Mitten in Herzogenaurach lädt der offene Gemeinschaftsgarten der Volkshochschule (VHS) „HerzoGarten“ alle Bürger*innen zum gemeinsamen Gärtnern, Lernen und Mitgestalten ein.
Die Kommune machte die 200m² große, stark überwucherte Brache, 2019 auf Initiative von Volkshochschule und Amt für Planung, Umwelt und Natur hin urbar. Die VHS hat den Garten mit Interessierten geplant, Hochbeete wurden gebaut, ein herzförmiges Beet dient Insekten als Nahrungsquelle und bietet Nistmöglichkeiten, eine große Kräuterspirale entstand. Der Fläche ist frei zugänglich.
Der Garten ist ein Beitrag zu nachhaltiger Stadtentwicklung, Biodiversitätsförderung und Inklusion. Die Lebenshilfe ist seit Anbeginn Kooperationspartner. Die VHS bietet Workshops und inklusives, gemeinsame Gärtnern an. Ein unterfahrbares Hochbeet und befestigte Wege ermöglichen Rollstuhlfahrer*innen die Teilnahme.
Schulen, Kindergärten und Jugendgruppen sind ebenfalls eingebunden und haben den Garten mitgestaltet. Die „Heinzelmännchen“, eine Gruppe des Seniorenbeirats der Stadt baute aus eine Sitzgruppe aus Holz.
Der Leiter der VHS ist Ansprechpartner für die Gärtner*innen und Gruppe, die den Garten nutzen und ist auch fast immer bei der wöchentlichen „offenen Gartenstunde“ im Garten dabei. Die Kerngruppe konzipiert Veranstaltungen und kümmert sich um die Pflege des Gartens. Auch VHS-Gartenkurse finden im HerzoGarten statt.
2020 wurde der HerzoGarten als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ ausgezeichnet.
Die Stadt Puchheim bei München hat sich von der „Essbaren Stadt Andernach“ inspirieren lassen. 2016 gab der Vortrag des ehemaligen Andernacher Bürgermeisters den Anstoß zu dem vielfältigen Mitmachprojekt „Stadtbeete Puchheim“. Seit dem Start mit sogenannten „Big Bags“ (große, feste Plastiktüten, die mit Erde gefüllt werden können), die Kinder mit ihren Vorstellungen einer essbaren Stadt bemalten, hat sich ein Netzwerk unterschiedlicher Gartenprojekte im öffentlichen Raum entwickelt. Den Bürgergarten direkt an der S-Bahn pflegt eine Gruppe Ehrenamtlicher, ernten darf hier jede*r, die Bürgeräcker bieten eigene und gemeinschaftliche Parzellen. Es gibt Bewohnergärten für Anwohner*innen, Hochzeitswiesen, auf denen Paare Obstbäume pflanzen und pflegen. Kräuterspiralen, Erntesträucher und Streuobstwiesen. Im Stadtraum verteilte Hochbeete ergänzen das große Angebot des Gärtnerns und Erntens in der Stadt.
Die Stadtbibliothek ist natürlich auch Saatgutbibliothek. Online haben Nutzer*innen die Möglichkeit, Obst und Gemüse weiterzugeben und zu tauschen.
Viele der Projekte werden von Ehrenamtlichen getragen und von der Kommune koordiniert. Wasser kommt aus Brunnen, die die Stadt hat schlagen lassen, Werkzeuge werden gestellt und in großen Kisten an den Flächen gelagert - zugänglich für alle.
2018 wurde das Projekt im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt im Sonderwettbewerb „Soziale Natur – Natur für alle“ ausgezeichnet.
Die „Stadtbeete Puchheim“ sind breit in der Stadt verankert.
Der Bürgermeister betonte bei der Jubiläumsveranstaltung am 20.02.2026, dass es eines der erfolgreichsten Projekte ist, das Politik und Verwaltung zusammen mit der Bürgerschaft umgesetzt haben. Die Stadtbeete sind inzwischen ein Markenzeichen von Puchheim.
Zur Website
Flyer mit Kurzbeschreibung der Flächen und Beete (PDF).
Am 08.März findet im Humboldt Forum ein Aktionstag von BERLIN GLOBAL zum Weltfrauen*tag statt!
Insbesondere öffentliche Räume und somit auch Gemeinschaftsgärten spielen eine wichtige Rolle für marginalisierte Menschen.
Wo können geschützte Orte in Gemeinschaft aufgebaut werden?
Wie können wir Gärten als Orte des solidarischen Miteinander sichtbarer machen?
Wie wichtig sind alternative Orte, an denen Erinnerung, Gedenken und Trauer gelebt werden können?
Um 18.00 Uhr hält Dr. Christa Müller (anstiftung) einen bilderreichen Vortrag mit dem Titel
„Urbane Gärten als Orte der Selbstermächtigung und der feministischen Solidarität“.
Im Anschluss diskutieren Anuscheh Amir-Khalili (anstiftung und Mitgründerin „Hevrîn Xelef Garten" in Berlin) und Elianna Renner (Initiatorin von „Köfte Kosher - Ein lebendiger Ort des Erinnerns“ in Bremen) mit Christa Müller über die Notwendigkeit von Gedenkorten im öffentlichen Raum aus feministischer Perspektive.
