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Jedes Jahr im November, wenn genug Laub von den Bäumen gefallen ist, ist auch die zeit für uns, sich um den kacke-kompost zu kümmern, der zu unserem kompostklo gehört. Ich beschreibe hier mal, was ich dann tue. Bilder dazu findet ihr hier ab...
Jedes Jahr im November, wenn genug Laub von den Bäumen gefallen ist, ist auch die zeit für uns, sich um den kacke-kompost zu kümmern, der zu unserem kompostklo gehört. Ich beschreibe hier mal, was ich dann tue. Bilder dazu findet ihr hier ab Folie 45: https://anstiftung.de/jdownloads/Webinare/webinar_bokashi.pdf

Wir haben in einer kleinen Gruppen von 8 Leuten + friends ein kleines Haus im Wald, eine Datsche, mit Kompostklo. Wir sind da wochenends und in den ferien; mal mehr, mal weniger; dieses jahr eher mehr...
Das Jahr über entleeren wir den großen Topf, der unter dem Klo steht, in einen Plastik-Komposter, der nahe dem Klo steht. Das ist einfach, und da ist das frische Material erstmal sicher aufgehoben. Wenn der Topf geleert ist, bedecken wir die frische Ladung meist mit irgendwelchem Grünschnitt, den wir im Waldgarten finden. Unsere Küchenreste kommen auch das Jahr über in diesen Kompost. und auch meine Küchenabfälle aus der Stadt, die ich da in eimer sammel und nach dem bokashi-prinzip vor-fermentiere und so konserviere, bis ich sie rausfahren kann.
Immer im November, ziehen wir den gesammelten Inhalt um in unser "Vererdungs-Dreieck". Da schichten wir die Inhalte mit frischen Ernteresten und frischen und fermentierten Küchenabfällen, Waldboden/Sandboden, Urin & Kohle, und manchmal auch Gesteinsmehl und/oder bisschen Tonkügelchen, lagerfeuerresten oder ziegel-/tontopf-bruchstücke. Je nach dem, was wir haben. Wenn alles Material, was wir haben aufgeschichtet ist, packen wir den Kompost rund um dick mit Laub ein. Am meisten Ahornlaub, da das gut für die Kompostierung geeignet ist, weil nicht so dick, und weil der kompost quasi unter ahornbäumen steht.
So bleibt er dann ein Jahr liegen.
Nächsten November dann, bevor das Ritual von Neuem beginnen kann, schaufeln wir den Kompost noch einmal um an eine andere Stelle, nahe dem Dreieck. Das Laub, das oben auflag und den kompost bedeckt hat, ist bis dann meist nur teilweise zersetzt. Das mischen wir beim 2. umzug dann einfach mit ein. Da liegt er bis ins frühjahr, wo wir dann, nach insgesamt 2 jahren kompostierung, davon "ernten" und unsere hochbeete damit düngen.
wir haben den kompost dieses jahr auch analysieren lassen. er ist hygienisch unbedenklich und ein gutes pflanzsubtrat.
pro jahr, machen wir so ca. 500 liter kompost.
  1.   KanTe Ari
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das ist mehr für den Balkon um den Biomüll aus der Küche selbst zu verwerten (bzw. verwerten zu lassen von den Würmern).

Hier hab ich eine ganz interessante FAQ gefunden:
https://hubus-berlin.de/faq/

hubus verkauft auch Wurmkisten,...
das ist mehr für den Balkon um den Biomüll aus der Küche selbst zu verwerten (bzw. verwerten zu lassen von den Würmern).

Hier hab ich eine ganz interessante FAQ gefunden:
https://hubus-berlin.de/faq/

hubus verkauft auch Wurmkisten, Preis sehe ich, Qualität kenne ich nicht. Ich persönlich würde eher dazu tendieren, sowas selbst zu bauen.
  1.   werner
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  4. Letzte Antwort von KanTe Ari
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Hier noch weiterer Input zum Thema der Woche: Laubkompostierung

Wer Laubbäume im Garten und genug Platz hat, sollte im Herbst eine Laubkompostierung durchführen:Rund 6 m3 Falllaub werden 2 m breit und ca. 4-5 m lang in Schichten von 20 cm...
Hier noch weiterer Input zum Thema der Woche: Laubkompostierung

Wer Laubbäume im Garten und genug Platz hat, sollte im Herbst eine Laubkompostierung durchführen:Rund 6 m3 Falllaub werden 2 m breit und ca. 4-5 m lang in Schichten von 20 cm Höhe zu einer Dreiecksmiete mit einer Firsthöhe von etwa 1,5 m aufgesetzt. Die Kleinlebewesen brauchen für ihre Vermehrung, also zu Bildung von arteigenem Eiweiß, Stickstoff. Laub enthält davon sehr wenig.

