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Heute ein kleiner aber ausführlicher Tip für den Sommergarten: Mulchen mit Tee- und Kaffeerückständen

Teerückstände, ob von Schwarztee oder Kräutertee können direkt, also noch nass, in den Garten gegeben werden. Einfach oben auflegen oder ganz...
Heute ein kleiner aber ausführlicher Tip für den Sommergarten: Mulchen mit Tee- und Kaffeerückständen

Teerückstände, ob von Schwarztee oder Kräutertee können direkt, also noch nass, in den Garten gegeben werden. Einfach oben auflegen oder ganz leicht einbuddeln, also mulchen. Das geht gut bei eigentlich allen Pflanzen, wie z.B. zwischen Tomaten, Bohnen, Gurken und auch Blumen, Beeren-Sträuchern und Rosen. Der Boden wird sehr schnell fertig mit dem Teerückständen; heißt die Bodenlebewesen freuen sich über die lecker Gabe und "snacken" das schnell auf und Teeresete sind für sie gut verdaubar, weil ja schon leicht vorgegart (durch den Teeaufguss). Dabei wird der Boden schön locker und ein wenig Nährstoffe frei für die Pflanzen; also gedüngt.

Hierzu noch ein Beispiel-Bericht einer*s Gärtner*in: Der Haushalt trinkt viel Kräutertee, vor allem eine Mischung aus Johanniskraut, Kamille, Schachtelhalm, Lindenblüte, Spitzwegerich und Feldthymian. Die Rückstände wurden in einem größeren (Holz-)Bottich gesammelt, und dabei wurde immer nochmal (Regen-)wasser zugegeben. Es wurde sozusagen ein zweiter, kalter Teeaufguss für den Garten gemacht. Der wird einfach stehen gelassen; dabei fängt es ein wenig an zu gären. Während des Sommers wurden dann die Pflanzen damit gegossen. (Leider gab es keine Angabe zu wie oft und wie viel...) Das wurde nun schon seit drei Jahren gemacht. Dabei wurde beobachtet, dass diese Gabe von Teerückständen das Wachstum und die Pflanzengesundheit verbessert hat. Außerdem wird aus diesem kleinen Hausgarten berichtet, dass quasi keine "Schädlinge" mehr da waren. Klingt gut, würd ich sagen.

Anmerkung: Das ist eine Beobachtung aus der Hausgartenpraxis, kein wissenschaftlicher Versuch oder Beweis; ich fand es trotzdem spannend und wollte das mit euch teilen.

Auch Kaffeesatz kann direkt in den Garten zwischen die Pflanzen gegeben werden. Wichtig ist dabei, ihn gut zu verteilen und leicht in die Erde einzuarbeiten, so dass sich Kaffeesatz und Erde gut mischen. Sonst verklumpt der Kaffeesatz an der Oberfläche, wird luft-undurchlässig, und fängt schnell an zu schimmeln. Außerdem wird er sonst nicht oder nur seeeehr langsam zersetzt und die noch im Kaffeesatz enthaltenen Nährstoffe nutzen uns dann wenig als Dünger.
Da Kaffeesatz ein niedrigen pH-Wert hat, also sauer ist, eignet er sich nur für Pflanzen, die gerne eher sauren Boden mögen; also nicht für alle Pflanzen.
Pflanzen, die mit Kaffeesatz gedüngt/gemulcht werden können sind zum Beispiel: Gemüse wir Gurke, Tomate, Paprika, Zucchini oder Heidelbeeren und Erdbeeren; Kräuter wie Petersilie oder Pfefferminze; Blumen und Sträucher wie Hortensien, Rhododendren, Kamelien, Geranien, Orchideen, Farne, Pfingstrosen und Heidelbeeren.
Pflanzen, die keine Kaffeesatz „mögen“ sind zum Beispiel: Gemüse wie Karotten und Zwiebeln; Kräuter wie Oregano und Salbei; Blumen und Sträucher wie Astern, Christrosen, Glockenblumen, Krokusse, Lavendel, Narzissen, Nelken, Tulpen, Buchsbäume, Efeu, Himbeeren oder Johannisbeeren.

