklinge-von-einem-Lavendel-ziehen-.28Weichholz--und-Hartholzmethode.29
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  1. vor 1 Monat
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Lavendel kann im Frühjahr bzw. Sommer vermehrt werden. Allerdings sollten die Lavendelstecklinge spätestens Ende Juli geschnitten werden, da diese mehr als sechs Wochen brauchen, um Wurzeln zu schlagen. Wähle dann am besten junge, noch nicht verholzte Triebe zwischen 10 und 15 Zentimeter mit mindestens zwei Blattansätzen aus, verholzte Stecklinge brauchen deutlich länger zum Wurzeln.

Absenker dagegen sind nur im Frühjahr zu setzen, da sie frühestens nach drei Monaten von der Mutterpflanze getrennt werden können..
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  1. vor 1 Monat
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Danke, Stecklinge kann ich jetzt im August schon machen?
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  1. vor 1 Monat
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Lavendel ist ein Lichtkeimer, das feine Saatgut darf nicht mit Erde bedeckt werden. Magere Anzuchterde und viel Licht und Wärme sind von Vorteil. Kein Treibhausklima, keine Abdeckung also. Immer schön mit der Sprühflasche feucht halten.

Stecklinge oder Absenker sind einfacher ;-)
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