Darum wird jede Schicht Falllaub mit stickstoffhaltigen Zuschlägen bedeckt, z. B. mit dem letzten Rasenschnitt (als dünner Schleier) oder Hornspänen (einige Hand-voll – das Laub soll noch gut zu sehen sein). Die Seiten der Laubmiete werden mit Gartenerde angeworfen („schwarz gemacht“), damit der Wind das Laub nicht verweht. Nach 4 – 5 Tagen hat die Hitzeentwicklung in der Laubmiete mit etwa 50 °C die Spitze erreicht. In den weiteren Wochen sinkt die Temperatur bis auf 25 °C ab. Die Miete schrumpft zusammen, weil die Masse des Kohlenstoffs (C) als Kohlendioxid (CO2) in die Luft entwichen ist oder mit dem sich gleichermaßen bildenden Wasser am Abbauprozess beteiligt wird. Nun sollte die Restmiete vor Frost geschützt werden: eine Mietenhälfte wird auf die andere gesetzt. Die Temperatur steigt nochmals auf etwa 35 °C und hält sich dann bis März bei etwa 15 °C. Der bakterielle Abbau in der Miete geht ungestört weiter bis zum Rotteschluss.

Quelle: Kompostfibel - Richtig kompostieren, Tipps und Hinweise des Umweltbundesamtes
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/151207_stg_uba_kompostfibel_web.pdf

  1.   KanTe Ari
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  4. Letzte Antwort von Gudrun Walesch
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Wer schon die ersten Beete abgeerntet hat, könnte nun schon wieder aussäen, und zwar eine winterharte Gründüngung....

Was ist das Gute daran?

Das sind Pflanzen, ...
... die jetzt noch anfangen zu wachsen, und im Winter unsere Beete...
Wer schon die ersten Beete abgeerntet hat, könnte nun schon wieder aussäen, und zwar eine winterharte Gründüngung....

Was ist das Gute daran?

Das sind Pflanzen, ...
... die jetzt noch anfangen zu wachsen, und im Winter unsere Beete bedecken.
... die Auswaschungsverluste im Winter verhindern (also vereinfacht: viel Regen auf das blanke Beet = Erde und Nährstoffe weg -> das passiert mit Gründüngung nicht/weniger).
.. die den Boden beim Wachstum gut durchwurzeln und somit mit ihren Wurzeln den Boden schön auflockern, und später werden die Wurzeln Humus.
... die Stickstoff sammeln. Also: als Gründüngung verwenden wir "Leguminosen", d.h. Pflanzen, die Stickstoff aus der Luft holen, und dann in Wurzeln und Blätter einbauen. Wenn sich die Pflanze und die Wurzeln dann - nach dem Wachsen - wieder zersetzen, landen diese Nährstoffe im Boden.
... die auch das Wachstum von Beikraut im Frühling unterdrücken, da der Boden dann von der (abgefrorenen oder noch stehenden ) Gründünung bedeckt ist.

Und was eignet sich als Gründüngung für den Winter?

Als Gründüngung, die jetzt Ende September bis Anfang Oktober gesät werden kann, eignet sich z.B.
- Zottelwicke / Winterwicke, hat besonders tief reichende Wurzeln und reichert so den Boden am stärksten mit leicht verrottbarer organischer Substanz an; (= Tiefreichende Wurzeln hinterlassen viel leicht verrottbare organische Substanz im Boden.) --> sehr gut geeignet als Vorfrucht für Starkzehrer; Stickstoffsammler; bienenfreundlich
- Wickroggen - eine Mischung aus Roggen und Zottelwicke; besonders bienenfreundliche Mischung
- Winterharte Mischung aus Wintererbsen, Weidelgras und Winterwicke (Zottelwicke); im Frühjahr einfach einzuarbeiten.
- FABA, eine Mischung aus Sandhafer, Phacelia, Sommerlein, Sonnenblumen, Leindotter; ausgezeichnete Mischung als Vorkultur vor Körnerleguminosen.

