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Grauwasser!
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...heute ein paar Infos zu einem bislang eher unterrepräsentierten Thema - dem Grauwasser.

Vor ein paar Wochen habe ich bereits grundlegende Infos in Form einer bebilderten kleinen Präsentation (Glossar_Fäkalien_Abwasser_Abwasserströme) hier abgelegt: https://urbane-gaerten.de/community/gruppen/49-kompostklo-grauwasser/31-files

Es folgen - zunächst grundlegende Infos zu Grauwasser, dann eine Bauanleitung für einen Grauwasserturm.

Was ist Grauwasser?

● Waschwässer aus Bad und Küche außer Klo

● Lässt sich unterscheiden in:
– Eher „schwach belastet“ ist Grauwasser aus Waschbecken, Dusche, Badewanne (ohne Küchen- und Waschmaschinenabfluss.)
– Als „stark belastet“ gilt Grauwasser aus der Küche und / oder Waschmaschine, mit Essensresten oder viel Waschmittel und Schmutz.

● Die Menge entspricht über 50 % (60 L) des täglichen Wasserverbrauchs

● Recycling (dezentral) ist möglich
– Recyceltes Wasser kann genutzt werden für Spülung der Toiletten / Gartenbewässerung
– Die Funktionsweise basiert auf biologischen und chemischen Prozessen (u.A. Bakterien). Diese sorgen für den Abbau der Verunreinigungen ab, Schmutzverbindungen lösen sich auf.
– Die Reinigung/Recycling kann z.B. in Pflanzenfiltern oder in kleinen Reaktor-Tanks–Recycling stattfinden. Es kann so den
Trinkwasserverbrauch um 30 Liter pro Person und Tag mindern.

Im Garten stellt sich vielleicht manchmal die Frage danach, wohin mit Hand- und Küchenabwaschwasser. Für leicht belastetes Wasser (Küche: ohne Essensreste, große Mengen Fett; Handwaschwasser: mit biologisch abbaubarer Seife ohne synthetische Duftstoffe) kann ein Grauwasserturm genutzt werden. Dieser ist ein (bewachsener) Filter aus Sand und Kies. Das Wasser kann direkt versickert werden, oder am unteren Ende aufgefangen und wiederverwendet werden.

Eine Anleitung mit vielen Fotos (Bauanleitung_Grauwasserturm) findet ihr hier: https://urbane-gaerten.de/community/gruppen/49-kompostklo-grauwasser/31-files

Fragen dazu? Gerne!

Viele Grüße in den Abend,

Lisa
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  1. vor 3 Wochen
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Danke Lisa,
Deine Infos bringen mich schon mal deutlich weiter! Ich meld mich, wenn noch Fragen kommen :-)
Liebe Grüße
anna
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  1. vor 3 Wochen
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Ihr Lieben,

noch ein Nachklapp zu meiner ersten Antwort von meiner Mit-Kollektivistin - sie arbeitet bei einem Ingenieur*innen-Büro das sich mit (Ab-/Regen)Wasserreinigung beschäftigt und kennt sich daher auch ganz allgemein mit der deutschen Rechtslage aus.

Die Informationen sind denen, die ich euch vor circa einer Woche gegeben habe ähnlich, aber etwas spezifischer:

Offiziell wird der Wasseranschluss, Zu- und Abwasser über die Wasserbetriebe vorgegeben. Es gibt - je nach Wasserbetrieb - die Möglichkeit einen reinen Gartenwasseranschluss zu haben. Dann wird davon ausgegangen, dass kein Abwasser entsteht, weil Gießwasser ja versickert.
Wenn Wasser für etwas anderes als Gießen gebraucht wird, ist davon auszugehen, dass das Wasser in seiner Eigenschaft verändert wird und somit die rechtliche Definition von Abwasser greift. Dann ist entweder per Anschlusszwang direkt den (Abwasser)Betrieben anzudienen bzw. indirekt über abflusslose Sammelgruben oder eine genehmigte Kleinkläranlage zu betreiben.

Dennoch: es besteht die Option, dass im Einzelfall mit den Wasserbetrieben gesprochen werden kann.

