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Austausch und Tipps zu Anbau und Pflege von Gemüse und Kräutern, Anlage von Beeten, Nutzung von Gartenwerkzeugen und andere Grundlagen.
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    Grundlagen des Obstgehölzschnittes:
    1. Obstbaumschnitt ist nicht kompliziert
    2. Obstbaumschnitt lässt sich durch Selbst- und Naturbeobachtung lernen. Normalerweise reichen 2 - 4 Schnittperioden aus, um Profi zu sein (s.u.).
    3. Alle schneiden...
    Grundlagen des Obstgehölzschnittes:
    1. Obstbaumschnitt ist nicht kompliziert
    2. Obstbaumschnitt lässt sich durch Selbst- und Naturbeobachtung lernen. Normalerweise reichen 2 - 4 Schnittperioden aus, um Profi zu sein (s.u.).
    3. Alle schneiden gleich, es gibt zwar Abweichungen nach Vorlieben, Schnittschulen und Schnittformen, aber die Grundprinzipien sind immer gleich, egal ob deutsche Äpfel, usbekische Maulbeeren oder indische Mangobäume geschnitten werden
    4. wer das Gegenteil behauptet, kennt sich nicht aus (und hat noch nicht ein Expertentreffen zum Obstbaumschnitt erlebt) oder will etwas verkaufen.

    Es gibt Wuchs- und Fruchtgesetze und die gelten immer (außer im Labor oder im Weltall und selbst da ein Teil)

    1. Der Baum strebt nach oben, denn oben gibt es keine Fraßfeinde und von oben kommt das Licht
    2. Wird der Baum ungleichmäßig geschnitten, wächst er da am meisten, wo er am wenigsten geschnitten wurde (weil er nach dem "Fraß" nicht den Tieren ins Maul wachsen will, sondern dort wächst, wo nicht "abgefressen" wurde)
    3. Die Früchte werden von den umliegenden Blättern versorgt. Deshalb sind die Früchte dort besser und größer, wo ausreichend Licht ist
    (in Nord- und Mittel-Europa eher oben und außen an der Krone)
    -> wer unten ernten will, muss oben auslichten
    4. Früchte wachsen später an jetzt dünnen Jungtrieben und aus dicken Jungtrieben werden Äste. Der dünne Trieb von diesem Jahr bringt mir bald Früchte, der dicke muss erst dünne Seitenäste bilden
    5. Dünne Triebe bremsen den Wuchs und dicke fördern ihn.
    6. je flacher der Astwinkel gegenüber der Horizonthalen, desto weniger wächst er und desto mehr werden Früchte angesetzt, aber desto schlechter werden die Früchte versorgt (v.a. bei hängenden Trieben)
    Und bei flachen Ästen werden sich Triebe auf diesen entwickeln, die nach oben streben.
    7. Starker Rückschnitt führt zu starkem Austrieb (v.a. bei Schnitt in der Vegetationsruhe oder zu Zeiten mit wenig Früchten, das gilt nicht für kompletten Kronenverlust)
    8. je älter der Fruchttragende Ast ist, desto schlechter ist die Fruchtqualität und desto krankheitsanfälliger ist die Frucht und das Laub
    9. Neue Früchte für die Folgeernte werden schon während des jetzigen Fruchtbehanges angelegt.
    10. Früchte und Laub entziehen dem Baum Nährstoffe. Werden diese nicht nachgeliefert, wird die Fruchtgröße und -zahl abnehmen.
    11. Entfernen der Krone und des Spitzentriebes sorgt für schnelles Ersetzen dieser durch den Baum.

    Dazu kommt:
    - es gibt keine gesunden Bäume in der Natur
    - Wenn der Baum sich am Standort nicht wohlfühlt, vergreist er schnell, aber Schnitt kann das Problem reduzieren oder aufhalten -> nicht zu wenig schneiden
    - gut geschnitten können manche Bäume mehr als das Doppelte ihrer standortgebundenen natürlichen Lebenszeit schaffen
    - Im Norden wird die Krone ausgelichtet, um für Austrocknung der Pilzkrankheiten und viel Lichteinfall zu sorgen, im Süden wo es genug Licht gibt und trocken ist, wird darauf verzichtet, damit die Früchte keine Trockenschäden bekommen, je nach Klima muss das angepasst werden.
    - aus kranken Trieben (Holz krank) wachsen Triebe, die auch krankheitsanfällig sind

    Erst nach diesen Dingen kommen Sachen wie Schnittformen, was festgelegte Leitäste und Gerüsteäste und Fruchtäste sind. All diese Schnittformen sind dazu da, dass wir Menschen uns schneller im Baum zurecht finden und er entsprechende Eigenschaften bekommt.
    Für eine gute Ernte und einen erleichterten Schnitt können sie hilfreich sein, aber sind nicht zwingend nötig, so lange dem Standort und dem Baum entsprechend geschnitten wird. .