Wer mehr Lesen will: https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnd%C3%BCngung
Und wer direkt Saatgut bestellen will, kann das z.B. hier tun:
https://www.bingenheimersaatgut.de/de/bio-saatgut/gruenduengung.html?p=3
https://www.dreschflegel-shop.de/gruenduenger/?p=1
https://www.sativa.bio/de/gruenduengungen

Viel Spaß beim herbstlichen Säen.
  1.   KanTe Ari
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  4. Letzte Antwort von Volker Croy
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Gesteinsmehl (oft auch Urgesteinsmehl genannt) ist gemahlener Stein, meist versteinerte Lava wie "Basalt" oder basische Steine wie "Diabas". Gesteinsmehl enthält viele Nährstoffe, vor allem Eisen, Magnesium, Kalium oder Calcium, die Pflanzen...
Gesteinsmehl (oft auch Urgesteinsmehl genannt) ist gemahlener Stein, meist versteinerte Lava wie "Basalt" oder basische Steine wie "Diabas". Gesteinsmehl enthält viele Nährstoffe, vor allem Eisen, Magnesium, Kalium oder Calcium, die Pflanzen brauchen um Zellen aufzubauen, mit denen sie dann Photosynthese machen können, und noch weiter wachsen können, also weitere Zellen aufzubauen. Gesteinsmehl enthält aber auch wichtige Spuren-Nährstoffe (wie Mangan, Kupfer, Molybdän, Bor, Nickel, Zink und Kobalt), die Pflanzen brauchen um Blüten und Früchte (inklusive Vitaminen) zu entwickeln.

Da es eine ziemlich staubige Angelegenheit wäre, wenn wir das Mehl einfach so auf unsere Beete geben, bieten sich drei Varianten zur Anwendung von Gesteinsmehl an:
(1) Gesteinsmehl kann dem Kompost zugegeben werden. Dabei reichert es den Kompost nicht nur mit wichtigen Nährstoffen an, sondern kann auch (eventuell vorhandene) überschüssige Feuchtigkeit binden und somit Gerüche reduzieren. Gesteinsmehl fördert auch die Bildung von Ton-Humus-Komplexen, die den Boden schön krümelig machen. Die Zugabe von Gesteinsmehl zur Kompostierung wird daher in den meisten Kompost-Praxistips oder -Büchern empfohlen.
(2) Gesteinsmehl kann auch der Pflanzenjauche zugegeben werden. Somit wird das Mehl in der Flüssigkeit gelöst und kann gut auf den Boden aufgebracht werden, ohne dass der Wind es gleich verweht. Die Fähigkeit, Gerüche zu reduzieren, ist hier besonders wichtig, denn Jauche neigt ja manchmal dazu, etwas zu riechen... kennt ihr vielleicht ;-)
(3) Gemischt mit verdünnter Schmierseife kann Gesteinsmehl auch als biologisches "Pflanzenschutzmittel" verwendet werden und hilft z.B. die Läuse aus/von unseren Tomaten zu kriegen.

Kennt ihr noch mehr Anwendungsmöglichkeiten? Dann her damit - schreibt sie gerne in die Kommentare!


Mehr Infos zu dem Thema findet ihr zum Beispiel hier:
https://altes-gartenwissen.de/kompostzusaetze-kalk-und-gesteinsmehl-1/
https://utopia.de/ratgeber/urgesteinsmehl-so-wendest-du-den-natuerlichen-duenger-richtig-an/
https://www.abtei-fulda.de/shop/gartenliteratur/pflanzensaft-gibt-pflanzen-kraft.html
https://www.abtei-fulda.de/shop/gartenliteratur/kompost.html
https://www.bund-lemgo.de/Biologischer_Pflanzeschutz_-_Bezugsquellen_.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Urgesteinsmehl

