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Es passiert immer mal wieder, dass uns Leute erzählen, ihre Zucchini- (oder Kürbis-)Pflanze werfe alle Früchte ab, wenn sie noch ganz klein sind. Die Fruchtansätze werden gelb und gammeln dann weg.
Hier empfiehlt es sich, noch mal genauer...
Es passiert immer mal wieder, dass uns Leute erzählen, ihre Zucchini- (oder Kürbis-)Pflanze werfe alle Früchte ab, wenn sie noch ganz klein sind. Die Fruchtansätze werden gelb und gammeln dann weg.
Hier empfiehlt es sich, noch mal genauer nachzufragen: Die Pflanze? Oder Pflanzen? Denn Zucchini und Kürbisse sind strenge Fremdbefruchter, das heißt, sie sind selbststeril und es braucht immer mindestens eine zweite Pflanze, deren männliche Blüten die weiblichen Blüten der anderen Pflanze befruchten können und umgekehrt. Wenn ihr Euch die Pflanzen genauer anschaut, entdeckt ihr zwei Sorten Blüten: Die einen sitzen nur auf einem Stiel am Stängel und die anderen haben unten ein kleines Knubbelchen (den Fruchtknoten), das meist schon Zucchini- oder Kürbisform hat. Die gestielten Blüten sind die männlichen, die mit Knubbel die weiblichen. Jede Pflanze hat beide Arten von Blüten (das nennt man "einhäusig" -> Männchen und Weibchen wohnen in einem Haus). Aber die Blüten einer einzigen Pflanze können sich nicht befruchten, das ist die Selbststerilität. Die unbefruchteten Fruchtknoten werden dann gelb und fallen runter.
Wenn ihr in einem Gemeinschaftsgarten mit vielen anderen Menschen gärtnert, wird es kaum passieren, dass ihr nur eine einzige Zucchini- oder Kürbispflanze habt. Und wer in einer Schrebergartenanlage nur eine Pflanze hat, wird möglicherweise von den einzelnen Pflanzen der Gartennachbar*innen profitieren, denn die Hummeln nehmen die Zäune zwischen den Pflanzen nicht als solche wahr. Gärtnert ihr aber irgendwo in Einzellage oder alle ringsum haben gerasenmähroboterte Grundstücke und ihr wollt keine Zucchinischwemme haben, müsst ihr trotzdem immer mindestens zwei Pflanzen haben, damit ihr überhaupt Früchte ernten könnt. Lasst Euch die ersten Zucchini schmecken!
  1.   ToniUndAlex
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Ihr Lieben, entschuldigt unsere lange Sendepause, aber in unser beider Leben ging es die letzten Wochen etwas drunter und drüber... Eigentlich wollten wir Euch beschreiben, worauf bei der Feldsalatsaatgut-Ernte zu achten ist, aber wir befürchten,...
Ihr Lieben, entschuldigt unsere lange Sendepause, aber in unser beider Leben ging es die letzten Wochen etwas drunter und drüber... Eigentlich wollten wir Euch beschreiben, worauf bei der Feldsalatsaatgut-Ernte zu achten ist, aber wir befürchten, der dürfte mittlerweile überall reif sein. Falls doch noch jemand aus einem hochgelegenen schattigen Bergtal jetzt ernten möchte und wissen will, wie es geht, dann meldet Euch gern
Sonst würden wir uns heute Schnittlauch und Winterheckenzwiebel widmen, denn die ersten Allium-Gewächse verblühen und die Samen reifen... Die Blüten verlieren so langsam ihr Farbe und werden zu struppigen Bällchen. Schaut Euch das mal von nah an: Dann seht ihr auf jedem kleinen Blütenstielchen ein noch wesentlich kleineres Bällchen sitzen. Es besteht aus drei eng zusammensitzenden Samen, die erst grün sind und dann schwarz werden. Wenn an den ersten Bällchen die ersten Samen reifen, könnt ihr alle pflücken und sie zum Trocknen nebeneinander auf einem Tuch ausbreiten und ab und zu mal durchgruscheln. Wenn ihr das in der Wohnung macht, wird es dort etwas zwiebelig vor sich hin müffeln Nur die Bällchen abzupflücken ist auf jeden Fall Platz sparender. Wenn ihr ganze Stiele abschneidet, dürft ihr sie zum einstecken nicht über Kopf drehen, denn sonst fallen alle schon reifen Samen aus. Da sind wir schon beim Punkt: Zwiebelsamen fallen sehr leicht aus. Wenn Eure Bällchen also alle schön trocken sind und ausgestunken haben, füllt ihr sie einfach in einen alten (nicht-löchrigen!!!) Kopfkissenbezug, Einkaufsbeutel oder in ein Stoffsäckchen und schüttelt das ganze mal kräftig durch. Dann werden sich unten im Sack/Bezug die Samen sammeln (weil sie schwerer sind) und die leichteren Blütenteile lassen sich leicht "abschöpfen". Viel Spaß beim Ausprobieren!
PS: Nach der Saatguternte ist ein guter Moment, um den Schnittlauch mal richtig zu pflegen. Also einmal richtig runterraspeln, evtl. zwischendrin wachsendes ungewolltes Grün entfernen, vielleicht ein bisschen Kompost drauf, nachwachsen lassen und ein bisschen mulchen.
  1.   ToniUndAlex
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gerne würden wir ja gerade jetzt im Frühjahr mehr zur Jungpflanzenanzucht schreiben, aber die aktuellen politischen Entwicklungen legen anderes nahe....
Ende April hat die EU-Kommission eine mit Spannung erwartete Studie zur Einordnung der neuen...
gerne würden wir ja gerade jetzt im Frühjahr mehr zur Jungpflanzenanzucht schreiben, aber die aktuellen politischen Entwicklungen legen anderes nahe....
Ende April hat die EU-Kommission eine mit Spannung erwartete Studie zur Einordnung der neuen gentechnischen Züchtungsverfahren vorgelegt. Darin kommt sie zu dem Ergebnis, dass sie die neuen Techniken bei der Förderung einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion für sehr geeignet hält. Damit ist die EU-Kommission voll auf die Argumentation der Gentechnik-Lobby eingestiegen (schneller an den Klimawandel anpassungsfähige Pflanzen, Mittel gegen den Welthunger, Einsatz von weniger Pestiziden...). Das ist dieselbe Argumentation wie bei der ersten "alten" Gentechnik-Welle, deren Versprechungen und Hoffnungen sich nicht bewahrheitet haben.
Das in 2001 erlassene Gesetz zu gentechnisch veränderten Organismen (GVO) sei nun darum dahingehend anzupassen, dass es auch für die neuen Verfahren einen legalen Rahmen bietet.
Das ist eine große Gefahr für alle kleinen und ökologisch produzierenden Saatgutvermehrer*innen und Züchter*innen, die zwar in ihrer Arbeit mitunter die selben Ziele verfolgen, diese aber mit anderen, weniger kapitalistischen und ausbeuterischen Verfahren erreichen. Die neuen Methoden stellen nicht nur eine Gefahr für die gentechnikfreie Saatgutarbeit dar, sondern sind eine Bedrohung für kleinbäuerliche Strukturen weltweit, die immer noch den Großteil der weltweit verzehrten Nahrungsmittel erzeugen.
Wer sich noch näher mit dem Thema befassen will, dem sei eine ganz aktuell bei der AbL (Arbeitgemeinschaft für bäuerliche Lendwirtschaft) erschienene Broschüre empfohlen, die wirklich viele Aspekte der Thematik aufgreift:
  1.   ToniUndAlex
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Seit Jahren lobbyieren Industrie und Gentechnik-Befürworter*innen dafür, neue Gentechnikverfahren wie CRISPR/Cas von der Gentechnik-Gesetzgebung auszunehmen. Sie wollen damit die derzeitige Definition von Gentechnik aufweichen. Das gefährdet die...
Seit Jahren lobbyieren Industrie und Gentechnik-Befürworter*innen dafür, neue Gentechnikverfahren wie CRISPR/Cas von der Gentechnik-Gesetzgebung auszunehmen. Sie wollen damit die derzeitige Definition von Gentechnik aufweichen. Das gefährdet die Wahlfreiheit und die Sicherheit von Mensch und Umwelt.