    Eine schöne Anektode dazu:
    Ich wurde über einen Bekannten von seiner Mutter kontaktiert. Weil der Vater sich mit dem Schnitt ihrer Bäume nicht auskennt, kein Buch liest und sich auch keinen Rat holt. Sie hatte Angst, die Bäume seien total verschnitten und müssten weg. Ich sollte mir ansehen, ob die noch zu retten wären. Der Vater ist Anlagentechniker im Wasserwerk. Im Garten macht er 2 Dinge: Rasenmähen und einmal im Jahr die beiden Apfelbäume schneiden. Die Bäume sind klein (der kleinere 2,5 m hoch und ebenso breit, der größere 4 m breit und nach einer Kroneneinkürzung nur noch 3 m hoch) aber mehr als 30 Jahre alt.
    Ich bin in den Garten gekommen und habe mir die Bäume angesehen. Ich habe sie umrundet, mir den inneren Kronenaufbau angesehen und habe mir die Kroneneinkürzung des größeren Baumes mit der Leiter von oben angesehen.
    Zusammenfassung:
    Ich konnte da nichts machen.
    Weil:
    Die waren absolut wundervoll und fachlich korrekt geschnitten.
    Seine Antwort war, dass er die Bäume seit 20 Jahren schneidet und sich merkt, was das Schneiden bewirkt und den Schnitt anpasst.
    Die haben gut geerntet und die Äpfel hatten eine gute Qualität.

    Und bei genauerem Nachfragen waren die Bäume viel besser als die vom Nachbar geschnitten, der sich "auskannte" und die Mutter sinnlos aufhetzte.

    Das Lesen von Fachbüchern ersetzt nicht die Beobachtung des Baumes. Oft werden so eher fragliche "Rote Linien" gezogen und seltsame Ideen im Denken verankert.
    Das einzige Fachbuch, was ich sehr empfehlen kann, ist "Obstbaumschnitt in Bildern" und erscheint seit den 1980ern nahezu unverändert. Es kostet um die 6 € (Stand 2020) und das haben praktisch alle professionellen Schneider (in Deutschland) daheim und das hilft sehr sich das Schneiden selbst beizubringen, weil schöne Bilder den wenigen Text ergänzen.
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  • Der Frühling beginnt, die Bäume schlagen aus.
    Wer seinen Baum etwas bremsen will, der kann direkt nach Knospenaustrieb schneiden.
    Wenn die Pflanze zum Verbluten neigt (hauptsächlich Wein, einige Kirschen und Pfirsiche), sollte bis zur Blüte oder...
    Der Frühling beginnt, die Bäume schlagen aus.
    Wer seinen Baum etwas bremsen will, der kann direkt nach Knospenaustrieb schneiden.
    Wenn die Pflanze zum Verbluten neigt (hauptsächlich Wein, einige Kirschen und Pfirsiche), sollte bis zur Blüte oder kurz nach der Blüte warten.
    Wer da schneidet, wird mit einer Wuchsreduktion belohnt.
    Das gilt vor allem bei Bäumen die selten und schwach geschnitten werden.
    Der Schnitt bringt dann auch ein Ausdünnen der Früchte mit sich.
    Vor allem bei Steinobst ist dieser Zeitpunkt sehr zu empfehlen.
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  • Systemgrenzen am Beispiel des Waldgartens

    Als letzten Artikel zu Wissenschaftlichkeit möchte ich das Beispiel mit den Systemgrenzen an der Waldgarten-Idee aufzeigen:

    Viel gärtnerisches/Landwirtschaftliches Wissen wird an einem bestimmten...
    Systemgrenzen am Beispiel des Waldgartens

    Als letzten Artikel zu Wissenschaftlichkeit möchte ich das Beispiel mit den Systemgrenzen an der Waldgarten-Idee aufzeigen:

    Viel gärtnerisches/Landwirtschaftliches Wissen wird an einem bestimmten Standort gesammelt. Dieser ist - im Gegensatz zu vielen physikalischen oder chemischen Versuchen - nicht das Labor sondern draußen auf dem Feld.
    Da die größten Komponenten Klima, Witterung und Boden sind, sind die Ergebnisse nicht immer von einem Ort zum anderen übertragbar.

    So lassen sich tolle Bücher aus New York (trotz des vielen Schnee liegt New York auf dem Breitengrad von Neapel) nicht gut in Mitteleuropa umsetzen, da wir viel weniger Sonneneinstrahlung haben und somit die Pflanzen langsamer und schlechter wachsen.
    Bücher aus England (weitgehend maritimes Klima) sind noch an der See funktional, im trockenen, kontinentalen Osten nicht so.

    Auch können Bodenbearbeitung der Vorjahre oder das Ausgangsgestein am Standort ein ganz anderes Ergebnis bewirken, als vorher angenommen.

    Deswegen lassen sich manche Ideen gut übertragen aber andere Dinge auch nicht.

    Waldgärten sind in den Tropischen Ländern eine gängige Sache. Sie wurden für die Permakultur zu einem Sinnbild, das es umzusetzen galt.
    Dass unter großen Bäumen mit Nahrung, kleine Bäume mit Nahrung, darunter Sträucher mit Nahrung und darunter Gemüse wächst, funktioniert aber nicht überall auf der Welt.
    In Australien ist das auch möglich, und auch in einigen Subtropischen Gebieten.

