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Hey hey,

Willkommen in einer neuen "Diskussion" - diese ist ein Sammelbehälter für alle möglichen auffindbaren Bau-Ideen und Anleitungen für Kompostklos & für Komposter, für Behälter, Nutzungsanleitungen usw.

Ich will hier gelegentlich...
Hey hey,

Willkommen in einer neuen "Diskussion" - diese ist ein Sammelbehälter für alle möglichen auffindbaren Bau-Ideen und Anleitungen für Kompostklos & für Komposter, für Behälter, Nutzungsanleitungen usw.

Ich will hier gelegentlich Anleitungen teilen, die mir auf die Füße fallen und freue mich, wenn ihr selbiges tut

Den Anfang mache ich mit den Klo- und Urinal-Bau-Anleitungen von KTMK (Kollektiv für Trockentoiletten-Manufaktur-Kunst Lichtenberg). Die Anleitungen sind open source verfügbar und sollen universell nutz- und baubar sein - genaue Maßangaben inklusive. Es gibt neben Sitzklos auch verschiedene Urinale (Hocken, Stehen) - die Idee: Urinale für verschiedene Anatomien und Geschlechter zugänglich zu halten. Die Klos und Urinale habe ich auch schon auf verschiedenen Festivals antreffen können und benutzt.

Ihr findet die Anleitungen zum Bau, Hintergründe und Zeichnungen als Gitbook hier:
https://k-t-m-k.gitbooks.io/diy-kompostklo/content/

Besten Gruß in den Nachmittag !
Lisa
  1.   KanTe-Lisa
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Sheet im Sinne von Blatt, kann Zeitung, Pappe oder anderes Material sein.

Das ist dann aber nicht nur Zeitungen aufs Beet legen, sondern etwas mehr:

https://naturescookbook.wordpress.com/2010/08/01/der-schnelle-garten-sheet-mulch/
  1.   werner
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Ihr Lieben,

Danke für die stellvertretend gestellten Fragen, Gudrun!

Die Fragen waren:
1. was für "Modi des Kümmers" um ein Kompostklo haben sich bei Gruppen bewährt?
2. Was sind die Aufgaben und wie können die gut verteilt werden?
3....
Ihr Lieben,

Danke für die stellvertretend gestellten Fragen, Gudrun!

Die Fragen waren:
1. was für "Modi des Kümmers" um ein Kompostklo haben sich bei Gruppen bewährt?
2. Was sind die Aufgaben und wie können die gut verteilt werden?
3. Und: was machen die Gruppen mit den Inhalten der Klos, was gibt es da für Möglichkeiten der Verwendung und Entsorgung?

... heute geht es los mit der Präambel und 1. Wer schon alle Antworten lesen will, kann auch unter den Uploads jetzt schon alles lesen: Dokument "Klo und Kompost Nutzung how to" hier https://urbane-gaerten.de/community/gruppen/49-kompostklo-grauwasser/31-files

Präambel

Wir sagen ja immer gerne, dass die ganze Kümmerei sehr von den Rahmenbedingungen abhängt. Ich probiere trotzdem sinnvolle Antworten zu geben, die etwas allgemeiner sind, dafür aber hoffentlich anpassbar für die meisten Gärten.

Zunächst muss ich nochmal kurz skizzieren, wie das Klo und die Verwertung aufgebaut sind. Daraus leiten sich die Antworten ab. Hierfür denken wir uns mal ein Modell-Klo. Nehmen wir an es gibt einen Kacke-Komposthaufen und ein Trennklo mit Eimer für Kacke und Kanister für Urin im Garten. Zum „Spülen“ gibt es eine Wanne Holzspäne. Das Klo ist in einem Klohäuschen.
Am Design wichtig: Absolute Priorität hat Hygiene – sowohl im und am Klohäuschen sowie am Komposthaufen – das heißt für den Kompost, dass er einen abgeschiedenen, abgeschlossenen Ort braucht, wenn da die Fäkalien kompostiert werden sollen. Wir haben also zwei Bereiche mit Übergang: „Klo & Behälter“ und „Komposthaufen“.


1. was für "Modi des Kümmerns" um ein Kompostklo haben sich bei Gruppen bewährt?

„Kümmern“ ist ein gutes Stichwort, genau. Mensch muss sich kümmern. Es bietet sich an, die Verantwortung in einer AG, beispielsweise namens „Klo und Kacke-Kompost“ zu bündeln.