  1.   KanTe Ari
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ein informativer Artikel über Bokashi

einleitendes Zitat:
Bokashi bezeichnet auf japanisch einen Vorgang, bei dem organische Abfälle durch Effektive Mikroorganismen (EM) milchsauer fermentiert werden. Dabei entsteht ein Dünger, vergleichbar...
ein informativer Artikel über Bokashi

einleitendes Zitat:
Bokashi bezeichnet auf japanisch einen Vorgang, bei dem organische Abfälle durch Effektive Mikroorganismen (EM) milchsauer fermentiert werden. Dabei entsteht ein Dünger, vergleichbar mit Kompost. Nur braucht man für Bokashi keinen Komposthaufen oder Garten und er zersetzt sich schneller als Kompost.

https://www.hauptstadtgarten.de/bokashi-terra-preta/
  1.   werner
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Die für ein gesundes Pflanzenwachstum notwendigen, also "essentiellen" Nährstoffe sind Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Kalzium (Ca) und Schwefel (S) und in weitaus geringeren Mengen auch Eisen, Zink, Bor, Mangan, Kupfer,...
Die für ein gesundes Pflanzenwachstum notwendigen, also "essentiellen" Nährstoffe sind Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Kalzium (Ca) und Schwefel (S) und in weitaus geringeren Mengen auch Eisen, Zink, Bor, Mangan, Kupfer, Molybdän und Chlor.

Wenn die Pflanzen wachsen, nehmen sie diese Nährstoffe aus dem Boden auf und bauen sie in ihr Wurzel-, Blatt-, Blüten- und Fruchtmaterial auf. Dabei "entziehen" sie die Nährstoffe dem Boden oder der Gartenerde. Um die "Speisekammer" an Nährstoffen wieder aufzufüllen, düngen wir.

Für die Basisversorgung unserer Beete steht also die jährliche Nährstoffrückführung durch die anfallenden Pflanzenreste im
Vordergrund, z.B. über Kompost oder Pflanzenjauche. Der Kompost sollte größtenteils aus Pflanzenresten von der eigenen Gartenfläche bestehen. Kompost hat den Vorteil, dass er nicht nur Nährstoffe im Boden/der Erde wieder auffüllt, sondern, diese auch sehr langsam abgibt und, gleichzeitig Humus im Boden wieder aufbraucht. Kompost ist also sozusagen Dünger für organische und mineralische Elemente im Boden.

Wieviel Kompost solltet oder könnt ihr aufbringen? Das hängt davon ab, was du anbauen willst und wieviel Nährstoffe die Pflanzen brauchen werden (dazu wann anders mehr...); und es hängt davon ab, was noch an "Vorrat" im Boden vorhanden ist.

Welchen Nährstoffvorrat hat mein Boden bereits? Um das rauszukriegen, könnt ihr von euren Beeten "Bodenproben" nehmen und analysieren lassen, z.B. bei der LUFA, dem Raiffeisen Laborservice oder einem anderen Zentrum für Bodenanalysen. Kostenpunkt: je nach Umfang, 30,- bis 70,-. Ihr bekommt dann meist ein Päckchen, mit einer Anleitung wie die Probe zu nehmen ist, dazu ein Tütchen. Wenn ihr die Probe genommen und eingeschickt habt, dauert die Analyse ca. 1-2 Wochen. Dann bekommt ihr per Mail oder Post die Ergebnisse. Hier wird auch entsprechend der ermittelten Nährstoffgehalte und Bodenarten individuelle Düngungs-Empfehlungen gegeben. Bodenproben eignen sich zur Überprüfung eurer Nährstoffversorgung und könntet im mehrjährigen Abstand immer im Frühjahr machen, z.B. alle 3 Jahre.

Wenn ihr das mal macht, werdet ihr warhscheinlich sehen, dass manche Nährstoffe ausreichend vorhanden sind, manche zu wenig, manche zu viel; "zu wenig" und "zu viel" bezieht sich auf Durchschnittswerte und Tabellenwerte die sagen, welche Werte im Boden ausreichend gut sind, um die Pflanzen zu ernähren. Zu viel ist nicht immer doof, aber manchmal schon. Wenn wir z.B. zu viel Stickstoff pder Phosphat düngen, obwohl im Boden schon Vorräte sind, also wie mehr oder viel mehr düngen, als die Pflanzen aufnehmen können, besteht die Möglichkeit und die Gefahr, dass die Nährstoffe mit dem Regen "ausgewaschen" werden und in Bächen, Flüssen oder dem Grundwasser landen. Zu viel Nährstoffe in dieser Gewässern, führt jedoch dazu, dass die grün werden, weil Algen wachsen; dann ändert sich das ganze Ökosystem im Wasser, es gibt weniger Sauerstoff, Fische sterben... wir nennen das Eutrophierung.