    Nördlich der Alpen braucht es niemand versuchen, denn Licht ist begrenzender Faktor und auch Niederschläge sind eher knapp.
    Viele Permakultur-Interessierte werden von der Idee des Waldgartens begeistert und scheitern an der Umsetzung. Oft aus für diese unerklärlichen Gründen.
    Denn es gibt ja Orte, wo es funktioniert - wieso dann nicht "bei uns".

    Weil es bei uns zu finster und zu trocken ist.
    Was wächst im Wald unter den Bäumen? Verstreute Heidelbeeren, dünnes Gras und ab und an bei einer Lücke eine Eberesche oder ein Strauch.

    Aber wer das erkennt, nicht wie es sein sollte, sondern wie es ist, der kann damit arbeiten:
    Wo wächst bei uns das Beerenobst? Am Waldrand und auf Lichtungen.
    Damit lässt sich nicht der Original-PK-Waldgarten aus Australien oder den Tropen bauen, aber ein Waldgarten, der eher ein Lichtungsgarten, Heckengarten oder Waldrandgarten ist.

    Viele "Waldgärten" in Deutschland sind eben solche "Lichtungsgärten". Niemand baut unter der Walnuss Apfelbäume und darunter Himbeeren und darunter Möhren an. Selbst eine zweite Ebene ist bei der Walnuss schwer.
    Aber wir können wie beim Waldrand ineinander greifende Strukturen schaffen, die sich gegenseitig unterstützen. Unter einer licht geschnittenen Apfelkrone können Kartoffeln oder schwarze Johannsibeeren wachsen. natürlich nicht so gut wie in der Sonne und bewässert besser als wenn sie mit dem Baum um das Wasser streiten müssen.
    Aber es funktioniert.

    Deswegen beschränkende Faktoren, Systemgrenzen und Restriktionen beachten und dann das geplante angepasst umsetzen.





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  • Wissenschaftler*innen

    Warum sollte ich auf solche Wissensgenerierung achten? Weil dann festgestellt werden kann, wie vertrauenswürdig bzw. wie belegbar das Wissen ist.
    Warum muss ich als Gärtner*in das wissen?

    Welche Mühe bringt mir etwas und...
    Wissenschaftler*innen

    Warum sollte ich auf solche Wissensgenerierung achten? Weil dann festgestellt werden kann, wie vertrauenswürdig bzw. wie belegbar das Wissen ist.
    Warum muss ich als Gärtner*in das wissen?

    Welche Mühe bringt mir etwas und welche nicht?
    Das ist im Privatgartenbereich recht egal, wer aber mehr anbauen will, hat immer zu wenig Zeit und zu viel Arbeit und da sollte diese gewählt werden, die etwas bringt.

    Aber neben der Wissenschaft, ist es immer wichtig zu wissen, dass Wissenschaftler*innen auch Menschen sind.
    Und ihr Mindset und ihre Wünsche spielen in die Forschungsergebnisse hinein.
    Dazu kommen verschiedene Grundideen, warum Wissenschaft betrieben wird.
    Beipsielsweise:
    - für Einkommen
    - die Neugier befriedigen
    - etwas neues entdecken
    - ein Entdecker sein (ist etwas anderes als oben)
    - Ruhm
    - Aufmerksamkeit
    - Macht erlangen
    - die Welt erklären für sich oder andere
    - die Welt ordnen für sich oder andere
    - die Zukunft erschließen
    - die Gegenwart bestätigen / sichern
    - zurück in die "gute alte Zeit"
    - Gottes Einfluss auf die Welt und das religiöse Weltbild beweisen (früher häufiger)
    - Magie / Esoterik belegen
    - Magie / Esoterik widerlegen

    Warum ist das wichtig?
    - Beispiel "Flora" und "Fauna"
    In dieser Theorie gab es 3 Arten von Lebewesen: Mensch, Tier, Pflanze, ganz nach dem biblichen Bild und da Tiere und Pflanzen anders waren als Menschen, war es in Ordnung sie untertan zu machen. Das war einer der Grundgedanken dieser Lehre. Da sie so schön einfach ist, hält sie sich immer noch.
    - Beispiel Anzeichen des Lebens: Bewegung und Wachstum
    Warum wurde Wachstum nicht als Bewegung anerkannt? Weil gezielt Pflanzen von den echten Lebewesen ausgeschlossen werden sollten. Dass sich Pflanzen auch bewegen und dass sie deshalb wirklich leben, wurde durch erste Zeitrafferaufnahmen belegt. Bis dahin waren sie so tot wie Steine (warum jemanden das wichtig war, ist unklar).
    - Beispiel "Pilze sind Pflanzen"
    Als die Reiche aufgeteilt wurden, gab es Tierreich und Pflanzenreich, eigentlich das gleiche wie Flora und Fauna, nur dass der Mensch jetzt mit bei den Tieren war. Irgendwann ist aufgefallen, dass Pilze und Bakterien keine Pflanzen sind. Aber auch keine Tiere. Die Ordnung der 2 Reiche hätte aufgebrochen und geändert werden müssen. Das haben aber alte Professoren (hier verwende ich aus historischen Gründen nicht die weibliche Form) und andere "wissenschaftliche" "Diskurleiter" unterbunden,
    Dass Pilze und Bakterien in den 1990ern endlich in fast allen wichtigen bereichen eigene Reiche erhielten, lag nicht an dem "wissenschftlichen Konsens", den es nicht gibt, sondern schlicht daran, dass die alten und sturen Gläubigen an diese Theorie aus Altersgründen verstarben.