Und nochmal ein übergeordneter Hinweis, da ihr von "Ordnungsamt/Lebensmittelüberwachung" schreibt: Es ist zu unterscheiden, ob es um Lebensmittel und Hygiene geht - v.a.in Kombination mit Zubereitung und Ausgabe von Essen an Dritte und damit das Gesundheitsamt zuständig ist. Oder ob es um den Verbleib (Ableitung/Sammlung/Aufbereitung) von produziertem Abwasser geht. Die Zuständigkeit liegt bei der Wasserbehörde und den Wasserbetrieben.

Ich hoffe die Antwort war hilfreich für Euch. Wenn sich neue/weiter Fragen daraus ergeben, fragt gerne nochmal nach.

Liebe Grüße!!
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  1. vor 1 Monat
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Hallo Anna,

Danke für deine Frage - nein, die wurde hier noch nicht beantwortet. Ich kann dazu zumindest grob Auskunft geben, hab aber auch nochmal eine Kollegin angefragt, die da rechtlich (hoffentlich) noch mehr drin steckt - liefere also nochmal was nach die Tage.

Generell isses so, wenn ihr die Küche den Behörden gegenüber öffentlich macht:

Tatsächlich gibt es rechtlich einen sogenannten "Anschlusszwang" - das heißt, kommunalrechtlich ist vorgeschrieben, dass ein Anschluss (z.B. ans Abwassernetz) gemacht werden muss. Die Notwendigkeit, die Gemeindebürger*innen zur Benutzung gemeindlicher Anstalten anzuhalten, liegt darin begründet, dass viele gemeindliche Einrichtungen nur in dieser Weise kostendeckend und auslastungsgerecht betrieben werden können. Und hygienische/gesundheitliche Fragen spielen hier auch eine Rolle. Es ist allerdings nicht verboten, parallel dazu zum Beispiel eigene Regenwasser- und Grauwasseraufbereitungsanlagen zu haben und zu nutzen. Ich kenne diese Regelungen bisher hauptsächlich aus dem privaten /häuslichen Bereich.
Es könnte sein, dass ihr euch auch vom Anschlusszwang befreien lassen könnt als Garten - zum einen habt ihr vielleicht einen Sonderstatus, weil ihr ja jetzt nicht die kompletten Abwässer aus einem Haus irgendwo versickern wollt, sondern die nur sehr geringe Mengen anfallen und es kann auch sein, dass ihr als Gemeinschaftsgarten vielleicht auch besonderen Bestimmungen unterliegt.

Aber, abseits von rechtlichen Fragen: ihr solltet euch tatsächlich überlegen, wohin mit den Küchenabwässern. Denn seine Reinigung ist grundsätzlich ja gut und wichtig. Habt ihr euch dazu Gedanken gemacht ? Die Kanalisation ist eine Möglichkeit. Wenn ihr Wasser vor Ort wiedernutzen oder versickern wollt, was ökologisch top ist, müsstet ihr genauer überlegen... Der Grauwasserturm, den wir oft empfehlen, eignet sich für kleinere Mengen Handwasch- Küchenabwasser, und wenn wenig Fett dabei ist. Wenn ihr richtig "groß" die Küche nutzen wollt, dann ist es gut ein bißchen ausgereifteres Recycling-Konzept zu nutzen, das müsste dann individuell (Menge, Art, Frequenz der Abwässer) geplant werden und ist auch mit Kosten verbunden, weil das dann ein Ingenieur*innenbüro machen würde.

Zu guter letzt: ich gebe die Frage noch in die Runde weiter: hat jemand aus einem Gemeinschaftsgarten Erfahrung mit der Frage von Anna ?

Lieben Gruß,
Lisa
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  1. vor 1 Monat
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Hallo,
auch auf die Gefahr hin, dass die Frage hier irgendwo schon mal beantwortet wurde: wie ist das mit der Nutzung von Grauwasser im öffentlichen Gemeinschaftsgarten. Wir wollen ein Projekt starten, in dem auch gekocht wird. Das Projekt findet in unserem Bürgergarten Helle Oase statt. Wir haben zwar einen Wasser-, aber keinen Abwasseranschluss. Ein wenig befürchten wir, dass uns das Ordnungsamt/Lebensmittelüberwachung aufs Dach steigt, wenn wir dort keine Standardlösung wegen des Abwassers präsentieren. Gibt es da irgendwo eine Rechtsgrundlage, die uns erlaubt, eine Küche ohne Abwasseranschluss zu bauen?
Danke und liebe Grüße
Anna
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  1. vor 1 Monat
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Die Dateien finden sich unter "Dateien" im Menü der Gruppe
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