Außerdem soll Kaffeesatz auch gut gegen Schneckenfras wirken, da das Koffein für die Schnecken giftig ist. Allerdings braucht es dazu, um wirklich alle Schnecken abzuschrecken/abzutöten, viel, viel, viel Koffein bzw. Kaffeesatz. Den muss mensch erstmal haben. Und es gibt Bedenken, dass bei der hohen Dosis Koffein für den Garten nicht nur Schnecken, sondern auch andere Tiere darunter leiden.


Bei mir kommen Tee- und Kafferückstände meist auf den Kompost; auch da sind sie ein lecker Snack für die Klein- und Kleinsttierchen, die im Kompost für uns arbeiten; und tragen außerdem zur Düngung bei. Vielleicht werde ich das mit dem Direktdüngen/Mulchen mit Tee- und Kaffeerückständen aber auch mal ausprobieren... Habt ihr Erfahrungen damit, die ihr hier teilen wollt?


Meine Quelle:
Christa Weinrich: "Winke für den Biogarten", Ausgabe Sommer 2021, 61. Jahrgang, Abtei Fulda, Benediktinerinnenabtei zur Hl. Marie
https://www.ndr.de/ratgeber/garten/Kaffeesatz-als-Duenger-verwenden-und-Boden-verbessern,kaffeesatz108.html
https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/pflanzenschutz/kaffeesatz-als-duenger-verwenden-28586
John Whitfield: Coffee breaks slugs. Nature, 2002. https://doi.org/10.1038/news020624-8
  1.   KanTe Ari
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  4. Letzte Antwort von werner
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Eher Frage als Diskussion:

Aus hygienischer Sicht war die Kompostierung von Fäkalien zu Terra Preta Zeiten (siehe Terra Preta Posts in "Düngung&Kompost") höchstens eine Frage der Vermeidung der Verbreitung unerwünschter Krankheitserreger.

He...
Eher Frage als Diskussion:

Aus hygienischer Sicht war die Kompostierung von Fäkalien zu Terra Preta Zeiten (siehe Terra Preta Posts in "Düngung&Kompost") höchstens eine Frage der Vermeidung der Verbreitung unerwünschter Krankheitserreger.

Heute haben wir das Problem, dass menschliche Fäkalien i.A. auch mit ausgeschiedenen Medikamenten (z.B Antibiotika, Hormonen etc.) verunreinigt sind, die sich m.W. nicht durch Kompostieren/Fermentieren und co. beseitigen lassen.

Wie wird dieses Problem in der K(l)ompost-Forschung angegangen?
(Gab's schon einen Post dazu, den ich nicht gefunden habe?)

Danke für dieses spannende Forum hier in UrbaneGärten!


  1.   yuanyi
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  4. Letzte Antwort von KanTe Ari
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In Teil 1 habe ich darüber geschrieben, dass die Kompostierung, also der Prozess in dem Bio"abfall" zu wertvollem Humus wird, in verschiedenen Phasen abläuft. Die Phasen unterscheiden sich nach
- der Zeit (in Wochen),
- den Kleinstlebewesen,...
In Teil 1 habe ich darüber geschrieben, dass die Kompostierung, also der Prozess in dem Bio"abfall" zu wertvollem Humus wird, in verschiedenen Phasen abläuft. Die Phasen unterscheiden sich nach
- der Zeit (in Wochen),
- den Kleinstlebewesen, die beteiligt sind (Hefen, Bakterien, Würmer, Käfer, Asseln),
- der Temperatur (20° bis über 70°C), und dann letztlich
- dem, was da passiert (Abbau, Umbau, Aufbau von Material).
Alles ist in dieser Grafik zusammengefasst dargestellt: Kompostierung Verlauf.png (240KB)
Quelle: https://www.kompost.de/themen/selbst-kompostieren/prozess

Nun gibt es verschiedene Namen für verschiedene Kompostierungsverfahren. Ich möchte nicht alle, aber ein paar, sehr häufig genannte und genutzte hier kurz vorstellen:

1) Eine Kompostierung, bei der hohe Temperaturen von über 60°C erreicht werden, und diese hohen Temperaturen auch für etwas längere Zeit gehalten werden, wird „Heißrotte“ genannt. Um eine Heißrotte zu erreichen, ist eine groß genuge Menge an Kompost notwendig. Begründung: über die Oberfläche des Komposthaufens gibt dieser Wärme ab und kühlt somit während er aufheizt (weil die Tiere aktiv arbeiten), gleichzeitig auch wieder ab. Damit der Haufen also im Inneren wirklich heiß wird, ist es wichtig, dass das Volumen, dass sich erwärmen soll, im Verhältnis zur Oberfläche groß genug ist.
Aber was heißt „groß genug“? Als grobe Daumenregel kenne ich: der Komposthaufen sollte mindestens 1 Kubikmeter Volumen haben, damit er in eine Heißrotte kommt. Kommt der Kompost in die Heißrotte, geht die Abbauphase vergleichsweise schnell und der Kompost ist nach 6 bis 12 Monaten fertig.
Neben dem schnellen Verlauf ist ein weiterer Vorteil der Heißrotte, dass bei den hohen Temperaturen auch keimfähige Samen und Pflanzenteile abgetötet werden. So wird "Phytohygiene" erreicht. Das heißt, wenn ihr den fertigen Kompost später nutzt, könnt ihr recht sicher sein, dass nur das keimt, was ihr gepflanzt habt und nicht noch Gräser, Tomaten, oder sonst was. Manchen ist das wichtig; anderen weniger...
Um die Heißrotte hinzubekommen braucht ihr aber auf einmal genug Material und auch etwas Wissen und Erfahrungen, wie geschichtet werden sollte, damit sich der Haufen wirklich gut und schnell genug aufheizt.
Meine Buchempfehlungen hierzu:
• Abtei Fulda: Kompost - Gold im Biogarten; Link: https://www.abtei-fulda.de/shop/gartenliteratur/kompost.html
• Martina Kolarek: Kompostieren! Biologisch, einfach, schnell.; Link: https://www.ulmer.de/usd-5605076/kompostieren-.html
• Gerald Dunst: Kompostierung und Erdenherstellung - Praxisbuch und Anleitung für: Hausgarten, Landwirtschaft, Kommune und Profi; Link: https://www.sonnenerde.at/de/produkt/buch-kompostierung-und-erdenherstellung/

Habt ihr noch weitere (Buch)Tips? Dann teilt sie gerne in den Antworten auf diese Post!

2) Kommt der Kompost nicht in die heiße Phase, kann von einer „Kaltrotte“ gesprochen werden. Der Abbau der gemischten Materialien passiert dann nicht so schnell und die Kompostierung dauert dann 1 bis 2 Jahre bis der Kompost fertig ist. Dieser Art dauert also länger, kann aber "bequemer" oder "einfacher" sein, denn ihr müsst nicht darauf achten, dass ihr genug Material habt um in die "heiße Phase" zu kommen. Viele Gartenkomposte, die so kontinuierlich über das Jahr immer wieder bedeckt/genutzt/gefüllt werden, und so langsam vor sich hinkompostieren, sind Kaltrotten. Da die heiße Phase nicht erreicht wird, werden hier auch keimfähige Samen und Pflanzenteile nicht abgetötet und es kann sein, dass noch Gräser, Tomatentriebe oder sonstige grüne Überraschungen als Beikraut aus der mit Kompost gedüngten Erde kommen. Wie gesagt, manchmal/manche stört das, andere nicht...

3) Und dann gibt es noch die Wurmkompostierung. Das ist eine Kompostierung, bei der besonders viele Kompostwürmer eingesetzt werden. Ich habe wenig Erfahrung mit Wurmkompostierung und mag daher nur wenig hier dazu schreiben. Aber ein paar Links kann ich mit euch teilen:
• Anleitung aus dem Buch "Gärtnern für eine bessere Welt"; online verfügbar unter: bit.ly/wurm-kiste
• Anleitung für Wurmkomposter im Innenbereich von Lisa Bjerke: https://urbane-gaerten.de/index.php?option=com_easysocial&view=groups&layout=preview&fileid=80&tmpl=component
• Ein Webinar der anstiftung von 2018 zum Thema "Wurmkompost": https://www.youtube.com/watch?v=dgUpb7sJSa4
• Ein Praxisblatt mit Bauanleitung für eine Wurmfarm (also für Gemeinschaftsgärten passend):
https://urbane-gaerten.de/107-praxisblaetter/urbane-gaerten/102481-infrastrukturen-selberbauen#wurm
• Eine Sammlung vieler Fragen und Antworten rund um Wurmkompostierung: https://hubus-berlin.de/faq/