Zusammen mit der IG Saatgut fordern 93 weitere Organisationen aus den Bereichen Umwelt-, Tier- und Naturschutz, Entwicklungspolitik, Kirchen, Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Züchtung, Lebensmittelwirtschaft und Imkerei sowie Jugendorganisationen die Bundesregierung in einem heute veröffentlichten Positionspapier auf, in Deutschland und auf europäischer Ebene alle derzeitigen wie künftigen Gentechnikmethoden und die daraus entstehenden gentechnisch veränderten Organismen (GVO) weiterhin unter dem bestehenden EU-Gentechnikrecht zu regulieren und zu kennzeichnen.

Die Organisationen fordern, dass auch für neue Gentechnik das Vorsorgeprinzip weiterhin gilt und die Wahl- und Gentechnikfreiheit durch Kennzeichnung und Transparenz, Zulassung und Rückverfolgbarkeit gesichert bleibt.

Das gemeinsame Positionspapier „Gentechnik auch in Zukunft strikt regulieren“ findet ihr hier zum Download:

https://www.dnr.de/fileadmin/Positionen/2021-04-21-Positionspapier-Gentechnik.pdf
  1.   ToniUndAlex
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In unserem letzten Beitrag erwähnten wir, dass wir die angezogenen Jungpflanzen vor dem Verpflanzen ins Freiland abhärten. Wie genau das aussieht, soll diese Woche Inhalt eines kurzen Textes sein.
Pflanzen abhärten ist so ähnlich, wie den...

