Blog Urbane Gärten

  • 27. April 2020
    Für den Erhalt des Prinzessinnengartens
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    Das Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin ist durch Maßnahmen des Umwelt- und Naturschutzamtes Neukölln in seiner Existenz bedroht. 2018 initiierte das Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin einen offenen Gemeinschaftsgarten auf einer Friedhofsfläche. Zusammen mit dem Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte (EVFBS) ist es so gelungen, ein neues Flächennutzungsmodell zu finden, das eine langfristige Perspektive darstellt und beispielgebend für andere urbane Gärten sein kann. Die Anordnung zum Rückbau durch das Bezirksamt Neukölln betrifft den Großteil des Gemeinschaftsgartens. Alle Versuche des Friedhofsverbandes, eine Kompromisslösung zu finden und Gesprächsoffenheit zu vermitteln, sind bislang gescheitert.>> zur Petition für den Erhalt des Prinzessinnengartens.

  • 21. April 2020
    Corona und urbane Gemeinschaftsgärten
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    Wie reagieren eigentlich Gemeinschaftsgärten auf die Einschränkungen gemeinschaftlichen Handelns in Corona-Zeiten? Die Deutsche Presseagentur (dpa) hat sich bei der anstiftung erkundigt, der Artikel erschien in vielen überregionalen Blättern, u.a. auch in der Süddeutschen Zeitung. Auf der Plattform urbane-gaerten.de teilt und diskutiert die Gemeinschaftsgarten-Community kontinuierlich den möglichst kreativen Umgang mit den gesetzlichen Vorgaben.



  • 24. Februar 2020
    Kein Ende der Geschichte!
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    Der Soziologe Ingolfur Blühdorn sorgt sich schon seit Längerem darum, dass der modernen Demokratie ihre Grundlagen abhandenkommen – hier insbesondere die nationalstaatliche Souveränität sowie die Verfügung über natürliche und gesellschaftliche Ressourcen, die bisher Wohlstand und Umverteilung ermöglichten. Der Professor für soziale Nachhaltigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien leitet das Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit. Jetzt hat er mit Kolleg_innen ein neues Buch veröffentlicht mit dem vielsagenden Titel „Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit“. Wer immer schon wissen wollte, „warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet“ (Untertitel), findet in dem Sammelband soziologisch fundierte Antworten. Ob einem* diese Antworten gefallen, steht auf einem anderen Blatt. Blühdorn & Kolleg_innen wollen nicht darin gefallen, die Verhältnisse schönzureden, das überlassen sie anderen. Sie wollen auch keinen (falschen) Trost verbreiten, sie wollen aufzeigen, was ist. Dies allerdings schon in der Hoffnung, dass das klare Erkennen dessen, was ist, helfen könnte bei der Wende zum Besseren.

    Im Unterschied zu anderen Nachhhaltigkeitsforscher_innen, die mit Verweis auf nachhaltigen Konsum und Nischenaktivismus die Gesellschaft auf einem guten Weg sehen, befassen sich Blühdorn & Kolleg_innen vor allem mit den Blockaden, die der gewollten Trendwende in Richtung sozial und ökologisch nachhaltige Gesellschaft entgegenstehen; mehr noch, sie bezweifeln, dass die sozial-ökologische Transformation überhaupt (noch) gewollt ist. Das Paradigma der Nachhaltigkeit, auf das man sich, zumindest theoretisch, einmal geeinigt hatte (im Erdgipfel von Rio 1992 und den Klimaabkommen seit Kyoto 1997), steht derzeit grundsätzlich zur Disposition. Mit der Erschöpfung der Ressourcen verbreite sich das Gefühl, dass eben doch nicht genug für alle da sei, und es werde die Parole ausgegeben „Rette sich, wer kann“.

    Blühdorn beobachtet in den westlichen Gesellschaften – gerade auch in ihren kosmopolitischen Milieus – die wilde Entschlossenheit, den gewohnten Lebensstil, komme was wolle, zu verteidigen. Auch um den Preis, sich von Gerechtigkeit- und Menschenrechtidealen zu verabschieden. Die AfD, so seine provozierende These, verfolge die Politik des Ausschlusses lediglich offen, die andere Parteien, mit Rücksicht auf Wählerstimmen, klammheimlich verfolgten. Der empörte Abscheu gegen die völkische Rede sei nichts weiter als eine Externalisierungsstrategie, so wie die Verschiffung von Müll in den Globalen Süden eine ist.