Diese drei Arten von Kompostierung beziehen sich also darauf, was bei der Kompostierung passiert.
Es gibt nochmal drei Namen, die oft genannt werden, und die sich eher darauf beziehen, wie der Kompost aussieht. Das sind:
1) Der Kompost-Haufen Haufen.png (658KB)
2) Die Kompost-Miete Miete.png (745KB)
3) Der Komposter Komposter.png (594KB)

Quelle: https://commons.wikimedia.org (Haufen, Miete) und eigenes Bild (Komposter)

Eine Art von Kompost-Haufen, ein Haufen an Haufen sozusagen, ist das sogenannte "Drei-Kammer-System".
Wie dieser Kompost funktioniert, wird zum Beispiel in diesem Video gezeigt: https://www.youtube.com/watch?v=64HddQPFims
Eine Open Source Anleitung für eine 3Kammer-Kompostierung findet ihr zum Beispiel hier:
https://www.gartenwerkstadt.de/wp-content/uploads/2013/07/praxis_kompostierung.pdf

Die Kompostierung kann also in einem Haufen, oder 3 Kammen, einer Miete, einem Komposter passieren. Auch andere Varianten sind möglich; was kennt ihr noch? Teilt eure Tips, Ideen, Erfahrungen gerne mit allen in den Antworten!

Im nächsten Teil will ich dann auf die Fragen eingehen, welche Küchenabfälle "dürfen" auf den Kompost, welche nicht oder was gibt es da zu bedenken, bei der Entscheidung...
  1.   KanTe Ari
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In Teil 1 beginne ich mit einer kurzen Einführung zum Begriff „Kompost“ bzw. der Praxis des „Kompostierens“.

Was ist Kompost und Kompostierung?

Kompost bzw. Kompostieren kommt von Lateinisch Compostus = Zusammengesetztes.
Kompost ist also...
In Teil 1 beginne ich mit einer kurzen Einführung zum Begriff „Kompost“ bzw. der Praxis des „Kompostierens“.

Was ist Kompost und Kompostierung?

Kompost bzw. Kompostieren kommt von Lateinisch Compostus = Zusammengesetztes.
Kompost ist also eine gute Mischung.
Mischung.png (256KB)

Was alles dazu gehört zu dieser Mischung, aus der Kompost werden kann, fasse ich hier einmal kurz zusammen (mit kurzen Kommentaren); in späteren Posts kommt dazu nochmal mehr...
Auf den Kompost darf:
Grünschnitt, Grasschnitt, Laub, Erntereste (große Teile zerkleinert)
Küchenreste (dazu mehr in einem späteren Post)
● Alte Erde (die aufgebraucht ist und aufgefrischt werden soll), Tonscherben, ...
Wasser, Urin (vor allem im Sommer wichtig, dass der Kompost nicht ausgetrocknet!)
● Biokohle, Asche, Lagerfeuerreste (wenn unbehandeltes Holz verbrannt wurde)
Urgesteinsmehl
● Urin, Fäzes
● ...

Kompostierung als Prozess fasst mehrere Vorgänge zusammen, nämlich den Abbau, Umbau und Aufbau von Bioabfall zu Kompost, was durch die Arbeit von Kleinstlebewesen geschieht.

Kompostierung ist also eine Kunst, nämlich die Kunst, für Kleinstlebewesen günstige Bedingungen zu schaffen. Dazu gehören:
● ausreichend Luft zum Atmen
● ausreichend Nahrung in guter Zusammensetzung aus Energie- und Nährstofflieferungen, z.B. gekennzeichnet durch das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff, also C/N, in der Mischung.
● ausreichend Wasser bzw. ein dünner Wasserfilm, aber nicht zu viel Wasser
● genug Oberfläche zum Anknabbern-> daher empfiehlt es sich große Stücke Material zu zerkleinern
● richtiges Milieu, pH-Wert

Wenn wir also eine gute Mischung an Ausgangsmaterialien für die Kompostierung zusammengeworfen haben und die Bedingungen so sind, dass sich kleine und kleinste Lebewesen wohlfühlen, dann beginnt der Abbau, Umbau und Aufbau.

In kurz: über die Zeit sorgen Regen- bzw. Kompostwürmer, Pilze, Bakterien dafür, dass Bioabfall – hier im Bild dargestellt als Apfelbutzen – über die Zeit zerlegt wird in seine Einzelteile, aus denen er einst zusammen gesetzt wurde, nämlich die Nährstoffe und der Kohlenstoff; beides finden wir vereint in unserem Nährstoff- und Humusreichen Kompost-Produkt.

