Mitten im Stadtteil Naußlitz (Dresden) wächst ein besonderer Ort: Ackerschnack, der Gemeinschaftsgarten der Volkshochschule Dresden. Hier treffen sich Menschen jeden Alters und mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen, um gemeinsam zu gärtnern, sich auszutauschen und eine schöne Zeit im Grünen zu verbringen. Ob Gemüse pflanzen, Blumen säen, Beete anlegen, ernten oder einfach bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommen – im Ackerschnack ist jede und jeder willkommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wer neugierig ist, Freude an der Natur hat oder einfach neue Menschen kennenlernen möchte, ist hier richtig. Der offene Gartentag bietet Raum zum Mitmachen, Ausprobieren und Lernen. Gemeinsam entdecken die Gärtner*innen, wie Gemüse wächst, welche Pflanzen Insekten anlocken und wie nachhaltiges Gärtnern gelingen kann. Dabei geht es nicht nur um Pflanzen, sondern vor allem um Gemeinschaft. Hier entstehen Begegnungen, neue Freundschaften und kleine Erfolgserlebnisse, wenn die ersten Erdbeeren reif werden oder das selbst gepflanzte Gemüse geerntet werden kann.
Neben Seminarräumen und digitalen Angeboten erweitert der Gemeinschaftsgarten als dritter Lernort der VHS das Bildungsangebot um einen praxisnahen Ort, an dem Kurse, Workshops und offene Mitmachaktionen zu Themen wie nachhaltigem Gärtnern, gesunder Ernährung, Umwelt- und Klimaschutz, kreativem Gestalten sowie interkulturellem Austausch stattfinden. Bildung wird dabei nicht nur vermittelt, sondern durch gemeinsames Handeln unmittelbar erfahrbar. Der Ackerschnack ist Anfang Juni 2026 auf einer 280 m² großen Parzelle in einer Kleingartenanlage entstanden und befindet sich noch im Aufbau. Gegärtnert wird gemeinschaftlich. Zu den Gärtner*innen gehören Teilnehmende von VHS-Angeboten und Projekten der Erwachsenenbildung sowie Interessierte aus der Nachbarschaft. Kooperationen mit Initiativen wie „Die Löbtauer Runde“ und „Stadtwurm Dresden“ bringen wertvolle Erfahrungen aus der Gemeinschaftsgartenpraxis ein. Sie unterstützen in den Bereichen gärtnerisches Know-how, Methoden der Beteiligung sowie Stadtteilarbeit.
Kurzportrait des Gartens mit Kontaktmöglichkeit
An der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) feiert der Urban Garden auf dem Campus Wilhelminenhof in Oberschöneweide sein zehnjähriges Bestehen. Im Frühjahr 2025 baute eine Gruppe Studierender erste Beete auf einer ungenutzten Brache der Hochschule direkt an der Spree. Kurz darauf zogen mehrere Bienenvölker ein und im AWE-Fach (Allgemeinwissenschaftliches Ergänzungsfach) „Bienenwirtschaft“ konnten Grundlagen des Imkers erlernt werden.
Heute bewirtschaften 50 bis 60 Engagierte aus Hochschule und Nachbarschaft über 100 Hochbeete, die meisten davon werden individuell oder als Gruppe genutzt, doch gibt es auch Gemeinschaftsbeete wie Naschbeete für alle. Die Hochbeete haben Aufbauten, um Rankpflanzen wachsen zu lassen und so mehr Schatten zu bekommen.
Als anerkannte studentische Initiative genießt der Urban Garden die Unterstützung der Hochschulleitung. Finanziell wird das Projekt über einen Topf für studentische Projekte der HTW getragen, was den Studierenden die kostenfreie Teilnahme ermöglicht.
Ein kleines Team koordiniert den Garten, Abläufe, Informationen, Kommunikation und Entscheidungen werden hier gebündelt. Der Garten und die Mitmachmöglichkeiten werden regelmäßig zu Beginn eines neuen Semesters über E-Mail-Verteiler der Hochschule verschickt. Wer mitmachen möchte, stellt sich im monatlichen Plenum vor und erfährt, wo noch ein Beet frei ist oder gebaut werden kann.
Zum 10-jährigen Jubiläum blickt das Projekt nicht nur zurück, sondern stellt auch aktuelle Planungen vor: Die Urban Garden Technik AG will den Garten stärker zum Ort für technische Innovationen der Hochschule machen, das vorhandene Gewächshaus soll für die gemeinschaftliche Anzucht von Pflanzen dienen, mehr Veranstaltungen sind geplant, um das Engagement zu stärken.
Pressemitteilung der Hochschule zum 10-jährigen Jubiläum
Instagram-Account des Gartens
Die Initiative Schoettle-Garten hat nach über drei Jahren Engagement im Mai 2026 die Nutzungsrechte für eine bislang ungepflegte städtische Brache erhalten. Innerhalb kurzer Zeit entstand auf der zentral gelegenen Fläche ein offener Nachbarschaftsgarten mit Beerensträuchern, Gemüsebeeten, Kräuter, Stauden und Wildblumen. Ein handgemachtes Plakat an zwei Straßenlaternen fand viel Beachtung und die Gartengruppe wuchs rasant von sechs auf dreißig Personen, die hauptsächlich aus der Nachbarschaft kommen.
