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Ein Ort für Viele: Die Bunten Gärten in Eisenach

EisenachBGInspiriert von der Community-Garden-Bewegung in den USA und den Internationalen Gärten Göttingen, entstand am Moseberg in Eisenach ein vielschichtiges Gartenprojekt. Der Spatenstich war 2009, die Eröffnung 2010. Ermöglicht wurde der Aufbau des Gartens durch eine Förderung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Getragen und koordiniert wird das Gartenprojekt von der DiakoThüringen, die Fläche stellt die Städtische Wohnungsgesellschaft zur Verfügung. Die Bunten Gärten bieten auf 500 Quadratmetern nicht nur gemeinschaftliche und individuelle Anbauflächen, sondern vor allem einen geschützten Freiraum – für alle, die in beengten Wohnverhältnissen oder Flüchtlingsunterkünften leben und hier einfach „sein“ dürfen.

Afghanische und ukrainische Familien, deutsche Senior*innen, Jugendliche und Menschen, die gemeinnützige Stunden (statt Strafe) ableisten, gestalten den Garten auf ihre Weisen. Nicht alles läuft reibungslos und es gibt Fluktuation bei den geflüchteten Familien, denn mit neuen Wohnungen oder Jobs ziehen viele weiter. Doch wer bleibt, findet hier einen Anker: Die Senior*innengruppe trifft sich regelmäßig, Kinder spielen zwischen den Beeten, und die Eisenacher Grundschule nutzt das „Grüne Klassenzimmer“ für ökologische Bildungsprojekte. 2018 erhielt der Garten dafür einen Sonderpreis der evangelischen Kirche. Auch Jugendliche aus der Nachmittagsbetreuung haben Hochbeete gebaut und gärtnern hier mit.

Wasser wird über Regenwasserernte vom Dach des Schuppens und ein natürliches Gefälle zu im Garten verteilten Wassertonnen geleitet, Gartengeräte stehen kostenfrei zur Verfügung. Bis zu 20 Parteien bewirtschaften eigene Beete, doch oft sind noch viele mehr mit dabei – ob zum Mitmachen, Feiern oder einfach zum Verweilen. „Hier kann jeder ein Stück gesundes Leben führen“, sagt die langjährige Koordinatorin, „ob durch das Arbeiten im Beet oder einfach durch das Sitzen im Grünen, weg vom Stress des Alltags.“

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21.04.2026

Gärtnern in der Klimakrise

thumpHitze, Dürre und immer häufigere Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hagel oder Stürme: Immer häufiger stehen Gemeinschaftsgärtner*innen vor der Herausforderung, mit längeren Trockenphasen, verschobenen Vegetationszeiten und neuen Schädlingen umzugehen. Doch es gibt Wege, diesen Veränderungen zu begegnen: Mit optimaler Bodenpflege, durchdachter Anbauplanung und sparsamer Bewässerung lassen sich Gärten widerstandsfähiger machen. Ökologisches Gärtnern ist außerdem eine konkrete Möglichkeit, selbst aktiv zum Klimaschutz beizutragen.

Im Webinar „Gärtnern in der Klimakrise“ stellte die Umweltwissenschaftlerin und promovierte Bodenkundlerin Dr. Vera Baumert praxisnahe Methoden zum Humuserhalt und -aufbau wie Mulchen, Gründung, Zwischenkulturen, organisches Düngen und Kompostieren vor, um Böden gegen Dürre und Starkregen widerstandsfähig zu machen. Sie zeigte, wie eine klimafeste und resiliente Anbauplanung gelingt und wie insektenfreundlich gegärtnert werden kann. Weitere Schwerpunkte bildeten die sparsame Nutzung von Wasser, Regenwassernutzung und die richtige Bewässerung. Abschließend gab es Tipps und Informationen, wie ressourcen- und klimaschonend gegärtnert werden kann – von torffreier Erde über das Teilen und Leihen von Gartengeräten, das Reparieren, Recyceln und den Verzicht auf fossil betriebene Gartengeräte.

Videomitschnitt und PräsentationsfolienRatgeber: Dein Klimagarten

14.04.2026

Begegnungsgarten Friedberg: Gemeinsam den Boden verbessern

Friedberg BegegnungsgartenDer Friedberger Begegnungsgarten, ein 10.000 m² großes interkulturelles Gartenprojekt, ist ein lebendiger Ort der Begegnung und des gemeinsamen Lernens. Die Stadt Friedberg stellt das Gelände pachtfrei zur Verfügung.
Hier gärtnern über 60 Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen, mal als Einzelpersonen, mal als Familien oder in Gemeinschaft mit anderen. Viele bringen eigene Anbaukulturen und Sprachen mit, was den Garten besonders vielfältig macht. Seit der Gründung 2018 setzt der Verein auf ökologische Prinzipien: Es gibt Komposttoiletten, das Wasser kommt aus einem Brunnen, im hinteren Teil gibt es eine Streuobst- und Blumenwiese. Ein Färbergarten und ein Themengarten mit bedrohten Pflanzen zeigen das Engagement für Artenvielfalt.

