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Heute möchte ich zur Mitte der Woche mit meiner kleinen Input-Reihe weitermachen zum Thema: warum ist Düngung und Kompost wichtig???

Am Montag habe ich geschrieben, dass der Boden ungefähr zu 7% aus organischem Material besteht. Bei der...
Heute möchte ich zur Mitte der Woche mit meiner kleinen Input-Reihe weitermachen zum Thema: warum ist Düngung und Kompost wichtig???

Am Montag habe ich geschrieben, dass der Boden ungefähr zu 7% aus organischem Material besteht. Bei der organischen Substanz im Boden kann nun weiter unterschieden werden in „tote organische Substanz“ und „lebendige organische Substanz“. Die tote organische Substanz wird auch Humus genannt. Sie macht etwa 85% der organischen Substanz aus. Die lebendige organische Substanz setzt sich zusammen aus Pflanzenwurzeln (etwa 10% der organischen Substanz) und ganz vielen Bodenlebewesen und Organismen, der Bodenflora und -fauna (etwa 5% der organischen Substanz). Im Boden leben Tiere und Organismen wir Regenwürmer, Pilze, Bakterien und weitere Klein- und Kleinstlebewesen.

[Wer die Zahlen nochmal als Bild sehen mag, kann zum Beispiel kurz hier vorbeischauen: https://hypersoil.uni-muenster.de/0/03/01.htm]

Dabei gibt es einen Zusammenhang oder ein Wechselspiel zwischen diesen beiden Arten organischer Substanz. Die Bodenlebewesen sind nämlich wesentlich dafür verantwortlich, dass aus abgestorbenen Pflanzenteilen und toten Wurzeln und Bodentieren Humus wird. Dazu „verstoffwechseln“, also atmen, essen, verdauen sie das tote Material und setzen es teilweise neu zusammen. Eigentlich ist Humus deshalb auch keine wirklich „tote“ organische Substanz, denn er ist durchsetzt und belebt von Bodenorganismen.

Die organische Substanz ist deshalb so wichtig, weil sie einmal ein Nähstoffspeicher ist und auch ein Wasserspeicher ist, und somit ein essentielles Element im Boden für die Pflanzenversorgung.

Wenn der Boden selbst nicht so viel organische Substanz hat, oder nicht gut Wasser speichert, oder nicht locker genug ist, oder durch intensiven Anbau die organische Substanz aufgebraucht ist, dann kann der Boden „aufgewertet“ werden. Das machen wir, in dem wir ihm organische Substanz zugeben. Am Besten eignet sich hier Kompost oder auch Mist von Pferden, Kühen, Ziegen, Schafen...

Manche geben dem Boden auch Substrat bei, das Torf enthält. Torf ist auch organische Substanz. Torf ist aber weniger ähnlich zu Kompost, sondern mehr ähnlich zu Braunkohle. Will sagen: Torf stammt aus Mooren, und das sind natürliche Vorkommen in denen über viiiiiiiiele Jahre tote Bäume, Pflanzen, Tiere etc. umgewandelt wurde. In Torf ist somit gaaaaaaanz viel Kohlenstoff gespeichert. Wenn wir den Torf nun in Erde geben, die gut durchlüftet und gut belebt ist von Bodenlebewesen, wird dieser Kohlenstoff auch verstoffwechselt. Über die Zeit gelangt er in die Luft, in Form von Kohlenstoff-Dioxid. Das heißt, unterm Strich, wir „pumpen“ Kohlenstoff, der im Boden gespeichert war, in die Luft, und tragen so weiter zum menschengemachten Klimawandel bei. Außerdem werden durch Torfabbau sehr wertvolle Ökosysteme kaputt gemacht.

Also lieber Kompost selber machen, oder Kompost lokal kaufen. Kompost besteht aus pflanzlichen „Abfällen“, wobei die Pflanzen davor, als sie noch lebten und wuchsen, Kohlenstoff aus der Luft geholt (per Photosynthese) und gespeichert haben. Während der Kompostierung wird das Pflanzenmaterial dann zu Humus, was wir dem Boden zu geben können. Wenn der Humus dort von den Bodenlebewesen verspeist und veratmetet wird und in die Luft gelangt, dann ist der Kreis geschlossen. Zu Kompost wird es dann noch weiter hier in dieser Gruppe gehen, daher soll das an dieser Stelle erstmal reichen.