Zuvor gibt es neben Führungen von Expert*innen auch einen Workshop um jeweils 14.30 und 15.30 über Heilkräuterwissen als solidarische Praxis von Zeren Oruc und Lea Nassim Tajbakhsh von Flamingo e.V.:
Sie teilen ihr Heilpflanzenwissen vom „Hevrîn Xelef“-Garten in Berlin-Neukölln bis zu den Bergen Kurdistans, vom Iran bis nach Afghanistan.
Die gemeinsam zusammengestellten Heilkräutermischungen werden solidarisch an „Hekayat” – die offene Heilkräuterapotheke des Vereins weitergegeben.
Mehr Eindrücke über den Berliner Garten Hevrîn Xelef gibt es in diesem schönen Video
von georg+georg zum Projekt “Berlin gärtnert” des Berliner Senats.
Kostenlose Tickets für den Vortrag mit anschließender Paneldiskussion sowie für die Heilkräuterworkshops bekommt ihr hier
Die dauerhafte Ausstellung über Krieg und Gärten aus feministischer Perspektive könnt ihr sowohl am 08. März, als auch über das ganze Jahr im Humboldt Forum von BERLIN GLOBAL besuchen:
https://www.stadtmuseum.de/ausstellung/dara-tuye-der-maulbeerbaum
Jetzt ist die Zeit der Saatgutfestivals und Saatguttauschbörsen. An vielen Orten finden sie statt – zunehmend auch in Kooperation mit Gemeinschaftsgärten oder direkt in den Gärten selbst.
Ziele sind u.a. die Erhaltung der Sortenvielfalt sowie die Förderung der biologischen Vielfalt in den Gärten. Neben dem Tauschen bieten viele Börsen und Festivals Workshops und Vorträge an. Wissen wird geteilt, Erfahrungen ausgetauscht, es kann gefachsimpelt werden und Anfänger*innen treffen auf Expert*innen.
So organisiert beispielsweise das Ökologische Bildungszentrum in München schon zum achten Mal ein großes Saatgutfestival (01.03.), das auch Gemeinschaftsgärtner*innen mitgestalten. Das Hamburger Gemeinschaftsgarten-Netzwerk stellt auch dieses Jahr wieder das Saatgutfest in Hamburg (28.02.) auf die Beine. Und am Nürnberger Saatgutfestival mit Workshops, Aktionen und Kochshow (14.02) findet die Saatguttauschbörse im Gemeinschaftsgarten Nürnberger Stadtgarten statt. Auch immer mehr Bibliotheken bieten Saatgut an , u.a. die Zentral- und Landesbibliothek Berlin, die mit Partner*innen einen Tag rund um Saatgut (21.03.) organisiert.
Im Kalender des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) werden laufend neue Termine in ganz Deutschland veröffentlicht.
Für Gemeinschaftsgärtner*innen sind diese Veranstaltungen eine gute Gelegenheit, Saatgut für die kommende Saison zu erhalten und eigenes (keimfähiges, samenfestes) Saatgut weiterzugeben. Das Saatgut sollte mit Kulturart, Sortenname, ggf. kurzer Beschreibung und dem Jahr der Saatgutgewinnung beschriftet sein. Es darf nur getauscht/verschenkt und nicht verkauft werden.
Im Praxiswissen „Saatgut und Pflanzen vermehren“ sind Informationen zur Saatgutgewinnung und Stecklingsvermehrung zu finden. Vertiefende Materialien bietet außerdem das Projekt „Vielfalt bewahren – Wie geht das?“ des VEN unter anderem zu Aussaat und Anzucht, Samenernte, Saatgewinnung, rechtlichen Grundlagen und mit Tipps zum Saatgutkauf.
Die Prinzipien der traditionellen Vierfelderwirtschaft eignen sich gut, um die Praxis des biologischen Gemüseanbaus zu vermitteln und Neueinsteiger*innen einen Soforteinstieg in nachhaltiges Gärtnern zu ermöglichen. Der Grundgedanke ist einfach: Eine Fläche wird in vier gleich große Beete eingeteilt. Auf drei davon werden Gemüsearten mit unterschiedlich starken Nährstoffansprüchen angebaut. Auf dem vierten Beet wächst Gründüngung oder das, was von alleine aufkeimt. Der Boden kann sich ausruhen und neue Nährstoffe speichern. Jährlich rotieren die Nutzungen um ein Feld weiter. Diese Methode verhindert, dass der Boden ausgelaugt wird und für gute Ernteerträge immer mehr gedüngt werden muss. Mit etwas Praxis gelingt es, den fruchtbaren Humus im Beet zu vermehren.
Im Webinar „Anbauplanung für Gemeinschaftsgärten“ erläutert die Bodenexpertin Ruth Mahla (Urbane Gärten München und BioDivHubs), was einen gesunden, lebendigen Boden ausmacht, und erklärt Grundlagen und Aufbau der "Vierfelder-Rotations-Mischkultur" Schritt für Schritt. Diese Methode eignet sich auch für Anfänger*innen, es gibt nur ein paar Grundregeln, die viele Freiheiten lassen. Praxisbeispiel ist der Münchner Gemeinschaftsgarten StadtAcker, in dem Ruth Mahla selber gärtnert.
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