Deshalb ist schon wichtig, dass wir ein gutes Gefühl dafür entwickeln, wie viel Nährstoffe brauchen meine Pflanzen, was ist in meinem Boden drin, was in meinem Dünger und dann einen ausblancierten Kreislauf aus "Entzug durch die Pflanze" und "Auffüllen der Vorräte durch Düngung" hinbekommen. Bodenanalysen und Zahlen können hier helfen, das Einschätzen zu können. Und: die Düngung mit Kompost ist viel wert, da dieser nicht nur die Nährstoffe liefert, die die Pflanzen brauchen, sondern da Kompost viele Nährstoffe "speichert", und sie erst langsam, über die Zeit "abgibt", d.h. die Nährstoffe in Kompost können nicht so schnell ausgewaschen werden. Und Kompost liefert nicht nur Nährstoffe, sondern auch Humus, der wiederum dazu beiträgt dass mehr Nährstoffe und auch Wasser im Boden gehalten werden.

Welche Dünger wieviel Nährstoffe haben, dazu mehr beim nächsten Mal...
  1.   KanTe Ari
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  4. Letzte Antwort von KanTe Ari
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In meinem letzten Post - Input 3 zu Reihe Düngung & Kompost" - ging es um Nährstoffe, warum Pflanzen sie brauchen, in welcher Form und wo sie "herkommen" können. Heute will ich euch einige Nährstoffe nochmal genauer vorstellen - voilá:

STICKSTO...
In meinem letzten Post - Input 3 zu Reihe Düngung & Kompost" - ging es um Nährstoffe, warum Pflanzen sie brauchen, in welcher Form und wo sie "herkommen" können. Heute will ich euch einige Nährstoffe nochmal genauer vorstellen - voilá:

STICKSTOFF - N - ist Bestandteil der Pflanzenproteine und für das Wachstum der Pflanze unentbehrlich. Ein Überschuss reduziert allerdings die Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge.

PHOSPHOR - P - ist am Energiestoffwechsel der Pflanze beteiligt und wichtig für die Entwicklung von Blüten, Samen und Früchten.

KALIUM[ - K -/b] reguliert den Wasserhaushalt der Pflanze und stärkt die Widerstandskraft gegen Schädlinge, Krankheiten, Trockenheit und Kälte. Geschmack und Haltbarkeit von Früchten wird durch Kalium günstig beeinflusst.

MAGNESIUM - Mg - ist als Bestandteil des Blattgrüns für die Photosynthese wichtig.

BOR - B - ist wichtig für den Aufbau der Zellwände, die Wuchsteuerung, den Kohlehydratstoffwechsel, die Blüten- und Fruchtbildung.

KUPFER - Cu- wird für die Nitrataufnahme, den Protein- Zellwandaufbau benötigt.

MANGAN - Mn- ist für die Herstellung von Fettsäuren und für die Bildung von Blattgrün notwendig.

EISEN - Fe- ist notwendig für den Proteinaufbau und die Photosynthese. Zu hohe Werte werden oft durch Sauerstoffmangel im Boden verursacht, z.B. durch Verdichtungen oder Staunässe.

ZINK - Zn- wird für die Photosynthese, den Wuchsstoffhaushalt und die Stärkeeinlagerung gebraucht.

N, P, K und auch Mg brauchen Pflanzen beim Wachstum in größeren Mengen. Deshalb werden sie auch "Hauptnährstoffe" oder "Makronährstoffe" genannt. Die anderen Nährstoffe brauchen sie nu in vergleichsweise geringeren Mengen. Deshalb werden die als "Nebennährstoffe" oder "Mikronährstoffe" bezeichnet. Manchen Nährstoffe, wie das Schwermetall Zn, sind zugleich Nährstoff als auch Schadstoff in der Pflanzenernährung. Das heißt auch hier gilt wieder: "Die Dosis macht das Gift.".
Wie ihr wissen könnt, wieviel von welchen Nähr- oder auch Schadstoffen in eurem Boden ist und wieviel Nährstoffe ihr düngen müsst, und wie ihr das machen könnt, darauf werde ich in weiteren Post eingehen...

