2006 wurden die „Gärten der Begegnung - – Interkulturelle Gärten Bayreuth“ gegründet. Seitdem wird die von der Stadt Bayreuth zur Verfügung gestellte Fläche von 2.750 m² gestaltet und weiterentwickelt. Das 20-jährige Jubiläum wurde mit einem bunten Herbstfest Ende September gefeiert.
Es gibt Gemeinschaftsflächen und individuelle Beete. Auf den inzwischen 36 Parzellen gärtnern Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte, Geflüchtete, Zugezogene und Studierende aus 10 verschiedenen Herkunftsländern gemeinsam. Weitere 30 Personen ohne individuelle Beete sind Teil der Gartengemeinschaft. Auch Vereine nutzen den Garten als Treffpunkt.
Die Gartengruppe hat u.a. eine Gartenhütte, ein Toilettenhaus, Hochbeete, ein schattiges Weidenhaus als Erholungsort, einen Lehmofen und eine Außenküche mit Solarenergie gebaut.
Das Jahresprogramm mit Sommer- und Herbstfest, Konzerten, Workshops und Open-Air-Kino lädt alle Interessierten in den Garten ein. In der Pressemitteilung zum Jubiläum wird auch klar, wie viele Kindergruppen den Garten nutzen: „Der Garten wird zudem von verschiedenen Gruppen genutzt. Dazu gehören beispielsweise Kindergruppen aus der nahegelegenen Unterkunft für Geflüchtete, die den Garten mit ihren ehrenamtlichen Betreuer:innen von Bunt statt Braun besuchen. Auch KidsEmpowerment – eine Spielgruppe für Schwarze, Indigene und Kinder of Color und ihre Familien sowie neuerdings die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft UA Bayreuth e.V. sind im Garten zu Gast. Die interkulturellen Veranstaltungen und Begegnungsangebote der Gärten der Begegnung sind damit seit vielen Jahren ein Bestandteil der gelebten Integrationskultur in Stadt und Landkreis Bayreuth.“
Schon im November 2018 zeichnete die Deutsche Umwelthilfe (DUH) das Projekt als „Garten der Integration“ aus.
Wie können Gemeinschaftsgärtner*innen in ihren Gärten die biologische Vielfalt dokumentieren und sichtbar machen? Bei Projektbesuchen, in Workshops und Austauschrunden beschäftigen sich Gemeinschaftsgärtner*innen aus Österreich, Italien und Ungarn im Rahmen des EU-Projekts „BIOmappers“ mit dieser Frage. Gemeinsam mit Gärtner*innen wurden Methoden zur Erfassung von Artenbeobachtungen erprobt und Materialien dafür entwickelt. Das Ziel der Gruppe: Die Herstellung von praxistauglichen Materialien. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Gärtner*innen können mit ihrer Hilfe herausfinden, welche Pflanzen im Garten wachsen, welche Insekten Nahrung finden und mit welchen Strukturen z.B. Wildbienen gefördert werden können.
„Die BIOmappers-Materialien sollen möglichst viele Gemeinschaftsgärten dabei unterstützen, ihre Biodiversität selbst zu kartieren und auch für die Nachbarschaft sichtbar zu machen. So können Gemeinschaftsgärten stärker als Lernorte für biologische Vielfalt wirken.
Zur Verfügung stehen zwei Gartenschilder, ein kurzes Einstimmungsvideo, Workshop-Slides und ein begleitendes Handbuch. Alle Materialien können kostenlos genutzt werden.“
Quelle: Website von Gartenpolylog, das österreichische Gemeinschaftsgartennetzwerk, einem der Partner des Projekts. Dort findet ihr alle Materialien zum freien Download. Diese werden weiterhin ergänzt und es gibt sie auf Deutsch, Englisch, Italienisch und Ungarisch.
Die Floating Gardens verstehen sich als artenübergreifende Gemeinschaft, die sich wöchentlich zur kollektiven Gartenpraxis „Cultivate with Care“ zusammenfindet. Seit 2019 recherchiert und sät sie ortsspezifische Permakulturen, die die Beziehung zwischen den gebauten Strukturen der Floating University im Regenrückhaltebecken des Tempelhofer Felds und den Jahreszeiten gestalten. Dabei werden Möglichkeiten erforscht, mehr Vielfalt an essbaren Pflanzen anzubauen, ohne dabei den Boden zu berühren: für Menschen und für die Lebewesen, die diesen Ort bewohnen. Was als Gruppe von Hobbygärtner*innen begann, wächst seitdem zu einer interkulturellen Gemeinschaft kreativer, praxiserprobter Hüter*innen der Biodiversität heran. Durch kollektive botanische Praxis schaffen die Floating Gardens eine Öko-Infrastruktur für gemeinsames Lernen über die Regeneration der urbanen Artenvielfalt.
Im Fokus stehen dieses Jahr der „Urban Rose and Berry Grove“ (ein Beeren- und Wildrosenhain) und die „Floating Pots“ (schwebende Pflanzgefäße aus biologisch abbaubaren Materialien). Sie wollen damit zeigen, wie Ernährungssouveränität in der Stadt gelingen kann – trotz versiegelter, kontaminierter Böden. Das selbst gesammelte Saatgut, vor allem von Bohnen und Wildblumen, wird in einem eigenen Archiv bewahrt und vermehrt. Bohnen werden schon seit einigen Jahren angebaut und nun in die Floating Pots eingepflanzt. Dort sind sie bei Überflutungen keinem Kontaminationsrisiko ausgesetzt. Für den im Küchengarten wachsenden Urban Rose und Berry Grove auf dieselben Beeren- und Wildrosensträucher zurückgegriffen, die auch spontan auf dem nicht begehbaren Gelände rund um das Becken herum wuchern.