Der Schoettle-Garten versteht sich als Teil von „Essbare Stadt“ Stuttgart: jede*r darf mitmachen und auch ernten. Ein weiterer Schwerpunkt im Garten sind insektenfreundliche Pflanzen und Lebensräume für Vögel.
Der Garten macht den Platz zu einem Ort der Begegnung: bei der gemeinsamen Arbeit werden gärtnerischen und handwerklichen Erfahrungen geteilt, das angebaute Gemüse weckt Kindheitserinnerungen, Rezepte werden ausgetauscht. Ein fester Gartentag in der Woche sowie spontane Treffen sorgen für regelmäßigen Kontakt, das gemeinsame Gärtnern und Picknicks stärken die Gemeinschaft. Die Gruppe bekommt sehr viel positiven Zuspruch aus dem Viertel, sogar die Hundebesitzer*innen, die bislang die Fläche nutzten, respektieren das Gartenprojekt und sind eine Fläche weiter gezogen.
Für den Herbst plant die Gruppe die Bepflanzung von zwei angrenzenden Flächen mit kleinen Obstbäumen, Weinreben und Beerensträuchern.
Weitere Informationen
Das Netzwerk Urbane Gärten Berlin ist eine selbstorganisierte Plattform von Gartenaktivist*innen aus über 50 Berliner Gemeinschaftsgärten. Die Netzwerker*innen informieren und beraten einander, organisieren Veranstaltungen und leisten politische Arbeit. Das Netzwerk ist eine wichtige Stimme und Interessensvertretung gegenüber Politik und Verwaltung.
Vernetzung von Berliner Gemeinschaftsgärten gibt es schon seit mehr als 30 Jahren. Immer waren die Themen und Aktivitäten eng geknüpft an einzelne initiative Gärten und Personen und oft ausgelöst durch konkrete Anlässe, wie z.B. politische Positionierung, drohende Räumung, die Gründung neuer Gärten, Forschungsprojekte oder besonderes öffentliches Interesse. Eines ist allen Phasen gemein: Persönliche Begegnung, Beziehung und Austausch sowie gemeinsame Visionen und Aktionen. Sie sind das A und O für lebendige Vernetzung.
Inzwischen gibt es einen Gemeinschaftsgarten-Ansprechpartner beim Senat, das Berliner Gemeinschaftsgarten-Programm und eine formulierte Vision für die Essbare Stadt Berlin - Meilensteine, an denen das Netzwerk maßgeblich mitgewirkt hat.
2025 hat eine Gruppe aus dem Netzwerk eine Werkstattreihe zum Thema Berliner Verwaltung verstehen, Planungsrecht für Gemeinschaftsgärten organisiert. Das Netzwerk ist Genossin in der Andersmachen eG und wird im nächsten Jahr einen Raum im „Haus der Statistik“ in Berlins Mitte beziehen. Der Raum dient der Vernetzung aller Gärten und wird gemeinschaftlich betrieben werden.
Im Feature „Darum brauchen wir Gemeinschaftsgärten in Berlin“ beim Sender ALEX Berlin zeigt Geografin, Gartenaktivistin und Netzwerkerin der ersten Stunde Kerstin Stelmacher auf, warum Städte urbane Gemeinschaftsgärten brauchen. Sie sind nicht nur grüne, selbst gestaltete Orte und soziale Begegnungsräume, leisten Beiträge zu Biodiversität, Klimaschutz und Umweltgerechtigkeit. Gemeinschaftsgärten zeigen, wie im Kleinen Lösungen für aktuelle Probleme unserer Städte gemeinsam gefunden und Selbstwirksamkeit erfahren werden kann.
Website des Netzwerks Urbane Gärten Berlin
Zum Feature bei ALEX Berlin und Blogbeitrag
Mit der mobilen Heilkräuterapotheke HEKAYAT besucht Flamingo e.V. Unterkünfte für geflüchtete Menschen, um gemeinsam Heilkräuterprodukte herzustellen und Wissen über Heilpflanzen, Gärten und traditionelle Erfahrungen auszutauschen. Diesmal war das Team im Interkulturellen Gemeinschaftsgarten Biesenthal zu Gast. Gemeinsam mit Erwachsenen und Kindern wurden Kräuter gesammelt und verarbeitet, unter anderem zu Butter mit frischen Gartenkräutern. Im Mittelpunkt standen der Austausch von Heilpflanzenwissen und persönliche Geschichten. Besonders bereichernd war das Kennenlernen der Pflanze „Shahi“, deren Samen ein Ehepaar aus dem Iran mitgebracht hatte. Auch traditionelle Methoden der Butterherstellung aus Afghanistan wurden vorgestellt. Die Begegnung war geprägt von gegenseitigem Lernen, Offenheit und Wertschätzung. Zum Abschied schenkten die Teilnehmenden dem Team frischen Salat und Frühlingszwiebeln aus dem Gemeinschaftsgarten – eine herzliche Geste, die den Tag abrundete.
Lea Nassim Tajbakhsh von Flamingo:„Mich hat besonders berührt, wie selbstverständlich Wissen über Heilpflanzen und Traditionen miteinander geteilt wurde. Die Offenheit, mit der persönliche Geschichten erzählt und Erfahrungen ausgetauscht wurden, hat einmal mehr gezeigt, wie verbindend gemeinsames Gärtnern und Arbeiten sein kann.“
Artikel zum Interkulturellen Gemeinschaftsgarten Biesenthal
Kurzportrait des Gartens mit Kontaktmöglichkeit
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