Habt alle ein feines Wochenende!!!
  1.   KanTe Ari
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Im letzten Input-Post von mir ging es um die organische Substanz im Boden. Die organische Substanz besteht zum Einen aus abgestorbenen Pflanzenteilen im und auf dem Boden - also Wurzeln, heruntergefallene Blätter und Äste. Zum Anderen sind die...
Im letzten Input-Post von mir ging es um die organische Substanz im Boden. Die organische Substanz besteht zum Einen aus abgestorbenen Pflanzenteilen im und auf dem Boden - also Wurzeln, heruntergefallene Blätter und Äste. Zum Anderen sind die zahlreichen Bodenlebewesen wichtig, da die wiederum die alten Pflanzenteile zersetzen und abbauen. Bei der Zersetzung der alten Pflanzenteile durch die Bodenlebewesen wird Humus gebildet, der wichtig ist, damit der Boden gut Wasser speichern kann, und es werden die grundlegenden Pflanzennährstoffe freigesetzt.

Die Pflanzennährstoffe, die die Pflanze in den größten Mengen braucht, sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Aber es gibt zahlreiche weitere Stoffe, die alle in größeren oder kleineren Mengen essentiell sind, wie z.B. Calcium (Ca), Magnesium (Mg), Schwefel (S), oder Zink (Zn).

Die meisten Nährstoffe, die insgesamt im Boden sind, sind noch in den komplexeren organischen Verbindungen gebunden und müssen erst noch zersetzt werden (biologisch bzw. bio-chemisch wie oben beschrieben) oder verwittert werden (durch physikalische Einwirkung freigesetzt werden, z.B. durch Wetter, Reibung durch Wasser & Wind, etc.).

Von der Gesamtmenge der im Boden befindlichen Nährstoffe liegt meist nur ein ganz kleiner Teil direkt „pflanzenverfügbar“ vor. Nährstoffe sind dann für die Pflanze verfügbar, wenn sie (1.) bereits aus der organischen Substanz freigesetzt sind und im Bodenwasser „gelöst“ sind (das nennt sich dann auch „Bodenlösung“) und (2.) wenn die Wurzel der Pflanze Zugang zu der Bodenlösung hat.

Freigesetzte Nährstoffe werden an mineralischen Bodenteilchen (v.a. an Ton) und an organischen Bodenteilchen (v.a. an Humus) "austauschbar" gebunden. Das heißt, sie kleben an den mineralischen oder organischen Bodenteilchen wie mit einem Klettverschluss fest, und wenn aber eine Pflanzenwurzel angeschlichen kommt und Bedarf anmeldet, geben sie die Nährstoffe der Pflanze ab. Die Nährstoffe werden dann von den Pflanzenwurzeln, mit dem Bodenwasser, aufgenommen.

Als Zusammenfassung nun ein kleines Zitat:
"Ein Boden ist fruchtbar für eine gegebene Pflanzengattung, wenn er die für diese Pflanze notwendigen mineralischen Nahrungsstoffe in gehöriger Menge, in dem richtigen Verhältnis und in der zur Aufnahme geeigneten Beschaffenheit enthält."
Justus von Liebig, Agrikulturchemie, 1865

Nun "verschwinden" Nährstoffe aber auch aus dem Boden. Einmal werden sie von den Pflanzen während des Wachstums gebraucht, aufgenommen, aufgebraucht. Einige essentielle Nährstoffe sind auch sehr "mobil" im Boden. z.B. mineralischer Stickstoff und Kalium und können je nach Bodenart mit der Zeit im Wurzelraum bei starkem Regen ausgewaschen werden. Dies passiert vor allem gerne auf sandigen Bodenarten und Boden mit wenig organischer Substanz (die die Nährstoffe ja "festhalten" könnte...) Durch eine mikrobielle Umsetzung von Stickstoff kann es auch zu gasförmige Verluste dieses Nährstoffs kommen.