Die Gärten werden mit Regenwasser und einem Tropfbewässerungssystem versorgt. Low-Tech-Lösungen wie Ollas (Tontöpfe) ergänzen das System. Die geernteten Früchte, Kräuter und Blüten werden gemeinsam in der Floating Freiraumküche verarbeitet – für saisonale Mahlzeiten, Tee oder Workshops.
In allen Gemeinschaftsgärten wachsen Färberpflanzen. In einigen gibt es schon Färberbeete.
Das gezielte Anpflanzen von Färberpflanzen erhöht die Biodiversität, fördert den Anbau von historischen, vergessenen Nutzpflanzen und ermöglicht die Gewinnung von natürlichen Farbstoffen mit einer reichhaltigen Farbpalette. Damit lassen sich z.B. Papier und Textilien färben, Bilder malen oder auch Schminke herstellen.
Im Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor in Berlin haben die Schönfärberinnen in mehreren Hoch- und Flachbeeten eine große Vielfalt von Färberpflanzen angelegt. Ihr großes Wissen teilten sie Anfang September im Workshop „Farbe pflanzen – Färbergarten anlegen und mit Naturfarben färben“.
Die Teilnehmer*innen aus verschiedenen Berliner Gemeinschaftsgärten lernten Färberpflanzen wie Färberkrapp, Färberkamille, Kermisbeere, Johanniskraut, Goldrute, Tagetes, Waid, Färberwau, Schöllkraut, Färberknöterich, Frauenmantel, Brennnessel, Rainfarn, Wilde Möhre kennen und tauschten eigenes Wissen und Erfahrungen aus.
Eine wichtige Erkenntnis für alle war, dass viele Färberpflanzen einen sonnigen, mageren Standort brauchen und mit wenig Wasser auskommen. Im Mittelpunkt des Workshops standen klassische Färberpflanzen, die besonders licht- und waschecht sind. Von den ca. 150 bekannten Färberpflanzen sind das nur einige. Die Schönfärberinnen erläuterten, welche Textilien sich eignen und was vor, während und nach dem Färben zu beachten ist. So müssen die Textilien vor dem Färben gebeizt werden, damit die Fasern sich öffnen und die Farbe annehmen können.
Die Teilnehmer*innen stellten mit großer Begeisterung aus Krapp, Goldrute, grünen Walnussschalen, Tagetes, Färberknöterich und Zwiebelschalen Farbflotten her und färbten Baumwolle, Leinen, Nessel, Seide und Wolle. Die Farbergebnisse waren erstaunlich unterschiedlich. Mit der japanischen Shibori-Technik, eine bestimmte Faltung- und Klammer-Technik, ließen sich ganz besondere Muster erzeugen.
Eine kleine Gruppe von Permakulturexpert*innen gestaltete 2018 auf einer privaten Fläche in Holzkirchen einen Biogarten nach Permakulturprinzipien. Das Interesse an dem Projekt wuchs, ein Verein wurde gegründet, der Ertrag reichte für Ökokisten für diesen Kreis. Die Arbeit nahm zu und die Vereinsmitglieder arbeiteten tatkräftig mit. Wegen Unstimmigkeiten mit der Flächeneigentümerin musste der Garten 2024 umziehen. Durch gute Kontakte hatte die Gruppe schnell fünf Flächen zur Auswahl. Die Wahl fiel auf eine 6600m²große Hangfläche am Rand der Marktgemeinde. Eine Pacht fällt nicht an, genutzt werden kann die Fläche mindestens 10 Jahre lang. Die Hälfte der Fläche wird derzeit gemeinschaftlich bewirtschaftet, die andere Hälfte ist Wiese, die Mulchmaterial liefert. Sie haben keinen Wasseranschluss und sammeln Regenwasser und nutzen dafür die Hanglage. Durch ausgeklügelte Systeme wird das Regenwasser in „Gießteiche“ geleitet und kann daraus mit Gießkannen entnommen werden.
Die Gruppe, die heute 50 Mitglieder zählt – die Hälfte davon aktiv –, entscheidet nach Soziokratie- und Konsensprinzipien. Alle bringen Expertise mit, viele haben eine ökologische oder landwirtschaftliche Vorbildung. Der Garten ist ein Ort des Ausprobierens: 130 essbare Heckenpflanzen, eine Streuobstwiese, Gemüse- und Blumenbeete, Teiche, ein Sandarium, zwei Benjeshecken, ein „Vermehrungsbeet“ und ein Kraterbeet mit Kräutern prägen das Bild. Mit Drohnenaufnahmen wurde ein detaillierter Gartenentwicklungsplan erstellt, der den Ist-Zustand und neue Ideen dokumentiert. Eine Datenbank und professionelle Fotos ergänzen das Projekt.
Die Ernte wird geteilt, und neue Interessierte können nach einem dreimonatigen Schnuppern mitmachen. Zukunftspläne umfassen mehr Schatten, Ausbau der Ruhezonen, weitere Bienenweiden und einen zusätzlichen, größeren Gießteich.
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