Kompostierung.png (389KB)

Welche Kleinstlebewesen dabei in welcher Phase aktiv sind und was dabei abgebaut bzw. aufgebaut wird, könnt ihr in dieser Grafik sehen:
Kompostierung Verlauf.png (240KB)

Quelle: https://www.kompost.de/themen/selbst-kompostieren/prozess

Grobe Regel ist: erst kommen die kleinsten und nicht mit bloßem Auge sichtbaren Lebewesen wie Pilze und Bakterien und kümmern sich um den Abbau. Dabei wird’s ordentlich heiß im Kompost. Dann kommen die immer noch sehr kleinen, aber nun auch mit menschlichen Augen sichtbaren Lebewesen wie Würmer und Käfer zum Einsatz. Die kümmern sich darum, dass Humus aufgebaut wird in dem sie Rest und Abbauprodukte essen und in ihrem Darm wieder neu verbinden. Die Temperaturen im Kompost nehmen dabei ab.

Nächstes Mal geht es weiter mit verschiedenen Arten der Kompostierung, wie heißen die, wie sehen sie aus?
  1.   KanTe Ari
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Bei unserer ersten Sprechstunde wurden uns einige Fragen zu Kompost & Düngung gestellt. In den kommenden 2 Wochen will ich die Fragen und Antwort darauf mit euch hier teilen. Dabei lade ich auch herzlichst dazu ein, die Antworten noch zu...
Bei unserer ersten Sprechstunde wurden uns einige Fragen zu Kompost & Düngung gestellt. In den kommenden 2 Wochen will ich die Fragen und Antwort darauf mit euch hier teilen. Dabei lade ich auch herzlichst dazu ein, die Antworten noch zu ergänzen.

Ich werde die Fragen in sechs Teile aufteilen, nämlich in:
Teil 1: Was ist Kompost und Kompostierung; was gehört dazu, was passiert?
Teil 2: Arten der Kompostierung
Teil 3: Kompost & Küchenabfälle
Teil 4: Kompost & Bokashi
Teil 5: Kompost & Bei-/Unkräuter
Teil 6: Mulchen

Wie immer kann ich dabei nur antworten, was ich weiß und freue mich sehr, wenn ihr noch ergänzt. Auch weitere Fragen sind willkommen!
  1.   KanTe Ari
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Ich bearbeite 50 m2 Feld im Projekt StadtGarten Landshut e. V. Wir sind nun im 3. Jahr auf dem Standort. Vorher war dort eine Wiese, die zu fast 100 % aus Quecke bestand. Die letzten 2 Jahre habe ich einen Teil meiner Fläche immer mit Silofolie...
Ich bearbeite 50 m2 Feld im Projekt StadtGarten Landshut e. V. Wir sind nun im 3. Jahr auf dem Standort. Vorher war dort eine Wiese, die zu fast 100 % aus Quecke bestand. Die letzten 2 Jahre habe ich einen Teil meiner Fläche immer mit Silofolie abgedeckt, um die Quecke zu ersticken. Das hat gut geklappt. Nun soll es ohne Folie weiter gehen. Der Boden ist allerdings sehr dichter Lehm. Wenn man ihn aufbricht, entstehen große Brocken. Sobald es regnet, verschlämmt der Boden wieder. Wir haben auf dem Gelände sehr viel Wind. Daher trocknet der Boden schnell aus und bildet eine harte Kruste und Brocken, die man mit der Hand nicht mehr zerdrücken kann. Im Fachjargon heißt das wohl mineralisierter Boden.
Ich habe mich daher entschlossen, die No-Dig-Methode von Charles Dowding anzuwenden. Dabei wird der Boden zunächst mit Pappe abgedeckt und anschließend eine dicke Schicht Kompost (5 - 10 cm) aufgetragen. Die Methode heißt wohl auch Lasagne-Technik. In den Kompost wird dann gepflanzt. Die Kompostschicht dient dabei als Mulch und nicht als Dünger.
Meine Intention war es, den Bodenlebewesen Humus zur Verfügung zu stellen, damit sich mittelfristig der bestehende Boden und der Kompost vermischen und der Boden damit humusreicher und damit lockerer wird. Auf Dauer möchte ich die Methode eigentlich nicht anwenden, da - in Ermangelung von so viel Kompost im Garten - der BIO-Kompost zugekauft werden muss. Er enthält viele holzige Teile und trocknet an der Oberfläche auch schnell aus. Die Ansaat von Möhren hat jedoch gut geklappt.
Im Verein - und auch bei mir - bestehen jedoch Bedenken, dass dem Boden damit zuviel Dünger zugeführt wird und dass auch Düngerstoffe ausgewaschen werden könnten. Gibt es Untersuchungen darüber?
  1.   Sophie
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das war eine sehr interessante Doku von der Reihe re: in arte.tv