In unserem letzten Beitrag erwähnten wir, dass wir die angezogenen Jungpflanzen vor dem Verpflanzen ins Freiland abhärten. Wie genau das aussieht, soll diese Woche Inhalt eines kurzen Textes sein.
Pflanzen abhärten ist so ähnlich, wie den Winter und Frühling über kalt zu duschen, um beim Anbaden im Frühsommer möglichst unbeeindruckt vom kalten Wasser zu sein/erscheinen. Allerdings duschen wir die Jungpflanzen natürlich nicht.
Stattdessen fangen wir circa eine Woche bis einige Tage vor dem Pflanztermin an, die Pflanzen aus der Anzucht – ob das in der eigenen Wohnung, im Folientunnel oder Ähnlichem ist – nach draußen zu stellen. Voraussetzung ist natürlich, dass es nicht mehr friert. Wichtig ist außerdem, sie anfangs nicht direkt in die Sonne zu stellen, sondern an einen schattigen Platz, sonst besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes, da die Pflanzen kein UV-Licht in der „Konzentration“ gewöhnt sind. Über Nacht werden sie zunächst wieder rein geräumt. Sobald die Nächte garantiert frostfrei (über 4°C → Eisheilige! Ende Mai!) sind und der Pflanztermin näher rückt, können sie auch ganz draußen bleiben, zumindest die empfindlichen Fruchtgemüse. Anderes, wie Kohl, Salate etc. darf es auch mal etwas kühler haben. Das Abhärten sorgt dafür, dass der Pflanzschock nicht ganz so groß ist und die Pflänzchen Gelegenheit haben, sich zu akklimatisieren, sodass sie gut loswachsen können.
Mit unseren überwinternden Samenträgern der zweijährigen Kulturen machen wir das auch so, fangen damit im Winter schon am, indem wir sie erst dann ins dunkle Lager räumen, wenn der Frost kommt. Insbesondere bei den Wurzelgemüsen ist es beeindruckend, wie schnell sie weiterwachsen. Das habt ihr bestimmt bei Lagermöhren schon erlebt, selbst wenn sie ausschließlich dunkel gelagert waren. Wenn sie dann ab den ersten sonnigeren Tagen wieder draußen stehen, haben sie bis zur Pflanzung Ende März/Anfang April schon wieder richtig viel grünes Laub. Damit lässt sich ziemlich Eindruck schinden/es sieht ziemlich witzig aus, wenn nach so einer Pflanzaktion dann sofort der Acker begrünt ist – der Effekt ähnelt ein bisschen den Eichen, die bei Asterix und Obelix aus den verzauberten Eicheln wachsen. 😉
  1.   ToniUndAlex
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Wahrscheinlich haben die meisten Gärtner*innen gerade jede Menge Aussaatschalen herumstehen, mit Keimlingen, die pikiert werden wollen. Da wird schon mal was zu lang. Die meisten Pflanzenarten (alle Nachtschatten, Kohl, etc.) können tief pikiert...
Wahrscheinlich haben die meisten Gärtner*innen gerade jede Menge Aussaatschalen herumstehen, mit Keimlingen, die pikiert werden wollen. Da wird schon mal was zu lang. Die meisten Pflanzenarten (alle Nachtschatten, Kohl, etc.) können tief pikiert werden. Man kann ein Loch vorbohren, die Wurzel ein klein wenig einkürzen und den Keimling "versenken", aber nur so weit, dass die Keimblätter noch ganz knapp über der Erde stehen, ohne langen Stiel. Die oben genannten Pflanzengattungen sind nämlich in der Lage, überall an ihren Stielen Wurzeln zu entwickeln. Eine tief pikierte Pflanze ist somit stabiler und kann schneller mehr Zusatzwurzeln bilden, als eine, deren gesamter dünner Stängel über der Erde herum"schaukelt".
Auch etwas empfindlichere Pflanzen wie Salate können tief pikiert werden, aber dann sollte die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch sein, d. h. nicht so oft und dafür ausgiebig gießen, so dass hinterher alles wieder abtrocknen kann. Wenn die Pflänzchen immerzu feucht stehen oder feuchte Blätter haben, breiten sich sonst schnell Pilzkrankheiten aus, denen so zarte Pflanzen wie Salat schnell zum Opfer fallen.
  1.   ToniUndAlex
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Ich unterbreche unsere "Wie sich Samen verbreiten" - Reihe diese Woche mal, um viele Gärtner*innen zu beruhigen. Die Bio-Saatgutanbieter*innen haben sehr lange Lieferzeiten, weil sie dieses Jahr von Bestellungen überflutet werden und manche...