Wer mehr über Torfabbau lesen mag und sich über torffreies Gärtnern informieren kann, der*dem empfehle ich folgende Seiten:
„Kein Torf in den Topf“ https://www.umweltbundesamt.de/themen/kein-torf-in-den-topf
Torffrei Gärtnern: https://www.nabu-heidelberg.de/im-natur-und-erlebnisgarten/torffrei-g%C3%A4rtnern/

So, das war’s für heute zum Thema „organische Subtanz“ bzw. Humus.
Nächstes mal dann mehr zu Nährstoffen... habt’s gut und genießt die Sonne im Garten.

P.S. Ich habe euch hier noch zwei Bilder zu Bodenlebewesen hochgeladen:
200617_bodenposter.pdf (6066KB)
200617_Bild_Menge_Bodentiere.jpg (52KB)

  1.   KanTe Ari
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Heute will ich eine kleine Reihe beginnen, in der ich darauf eingehe, warum es diese Gruppe gibt - warum ist Düngung und Kompost wichtig??? Mit 2-3 kleinen Inputs will ich schrittweise auch das Hintergrundbild dieser Gruppe erklären.

Wir...
Heute will ich eine kleine Reihe beginnen, in der ich darauf eingehe, warum es diese Gruppe gibt - warum ist Düngung und Kompost wichtig??? Mit 2-3 kleinen Inputs will ich schrittweise auch das Hintergrundbild dieser Gruppe erklären.

Wir fangen mal beim Boden an... Dabei geht es um den Boden als Pflanzenstandort.
[Für Hochbeete könnt ihr hier teilweise analog denken und dabei "Boden" durch "Substrat" ersetzen.]

Es sind 3 wesentliche Sachen, die eine Pflanze vom Boden braucht:
• Nährstoffe
• Wasser
• richtiges Milieu (pH-Wert, Sauerstoffgehalt, ...)

Wie bekommt die Pflanze diese 3 Sachen & woraus besteht Boden?

Pflanzen verankern sich mit ihren Wurzeln im Boden und versorgen sich hierüber mit Wasser und Nährstoffen.
Damit die Wurzeln tief in den Boden eindringen können und ein weites Netz bilden können ist eine gute Durchwurzelbarkeit des Bodens notwendig. Damit die Versorgung der Pflanze über die Wurzeln funktioniert, müssen eine gute Durchlüftung und Bodenwärme gegeben sein, sowie die Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen stimmen.

Der Boden besteht ungefähr zu 45% aus mineralischem Material, zu 7% aus organischem Material, zu 25% aus Luft und zu 23% aus Wasser.
Wer hierzu noch ein Bild sehen mag, kann zum Beispiel kurz hier vorbeischauen: https://hypersoil.uni-muenster.de/0/03/01.htm

Je nachdem wie viel mineralische Substanz – d.h. Sand, Schluff und Ton - im Boden enthalten sind, bestimmt um welche Bodenart es sich handelt. Die Anzahl an Grob-, Mittel- und Feinporen bestimmen außerdem wie locker ein Boden ist, wie viel Wasser und wie viel Sauerstoff enthalten ist, außerdem wieviel des Wassers und der Nährstoffe pflanzenverfügbar ist.

Neben der mineralischen Substanz, ist auch die organische Substanz im Boden sehr wichtig. Sie stellt den Pflanzen Wasser und auch Nährstoffe zur Verfügung. Organische Substanz entsteht zum Einen aus abgestorbenen Pflanzenteilen im und auf dem Boden - also Wurzeln, heruntergefallene Blätter und Äste. Zum Anderen aus zahlreichen Bodenlebewesen, die wichtig sind, da die wiederum die alten Pflanzenteile zersetzen und abbauen. Da manche Strukturen in der organischen Substanz sehr langlebig sein können, also über lange Zeit im Boden bleiben, werden sie dann auch „Dauerhumus“ genannt.

Bei der Zersetzung der alten Pflanzenteile werden außerdem die grundlegenden Pflanzennährstoffe freigesetzt. Die Pflanzennährstoffe, die die Pflanze in den größten Mengen braucht, sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Aber es gibt zahlreiche weitere Stoffe, die alle in größeren oder kleineren Mengen essentiell sind, wie z.B. Calcium (Ca), Magnesium (Mg), Schwefel (S), oder Zink (Zn).

