Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation


Inhaltsübersicht:



Ohne Öffentlichkeit läuft nichts. Doch wie verschafft man sich in Zeiten der Informationsflut die Aufmerksamkeit und das Interesse der Medien? Die Antwort: Durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit! Doch was genau ist das? Alles das, was Ihr tut, um Euer Projekt nach außen hin sichtbar zu machen und darzustellen: Wenn Ihr die NachbarInnenn zum Sommerfest in den Gemeinschaftsgarten einladet; wenn Ihr bei der örtlichen Bürgerstiftung nach finanzieller Unterstützung anfragt; wenn Ihr mit Kindern des Kindergartens in Eurem Garten eine interkulturelle Brotbackaktion veranstaltet; wenn Ihr eine/n LokalpolitikerIn in Euer Projekt einladen.... alles das ist Öffentlichkeitsarbeit. Die Presse- oder Medienarbeit ist ein Teil davon und auf sie soll auf dieser Praxisseite näher eingegangen werden.




Wie mache ich mein Projekt bekannt?

      Schafft Anlässe, erfindet „Events“, die für die Medien bzw. für die Öffentlichkeit interessant sein könnten. Beispiele: Eröffnung des Gartens, Tage der offenen Tür, interessante Kurse, Exkursionen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie Schulen oder Kindergärten, saisonale Feste wie Ernte-Dank- oder Sommerfeste, Aktionen wie „Unkrautjäten mit den NachbarInnen“, Kampagne zur Anwerbung von Mitgliedern, der Jahresbericht des Vereins, besondere Angebote für Kinder oder zu spezifischen Themen.


      Als Grundlage und thematischer Gesprächsausgangspunkt kann zum Beispiel das Urban-Gardening-Manifest dienen:
http://urban-gardening-manifest.de

      Nehmt persönlichen Kontakt auf, also ruft bei den Redaktionen von Tageszeitungen, den Radio- und Fernsehsendern sowie den Anzeigenblättern und Kirchenzeitungen an. Erkundigt Euch, wer für Eure Themen zuständig ist. Versucht, einen Besuchstermin in der Redaktion zu verabreden. Manche Redaktionen sind sehr offen dafür. Und dabei nicht vergessen: Nehmt Infos mit und zeigt ein paar ansprechende Fotos vom Garten. Ladet Journalisten in den Garten ein – Anschauen wirkt manchmal Wunder.


      Haltet auf jeden Fall wohldosierten Kontakt. Ihr erfahrt dann auch, wenn es einen Wechsel in der Zuständigkeit gegeben hat oder neue Themen in Vorbereitung sind, die für Euch von Interesse sein könnten. Fragt Eure/n AnsprechpartnerIn, wie und mit welchem Medium Ihr Eure Informationen übermitteln sollt.


      Größere Ereignisse könnt Ihr auch in einer Pressemitteilung verbreiten. Auch hier empfiehlt es sich, diese immer an eine konkrete Person zu richten. Notfalls vorher noch mal anrufen.


      Viele Lokalmedien verfügen über Rubriken, in denen regelmäßig über das örtliche Vereinsleben berichtet wird und Veranstaltungstermine veröffentlicht werden. Oft gibt es auch regionale oder städtische Veranstaltungskalender online. Hier können Termine in der Regel kostenfrei veröffentlicht werden.
      • Tipp 1:
        Pressearbeit ist wichtig. Deshalb: Nehmt von Anfang an Kontakte zu den Medien auf und pflegt diese.
      • Tipp 2:
        Verfolgt regelmäßig die Berichterstattung in der Tagespresse und prüft, ob sich sinnvolle Verknüpfungen zu Euren Themen herstellen lassen.
      • Tipp 3:
        Vielleicht könnt Ihr für das Gartenprojekt einen attraktiven Schirmherrn oder Schirmfrau gewinnen – also eine Person, die von öffentlicher Bedeutung in Eurer Stadt oder Region ist. Oftmals verfügen diese Personen über gute Medienkontakte und setzen sich auch sonst gerne für „ihre“ Projekte ein.