Ich unterbreche unsere "Wie sich Samen verbreiten" - Reihe diese Woche mal, um viele Gärtner*innen zu beruhigen. Die Bio-Saatgutanbieter*innen haben sehr lange Lieferzeiten, weil sie dieses Jahr von Bestellungen überflutet werden und manche Gärtner*innen bekommen Panik, weil doch Paprika, Aubergine und Co. jetzt ausgesät werden wollen...! - Nein, wollen sie nicht.
Wer ein (beheizbares) Gewächshaus/Folientunnel im Frühling mit Aubergine und Paprika bepflanzen will, für diejenigen kann sich eine frühe Anzucht lohnen.
Aber für alle, die ihr Fruchtgemüse ins Freiland pflanzen werden, ist es noch definitiv zu früh! Um den Pflanz"schock" für die Jungpflanzen so gering wie möglich zu halten, sollten diese noch klein und stabil sein und nicht ganz lang geschossen, hellgrün und weich. "Groß" ist für Jungpflanzen keine positive Eigenschaft. Pflanzen, die monatelang drinnen irgendwie hingehalten und vor lauter Wärme und Wasser immer länger wurden, sind schwach und verkraften einen Wechsel nach draußen oft weniger gut, als "junge Jungpflanzen". Die spät gezogenen verkraften den Umzug ins Freiland viel besser und wachsen meist nahtlos weiter, während die "alten Jungpflanzen" erstmal stagnieren, um mit der neuen Situation klarzukommen.
Ich ziehe seit Jahren Jungpflanzen fürs Freiland vor und beginne mit der Aussaat von Paprika und Aubergine tatsächlich erst zwischen Anfang und Mitte März, Tomaten sogar erst Anfang April. Fruchtgemüse sollte ja erst nach den Eisheiligen Mitte bis Ende März ins Freiland, darum reicht es vollkommen, erst spät auszusäen.
Das hat auch energietechnische Vorteile. Mensch selbst hat länger Winterpause. Und die zusätzliche Energie, die in die Pflanzen gesteckt werden muss, hält sich auch in Grenzen. Im März ist kein extra Licht mehr notwendig. Wir haben nur unbeheizte Folientunnel, in denen auf Mist Frühbeetkästen stehen und wird es nochmal ganz kalt, hüllen wir die Kästen zusätzlich in Vlies oder Noppenfolie. Wer auf der Fensterbank vorzieht, sollte erst recht spät beginnen, da die Wärme im Zimmer und das nur von einer Seite kommende Licht die Pflanzen noch schneller sehr lang werden lässt.
Auch abhärten und für die Auspflanzung vorbereiten, lassen sich kleinere Pflanzen besser, weil sie stabiler sind und somit praktischer hin- und hertransportiert werden können.
Also, wer "nur" fürs Freiland vorzieht und geduldig genug ist (ich kann da ja auch verstehen, dieses Kribbeln, wenn es endlich wieder losgeht!), kann sich jetzt getrost noch mal für mindestens fünf Wochen auf die andere Seite drehen und weiter winterruhen.
  1.   ToniUndAlex
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  4. Letzte Antwort von ToniUndAlex
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Euch allen ein gesundes und schönes neues Jahr!
Der Jahreswechsel verlief diesmal ja vergleichsweise ruhig und friedlich, nur ein paar Restraketen und Knaller vergangener Jahre aus irgendwelchen hinterletzten Kellerecken fanden ihren Weg vor...
Euch allen ein gesundes und schönes neues Jahr!
Der Jahreswechsel verlief diesmal ja vergleichsweise ruhig und friedlich, nur ein paar Restraketen und Knaller vergangener Jahre aus irgendwelchen hinterletzten Kellerecken fanden ihren Weg vor die Haustüren. Darum gibt es heute auch einen etwas eingestaubten (immerhin schon zehn Jahre alten!) taz-Artikel, der aber inhaltlich (bis auf mittlerweile vollzogene Firmenfusionen am Saatgutmarkt) noch den Tatsachen entspricht: Was da so schön funkelt am Himmel sind behandelte Rapssamen, mit Silvesterraketen wird also fröhlich Raps ausgesät. Circa 1/3 der Samen überlebt die Temperaturen und bleibt keimfähig. Da mensch bei Feuerwerk natürlich nicht an Samen denkt, unterliegt das darin enthaltene Saatgut auch nicht den gesetzlichen Vorschriften und Kontrollen, aber lest selbst:
https://taz.de/Folgen-des-Silvester-Feuerwerks/!5129530/
Ich will Euch auch gar keine Angst mit diesem Artikel einjagen, sondern nur sensibilisieren für die (unvorstellbaren?) Verwendungen von Saatgut und die (unvorstellbaren?) Wege, die Saatgut nehmen kann, auch wenn das hier keine Verbreitungsform ist, die sich die Pflanzen selbst ausgedacht haben.

