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Tip für den Sommergarten: Mulchen mit Tee- und Kaffeerückständen
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Heute ein kleiner aber ausführlicher Tip für den Sommergarten: Mulchen mit Tee- und Kaffeerückständen

Teerückstände, ob von Schwarztee oder Kräutertee können direkt, also noch nass, in den Garten gegeben werden. Einfach oben auflegen oder ganz leicht einbuddeln, also mulchen. Das geht gut bei eigentlich allen Pflanzen, wie z.B. zwischen Tomaten, Bohnen, Gurken und auch Blumen, Beeren-Sträuchern und Rosen. Der Boden wird sehr schnell fertig mit dem Teerückständen; heißt die Bodenlebewesen freuen sich über die lecker Gabe und "snacken" das schnell auf und Teeresete sind für sie gut verdaubar, weil ja schon leicht vorgegart (durch den Teeaufguss). Dabei wird der Boden schön locker und ein wenig Nährstoffe frei für die Pflanzen; also gedüngt.

Hierzu noch ein Beispiel-Bericht einer*s Gärtner*in: Der Haushalt trinkt viel Kräutertee, vor allem eine Mischung aus Johanniskraut, Kamille, Schachtelhalm, Lindenblüte, Spitzwegerich und Feldthymian. Die Rückstände wurden in einem größeren (Holz-)Bottich gesammelt, und dabei wurde immer nochmal (Regen-)wasser zugegeben. Es wurde sozusagen ein zweiter, kalter Teeaufguss für den Garten gemacht. Der wird einfach stehen gelassen; dabei fängt es ein wenig an zu gären. Während des Sommers wurden dann die Pflanzen damit gegossen. (Leider gab es keine Angabe zu wie oft und wie viel...) Das wurde nun schon seit drei Jahren gemacht. Dabei wurde beobachtet, dass diese Gabe von Teerückständen das Wachstum und die Pflanzengesundheit verbessert hat. Außerdem wird aus diesem kleinen Hausgarten berichtet, dass quasi keine "Schädlinge" mehr da waren. Klingt gut, würd ich sagen.

Anmerkung: Das ist eine Beobachtung aus der Hausgartenpraxis, kein wissenschaftlicher Versuch oder Beweis; ich fand es trotzdem spannend und wollte das mit euch teilen.

Auch Kaffeesatz kann direkt in den Garten zwischen die Pflanzen gegeben werden. Wichtig ist dabei, ihn gut zu verteilen und leicht in die Erde einzuarbeiten, so dass sich Kaffeesatz und Erde gut mischen. Sonst verklumpt der Kaffeesatz an der Oberfläche, wird luft-undurchlässig, und fängt schnell an zu schimmeln. Außerdem wird er sonst nicht oder nur seeeehr langsam zersetzt und die noch im Kaffeesatz enthaltenen Nährstoffe nutzen uns dann wenig als Dünger.
Da Kaffeesatz ein niedrigen pH-Wert hat, also sauer ist, eignet er sich nur für Pflanzen, die gerne eher sauren Boden mögen; also nicht für alle Pflanzen.
Pflanzen, die mit Kaffeesatz gedüngt/gemulcht werden können sind zum Beispiel: Gemüse wir Gurke, Tomate, Paprika, Zucchini oder Heidelbeeren und Erdbeeren; Kräuter wie Petersilie oder Pfefferminze; Blumen und Sträucher wie Hortensien, Rhododendren, Kamelien, Geranien, Orchideen, Farne, Pfingstrosen und Heidelbeeren.
Pflanzen, die keine Kaffeesatz „mögen“ sind zum Beispiel: Gemüse wie Karotten und Zwiebeln; Kräuter wie Oregano und Salbei; Blumen und Sträucher wie Astern, Christrosen, Glockenblumen, Krokusse, Lavendel, Narzissen, Nelken, Tulpen, Buchsbäume, Efeu, Himbeeren oder Johannisbeeren.

Außerdem soll Kaffeesatz auch gut gegen Schneckenfras wirken, da das Koffein für die Schnecken giftig ist. Allerdings braucht es dazu, um wirklich alle Schnecken abzuschrecken/abzutöten, viel, viel, viel Koffein bzw. Kaffeesatz. Den muss mensch erstmal haben. Und es gibt Bedenken, dass bei der hohen Dosis Koffein für den Garten nicht nur Schnecken, sondern auch andere Tiere darunter leiden.


Bei mir kommen Tee- und Kafferückstände meist auf den Kompost; auch da sind sie ein lecker Snack für die Klein- und Kleinsttierchen, die im Kompost für uns arbeiten; und tragen außerdem zur Düngung bei. Vielleicht werde ich das mit dem Direktdüngen/Mulchen mit Tee- und Kaffeerückständen aber auch mal ausprobieren... Habt ihr Erfahrungen damit, die ihr hier teilen wollt?


Meine Quelle:
Christa Weinrich: "Winke für den Biogarten", Ausgabe Sommer 2021, 61. Jahrgang, Abtei Fulda, Benediktinerinnenabtei zur Hl. Marie
https://www.ndr.de/ratgeber/garten/Kaffeesatz-als-Duenger-verwenden-und-Boden-verbessern,kaffeesatz108.html
https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/pflanzenschutz/kaffeesatz-als-duenger-verwenden-28586
John Whitfield: Coffee breaks slugs. Nature, 2002. https://doi.org/10.1038/news020624-8
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  1. vor 2 Monaten
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Noch eine Frage: welche Pflanzen vertragen Grüntee?
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  1. vor 2 Monaten
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" Wichtig ist dabei, ihn gut zu verteilen und leicht in die Erde einzuarbeiten,"
Ah, das ist der Trick, Danke. Ich habe in letzter Zeit, einfach diese große "Kaffeetablette" im Pflanzentopf ausgeklopft, im Gedanken: setzt sich dann mit der Zeit ab, wie ein kleines Depot.
In letzter Zeit habe ich aber bemerkt, dass einige Oberflächen so grüne Flecken bekommen haben. Das hatte ich erstmal abgenommen.


Sonst hatte ich ganz gute Erfahrungen mit Kaffeesatz gemacht, ich konnte sogar mal Sonnenblumensamen in purem Kaffeesatz zum Pflänzchen hochziehen. Der Gedanke dazu war, ob ich damit eine kleine Straßenaktion machen kann mit den Kaffeekapseln: einfach in die ausgekühlte Kaffeekapsel oben ein Loch rein, Samen reinstecken und etwas gießen. Ein paar Tage betreuen, bis etwas Grünes rausspitzelt und dann verteilen, z.B. direkt an Vorbeigehende ("kannst Du einsetzen"), um Gedanken anzustossen. Ursprünglich dachte ich auch an liegen lassen bei z.B. Bushäuschen, Fensterbrettern o.ä. - da wirds dann aber eher zum Müll und wäre auch von der Botschaft kontraproduktiv.




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