Das heißt: die AG, bestehend aus zwei oder mehr Leuten, hat die ganze Sache auf‘m Schirm und fühlt sich verantwortlich für das funktionierende Klo und den sicheren Komposthaufen. Verantwortung ist dabei nicht gleich „macht alles selbst“ - die AG organisiert die Abläufe am besten so, dass auch Aufgaben einfach delegiert werden können. Sie muss jedoch das Kümmer- und adas Hygiene-Konzept erstellen und dafür sorgen, dass die Abläufe funktionieren und sicher sind, für die die sie umsetzen. z.B. kann jede*r mal neues Putzmittel fürs Klo kaufen, neue Sägespäne mitbringen oder einen Eimer auf den Komposthaufen leern – die AG trägt dafür Sorge, dass dies rechtzeitig geschieht. Kommunikation ist ein wesentlicher Bereich des Machens und Kümmerns!

Eine AG ist eine Arbeitsgruppe; natürlich können die Aufgaben in Gruppen rotieren, so dass sich zum Beispiel alle zwei Jahre Aufgaben getauscht werden und neue Leute die Klo-AG machen. Dabei: unbedingt Wissensweitergabe, am besten direkt digital die Schritte dokumentieren, um Wissen einfach von AG-Besetzung 1 zu AG-Besetzung 2 weitergeben zu können.
  1.   KanTe-Lisa
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  4. Letzte Antwort von Gudrun Walesch
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...heute ein paar Infos zu einem bislang eher unterrepräsentierten Thema - dem Grauwasser.

Vor ein paar Wochen habe ich bereits grundlegende Infos in Form einer bebilderten kleinen Präsentation (Glossar_Fäkalien_Abwasser_Abwasserströme) hier...
...heute ein paar Infos zu einem bislang eher unterrepräsentierten Thema - dem Grauwasser.

Vor ein paar Wochen habe ich bereits grundlegende Infos in Form einer bebilderten kleinen Präsentation (Glossar_Fäkalien_Abwasser_Abwasserströme) hier abgelegt: https://urbane-gaerten.de/community/gruppen/49-kompostklo-grauwasser/31-files

Es folgen - zunächst grundlegende Infos zu Grauwasser, dann eine Bauanleitung für einen Grauwasserturm.

Was ist Grauwasser?

● Waschwässer aus Bad und Küche außer Klo

● Lässt sich unterscheiden in:
– Eher „schwach belastet“ ist Grauwasser aus Waschbecken, Dusche, Badewanne (ohne Küchen- und Waschmaschinenabfluss.)
– Als „stark belastet“ gilt Grauwasser aus der Küche und / oder Waschmaschine, mit Essensresten oder viel Waschmittel und Schmutz.

● Die Menge entspricht über 50 % (60 L) des täglichen Wasserverbrauchs

● Recycling (dezentral) ist möglich
– Recyceltes Wasser kann genutzt werden für Spülung der Toiletten / Gartenbewässerung
– Die Funktionsweise basiert auf biologischen und chemischen Prozessen (u.A. Bakterien). Diese sorgen für den Abbau der Verunreinigungen ab, Schmutzverbindungen lösen sich auf.
– Die Reinigung/Recycling kann z.B. in Pflanzenfiltern oder in kleinen Reaktor-Tanks–Recycling stattfinden. Es kann so den
Trinkwasserverbrauch um 30 Liter pro Person und Tag mindern.

Im Garten stellt sich vielleicht manchmal die Frage danach, wohin mit Hand- und Küchenabwaschwasser. Für leicht belastetes Wasser (Küche: ohne Essensreste, große Mengen Fett; Handwaschwasser: mit biologisch abbaubarer Seife ohne synthetische Duftstoffe) kann ein Grauwasserturm genutzt werden. Dieser ist ein (bewachsener) Filter aus Sand und Kies. Das Wasser kann direkt versickert werden, oder am unteren Ende aufgefangen und wiederverwendet werden.

Eine Anleitung mit vielen Fotos (Bauanleitung_Grauwasserturm) findet ihr hier: https://urbane-gaerten.de/community/gruppen/49-kompostklo-grauwasser/31-files

Fragen dazu? Gerne!