    So werden oft im 30 bis 40 Jahresrythus eine breite Masse neuer Erkenntnisse publik. Nicht weil da mehr geforscht wird, sondern weil die Verhinderer, die verhindern wollen, widerlegt zu werden, versterben.

    Teilweise ist auch der öffentliche Diskurs schneller und dann können wissenschaftliche "Schubladenerkenntnisse" raus in die breite Öffentlichkeit.
    Oder ein*e bekannte*r Wissenschaftler*in macht eine Theorie in der Öffentlichkeit publik und die setzt sich dann schneller durch.
    Oder wird durch eine Lobby in ein Gesetz gepresst und so schneller wichtig.
    Oder eine Lobby verhidnert es (z.B. englische Fuchsjagden)

    Das ist auch wichtig um alte Bücher einzuordnen. Nicht nur rassistische Sachen (wenn man die anderen als gleichwertige Menschen anerkannt hätte, wäre die Sklaverei moralich nicht mehr drin gewesen), sondern auch landwirtschaftliche.

    - Beispiel 1
    Darwins erste große Leistung war die Evolutionstheorie.
    Seine zweite war der Kampf für den Regenwurm. Denn der galt zu Darwins Zeit als Schädling und wurde mit Gift auf dem Acker bekämpft.
    Deswegen gibt es vor Darwin hauptsächlich Bücher mit Bekämpfungstipps und etwa 10 bis 20 Jahre nach Darwin änderte sich das zu gunsten der schon stark dezimierten Regenwürmer.

    - Beispiel 2
    Das Abflammen der Felder war bis in die 1970er erlaubt. Dabei wurden die Stoppel angezündet, "um die Schädlinge los zu werden". Leider wurden dabi Nützlinge mehr dezimiert und auch Rückzugsgebiete wie Randstreifen und Baumhecken. So gab es mehr Schädlinge (z.B. Mäuse) im Folgejahr
    Verboten wurde das nicht aus ökologischer Vernunft, sondern weil die Asche das Umland der Städte vernebelte. Und natürlich auch, weil ein paar Idioten regelmäßig Häuser mit abfackelten.
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  • Wissenschaft - Grundlagen für besseres Verständnis der Erkenntnisgewinnung:

    Ausgangslage:
    Jeder Mensch ist subjektiv.
    Unser Gehirn baut unsere Wünsche und Erwartungen (egal ob positiv oder negativ) in unsere Wahrnehmung ein.
    Objektive Bewertung...
    Wissenschaft - Grundlagen für besseres Verständnis der Erkenntnisgewinnung:

    Ausgangslage:
    Jeder Mensch ist subjektiv.
    Unser Gehirn baut unsere Wünsche und Erwartungen (egal ob positiv oder negativ) in unsere Wahrnehmung ein.
    Objektive Bewertung schwierig, für 1 Mensch ausgeschlossen.
    Menschen haben große Probleme langfristige Zusammenhänge zu erfassen und zu verarbeiten. Gleiches gilt für große Datenmengen.
    Zählung im Gehirn erfolgt evolutionär bedingt iogarithmisch - ermöglicht gutes Schätzen, aber schlechte Erfassung linearer Größen.
    Schwierigkeiten tun anderer mit einzubeziehen und langfristige Prognosen zu erstellen.
    => Ein möglichst objektives, langfristiges Erfassen von Vor- und Nachteilen von unserem Handeln und unseren Möglichkeiten ist unter normalen Umständen nahezu unmöglich.
    Beispiele:
    - Entwaldung von Europa in Antike und Mittelalter
    - Kornkammern der Antike sind heute, 2000 Jahre später, immer noch wüsten durch zerstörerisches Handeln
    - Hungerkatastrophen und zerstörte Böden im Mittelalter
    - Evolution von der Einfelder- zur Vierfelder-Wirtschaft binnen 5000 Jahren.
    Von Vierfelderwirtschaft zur "erweiterten Vierfelderwirtschaft" (Standard) durch Wissenschaftliche Studien innerhalb von 40 Jahren.

    Wie bekommen wir es hin, dass wir objektiver handeln?
    Wie bekommen wir es hin, dass die Ergebnisse, die wir erzielen auch von anderen nutzbar sind? Wie vermeiden wir Bewerungsfehler (mein Hirn sagt, es muss funktionieren und Realität sagt, dass es es nicht tut - mein Gehirn setzt sich gegen Realität fast immer durch)

    Messen:
    Ob es eienr Pflanze gut geht oder nicht, können wir nicht feststellen. Ob es mehr Füchte sind, können wir zählen, aber ob es mehr Masse ist, lässt sich nicht einfach ohne Hilfsmittel erfassen. Deswegen wird das Ergebnis gemessen und festgehalten.
    Bei Pflanzen ist darauf zu achten, dass bei der Masse die Trockenmasse besser als die Frischmasse ist, da sonst die Pflanze möglicherweise nicht so gut wächst,aber viel Wasser einlagert (z.B. Kaliumüberdüngung) und dann mehr Frischmasse hat. Auch ist die Pflanzenhöhe kein gutes Merkmal, denn bei Lichtmangel versuchen die Pflanzen nach oben (zur vermeintlichen Sonne) zu gelangen und strecken sich übermäßig. Das bringt nur schlechten Wuchs und brüchige Pflanzen, ist aber nicht besser.
    Beim Messen sollten alle Messsungen von der gleichen Person gemacht werden, denn jeder misst anders und es können Fehler durch wechselnde Messgenauigkeiten und Tagesformen auftreten.

