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Wintergemüse und Insektenweiden in den Göttinger Gemeinschaftsgärten

Goett SaatgutbibMit dem Projekt „Leihen-Säen-Ernten-Weitergeben“ (2024 – 2026) schließt die Göttinger Saatgut-Bibliothek (JANUN Göttingen e.V.) die winterliche Anbaulücke. Göttinger Gemeinschaftsgärten erprobten gezielt samenfeste Herbst- und Wintersorten sowie Saatgut von Klimastauden.

Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass Herbst- und Wintersorten im Angebot der Saatgut-Bibliothek bisher fehlten. Um diese Lücke zu schließen, wurden die Göttinger Gemeinschaftsgärtner*innen gezielt dabei unterstützt, auch über die Sommersaison hinaus mit samenfestem Saatgut tätig zu sein. In Zusammenarbeit mit Gärten wie dem Begegnungsgarten Holtenser Berg, dem Friedlandgarten oder dem JANUN Garten wurden besonders robuste Sorten wie die Wintererbse „Sima“, der Wintersalat „Roter Butterhäuptl“ oder der Spinat „Quedlinburger Fortschritt“ erprobt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Nachnutzung von Saatgut sogenannter Trockenklimastauden. In Kooperation mit dem Alten Botanischen Garten und der AG Nachhaltigkeit der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek wurde vor der Bibliothek ein Klimastaudenbeet angelegt. Von diesem wurde im Rahmen eines Workshops Saatgut gesammelt und gereinigt, um es als Nahrungsquelle für Wildbienen und Insekten z.B. in den Gemeinschaftsgärten pflanzen zu können.

Durch Workshops, Saatguttauschbörsen und Netzwerktreffen wurde wertvolles Wissen über Pflanzenzucht und die Patentierung von Saatgut, Keimraten und Frostschutz, Saatgutsammeln und -reinigen geteilt. Die Rückmeldungen aus den Gärten bei Projektende ergeben ein differenziertes Bild, erste Gärten konnten gewonnenes Saatgut an die Bibliothek zurückgeben, und mehrere Gemeinschaftsgärten haben ihre „Lieblings-Überwinterungssorte entdeckt“.

Projektbericht (PDF)
Instagram-Account der Göttinger Saatgut-Bibliothek

09.06.2026

Bodengesundheit im Gemeinschaftsgarten selbst erforschen

Kiez bodenDie BODENplus -Initiative des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) lädt Bodeninteressierte ein, als Citizen Scientists aktiv zu werden.
Ende Mai fand dazu ein Praxisworkshop im Kiezgarten Schliemannstraße (Berlin) statt. Gemeinschaftsgärtner*innen aus verschiedenen Berliner Gartenprojekten untersuchten und bewerteten unter fachkundiger Anleitung den Kiezgartenboden.

Im Mittelpunkt stand die gemeinsame Arbeit an zwei Bodenprofilen, die an unterschiedlichen Stellen entnommen wurden. Zentrale Indikatoren wie Bodenstruktur, Artenvielfalt, organische Substanz, pH-Wert und mögliche Schadstoffe wurden direkt vor Ort bewertet – unterstützt durch eine App und Datenbank. Zusätzlich entnommene Bodenproben werden im Labor auf Bodenbiodiversität, Schwermetalle und Nährstoffe untersucht.

Der Workshop vermittelte nicht nur Wissen über die wesentlichen Bodenfunktionen und deren Bedeutung für Mensch und Umwelt, sondern auch praktische Tools, um den eigenen Gartenboden künftig selbstständig zu untersuchen.

Die BODENplus-Initiative ist Botschafterin des EU-geförderten Projekts ECHO, das Bürger*innen in den Schutz und die Wiederherstellung europäischer Böden einbindet. Mit dem Leitsatz „Vom Grund auf Denken. Für gesunde Böden" setzt sich die Initiative für einen stärkeren vorsorgenden Bodenschutz ein.

Foto: Elisabeth Moch / KGG xhain 

ECHO Feldprotokolle (PDF)
Info-Blätter Bodenart (PDF)

02.06.2026

Praxiswissen Öffentlichkeitsarbeit aktualisiert – mit Tipps zu KI

ÖA2
Das Praxiswissen zur Öffentlichkeitsarbeit für urbane Gemeinschaftsgärten wurde überarbeitet und um aktuelle Entwicklungen ergänzt. Neben bewährten Strategien für die Sichtbarkeit eures Gartenprojekts findet ihr jetzt auch Hinweise, wie ihr KI-Tools sinnvoll einsetzen könnt – etwa für die Erstellung von Texten, Grafiken oder die Planung von Social-Media-Kampagnen.

Öffentlichkeitsarbeit bleibt ein zentraler Baustein, um eure Initiative bekannt zu machen und nachhaltig zu verankern. Ob Pressearbeit, Social Media oder lokale Vernetzung: Mit gezielten Maßnahmen und den neuen digitalen Möglichkeiten könnt ihr eure Reichweite erhöhen und mehr Menschen für euer Projekt begeistern. Besonders kleineren Initiativen bieten KI-Werkzeuge die Chance, professionelle Inhalte mit geringem Aufwand zu erstellen und so die eigene Arbeit zu unterstützen.

