Der Wassermelonengarten in Augsburg ist seit 2023 auf der Außenfläche einer Unterkunft für Geflüchtete entstanden. Der Gemeinschaftsgarten wurde im Rahmen des Studiengangs Soziale Arbeit der Technischen Hochschule angelegt. Das Gartenprojekt verfolgt drei Ziele: es möchte einen grünen, selbst gestaltbaren Aufenthaltsort für die in der Unterkunft lebenden Menschen, einen Praxislernort für die Studierenden, Dozent*innen und Bewohner*innen auf Augenhöhe und einen artenreichen Lebensraum auf einer bislang ungenutzten Fläche schaffen.
Aus der Erfahrung mit dem Aufbau und der Verstetigung des Gartens ist mit „Urban Gardening in der Sozialen Arbeit und in Bildungseinrichtungen“ ein Handbuch zum Nachmachen entstanden. Der Leitfaden verbindet praktisches (Gemeinschafts-)Gartenwissen mit sozialpädagogischen Erfahrungen und zeigt, wie gemeinsames Gärtnern das soziale Miteinander stärken kann.
In den ersten sieben Kapitel werden Grundlagen für die Gartenpraxis vermittelt. Die Themen reichen von der Standortwahl und gemeinsamen Planung des Gartengeländes über Informationen zu Boden, Anzucht und Pflanzenvermehrung, Beete, Pflanzengesundheit bis zu Gartengeräten und Wassermanagement.
Ab Kapitel 8 portraitiert der Leitfaden den Wassermelonengarten im Kontext Sozialer Arbeit und stellt einige Methoden und deren Umsetzung in die Praxis vor.
2024 wurde der Garten mit dem Zukunftspreis der Stadt Augsburg für die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenlebens und dem Hans-Benedikt-Preis für soziales Engagement ausgezeichnet.
In Unterhaching werden die Pläne für einen Begegnungsgarten immer konkreter. Die Grünfläche vor dem „Kreativlabor Schlossallee“ wurde bisher von der Nachbarschaft nicht genutzt. Hier soll ein Gemeinschaftsgarten einen neuen Begegnungsort schaffen und Kreativlabor und Nachbarschaft besser miteinander verbinden. Neben Gemüse-, Obst- und Kräuteranbau plant die Gruppe „Biodiversitätsinseln“ mit heimischen Pflanzen, Totholzhecken und Lehmhügeln als Lebensräume für Insekten und kleine Tiere.
Die 100m² große Fläche ist bisher eine Wiese mit altem Baumbestand in direkter Nachbarschaft eines Kindergartens. Den Anfang sollen drei große Hochbeete machen. Die Offene Werkstatt im Kreativlabor liefert für den Bau Maschinen, Werkzeuge und Beratung. Die Gartengruppe ist offen für Alle. Interessierte können jederzeit dazu kommen, mitplanen, mitbauen und natürlich gärtnern.
Der Garten ist Teil des Projekts „Bibliothek der Stimmen – Begegnungsgarten und Oral History Labor“. Ziel des Projekts ist die Sichtbarmachung und Aktivierung der bunten Nachbarschaft. Alle sind eingeladen, ihre Geschichten zu teilen. Interviews werden geführt, ein öffentliches Archiv angelegt, der in die Jahre gekommene Büchertauschschrank wird neu aufgebaut und der Gemeinschaftsgarten angelegt. Aus einer bisher eher unsichtbaren Fläche kann so ein Ort werden, den Menschen aus der Nachbarschaft mitgestalten, an dem sie zusammenkommen und sich austauschen können. Das Schlossallee-Team will im Herbst schon Konzertabende, Praxisworkshops und Lesenachmittage im Garten veranstalten.
2006 wurden die „Gärten der Begegnung - – Interkulturelle Gärten Bayreuth“ gegründet. Seitdem wird die von der Stadt Bayreuth zur Verfügung gestellte Fläche von 2.750 m² gestaltet und weiterentwickelt. Das 20-jährige Jubiläum wurde mit einem bunten Herbstfest Ende September gefeiert.
Es gibt Gemeinschaftsflächen und individuelle Beete. Auf den inzwischen 36 Parzellen gärtnern Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte, Geflüchtete, Zugezogene und Studierende aus 10 verschiedenen Herkunftsländern gemeinsam. Weitere 30 Personen ohne individuelle Beete sind Teil der Gartengemeinschaft. Auch Vereine nutzen den Garten als Treffpunkt.
Die Gartengruppe hat u.a. zwei Gartenhütten, ein Toilettenhaus, Hochbeete, ein schattiges Weidenhaus als Erholungsort, einen Lehmofen und eine Außenküche mit Solarenergie gebaut.