    Wiederholung im Versuch:
    Ein Messfehler beim Messen von dem Ergebnis von Feld A (z.B. Waage nicht austariert, einen Sack vergessen, verzählt) kann das Ergebnis zunichte machen. Gleiches gilt auch für Ausreißer z.B. unentdeckter Schädlingsbefall an der einen Versuchspflanze. Deswegen sollten die Versuchsglieder im Versuch wenigstens 4mal (3mal für Mittelwert nötig und 1mal Reserve), besser öfter wiederholt werden. Damit Mittelwerte gebildet und Messfehler oder Ausreißer gedämpft werden können.

    Wiederholung an anderen Orten und durch andere:
    Wenn ich etwas mache und ein Ergebnis habe, sagt das wenig aus.
    Wenn jemand anderes das gleiche macht und das gleiche Ergebnis hat, wird das Ergebnis bei jeder Wiederholung etwas objektiver und wenn jemand, der mich ablehnt das gleiche macht und das gleiche heraus kommt, ist es ein großer Schritt voran. Wenn der Versuch an einem anderen Ort wiederholt wird und das gleiche Ergebnis liefert, dann ist es noch wahrscheinlicher, dass mein Ergebnis stimmt.
    In Wissenschaftlichen Arbeiten ist der Bereich "Material und Methoden" deswegen so wichtig. Damit andere den Versuch mit gleichem Material und gleichen Methoden wiederholen können.

    Standardisierung von Versuchsbedingungen:
    Wenn ein Ergebnis heraus kommt, kann das Zufall sein.
    Wenn Feld A mit Mittel A besser wächst als Feld B mit Mittel B, dann kann es sein, dass der Boden von Feld A besser ist, dass Feld B mehr dem Wind ausgestezt war oder ähnliches.
    So ein Verusch ist nichts wert, wenn die Ausgangsbedingungen nicht möglichst gleich sind - eher kleine dich beieinander liegende Versuchsflächen sind besser.
    Je mehr Bedingungen gleich sind, desto besser.
    Ein Mischen der Versuchsglieder hilft zu standardisieren, denn dann werden die lokalen Auswirkungen weiter eingeschränkt.
    In machen Wissenschaften können kleine standardisierte Versuchsräume geschaffen werden, aber bei Feldversuchen ist das schwer.

    Anonymisierung:
    Ich beeinflusse Mein Ergebnis. Also werden bei guten Versuchen die Ergebnisse vor Auswertung anonymisiert. Teilweise ist das untersuchende Personal anderes als der auswertende, um noch mehr Sicherhit vor persönlichen einflüssen zu haben. Deswegen vergliche ich Feld A mit Feld B. Es kommt heraus, dass Feld A besser ist. Mathematisch belegbar, mit Wiederholung. Dann wird aufgelöst und es kommt heraus, dass Feld A Wassergabe war und Feld B Pflanzen-Jauche. Wer geglaubt hätte, das Pflanzen-Jauche besser ist, hätte das auch gemessen oder das Ergebnis so interpetiert, dass Jauche besser ist. Dieser Fehler ist nun aber nicht möglich.
    Diese Form wird Blindversuch genannt, weil ich nicht sehe, was ich untersuche.
    Bei Versuchen mit Menschen gibt es Blindversuche wo die Testperson nicht weiß, was sie bekommt (positive Erwartung kann heilen, negative krank machen z.B. Windturbinensyndrom). Diese werden auch als Blindversuche bezeichnet. Versuche wo der Wissenschaftler und der Patient nicht wissen, was sie auswerten / bekommen heißen Doppelblindversuche.

    Wiederholungen über die Zeit:
    Im Pflanzenbau gibt es gute und schlechte Jahre, solche mit viel Sonne und trübere oder mit wechselnden Niederschlägen. Deswegen sollten Versuche über 3 Jahre gehen, weil normalerweise nur 2 finstere Jahre auf einander folgen.
    Manch ein Versuch zeigt bei Trockenheit nur unscharfe Ergebnisse oder hat nur bei dunklen Jahren Unterschiede.

    Fehlerbetrachtung:
    Trotz dieser ganzen Punkte, mache ich Fehler. Diese werden bei der Fehlerbetrachtung angsehen und bewertet.
    Dadurch können andere Probleme im Versuch sehen und beim neuen Versuch vermeiden.
    Auch verhindert dies, dass ich mich als fehlerlos halte und zu viel Vertrauen in meine Ergebnisse setze.