Lassen wir hierzu nochmal Liebig zu Wort kommen:
"Wenn ein Boden seine Fruchtbarkeit dauernd bewahren soll, so müssen ihm nach kürzerer oder längerer Zeit die entzogenen Bodenbestandteile wieder ersetzt werden, d.h. die Zusammensetzung des Bodens muß wieder hergestellt werden."
Justus von Liebig, Agrikulturchemie, 1865

Das heißt in kurz: was wir, bzw. die Pflanzen beim Wachstum dem Boden entziehen, müssen wir ihm auch wieder zurückgeben. Nur so kann er dauerhaft seine Fruchtbarkeit erhalten.

Wie machen wir das:
Die Rückführung oder Wiederauffüllung von Nährstoffen kann einmal „künstlich“ passieren, in dem Kunstdünger, also synthetisch hergestellter Dünger, verwendet wird. Dabei werden dem Boden neue Nährstoffe zugeführt. Kunstdünger konzentrieren sich oft auf die Düngung mit den Hauptnährstoffen N, P, K, S. Dabei wird N mit hohem Energieaufwand aus der Luft geholt und zu Dünger verarbeitet; P und K wird aus "natürlichen Vorkommen" gewonnen, das heißt in Mienen bzw. Tagebauen abgebaut, transportiert, weiterverarbeitet, transportiert... Vor allem P-Mienen sind oft weit weg, da es in Deutschland und Europa gar keine natürlichen Phosphat-Vorkommen gibt.

Die Düngung von Nährstooffen kann aber auch „natürlich“ passieren, durch die Zugabe von Kompost auf der Basis von Pflanzenresten. Kompost liefert nicht nur Nährstoffe aus Abfällen, sondern gibt dem Boden auch organische Substanz, bietet die Nahrungsgrundlage für das Bodenleben, und verbessert so die Nährstoffverfügbarkeit, die Wasserhaltekapazität und die Bodentemperatur.

D.h., fast alles was die Pflanze braucht (siehe ganz oben), genau das bringt der Kompost rein in den Boden! Toll! Für schnellwachsende, stark zehrende Pflanzen (viele Gemüsekulturen) wird aus Kompost jedoch der essentielle Stickstoff eher zu langsam freigesetzt und wird dann meist zusätzlich gedüngt. Hierfür eignet sich z.B. Brenesseljauche, Urin oder auch Hornspäne.

Und nun nochmal die Zusammenfassung mit Bezug auf das Bild dieser Gruppe:
Um einen Gartenboden für die Pflanzenversorgung fit zu machen und zu halten, braucht es Nährstoffe und organische Substanz als Nährstoffspeicher, Wasserspeicher und Lebensraum sowie Futter für Bodenlebewesen. Auf einem Boden ohne Nährstoffe, ohne Humus, und ohne Bodentiere kann nichts wachsen.

Soweit zu den Nährstoffen als Einleitung. Mehr dazu bald, wir basteln nämlich grade an einem kleinen "Handzettel Düngung" für euch. Außerdem will ich euch auch ein paar Varianten und Ansätze für die Kompostierung von Haus- und Gartenabfällen vorstellen. Bis bald also... KanTe Ari
  1.   KanTe Ari
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Heute möchte ich zur Mitte der Woche mit meiner kleinen Input-Reihe weitermachen zum Thema: warum ist Düngung und Kompost wichtig???

Am Montag habe ich geschrieben, dass der Boden ungefähr zu 7% aus organischem Material besteht. Bei der...
Heute möchte ich zur Mitte der Woche mit meiner kleinen Input-Reihe weitermachen zum Thema: warum ist Düngung und Kompost wichtig???

Am Montag habe ich geschrieben, dass der Boden ungefähr zu 7% aus organischem Material besteht. Bei der organischen Substanz im Boden kann nun weiter unterschieden werden in „tote organische Substanz“ und „lebendige organische Substanz“. Die tote organische Substanz wird auch Humus genannt. Sie macht etwa 85% der organischen Substanz aus. Die lebendige organische Substanz setzt sich zusammen aus Pflanzenwurzeln (etwa 10% der organischen Substanz) und ganz vielen Bodenlebewesen und Organismen, der Bodenflora und -fauna (etwa 5% der organischen Substanz). Im Boden leben Tiere und Organismen wir Regenwürmer, Pilze, Bakterien und weitere Klein- und Kleinstlebewesen.