Viele Grüße in den Abend,

Lisa
  1.   KanTe-Lisa
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  4. Letzte Antwort von HelleOaseBerlin
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hi ihr, ich lebe mobil und suche immer wieder passende Entsorgungsmöglichkeiten für mein Komposteimerchen, in dem sich auch Fäkalien tummeln. Wo sind Firmen, die das annehmen ? Oder darf das in urbane Biomülltonnen (Heiskompostierung) ?
ich...
hi ihr, ich lebe mobil und suche immer wieder passende Entsorgungsmöglichkeiten für mein Komposteimerchen, in dem sich auch Fäkalien tummeln. Wo sind Firmen, die das annehmen ? Oder darf das in urbane Biomülltonnen (Heiskompostierung) ?
ich freue mich über Infos dazu, Frauke
  1.   moin@mpilami
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  4. Letzte Antwort von KanTe Ari
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Guten Morgen!

Nachdem ich einige Wochen ein paar Grundlagen zusammengetragen habe, will ich heute zusammenfassen, welchen ökologischen Nutzen Kompostklos (und Kompostierung im Allgemeinen) haben. Kleine Wiederholung: Kompostklo = Klo, in dem...
Guten Morgen!

Nachdem ich einige Wochen ein paar Grundlagen zusammengetragen habe, will ich heute zusammenfassen, welchen ökologischen Nutzen Kompostklos (und Kompostierung im Allgemeinen) haben. Kleine Wiederholung: Kompostklo = Klo, in dem Fäkalien ohne Wasser "recycelt"/kompostiert werden.

Close the loop - den Kreislauf schließen. Fäkalien sind Wertstoffe für Landwirtschaft und Garten, denn sie enthalten viele Nährstoffe!! In Urin sind 80 % unserer ausgeschiedenen Nährstoffe (u.A. 3-7 g Stickstoff pro Liter Urin, sowie die Makronährstoffe Phosphor und Kalium; und Weitere). In der Fäzes findet sich ein beachtlicher Teil Phosphor sowie der Hauptanteil des Kohlenstoffs unserer Ausscheidungen (vgl. Factsheets Urin & Fäzes - https://kante.info/download-bereich/fuer-oekoklos/). Woher kommen all diese Nährstoffe? Die Nährstoffe haben wir vorher mit der Nahrung zu uns genommen (einen Teil dafür nutzen wir zum Aufbau von Körpermasse, zur Energiegewinnung und für alle möglichen Prozesse im Körper. Einen Teil scheiden wir aus). Unsere Nahrung stand in ihrem aller-ersten Leben als Pflanze auf einem Acker und hat dem Boden (und der Luft (Stickstoff)) genau diese Nährstoffe entzogen. Das heißt, wir scheiden das aus, was vorher aus einem Boden genommen wurde - und was für erneuten Anbau gebraucht wird! In der Tierhaltung wird das längst anerkannt, wenn Gülle und Mist auf Feldern ausgebracht werden (auch wenn es hier den Landwirt*innen unter Anderem um die Entsorgung der riesigen Mengen von Tierfäkalien geht, was auch erhebliche Probleme - ethische Fragen Tier und Mensch betreffend, und Umweltprobleme beim Gülleausbringen, wie zum Beispiel Nitratauswaschungen - nach sich zieht). Das Problem der aktuellen Situation: die Nährstoffe in menschlichen Fäkalien kommen eben nicht Alle zurück aufs Feld; große Kläranlagen verbrennen Klärschlamm und ein Teil der Nährstoffe aus der Abwasserrreinigung landet immernoch in den Weltmeeren (bei schlechter oder keiner Reinigung) und sorgt für "Überdüngung" von Gewässern. Düngemittel braucht die Landwirtschaft trotzdem - und so wird Phosphat als Phosphorit im Bergbau abgebaut; in nordafrikanischen Ländern wie Tunesien, MarokkoSowie in China und den USA. Doch Bergbau ist ein harter Eingriff in Ökosysteme und Phosphor ist eine endliche Ressource - wir steuern auf Peak Phosphor zu (https://de.wikipedia.org/wiki/Peak_Phosphor). Das heißt: auch hier müssen "Erneuerbare" her - und ein riesiges Vorkommen sind dabei (menschliche) Fäkalien (nachdem die natürliche Ressource "Guano" - Vogel- & Fledermauskot - bereits weitgehend ausgebeutet ist). Synthetischer Stickstoffdünger bringt ein anderes Problem mit sich. Er wird unter großem Energieeinsatz aus Luftstickstoff hergestellt; die Ausgangsressource wird also nicht knapp werden (78 % der Luft), aber die Energie, die wir brauchen, um diesen Dünger herzustellen, wird knapper und geht mit Umweltzerstörung einher. Auch hier müssen andere Lösungen her.