    So weit, so desillusionierend. Allerdings betont Blühdorn eingangs zurecht, dass wir es nicht nur mit der Transformation der empirisch-sozialen Verhältnisse, sprich mit dem Klimawandel, der Erschöpfung der Ressourcen etc., zu tun haben, sondern vor allem auch mit den Formen ihrer sozialen Wahrnehmung und den Maßstäben ihrer Bewertung. Und das bedeutet, es ist noch lange nicht ausgemacht, wie sich die Verhältnisse entwickeln werden. Die Formen der sozialen Wahrnehmung und die Maßstäbe ihrer Bewertung müssen nicht bleiben, wie sie sind. Ob die Subjekte ihre Bedürfnisse nach Freiheit, Selbstverwirklichung und Authentizität auf Dauer mit ihren Konsummöglichkeiten zusammenfallen sehen, ist so offen wie offensichtlich ist, dass die Geschichte keineswegs an ihr Ende gekommen ist.

    Ingolfur Blühdorn (mit Felix Butzlaff, Michael Deflorian, Daniel Hausknost, Mirjam Mock) (2020): Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit. Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet, Bielefeld: transcript Verlaghttps://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4516-3/nachhaltige-nicht-nachhaltigkeit/

  • 05. September 2019
    Urbane Waldgärten
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    Der Begriff "urbane Waldgärten" ruft als erste Assoziation ein Paradox auf: Ist es denn im Wald nicht zu schattig für einen Garten? Gemeint ist jedoch der mehrschichtige Pflanzenaufbau nach dem Prinzip eines Waldes. Die Deutsche Presseagentur (dpa) findet diese neue Form des Gemeinschaftsgärtnerns jedenfalls so interessant, dass sie einen ausführlichen Bericht veröffentlichte.http://urbane-waldgaerten.de/

  • 18. April 2019
    Webinar: Wildbienen in Gemeinschaftsgärten
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    Wildbienen sind wichtige Bestäuberinsekten, doch ihr Lebensraum wird immer knapper. In Deutschland sind sie stark gefährdet, etwa die Hälfte der 600 Wildbienenarten hierzulande steht auf der Roten Liste, einige sind schon ausgestorben oder unmittelbar bedroht. Den oft hochspezialisierten Wildbienenarten fehlen Nahrung und Nistmöglichkeiten.Das Webinar von Dr. Christian Schmid-Egger beschäftigte sich u.a. mit folgenden Fragen: Wie können Wildbienen (und andere Bestäuberinsekten) in Gemeinschaftsgärten gefördert werden? Was für Bedingungen sind förderlich? Auf was muss man beim Nistkastenbau achten? Wie vertragen sich Wildbienen mit Honigbienen und anderen Insekten? Wie kann man die verschiedenen Gartennutzer*innen auf die Wildbienen aufmerksam machen?

    Download der Präsentation hier.



  • 26. Februar 2019
    Charta für das Berliner Stadtgrün
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    Trotz jahrelanger beeindruckender Bemühungen der Berliner Gartenbewegung um die selbstorganisierte Schaffung und Erhaltung von grünen Begegnungsorten für alle werden urbane Gärten vom Berliner rot-rot-grünen Senat augenscheinlich nur als (verzichtbare) Zwischennutzung gesehen. Zwar will der Berliner Senat in einem Impulspapier für eine Charta für das Berliner Stadtgrün die grüne Infrastruktur der Hauptstadt langfristig stärken – dabei scheinen aber ausgerechnet die Gemeinschaftsgärten keine bedeutsame Rolle zu spielen. Hier ist die Antwort des Netzwerks Urbane Gärten Berlin auf das Impulspapier.