https://www.arte.tv/de/videos/086138-039-A/re-bis-zum-letzten-kruemel/

Darin wird u.a. berichtet von einem Biobäcker, der auch Bauer ist (ca. Minute 10), der altes Brot von...
das war eine sehr interessante Doku von der Reihe re: in arte.tv

https://www.arte.tv/de/videos/086138-039-A/re-bis-zum-letzten-kruemel/

Darin wird u.a. berichtet von einem Biobäcker, der auch Bauer ist (ca. Minute 10), der altes Brot von mehreren Bäckereien sammelt und

1. damit Biogas macht
2. es mit Wasser mischt und als Dünger für Weizenfelder verwendet. Der Weizen soll gut gewachsen sein, jetzt will er es auch als Balkondünger abgefüllt anbieten. "Mohnschnecken zu Dünger".

Passt dann gut zum Kaffeesatz, der Mohnschneckendünger ;-)
  1.   werner
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Hey ihr,
unsere friends von Goldeimer haben eine sehr gute Anleitung geschrieben für Menschen, die ein Trockenklo haben oder haben wollen und sich mit der Kompostierung der gesammelten Feststoffe beschäftigen. In diesem Artikel (ca. 5-15 Minuten...
Hey ihr,
unsere friends von Goldeimer haben eine sehr gute Anleitung geschrieben für Menschen, die ein Trockenklo haben oder haben wollen und sich mit der Kompostierung der gesammelten Feststoffe beschäftigen. In diesem Artikel (ca. 5-15 Minuten Lesezeit) ist eigentlich alles wichtige zusammengefasst, das ihr beachtet solltet!
Viel Spaß: https://www.goldeimer.de/richtig-kompostieren/
Liebe Grüße,
Ari
  1.   KanTe Ari
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Die Sonne scheint, die Temperaturen bleiben endlich über 10° und die Gartensaison geht los - juhu!!!
Wahrscheinlich sind viele von euch gerade (immer noch) dabei verschiedenstes Samen in die Erde zu stecken und Setzlinge zu machen, die dann...
Die Sonne scheint, die Temperaturen bleiben endlich über 10° und die Gartensaison geht los - juhu!!!
Wahrscheinlich sind viele von euch gerade (immer noch) dabei verschiedenstes Samen in die Erde zu stecken und Setzlinge zu machen, die dann später in eure Beete und Töpfe kommen.
Weil Pflanzzeit = Kompostzeit, hier ein paar Tips für euch:

So Pi mal Daumen solltet ihr etwa 1 bis 3 Liter Kompost pro Quadratmeter (m2) auf eure Beete geben.

Mehr Kompost, also eher 3 Liter pro Quadratmeter bei Pflanzen, die mehr Nährstoffe brauchen (die heißen "Starkzehrer").
So mittel-viel Kompost, also eher 2 Liter pro Quadratmeter bei Pflanzen, die weniger Nährstoffe brauchen (die heißen auch "Mittelzehrer").
Und weniger Kompost, also eher 1 Liter pro Quadratmeter bei Pflanzen die weniger Nährstoffe brauchen (die heißen auch "Schwachzehrer").

Zu den Starkzehrern gehören z.B. Aubergine, Tomaten, Artischocke, Gurke, Lauch/Porree, Rhabarber, Paprika, Melone, Kohl, Kartoffeln, Sellerie, oder Zuckermais.

Zu den Mittelzehrern gehören z.B. Mangold, Feldsalat, Rote Bete, Salat, Fenchel, Kohlrabi, Spinat, Zwiebeln, oder Möhren.

Zu den Schwachzehrern gehören z.B. Kräuter, Knoblauch, Portulak, Feldsalat, Radieschen, oder Rukola.