Zum Praxiswissen Öffentlichkeitsarbeit

26.05.2026

Gemeinsam gärtnern, lernen und ankommen – der Interkulturelle Garten von Campus Asyl

Regensburg CampusAsylMitten in Regensburg, ruhig gelegen und dennoch campusnah, wächst seit mehreren Jahren ein Ort, an dem weit mehr entsteht als nur Gemüse und Kräuter. Der Interkulturelle Garten von Campus Asyl bringt Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen und schafft Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen.
Das Konzept dahinter ist einfach: Gemeinsam gärtnern verbindet. Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, Herkunftsländer und Lebensrealitäten kommen hier zusammen, bauen Gemüse und Kräuter an, werkeln an neuen Projekten oder verbringen einfach Zeit miteinander. Der Garten schafft dabei einen offenen Raum, in dem Austausch ganz selbstverständlich entstehen kann, unabhängig von Sprache, Herkunft oder Vorerfahrung.
Was den Garten besonders macht, zeigt sich laut Sebastian, einem der Aktiven im Projekt, vor allem im Alltag vor Ort: „Unter allen Urban-Gardening-Projekten in Regensburg sorgt die campusnahe und zugleich ruhige Lage des Interkulturellen Gartens für eine ideale Gelegenheit für Studierende und Anwohner, vom stressigen Alltag abschalten zu können.“ Gerade diese Mischung aus ruhigem Rückzugsort und lebendigem Gemeinschaftsprojekt mache den Garten für viele besonders.
Der Garten versteht sich als offener Ort für alle. Durch Spenden und kleinere Förderungen finanziert, bleibt das Projekt beitragsfrei und ermöglicht so auch Menschen ohne eigenen Garten einen einfachen Zugang zum gemeinschaftlichen Gärtnern. Gerade in Zeiten von Klimawandel, steigenden Lebenshaltungskosten und knapper werdendem Wohnraum sei das besonders wichtig. Auf individuellen Beeten können Teilnehmende eigene Ideen umsetzen, praktische Erfahrungen sammeln und sich mit anderen austauschen.
Neben dem gemeinsamen Arbeiten spielen auch die sozialen Momente eine große Rolle. Besonders gerne erinnert sich Sebastian an das jährliche Sommerpicknick im Garten: „Alle haben eine Kleinigkeit zum Snacken und gute Laune mitgebracht.“ Genau solche Momente machen den Garten zu einem Ort der Gemeinschaft und zeigen, wie leicht Begegnung entstehen kann, wenn Menschen gemeinsam etwas gestalten.
Ob beim Pflanzen, Bauen, Gießen oder einfach beim Zusammensitzen, der Interkulturelle Garten lebt vom Mitmachen und von den Menschen, die ihn gestalten. Neue Interessierte sind jederzeit willkommen.
(Text: Flora Lehner, CampusAsyl)

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19.05.2026

CampusGarten Würzburg: Permakultur und Gemeinschaft an der Uni

CampusGWueDer CampusGarten Würzburg – auch bekannt als Hortus Herbipolis – hat nach seinem Umzug auf ein ehemaliges Kasernenareal ein neues Zuhause gefunden. Seit Februar 2022 entsteht hier auf 3000 m² ehemaliger Wiesenfläche einer der größten Gemeinschaftsgärten an einer deutschen Universität. Der Garten basiert auf dem 3-Zonen-Konzept der Permakultur: Pufferzone, Ertragszone und Hot-Spot-Zone. Die Pufferzone mit Wällen und Mulden ist Wind- und Regenrückhalteschutz, die Bäume und Sträucher, die hier gepflanzt werden, können von allen beerntet werden. In der Hot-Spot-Zone wird viel Lebensraum für Insekten und kleine Wildtiere geschaffen, es gibt schon ein Sandarium, eine Eidechsenburg und zwei kleine Teiche. Die Ertragszone ist zwischen den Wällen. Hier bearbeiten bisher 60 Gärtner*innen ihre individuelle Beete - mal im Boden, mal in Hochbeeten. Die heiß begehrten Beete werden ganz individuell gestaltet. Eine weitere Beetreihe nimmt schon Gestalt an und soll das Konzept abrunden: sie wird mit barrierefreien Wegen und unterfahrbaren Hochbeeten angelegt.
Wasser wird vom Dach des Schuppens und des stuv hubs (Sitz der Studierendenvertretung) geerntet und in eine Zisterne geleitet. Werkzeuge, Kompost, samenfestes Saatgut und eine kleine Gärtnerbibliothek stehen kostenfrei zur Verfügung. Alles wird ehrenamtlich organisiert, die Kommunikation läuft über eine WhatsApp-Gruppe, das Engagment für den Garten ist groß.
Direkt vor den Türen des neu eingeweihten, selbstverwalteten stuv hubs gelegen, gewinnt der Garten nicht nur an Bedeutung, sondern auch an Anerkennung: Schon zehn Preise hat das Projekt gewonnen. Das Geld fließt in die Weiterentwicklung des Gartens.

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  • 16.06.2026
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  • Schlossallee Garten, Unterhaching
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  • 06.09.2026 11:00
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