Ein zentrales Anliegen der Gärtner*innen ist die nachhaltige Bodenverbesserung. Der ehemalige Ackerboden ist humusarm. In Workshops lernen sie gemeinsam und tauschen sich über bodenschonendes Gärtnern, Bodenpflege und Methoden zur Bodenverbesserung aus. In der Praxis setzen sie auf Mulchen, Kompostieren und die Einarbeitung von biozertifiziertem regionalem Grünschnitt und von Pflanzenkohle. Zwei selbstgebaute Kompostmieten liefern zwar nur wenige Schubkarren Kompost pro Jahr, doch jede Schaufel zählt.
Der Garten lebt von Gemeinschaft: Regelmäßige Arbeitseinsätze, Feste und ein ganzjähriges Garten-Café stärken den Zusammenhalt. Die Kooperation mit der angrenzenden Kinderfarm Jimbala, bereichert das Angebot für alle.
Gründungsmitglieder des Trägervereins sind das Evangelische Dekanat Wetterau, Jimbala, der Verein Regionale Dienstleistungen Wetterau und der Verein „Mensch mach mit“.

Kurzportrait des Gartens mit Kontaktmöglichkeit

 

 

07.04.2026

Herausforderungen gemeinsam meistern: Perspektive ändern

News HerausGemeinschaftsgärten sind lebendige Orte der Begegnung und des gemeinsamen Handelns – Aufbau und Verstetigung können dabei herausfordernd sein. Die Arbeit lastet auf wenigen Schultern, es sind immer die Gleichen, die die Aufgaben erledigen. Der Informationsfluss ist intransparent, Treffen sind ineffektiv, und wie kann man neue Mitgärtner*innen gewinnen?
Zwei kreative Ansätze bieten hier Unterstützung: Dragon Dreaming und Design Thinking.

Dragon Dreaming ist ein umfassender Ansatz für Projekte, um diese besser zu organisieren und die Zusammenarbeit reibungsloser zu gestalten. Mit dem Traumkreis wird eine gemeinsame Vision entwickelt, der Projektplan führt von der Idee zur Umsetzung, und der Projektzirkel öffnet die Perspektive für verschiedene Phasen des Projekts. So würdigt z.B. das gemeinsame Feiern die Fortschritte der erledigten Arbeit. Aufgaben, Rollen und Entscheidungsstrukturen können nach und nach geklärt werden. Die Methode bietet Werkzeuge, um Projekte spielerisch partizipativ und zielgerichtet zu gestalten. Es lohnt sich, Dragon Dreaming zunächst bei der Durchführung kleinerer Projekte auszuprobieren.

Design Thinking hingegen ist dafür geeignet, um kreative Lösungen für konkrete Anliegen oder Herausforderungen zu finden – etwa, wenn es darum geht, mehr Menschen für den Garten zu begeistern. Im Mittelpunkt steht dabei der Perspektivenwechsel: Wer sind die (potenziellen) Mitgärtner*innen? Was ist ihr Mehrwert des Gartens? Was interessiert und begeistert sie? Aus diesen Erkenntnissen können Prototypen gebastelt, getestet und weiterentwickelt werden.
Beide Ansätze lassen sich gut kombinieren und bieten Gemeinschaftsgärten neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten.
Beide Methoden werden im Webinar „Herausforderungen gemeinsam meistern“ vorgestellt.

Videomitschnitt und Präsentationsfolien
Handout (PDF)

 

31.03.2026

Es geht los: erste Pflanzaktionen im Urbanen Waldgarten München

Muenchen WaldgartenWas vor zwei Jahren als Vision begann, wird jetzt Realität: In München entsteht ein urbaner Waldgarten. Der gemeinnütziger Trägerverein hat schon über 40 Mitglieder. Nach einigen Gesprächen mit der Stadt München konnte die schnell wachsende Gartengruppe nun loslegen. Auf dem Michaeliacker im Stadtteil Berg am Laim entwickelt die Gruppe das Gartenprojekt. In mehreren Schichten – von Bodendeckern über Sträucher und Kletterpflanzen bis hin zu Bäumen – entstehen essbare und ökologische Lebensräume. Sie bieten Nahrung für Menschen und gleichzeitig Lebensraum für Tiere und Insekten. Der Waldgarten soll nicht nur ein Naschgarten werden, sondern auch ein Ort für Umweltbildung, bürgerschaftliches Engagement, Gemeinschaft und Biodiversität sein.

Die erste Pflanzung fand am 1.März statt. Rund 60 begeisterte Helfer*innen haben 130 Sträucher gesetzt. Das ist der Grundstein für den Waldgarten. Die Nachbarschaft zeigt reges Interesse an dem Projekt, viele neue Kontakte sind schon bei dieser ersten Aktion auf der Fläche entstanden.
Die ersten Bäume steuert die Stadt München bei, sie werden in einer der nächsten Pflanzaktionen gesetzt. Die „Pionier“pflanzungen werden dann beobachtet, um eine Grundlage für die weitere Entwicklung des Waldgartens zu haben.
Das Team hat Arbeitsgruppen gegründet und freut sich über weitere Mitmacher*innen.
Ob beim Pflanzen, Pflegen oder Organisieren – jede Unterstützung ist willkommen.

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