    Experiment:
    Der Versuch ist eine an die Natur gestellte Frage, die von dieser beantwortet wird, wenn wir sie richtig stellen.
    Es sollte so getestet werden, dass nur eine Variable im Experiment ist. Je mehr Variablen es gibt, desto weniger lässt sich das Ergebnis einer bestimmten Variable zuordnen.
    Durch gezielte Prüfglieder, gute Kontrollgruppen z.B. nicht Jauche gegen keine Jauche, sondern Jauche gegen abgestndenes Wasser gleicher Temperatur und passenden Versuchsaufbau wird das Ergebnis entsprechend beeinflusst.
    Wenn jemand eine Frage prüfen will, sollte das Experiment so aufgebaut sein, dass es nicht schon vorher das Ergebnis festlegt oder bessere Varianten ausschließt
    Negativbeispiel: es laufen viele Biokohle-Versuche mittlerweile ohne Kompost-Prüfglied, weil Kompost rein, bessere Ergebnisse beim Pflanzenwuchs liefert als Kompost + Kohle, was die Expreimente als bestes herausstellen wollen. Also wird der Kompsot weg gelassen oder schlecht geredert (z.B. die CO2-Freisetzung statt als Düngung zu loben, als Treibhasugasproduktion verunglimpfen).

    Gut gemachte Wissenschaft ist das Gegenteil von Hoffen, Vermuten, Glauben und Vertrauen. Durch Zweifel lassen sich Zusammenhänge wirklich prüfen, statt Handlungen auf ungeprüfte Vermutungen aufzubauen.
    Deswegen gibt es so viele Verbesserungen in vielen Lebensfeldern in den letzten 200 Jahren.
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  • Pflanzenschutzmittel, Dünger, Pflanzenstärkungsmittel
    Es gibt gesetzlich geregelte Grenzen zwischen diesen 3 Kategorien sowie einige Sachen außerhalb.
    1. Dünger = dienen der Pflanzenernährung, werden von der Pflanze aufgenommen und im...
    Pflanzenschutzmittel, Dünger, Pflanzenstärkungsmittel
    Es gibt gesetzlich geregelte Grenzen zwischen diesen 3 Kategorien sowie einige Sachen außerhalb.
    1. Dünger = dienen der Pflanzenernährung, werden von der Pflanze aufgenommen und im Stoffwechsel verwendet.
    Für Zulassung sind Wirksamkeitstests, für Verwendung bestimmte Zusammensetzungen und Maximalmengen festgelegt
    Beispiele:
    - CO2 als Gas zugekauft, im Gewächshausanbau gedüngt für bis zu 30 % mehr Wachstum (bei weniger Heizkosten)
    - Kompost = organischer Mehrnährstoffdünger
    - Guano = anorganischer Mehrnährstoffdünger
    - Kalk und Algenkalk

    2. Pflanzenschutzmittel = Mittel die eine direkte Wirkung auf den Schadverursacher bei Pflanzen haben
    Aufwendiges Zulassungsverfahren mit Tests auf Umweltverträglichkeit (kurzfristige Auswirkungen) und Wirkung auf Mensch, nur zugelassenene Mittel dürfen verwendet und beworben werden.
    Beispiele:
    - Schachtelhalm Tee (schädigt Mehltaupilz)
    - Rohmilch (Braunfäulesporen binden sich daran)
    - gelöstes Trockenmilchpulver (Viren binden sich daran)
    - Glyphosat (tötet unerwünschte Pflanzen "Unkraut")
    - Kupfer (tötet Pilze und Mikroorganismen)
    - Bacillus thuringensis (BT) = Breitband-Insektizid
    - Jauche oder Tee aus Johanniskraut oder Rainfarn (Breitband-Insektizide)
    Negativbeispiel:
    - Essig hat Auswirkungen auf Kräuselkrankheit bei Spritzung im November, keine Nebenwirkungen auf den Naturhaushalt, aber keine Zulassung, da er nicht patentierbar ist und somit keine Firma das teure Zulassungsverfahren bezahlt
    - Essigessenz ist "Brenner" bei Unkrautvernichtung, gleiches Problem wie bei Essig

    3. Pflanzenstärkungsmittel
    Stoffe mit vereinfachter Zulassung, die nachweisen müssen, dass sie weder düngen noch als Pflanzenschutzmittel wirken
    -> Muss nachweisen, dass es keine Wirksamkeit hat, um zugelassen zu werden
    Beispiel Brennnessel-Jauche (gibt es abgepackt zu kaufen)

    4. Wasser
    Sonderrolle, eigentlich Dünger (dient Pflanzenernähung) oder Hilfstoff für Ausbringung, aber durch breite Verwendung anders kategorisiert.
    Qualität für Ausbringung festgelegt.