Das Jahresprogramm mit Sommer- und Herbstfest, Konzerten, Workshops und Open-Air-Kino lädt alle Interessierten in den Garten ein. In der Pressemitteilung zum Jubiläum wird auch klar, wie viele Kindergruppen den Garten nutzen: „Der Garten wird zudem von verschiedenen Gruppen genutzt. Dazu gehören beispielsweise Kindergruppen aus der nahegelegenen Unterkunft für Geflüchtete, die den Garten mit ihren ehrenamtlichen Betreuer:innen von Bunt statt Braun besuchen. Auch KidsEmpowerment – eine Spielgruppe für Schwarze, Indigene und Kinder of Color und ihre Familien sowie neuerdings die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft UA Bayreuth e.V. sind im Garten zu Gast. Die interkulturellen Veranstaltungen und Begegnungsangebote der Gärten der Begegnung sind damit seit vielen Jahren ein Bestandteil der gelebten Integrationskultur in Stadt und Landkreis Bayreuth.“
Schon im November 2018 zeichnete die Deutsche Umwelthilfe (DUH) das Projekt als „Garten der Integration“ aus.
Wie können Gemeinschaftsgärtner*innen in ihren Gärten die biologische Vielfalt dokumentieren und sichtbar machen? Bei Projektbesuchen, in Workshops und Austauschrunden beschäftigen sich Gemeinschaftsgärtner*innen aus Österreich, Italien und Ungarn im Rahmen des EU-Projekts „BIOmappers“ mit dieser Frage. Gemeinsam mit Gärtner*innen wurden Methoden zur Erfassung von Artenbeobachtungen erprobt und Materialien dafür entwickelt. Das Ziel der Gruppe: Die Herstellung von praxistauglichen Materialien. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Gärtner*innen können mit ihrer Hilfe herausfinden, welche Pflanzen im Garten wachsen, welche Insekten Nahrung finden und mit welchen Strukturen z.B. Wildbienen gefördert werden können.
„Die BIOmappers-Materialien sollen möglichst viele Gemeinschaftsgärten dabei unterstützen, ihre Biodiversität selbst zu kartieren und auch für die Nachbarschaft sichtbar zu machen. So können Gemeinschaftsgärten stärker als Lernorte für biologische Vielfalt wirken.
Zur Verfügung stehen zwei Gartenschilder, ein kurzes Einstimmungsvideo, Workshop-Slides und ein begleitendes Handbuch. Alle Materialien können kostenlos genutzt werden.“
Quelle: Website von Gartenpolylog, das österreichische Gemeinschaftsgartennetzwerk, einem der Partner des Projekts. Dort findet ihr alle Materialien zum freien Download. Diese werden weiterhin ergänzt und es gibt sie auf Deutsch, Englisch, Italienisch und Ungarisch.
Die Floating Gardens verstehen sich als artenübergreifende Gemeinschaft, die sich wöchentlich zur kollektiven Gartenpraxis „Cultivate with Care“ zusammenfindet. Seit 2019 recherchiert und sät sie ortsspezifische Permakulturen, die die Beziehung zwischen den gebauten Strukturen der Floating University im Regenrückhaltebecken des Tempelhofer Felds und den Jahreszeiten gestalten. Dabei werden Möglichkeiten erforscht, mehr Vielfalt an essbaren Pflanzen anzubauen, ohne dabei den Boden zu berühren: für Menschen und für die Lebewesen, die diesen Ort bewohnen. Was als Gruppe von Hobbygärtner*innen begann, wächst seitdem zu einer interkulturellen Gemeinschaft kreativer, praxiserprobter Hüter*innen der Biodiversität heran. Durch kollektive botanische Praxis schaffen die Floating Gardens eine Öko-Infrastruktur für gemeinsames Lernen über die Regeneration der urbanen Artenvielfalt.
Im Fokus stehen dieses Jahr der „Urban Rose and Berry Grove“ (ein Beeren- und Wildrosenhain) und die „Floating Pots“ (schwebende Pflanzgefäße aus biologisch abbaubaren Materialien). Sie wollen damit zeigen, wie Ernährungssouveränität in der Stadt gelingen kann – trotz versiegelter, kontaminierter Böden. Das selbst gesammelte Saatgut, vor allem von Bohnen und Wildblumen, wird in einem eigenen Archiv bewahrt und vermehrt. Bohnen werden schon seit einigen Jahren angebaut und nun in die Floating Pots eingepflanzt. Dort sind sie bei Überflutungen keinem Kontaminationsrisiko ausgesetzt. Für den im Küchengarten wachsenden Urban Rose und Berry Grove auf dieselben Beeren- und Wildrosensträucher zurückgegriffen, die auch spontan auf dem nicht begehbaren Gelände rund um das Becken herum wuchern.
Die Gärten werden mit Regenwasser und einem Tropfbewässerungssystem versorgt. Low-Tech-Lösungen wie Ollas (Tontöpfe) ergänzen das System. Die geernteten Früchte, Kräuter und Blüten werden gemeinsam in der Floating Freiraumküche verarbeitet – für saisonale Mahlzeiten, Tee oder Workshops.
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