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Plädoyer für eine späte Jungpflanzenanzucht
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Ich unterbreche unsere "Wie sich Samen verbreiten" - Reihe diese Woche mal, um viele Gärtner*innen zu beruhigen. Die Bio-Saatgutanbieter*innen haben sehr lange Lieferzeiten, weil sie dieses Jahr von Bestellungen überflutet werden und manche Gärtner*innen bekommen Panik, weil doch Paprika, Aubergine und Co. jetzt ausgesät werden wollen...! - Nein, wollen sie nicht.
Wer ein (beheizbares) Gewächshaus/Folientunnel im Frühling mit Aubergine und Paprika bepflanzen will, für diejenigen kann sich eine frühe Anzucht lohnen.
Aber für alle, die ihr Fruchtgemüse ins Freiland pflanzen werden, ist es noch definitiv zu früh! Um den Pflanz"schock" für die Jungpflanzen so gering wie möglich zu halten, sollten diese noch klein und stabil sein und nicht ganz lang geschossen, hellgrün und weich. "Groß" ist für Jungpflanzen keine positive Eigenschaft. Pflanzen, die monatelang drinnen irgendwie hingehalten und vor lauter Wärme und Wasser immer länger wurden, sind schwach und verkraften einen Wechsel nach draußen oft weniger gut, als "junge Jungpflanzen". Die spät gezogenen verkraften den Umzug ins Freiland viel besser und wachsen meist nahtlos weiter, während die "alten Jungpflanzen" erstmal stagnieren, um mit der neuen Situation klarzukommen.
Ich ziehe seit Jahren Jungpflanzen fürs Freiland vor und beginne mit der Aussaat von Paprika und Aubergine tatsächlich erst zwischen Anfang und Mitte März, Tomaten sogar erst Anfang April. Fruchtgemüse sollte ja erst nach den Eisheiligen Mitte bis Ende März ins Freiland, darum reicht es vollkommen, erst spät auszusäen.
Das hat auch energietechnische Vorteile. Mensch selbst hat länger Winterpause. Und die zusätzliche Energie, die in die Pflanzen gesteckt werden muss, hält sich auch in Grenzen. Im März ist kein extra Licht mehr notwendig. Wir haben nur unbeheizte Folientunnel, in denen auf Mist Frühbeetkästen stehen und wird es nochmal ganz kalt, hüllen wir die Kästen zusätzlich in Vlies oder Noppenfolie. Wer auf der Fensterbank vorzieht, sollte erst recht spät beginnen, da die Wärme im Zimmer und das nur von einer Seite kommende Licht die Pflanzen noch schneller sehr lang werden lässt.
Auch abhärten und für die Auspflanzung vorbereiten, lassen sich kleinere Pflanzen besser, weil sie stabiler sind und somit praktischer hin- und hertransportiert werden können.
Also, wer "nur" fürs Freiland vorzieht und geduldig genug ist (ich kann da ja auch verstehen, dieses Kribbeln, wenn es endlich wieder losgeht!), kann sich jetzt getrost noch mal für mindestens fünf Wochen auf die andere Seite drehen und weiter winterruhen.
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  1. vor 3 Monaten
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Sorry! Die Eisheiligen sind natürlich nicht im März! Ich meinte MAI!
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