    5. Hilfsstoffe
    Stoffe die Dünger oder Pflanzenschutzmittel enthalten und keine dirkte Wirkung auf die Pflanze oder den Schadorganismus haben.
    Beispiele:
    - Gelantine als Granulierungsmittel
    - Tenside und andere Netzmittel

    6. Experimentelle Pflanzenschutzmittel für induzierte Resistenzen
    Die Pflanze hat ein immunsystem, welche auf die Gefahr reagiert, aber Zeit benötigt um zu starten. Idee: das immunsystem aktivieren, bevor der Schaderreger eintrifft, damit Pflanze Immunabwehr aufbaut und Schadorganismus auf aktives Immunsyystem trifft. Einsatz von Mikro- oder Nanostäuben zur Beschädigung der äußeren Zellen. Funktionsnachweis vorhanden, aber schwierig anzuwenden, da Schaden vorausgesehen werden muss. Reaktion der Pflanze lässt nach 3 Tagen schnell nach.
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  • Pflanzenjauchen
    Die in einer Pflanze enthaltenen Pflanzennährstoffe (Nährsalze) reichen aus, um daraus die gleiche Masse an Pflanzenmasse wieder aufzubauen.
    1 kg Brennessel reicht für 1 kg Salat.
    Wenn beim Verjauchen Masse mit Wasser 1:10...
    Pflanzenjauchen
    Die in einer Pflanze enthaltenen Pflanzennährstoffe (Nährsalze) reichen aus, um daraus die gleiche Masse an Pflanzenmasse wieder aufzubauen.
    1 kg Brennessel reicht für 1 kg Salat.
    Wenn beim Verjauchen Masse mit Wasser 1:10 verdünnt angesetzt wird. ist das Ergebnis entsprechende kleiner.
    10 Liter Jauche aus 1 kg Brennnessel reichen für 1 kg Salat.
    Wenn ich die Jauche nun weiter verdünne, werden die Nährsalze auch nicht mehr, sondern reichen nur für 1 kg Salat.

    Dazu muss aber alles an Brennnessel ausgebracht werden. Bleiben Stiele und Blätter im Eimer zurück, dann bleiben auch die enthaltenen Nährsalze (Calcium der Zellwände, Phosphor, Schwefel, Stickstoff und andere in den Zellen verbaute Stoffe) in den Pflanzenteilen. Dann reicht 1 kg Brennesseln (unverdünnt) vielleicht nur für 1 g Salat.

    Einfacher ist es die Pflanzen zu kompostieren: Auf einen Haufen werfen und verrotten lassen. Dann werden die Pflanzennährstoffe zu 100 % recycelt und können auf dem Beet den Pflanzen gegeben werden.

    Warum also Jauchen machen?

    Weil sie gegen Schädlinge helfen?
    Meistens werden Jauchen von Brennessel gegen Läuse eingesetzt. Im Test ist im Blindversuch kaltes Wasser genauso wirksam - warum?
    Wenn ich Wasser auf die Läuse kippe, werden sie von der Pflanze gespült. Dadurch werden sie verletzt und können nicht zurück laufen.
    Das gleiche passiert bei der Jauche.

    Läuse sind auch nicht immer in großen Mengen auf der Pflanze. Eine Laus hat Eigengeruch, durch eine große Gruppe ist deer Geruch stärker und ein Marienkäfer wird angelockt. Der legt Eier in die Kolonie und nach 1 Woche schlüpfen die Larven, die die Läuse fressen. Die kleinen Larven fressen wenige Läuse, die größeren immer mehr.
    Wer im April Läuse hat, sollte einfach warten, denn im Mai sind die "plötzlich" alle weg - weil sie von Nützlingen gefunden und gefressen wurde.
    Oft tun wir uns aber sehr schwer mit Warten und auf die Natur vertrauen. Deswegen wollen wir etwas tun, um zu helfen oder die Zeit zu überbrücken.
    Alle Jauchen, die an den Baum gegossen werden, überbrücken die Zeit, bis die Nützlinge aktiv werden.

    Einen messbaren Erfog gegenüber dem Warten oder einer entsprechenden Wassergabe gibt es bei Jauchen nicht. Wir fühlen uns meist nur besser.

    Das ist aber gefährlich. Denn wir helfen nicht wirklich, sondern erwecken nur den Anschein. Für uns reicht das. Wenn wir dann bei einer wirklichen Bedrohung wieder auf nicht wirksame Mittel zurückgreifen, weil bisher Anschein erwecken für uns ausreichte, dann kann die echte Gefahr nicht abgewendet werden.

    Ausnahmen Giftpflanzen:
    Es gibt Pflanzen, die Giftstoffe enthalten wie Rainfarn und Johanniskraut gegen Insekten, Schachtelhalm gegen Pilze oder auch solche die wie Seifenkraut oder Kastanien Tenside enthalten. Wird eine Jauche aus diesen Pflanzen hergestellt, dann ist diese deutlich wirksam. Aber sie ist dann ein Pflanzenschutzmittel.
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  • Massenerhaltungssatz, Energieerhaltungssatz, Gravitation und Messen

    Was hat der Massenerhaltungssatz (keine Materie entsteht aus dem Nichts oder verschwindet) mit Gartenbau zu tun?
    Ist es nicht eine der physikalischen Grundlagen unserer Welt?
    Ja....
    Massenerhaltungssatz, Energieerhaltungssatz, Gravitation und Messen

    Was hat der Massenerhaltungssatz (keine Materie entsteht aus dem Nichts oder verschwindet) mit Gartenbau zu tun?
    Ist es nicht eine der physikalischen Grundlagen unserer Welt?
    Ja. Das ist er, wie die anderen physikalischen Gesetze. Die Pflanzen halten sich wie die Natur daran und nicht an Glauben, Hoffen, Bangen oder irgendwelche esoterischen Dinge, an denen sich Menschen orientieren.
    Wenn wir im Garten erfolgreich sein wollen, dann sollten wir uns wie die Pflanzen und anderen Lebewesen an die Naturgesetze halten.