  • 25. Februar 2019
    Was heißt hier gerecht?
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    Unter dieser Fragestellung tagte die anstiftung im November am Starnberger See. Ein Bericht über unsere Kooperationstagung erschien nun auf dem Blog interdisziplinäre Geschlechterforschung. Hier geht's zum Tagungsbericht.

  • 23. November 2018
    Urban Gardening Sommercamp 2018 in Köln
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    Das 7. bundesweite Sommercamp fand am ersten Septemberwochenende 2018 im Gemeinschaftsgarten NeuLand in Köln statt. Die besprochenen Themen waren u.a.: 
    • Erfahrungsaustausch zum Gemeinschaftsgärtnern mit Geflüchteten / UGAIN
    • Kollegiale Beratung: Strategien gegen Verdrängung
    • Austausch zu den stadtpolitischen Entwicklungen
    • Solarstrom im Gemeinschaftsgarten
    • Alles Große kommt vom Kleinen: Fermentieren
    • Gemeinsam gärtnern - zusammen wachsen
    • Gartengeräte-Workshop & Wenn Computerfreaks zum Hacken in den Garten gehen
    • Open Space zu Hierarchien im Garten mit Input
    Der Bericht vom Kölner Neuland-Garten gibt Einblicke in Inhalte und Atmosphären des Camps. Ein paar Bilder und Skripte vom Wochenende finden sich hier.Vielen Dank nochmal ans NeuLand-Team und alle weiteren HelferInnen!

  • 22. November 2018
    Taschen-Garten 2019
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    Auch für das kommende Jahr gibt es wieder einen Taschen-Garten.

    Er ist politischer Gartenkalender & persönlicher Terminplaner, mit wöchentlicher Anbauplanung und vielen Praxistipps für den (Gemüse-)Garten."In die Zukunft wachsen" ist der Titel des taschenGARTENs 2019. Damit ist nicht die Logik des "Wachsen oder Weichens" gemeint, mit der heute so viele landwirtschaftliche Betriebe zu kämpfen haben; nicht die Vorstellung von einem unendlichen Wachstum, wie es im Kapitalismus für möglich gehalten wird. Die MacherInnen fragen sich vielmehr, wie man diesem System endgültig entwachsen kann. Und was es braucht, damit eine Transformation der Agrarsysteme gelingen kann und wie diese dann aussehen könnten. Sie fragen sich, wie  Lebensmittel auf eine gesunde Art und Weise wachsen können, so dass die Nahrungsmittelproduktion dauerhaft funktionieren kann. Und wie die produzierten Lebensmittel dann auch allen zugänglich gemacht werden können.

    taschenGARTEN 2019 bestellen unter:

    https://www.taschen-garten.de



  • 16. Juli 2018
    Gartenaktivismus und kollektives Kartieren
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    Der Berliner Gartenforscher Severin Halder hat sich – gemeinsam mit anderen – über Jahre hinweg die Hände dreckig gemacht – und dabei stets einen klaren Kopf bewiesen. Da sein im Sommer 2018 im transcript Verlag erschienenes Buch zugleich seine Doktorarbeit an der FU Berlin ist, bewegte sich der Geograph während seiner „Aktionsforschungen zu urbanen Gärten und kritischen Karten zwischen Berlin und Medellín“ im unscharfen Schnittstellenbereich von politischer Arbeit und wissenschaftlicher Qualifikation. Dass ihm dieser Spagat mit Hilfe des methodischen Settings der Aktionsforschung gelungen ist, zeigt das lesenswerte Buch mit vielen Fotos, Grafiken und Zeichnungen in besonderer Weise. Verwiesen sei auch auf die Buchwebsite (mit freiem Download des Werks), die nicht zuletzt das Vorgehen bei Gründung und Betreiben seines „Headquarters“ reflektiert: dem Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld, dessen Aktivitäten seit 2011 eng mit Raumstrategien unterschiedlicher Akteure aus den umliegenden Kiezen verbunden ist – und damit nicht zuletzt auch Resonanz auf Seiten der Berliner Stadtentwicklungspolitik erzeugte.Severin Halder: Gemeinsam die Hände dreckig machen. Aktionsforschungen im aktivistischen Kontext urbaner Gärten und kollektiver Kartierungen. Bielefeld 2018



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