Manchmal steht mensch ja auch im Garten, schaut auf die Pflanze und fragt sich "wo und wie kommt das eigentlich hier her?" Die wenigsten Pflanzen verbreiten sich mit Silvesterraketen, so viel zu Eurer Beruhigung. Welche Methoden sie selber so entwickelt haben, erfahrt ihr hier nächste Woche. Bis dahin - Alex.
  1.   ToniUndAlex
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  4. Letzte Antwort von Gudrun Walesch
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Es gibt kaum ein Saatgut, das die Vielfalt so schön illustriert wie die verschiedenen Schmetterlingsblütler, zu denen unter anderem die Bohnen gehören.

Allein von den als „Gartenbohnen“ (Phaseolus vulgaris) bekannten Stangen- und Buschbohnen...
Es gibt kaum ein Saatgut, das die Vielfalt so schön illustriert wie die verschiedenen Schmetterlingsblütler, zu denen unter anderem die Bohnen gehören.

Allein von den als „Gartenbohnen“ (Phaseolus vulgaris) bekannten Stangen- und Buschbohnen gibt es diverse Arten und Varianten – und die Feuer-/Prunk-/Käferbohnen (Phaseolus coccineus) noch gar nicht dabei. Im Frühjahr erfreuen uns die Puffbohnen (Vicia faba), später die Sojabohne (Glycine max) und mit Glück (bzw. den richtigen Anbaubedingungen) auch die Mungbohne (Vigna radiata).
Und natürlich freuen sich auch einige Insekten sehr über die Blütenvielfalt!
IMG_1129.JPG (4480KB)

Wer noch Inspiration für die nächste Saison braucht, dem*der sei folgende Schatztruhe empfohlen:
http://www.bohnen-atlas.de/startseite

Hier finden sich Bohnensorten von A-Z, eine schöner als die andere! Viel Spaß beim Stöbern!

Und wer nach der wilden Keimtesterei der letzten Woche hat feststellen müssen, dass der Haufen Bohnen nicht mehr so richtig keimen will – und sie noch nicht aus lauter Frust/Ärger aufgegessen hat, für den*die habe ich noch eine weitere Verwendungsidee: ein Bohnen-Memory! (Eignet sich auch noch zusätzlich hervorragend als Last-Minute-Weihnachtsgeschenk.)
Es braucht dafür nur diverse verschiedene Trockenbohnensorten, die möglichst unterschiedlich aussehen: schwarz, weiß, grün, lila, gepunktet, geflammt, gescheckt, mit Augen, Streifen, Flecken, Heiligenscheinen… oder verschiedene Formen haben: rund und klein, eckig, klassisch bohnenförmig, groß, lang und schmal… Und ein kleines Regal mit Schubfächern, wie es sie für z.B. Schrauben in Baumärkten gibt. Die Schubkästchen mit den Bohnen befüllen, so dass es zwei mit der gleichen Sorte gibt, dann wild durcheinander im Regal verteilen, losspielen – und von der nächsten Gartensaison träumen!