[Wer die Zahlen nochmal als Bild sehen mag, kann zum Beispiel kurz hier vorbeischauen: https://hypersoil.uni-muenster.de/0/03/01.htm]

Dabei gibt es einen Zusammenhang oder ein Wechselspiel zwischen diesen beiden Arten organischer Substanz. Die Bodenlebewesen sind nämlich wesentlich dafür verantwortlich, dass aus abgestorbenen Pflanzenteilen und toten Wurzeln und Bodentieren Humus wird. Dazu „verstoffwechseln“, also atmen, essen, verdauen sie das tote Material und setzen es teilweise neu zusammen. Eigentlich ist Humus deshalb auch keine wirklich „tote“ organische Substanz, denn er ist durchsetzt und belebt von Bodenorganismen.

Die organische Substanz ist deshalb so wichtig, weil sie einmal ein Nähstoffspeicher ist und auch ein Wasserspeicher ist, und somit ein essentielles Element im Boden für die Pflanzenversorgung.

Wenn der Boden selbst nicht so viel organische Substanz hat, oder nicht gut Wasser speichert, oder nicht locker genug ist, oder durch intensiven Anbau die organische Substanz aufgebraucht ist, dann kann der Boden „aufgewertet“ werden. Das machen wir, in dem wir ihm organische Substanz zugeben. Am Besten eignet sich hier Kompost oder auch Mist von Pferden, Kühen, Ziegen, Schafen...

Manche geben dem Boden auch Substrat bei, das Torf enthält. Torf ist auch organische Substanz. Torf ist aber weniger ähnlich zu Kompost, sondern mehr ähnlich zu Braunkohle. Will sagen: Torf stammt aus Mooren, und das sind natürliche Vorkommen in denen über viiiiiiiiele Jahre tote Bäume, Pflanzen, Tiere etc. umgewandelt wurde. In Torf ist somit gaaaaaaanz viel Kohlenstoff gespeichert. Wenn wir den Torf nun in Erde geben, die gut durchlüftet und gut belebt ist von Bodenlebewesen, wird dieser Kohlenstoff auch verstoffwechselt. Über die Zeit gelangt er in die Luft, in Form von Kohlenstoff-Dioxid. Das heißt, unterm Strich, wir „pumpen“ Kohlenstoff, der im Boden gespeichert war, in die Luft, und tragen so weiter zum menschengemachten Klimawandel bei. Außerdem werden durch Torfabbau sehr wertvolle Ökosysteme kaputt gemacht.

Also lieber Kompost selber machen, oder Kompost lokal kaufen. Kompost besteht aus pflanzlichen „Abfällen“, wobei die Pflanzen davor, als sie noch lebten und wuchsen, Kohlenstoff aus der Luft geholt (per Photosynthese) und gespeichert haben. Während der Kompostierung wird das Pflanzenmaterial dann zu Humus, was wir dem Boden zu geben können. Wenn der Humus dort von den Bodenlebewesen verspeist und veratmetet wird und in die Luft gelangt, dann ist der Kreis geschlossen. Zu Kompost wird es dann noch weiter hier in dieser Gruppe gehen, daher soll das an dieser Stelle erstmal reichen.

Wer mehr über Torfabbau lesen mag und sich über torffreies Gärtnern informieren kann, der*dem empfehle ich folgende Seiten:
„Kein Torf in den Topf“ https://www.umweltbundesamt.de/themen/kein-torf-in-den-topf
Torffrei Gärtnern: https://www.nabu-heidelberg.de/im-natur-und-erlebnisgarten/torffrei-g%C3%A4rtnern/

So, das war’s für heute zum Thema „organische Subtanz“ bzw. Humus.
Nächstes mal dann mehr zu Nährstoffen... habt’s gut und genießt die Sonne im Garten.

P.S. Ich habe euch hier noch zwei Bilder zu Bodenlebewesen hochgeladen:
200617_bodenposter.pdf (6066KB)
200617_Bild_Menge_Bodentiere.jpg (52KB)

  1.   KanTe Ari
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