Zusammengefasst: Kompostierung und Verwertung von Fäkalien hilft, Nährstoff-Kreisläufe (lokal) zu schließen. Kacke und Urin sind unendliche Ressourcen! Dazu kommt: Kompost ist ein extrem guter Bodenverbesserer! Es gäbe noch viel mehr zu sagen, über Kohlenstoff im Boden, über Erosion (ein weiteres ganz ganz erhebliches globales Problem in der Landwirtschaft) über die weltweite Klo-Situation - aber das kommt dann ein anderes Mal.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende,
Lisa
  1.   KanTe-Lisa
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  4. Letzte Antwort von Gudrun Walesch
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Hallo!
Heute ein kleiner Literatur-Tipp. Aus der Reihe "Einfälle statt Abfälle" - ein echter Klassiker der DIY-Literatut - "das Kompostklo". Die Reihe "Einfälle statt Abfälle" sind hübsche A5-Hefte mit Anleitungen zum Selbstbau aus gebrauchten...
Hallo!
Heute ein kleiner Literatur-Tipp. Aus der Reihe "Einfälle statt Abfälle" - ein echter Klassiker der DIY-Literatut - "das Kompostklo". Die Reihe "Einfälle statt Abfälle" sind hübsche A5-Hefte mit Anleitungen zum Selbstbau aus gebrauchten Materialien und mit viel Liebe zur Tüftelei! Das Heft "das Komposklo" gibt einen Einblick ins Kompostklo-Bauen - die Prinzpien dahinter und viele Ideen zur konkreten Umsetzung. Sehr inspirierend in seinem Erfindungsreichtum! Sprachlich und gestalterisch ein nostalgischer Ausflug ins letzte Jahrhundert, das Heft ist von 1993 (sofern es keine neue Auflage gegeben hat)!
Weitere Hefte gibt's beispielweise zur Solarthermie, zu Windkraft, Ofenbau, Töpfern und zu Allem rund um Fahrräder.
Bild vom Buch unter diesem Link: https://einfaellestattabfaelle.wordpress.com/einfalle-statt-abfalle-heftreihe-haushalt/1-kompost-toiletten/
Viel Spaß!
Lisa
  1.   KanTe-Lisa
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Guten Morgen!

"Hygiene auf Kosten der Umwelt? | Deutschland, deine Regeln" - das ist der Name eines interessanten Radio-Beitrags, den der SWR kürzlich gesendet hat. Es geht um's Düngen mit Urin und Fäzes und den Zusammenhang mit Umwelt- und...
Guten Morgen!

"Hygiene auf Kosten der Umwelt? | Deutschland, deine Regeln" - das ist der Name eines interessanten Radio-Beitrags, den der SWR kürzlich gesendet hat. Es geht um's Düngen mit Urin und Fäzes und den Zusammenhang mit Umwelt- und Ressourcenschutz ... ein guter Einstieg ins Thema: wozu Kompostklos? Hört doch mal rein:

https://www.swr.de/swr2/wissen/hygiene-auf-kosten-der-umwelt-100.html

Ich wünsche Euch einen schönen Tag,
Lisa
  1.   KanTe-Lisa
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Hallo ihr Lieben,

nach dem kleinen Spezial-Top zum „Trenn-Klos“, will ich heute nochmal das Thema Kompostklos vom Urknall her anfassen und einen bunten naturwissenschaftlichen Einstieg wagen – genauer gesagt: es geht ganz kurz und prägnant um n...
Hallo ihr Lieben,

nach dem kleinen Spezial-Top zum „Trenn-Klos“, will ich heute nochmal das Thema Kompostklos vom Urknall her anfassen und einen bunten naturwissenschaftlichen Einstieg wagen – genauer gesagt: es geht ganz kurz und prägnant um natürliche Kreisläufe. Beim Kompostklo geht es nämlich, ja, um Kompostierung, und diese wiederum beruht ja ganz, ganz elementar auf eben diesen wunderbar funktionierenden natürlichen Kreisläufen.