Wie halte ich Kontakt zur Presse?

      Informiert die Redaktionen der lokalen und regionalen Medien kontinuierlich. Ruft dort persönlich an, wenn Ihr eine Neuigkeit habt und schickt diese dann auch noch als E-Mail.
Informiert stets rechtzeitig, und gebt immer eine Kontakttelefonnummer/-E-Mail an. Wichtig ist, dass Ihr für Rückfragen auch tatsächlich erreichbar seid. Selbstverständlich kann es vorkommen, dass etwas nicht ganz richtig berichtet oder jemand falsch zitiert wurde. Ruft ruhig an und stellt dies sachlich klar.

Wichtig: Bittet bei allen Medienkontakten um Belegexemplare bzw. Mitschnitte - egal, ob es sich um Radio, Fernsehen, Zeitungen oder Onlinepublikationen handelt. Ihr könnt diese Materialien sehr gut für Eure Öffentlichkeitsarbeit nutzen und auch bei Förderanträgen einsetzen. Und so verschafft man sich die Möglichkeit zur Richtigstellung, falls mal etwas falsch oder verfälschend wiedergegeben wurde.


Online: Website, Blog und Social Media

Die neuen Medien – also z.B. eine attraktive Internetseite und E-Mail-Kommunikation – unterstützen die Öffentlichkeitsarbeit und können sie sehr vereinfachen, etwa beim Versand einer Pressemeldung. Das macht jedoch die persönliche Kontaktpflege nicht überflüssig. Im Gegenteil: E-Mails mit Infos verschwinden manchmal oder werden nicht beachtet, weil der/die EmpfängerIn schon lange nicht mehr in der Redaktion arbeitet. Also: Auch der E-Mail-Verteiler sollte regelmäßig aktualisiert werden.

Inzwischen gibt es zahlreiche Angebote für das Aufsetzen von eigenen Websites oder Blogs. Das Content-Management-System Wordpress z.B. ist einfach zu handhaben, und das Programm ist kostenfrei. Aktuelle Angebote findet man im Internet.
Social-Media-Netzwerkseiten wie bei Facebook oder Instagram sind schnell eingerichtet, lassen sich einfach nutzen und können viele Menschen erreichen. Habt Ihr einen Blog oder eine Website eingerichtet, postet die Links zu dieser Seite bei Facebook, Instagram und Co. Bespielt Ihr mehrere Social-Media-Kanäle, hilft ein Tool wie www.ifttt.com, mit dem Ihr Eure Kanäle untereinander verknüpfen können und nicht mehrfach an unterschiedlicher Stelle das gleiche posten müsst.



Attraktive Info-Materialien

Attraktive Info-Materialien wie Flyer, Poster, eine kurze Projektchronologie sowie druckfähige Fotos können die Medienarbeit sehr erleichtern. Wenn möglich, präsentiert den Garten auf Facebook und/oder Instagram, mit einem Blog oder einer Internetseite.
Wichtig: Weder das Internet, noch andere Kommunikationskanäle sind rechtsfreie Räume. Auch hier müssen Urheber und Persönlichkeitsrechte beachtet werden. Am einfachsten ist es, wenn ausschließlich eigene Inhalte, Fotos oder Karten(!) verwendet werden. Von allen abgebildeten Personen muss eine Einverständniserklärung vorliegen - dann ist man auf der sicheren Seite. Ein kurzer Hinweis auf den/die FotografIn und die Bildverwendung z.B. am Eingang der Veranstaltung vermeidet Missverständnisse. Mehr Infos zu Bildrechten gibt es hier und  speziell zum Thema Facebook hier.


Webinar: Urbane Narrative

Das Webinar beschäftigt sich mit der Bedeutung von Narrativen für Stadtmacher*innen.



Download der Präsentation hier.