Nun haben wir die wichtigen Teile genannt, die auch auf dem Bild zu sehen sind: es geht um Boden und darum, den zu pflegen, so dass er ein guter Standort für unsere Pflanzen ist. Dafür ist wichtig, dass sowohl Humus als auch Nährstoffe dem Boden zurückgegeben werden. Mehr zu organischer Substanz, Humus und Nährstoffen dann in weiteren Posts...
Wenn ihr wollt, ergänzt mich auch gerne in den Kommentaren :-)
  1.   KanTe Ari
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Ich wurde neulich vom MDR gefragt, ob ich auf eine Zuschauerfrage antworten könnte, die war: Wie passe ich meinen Kleingarten dem Klimawandel und dem Hitzestress an?
Da die Antworten darauf vielleicht auch euch hier interessieren, wollte ich das...
Ich wurde neulich vom MDR gefragt, ob ich auf eine Zuschauerfrage antworten könnte, die war: Wie passe ich meinen Kleingarten dem Klimawandel und dem Hitzestress an?
Da die Antworten darauf vielleicht auch euch hier interessieren, wollte ich das Video mit euch teilen:
https://www.ardmediathek.de/ard/video/mdr-um-11/sie-machen-programm-kleingarten-und-hitzesommer/mdr-fernsehen/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy82Nzk3MzBjNy00NTI4LTQ0NmQtYmIyNC03MTBlYWE3M2RiZDM/
(Ist noch bis 17.6. in der Mediathek)

Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, aber in 3 Minuten passt auch nicht alles rein ;-)

Trotzdem, viel Spaß beim Schauen und liebe Grüße!
KanTe Ari


(das soll keine selbst-werbung sein; habe ne Weile gezögert, das hier zu posten, aber vom Thema her passt es ja so gut. Ich hoffe also, es kommt richtig an ;-)
  1.   KanTe Ari
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  4. Letzte Antwort von werner
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hallo gruppe!
zum Start in die neue Woche, und ein-grooven in die Gruppe, möchte ich mit euch zwei meiner Lieblingsbücher teilen, aus denen ich sehr viel über Düngung gelernt habe:

1) "Ein Garten liegt verschwiegen..." Von Nonnen und Beeten,...
hallo gruppe!
zum Start in die neue Woche, und ein-grooven in die Gruppe, möchte ich mit euch zwei meiner Lieblingsbücher teilen, aus denen ich sehr viel über Düngung gelernt habe:

1) "Ein Garten liegt verschwiegen..." Von Nonnen und Beeten, Natur und Klausur
Eine Gartengeschichte über die Nonnen der Benediktinerinnenabtei in Fulda, lebendig und informativ erzählt von Mely Kiyak. Die Fuldaer Schwestern gelten als Wegbereiterinnen des Biologischen Gartenbaus in Deutschland. Gedüngt wird im Klostergarten mit Kompost, der selbst hergestellt wird, und mit Pflanzensäften. Das Buch erzählt u.a. warum und wie die Schwestern sich mit Kompost so intensiv beschäftigt haben, und erzählt von Fluchterfahrung im Krieg, Selbstversorgung durch den Klostergarten und einer Brieffreundschaft zwischen Schwestern in Fulda und England.
Link: https://www.abtei-fulda.de/shop/abtei-fulda/ein-garten-liegt-verschwiegen.html

2) “Pflanzenernährung und Düngung in Stichworten” (ISBN 978-3-443-03116-9)
In diesem kleinen aber feinen Buch geht von Arnold Finck in wissenschaftlichem Staccato – kurz, knapp und präzise – auf wichtige Aspekte der angewandten (europäischen) Pflanzenernährungslehre ein und gibt, wie ich finde, einen guten Überblick warum welche Nährstoffe wichtig sind und was beim Nährstoffmanagement so alles eine Rolle spielt.
Auf die verschiedenen Nährstoffe, die essentiell sind für die Ernährung von Pflanzen möchte ich dann in weiteren Posts eingehen.

Habt ihr auch Lieblings Dünger- oder Kompost-Bücher die ihr hier mit anderen teilen wollt? Dann nutzt gerne die Kommentar-Funktion zu diesem post.

Bis bald, KanTe-Ari
  1.   KanTe Ari
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