Ich habe eine kurze Bildergeschichte aus bunten Bilder-Folien gestaltet, die ihr hier findet (https://urbane-gaerten.de/community/gruppen/49-kompostklo-grauwasser/31-files; Name: Eine kurze Geschichte des organischen Materials.pdf). Zu Beginn der nächsten Woche schicke ich eine kleine Auflösung der Geschichte hinterher.

In den kommenden Wochen findet ihr dann darauf aufbauend kurze Inputs, bis wir beim superduper-top Kompostklo und bei der Grauwasser-Behandlung landen. Seid gespannt!

Mit den besten Grüßen ins Wochenende,
Lisa
  1.   KanTe-Lisa
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Hallo hallo,

was sind eigentlich Trennklos? Und wofür sind die gut? Das lest ihr hier

Es gibt (immer wasserlose = trockene) Komposttoiletten, in denen Urin und Fäzes (das ist das Fachwort für Kot, Kacke, ..) getrennt werden. Diese nennt...
Hallo hallo,

was sind eigentlich Trennklos? Und wofür sind die gut? Das lest ihr hier

Es gibt (immer wasserlose = trockene) Komposttoiletten, in denen Urin und Fäzes (das ist das Fachwort für Kot, Kacke, ..) getrennt werden. Diese nennt man „Trocken-Trenn-Toiletten“.

Die Idee der Trennung von Urin und Fäzes beruht grundlegend auf mindestens folgenden Erwägungen:
a) die unterschiedlich verteilte hygienische Belastung der Stoffströme und damit einhergehende Handhabungsanforderungen
b) die Geruchsentwicklung.

Hinweis: Ich werde zu den genauen Behandlungsverfahren noch mehr Informationen in der nächsten Zeit anbieten und will hier nur die Grundlagen anreißen – dies ist keine abschließende Anleitung zur Nutzung von Trenntoiletten-Produkten!

Zu a) der ausgeschiedene Urin verlässt den Menschen weitgehend steril, ist also hygienisch relativ unbedenklich. Das bedeutet der Kontakt damit führt selten zur Infektion mit einer Krankheit. Gleichzeitig macht Urin den mengenmäßigen Hauptteil unserer Ausscheidungen aus (1 - 1,5 L am Tag). Ganz anders die Fäzes - diese Ausscheidung ist wesentlich infektiöser und viele Krankheitserreger werden mit ihr ausgeschieden. Gleichzeitig macht Fäzes den mengenmäßig kleineren Anteil an unseren Ausscheidungen aus (um die 150 g/ Tag).
Wenn ich nun diese beiden Ströme trenne, habe ich einen relativ großen aber unbedenklichen Urin-Strom und einen kleineren, aber infektiöseren Anteil von Fäzes (mit Streu). Der Urin-Strom wird durch die Trennung nicht mit Krankheitserregern aus der Fäzes quer-kontaminiert (verschmutzt) und kann relativ einfach behandelt und weiter verwendet werden. Er kann nach mehrmonatiger Lagerung zur Düngung genutzt werden. Gleichzeitig bleibt die Menge infektiöseren Materials – die Fäzes – relativ klein. Die Fäzes wird außerdem durch die Trennung vom Urin unter dem Zusatz einer Streu (getrocknete Pflanzenteile, Erde, Sägespäne, Tier-Einstreu ...) von Anfang an getrocknet, was die Krankheitserreger nicht mögen und somit die Gefährlichkeit des Materials senkt. Erst eine anschließende 2-jährige Kompostierung garantiert den weitgehend unbedenklichen Einsatz des „Kacke-Komposts“.

Zu b) die Trennung soll einer schnellen Trocknung der Fäzes dienen, was neben dem oben genannten Effekt, geruchsreduzierend wirkt. Natürlich kann auch ohne eine Trennung eine Trocknung erfolgen (indem mehr Streu zugegeben wird), aber der Streu-Einsatz kann durch die Trennung reduziert werden.

Soweit ein paar erste Worte zur Trennung im Klo -- eine Möglichkeit ein Kompostklo zu betreiben/nutzen.

Mit besten Grüßen,
Lisa
  1.   KanTe-Lisa
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