Schöne Träume!

Toni
  1.   ToniUndAlex
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  4. Letzte Antwort von Gudrun Walesch
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Jetzt landen wieder die Saatgut-Kataloge in den Briefkästen und wenn es dann um den Jahreswechsel etwas ruhiger wird, planen Viele die Saatgutbestellung für die nächste Saison. Bevor ihr aber alles neu kauft, könnt ihr erst einmal Euren...
Jetzt landen wieder die Saatgut-Kataloge in den Briefkästen und wenn es dann um den Jahreswechsel etwas ruhiger wird, planen Viele die Saatgutbestellung für die nächste Saison. Bevor ihr aber alles neu kauft, könnt ihr erst einmal Euren Saatgutbestand durchschauen, was überhaupt nötig ist. Falls ihr älteres Saatgut habt und ihr euch unsicher seid, ob es überhaupt noch keimt, könnt ihr mit ein paar Samen eine Keimprobe ansetzen.
Wer keine Petrischälchen zu Hause hat, benötigt kleinere Schraubgläser, Klopapier oder Küchenrolle und Wasser - das war's schon.
Das Papier wird ca. 3-lagig auf den Boden des Glases (oder der Petrischale) gelegt und mit Wasser befeuchtet. So, dass es gut feucht ist, aber kein Wasser im Glas stehen bleibt. Dann streut ihr ein paar Samen (da müsst ihr schauen, wie viel noch in eurem Tütchen ist und ob ihr nur 5, 10 oder 20 Samen entbehren wollt) auf das feuchte Papier und legt den Deckel oben aufs Glas. Nicht zuschrauben, das gammelt. Aber den Deckel auch nicht weglassen, sonst trocknet euer Keimtest zu schnell aus.
Wo ihr das Ganze hinstellt, hängt ein bisschen von der Art der Samen ab: alles Fruchtgemüse (Tomaten, Paprika, Kürbisse, Gurken, Aubergine, Zucchini, Physalis usw.) mögen es gern warm. Dann empfiehlt es sich, die Gläser in einem geheizten Raum oben auf einen Schrank zu stellen oder sogar direkt über einen Ofen, wenn ihr die Möglichkeit habt. Fensterbretter sind für diese Samen meist zu kühl! Dann solltet ihr noch wissen, ob es Lichtkeimer sind, die sollten dann nicht in die dunkelste Ecke, das steht aber meist dabei. Alle ein bis zwei Tage müsst ihr kontrollieren, ob noch genug Feuchtigkeit da ist und bei Bedarf nachfeuchten, aber nicht ertränken! Immer beachten: feucht, aber nicht nass! Es muss auch Sauerstoff an die Samen gelangen können. Bei großen Samen wie Bete, Sonnenblume, Kürbis etc. empfiehlt es sich, noch eine zweite Papierschicht über die Samen zu legen, auch die muss feucht sein. Große Samen brauchen mehr Wasser zum Quellen, sonst sind sie nur von unten feucht und oben trocken - das gammelt. Nach ein bis zwei Wochen sind die meisten Samen gekeimt (Physalis braucht länger)
Bohnen und Erbsen sind noch ein Sonderfall. Dafür braucht ihr kein Papier. Ihr legt die Samen einfach in ein Glas, füllt mit Wasser auf und lasst sie 8-12 Stunden quellen. Dann wird das Wasser abgegossen und von da ab die Samen ca. zweimal am Tag durchgespült ( so, als wolltet ihr Sprossen zum Essen keimen lassen). Nach spätestens einer Woche sollten sie gekeimt haben.
Es gibt noch mehr Sonderfälle (Frostkeimer, frisches Saatgut etc.), aber die kann ich hier nicht alle aufzählen. Für die gängigsten Sorten funktioniert es so, wie oben beschrieben. Wenn ihr aber unsicher seid oder Fragen zu Eurem Saatgut habt, dann meldet Euch gern! Viel Spaß mit den Keimen so mitten in der Winterruhe wünscht Euch Alex
  1.   ToniUndAlex
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  4. Letzte Antwort von Gudrun Walesch
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