Auch Erbsen, Ackerbohnen und Bohnen brauchen nur wenig Nährstoffe und reichern den Boden sogar mit dem Nährstoff Stickstoff an, weil sie sich diesen aus der Luft holen und in Pflanzen- und Wurzelmaterial einbauen, was so dann in die Beete kommt.

Wie kann die Düngung aussehen? Was gibt es zu tun?
(1) Erst schätzt ihr wie groß euer Beet ist in m2.
(2) Dann überlegt ihr was ihr anbauen wollt und entscheidet, ob ihr 1, 2 oder 3 Liter Kompost pro m2 geben wollt.
(3) Dann schätzt ihr auch die Menge Kompost in Liter, die ihr insgesamt braucht.
(4) Ungefähr diese Menge könnt ihr dann durch ein Sieb geben. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten (kaufen, selber bauen) und Feinheiten (eher grob, ganz fein). Die Idee dahinter: keine großen Stücke im Beet, die unschön anzusehen sind und eigentlich noch weiter verkompostieren können. Was also im Sieb hängenbleibt, schmeißt ihr zurück auf den Kompost.
(5) Dann bringt ihr den Kompost zum Beet. Achtung - 10 Liter können gut 20 kg wiegen. Also vielleicht lieber 2 Eimer mit je 5 Litern in die recht und linke Hand verteilen, besser für Knie und Rücken.
(6) Dann schüttet ihr den aufs Beet und verteilt es so gleichmäßig wie möglich (und ihr es wollt).
(7) Dann empfiehlt sich, dass ihr den Kompost leicht in den Boden einarbeitet, so etwa 2 bis 10 cm. Dann kann der Wind die edlen Stückchen nicht einfach wegwehen.
...
(8) Ab 2-3 Tage später könnt ihr pflanzen.
...
(9) Einige Pflanzen, vor allem die Stark- und Mittelzehrer werden aus eurem Kompost wahrscheinlich genug Phosphor bekommen. Aber es wird ihnen nicht genug Stickstofff und vielleicht auch Kalium zur Verfügung stehen. Das ist ein Klassiker. Dann könnt ihr nochmal was zu düngen. Am Besten dann, wenn die Pflanzen am meisten wachsen, so 2 bis 6 Wochen nach Pflanzung, je nach Art. Für die zusätzliche Düngung könnt ihr z.B. Guano-Dünger nehmen, oder Schafswollpellets, oder auch Urin. Hornspäne wird auch oft empfohlen, aber ich persönlich mag keine Abfälle aus Tierfabriken in meinem Beet haben.
...
(10) Ernten und Erntereste kompostieren... der Kreislauf beginnt von vorne.


Und jetzt will ich dazu noch was vorrechnen...
Nehmen wir das Beispiel Tomatenbeet. Hier gebt ihr also etwa 3 Liter Kompost zu. Das heißt, etwa 3.000 Kubikzentimeter.
Dies verteilen wir nun auf 1 Quadratmeter, was 10.000 Quadratzentimetern entspricht. Das heißt auf jeden Quadratzentimeter kommt nur 0,3 Kubikzentimeter Kompost. Das heißt, wenn der Kompost auf dem Beet verteilt ist, ist die Schicht nur 0,3 cm hoch, also 3 Millimeter. Das ist nicht viel. Also wundert euch nicht!
Gebt aber auch nicht einfach mehr drauf, weil "viel hilft viel" gilt oft nicht... Wenn ihr zu viel Nährstoffe in die Beete bringt, die eure Pflanzen dann gar nicht aufnehmen können, dann werden die bei Regen nur ausgewaschen und sind (aus eurem Beet) weg.


Viel Spaß im Garten!!!


Quellen, u.a.:
https://www.kompost.de/fileadmin/docs/kompostportal/6034_hobbygarten.pdf
https://www.dlr.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/se_quick/56FA58A2E1C6F2C3C1256FD40036C33A?OpenDocument
https://www.bzfe.de/was-wir-essen-blog/blog-archiv/blog-archiv-2016/april-2016/kompost/
  1.   KanTe Ari
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  4. Letzte Antwort von KanTe Ari
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hier sammeln wir Arbeiten im Rahmen eines Studiums oder Forschung zum Thema Boden
  1.   werner
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  4. Letzte Antwort von werner
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