    Was hat Messen damit zu tun? Messen bedeutet, dass es für uns wahrnehmbar ist.
    Einen Effekt, den ich nicht Messen kann, sollte ich als nichtexistent oder unerheblich ansehen.
    Wer Religiös ist, kann problemlos unerheblich wählen, was wir hier auch aus diplomatischen Gründen tun.
    Wenn ein Effekt so gering ist, dass es keine irgendwie messbaren Ergebnisse gibt, brauche ich ihn nicht beachten.

    Was ist messbar?
    Im Pflanzenbau können nur wenige Dinge direkt gemessen werden. Ich kann nicht sehen, ob es einer Pflanze gut geht. Ob sie glücklich oder unglücklich ist.
    Aber ich kann messen, wie hoch mein Ertrag ist, wie hoch die Menge an Pflanzenmasse und deren Zuwachs ist (Pflanzenhöhe ist kein brauchbarer Faktor, da diese auch von Lichtmangel hervorgerufen werden kann).
    Beispiele hierfür sind:
    - Auswirkung von Verkehrsläm und Musik auf Pflanzen (Pflanzen wachsen bei Verkehrslärm am schlechtesten, aber auch Heavy Metal reduziert den Wuchs gegenüber der Stille. Bei Klassik wachsen sie besser aber am besten bei Kuschelrock und Elvis Presley.
    - Auswirkungen von Dünger und Pflanzenschutzmitteln (direkt und verzögert).
    - Vetternwirtschaft: je näher die Pflanzen verwandt sind, desto freigiebiger sind sie mit Nährstoffen und desto mehr unterstützen sie einander.
    - Streicheln: Durch häufige Berührung bleiben Pflanzen kleiner und gedrungener, was zu "Streichelwagen" im Zierpflanzenbau geführt hat.
    - Einfluss von Wuchshormonen, Wellenlängen beim Licht.
    - Konservierende Bodenbearbeitung (im 30-Jahre-Versuch entdeckt)
    - Wuchs- und Schnittgesetze

    Was sind Beispiele für nicht messbar?
    - Auswirkungen von Pflazenstärkungsmitteln (müssen für Zulassung nachweisen, dass sie nicht als Dünger oder Pflanzenschutzmittel wirken).
    - Auswirkung von Mondstrahlen
    - Auswirkung von verdünnten Jauchen (außer bestimmten Giften = Pflanzenschutzmittel)

    Wer jetzt diskutieren möchte - oder streiten - kann das gern tun.
    Aber so lange ich keine messbaren Ergebnisse habe (besser Wuchs, mehr Ertrag über bestimmte Zeit, weniger krank usw.), werde ich das ignorieren.
    Wie kann etwas Auswirkungen auf Pflanzen haben, wenn keine Auswirkungen festzustellen sind?
    Sollten die Pflanzen nicht besser wachsen, wenn es ihnen besser geht? Oder weniger schädlingsanfällig sein oder älter werden?

    Wenn es unerheblich ist - wieso dann viel Mühe in solche Dinge wie Jauchen investieren? Weil es nett ist? Weil es romantisch ist? Weil es nett klingt? Weil es alle machen?
    Weil es schön wäre, wenn es funktionieren würde, obwohl es das nicht tut?

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  • Im "Exotischen Garten Coschütz" (Dresden) haben wir eine Kombination aus Erdgewächshaus, Speicherkerngewächshaus und Luftspeichergewächshaus gaebaut (der Luftspeicher ist aber recht klein).
    Das war nur möglich, da dieser Gemeinschaftsgarten auf 2...
    Im "Exotischen Garten Coschütz" (Dresden) haben wir eine Kombination aus Erdgewächshaus, Speicherkerngewächshaus und Luftspeichergewächshaus gaebaut (der Luftspeicher ist aber recht klein).
    Das war nur möglich, da dieser Gemeinschaftsgarten auf 2 Kleingartenparzellen liegt (die Grenjze verläuft in der Mitte des Gewächshauses). Sonst wäre eine Baugenehmigung unwahrscheinlich.

    Die Grundfläche beträgt 24 m², das Gewächshaus sitzt in einem Südhang. Dadurch ist es vorn 1,2 m undt hinten 2 m tief in der Erde. Der Aushub wurde als Rückwand aufgeschüttet und erhöht diese auf 3 m.
    Das Dach ist in der Mitte 4 m über dem Boden.

    Das Dach ist eine Kuppel aus Ästen, Luftpolsterfolie und darüber Gewächshausfolie. Die Idee war die Äste von dort zu nutzen und eine "organische Form" zu erzeugen. Das kann ich nicht empfehlen. Es bilden sich Wassertaschen und die Konstruktion ist mehr als einmal eingebrochen.
    Die Kuppel sollte bei jedem Sonnenwinkel Licht senkrecht durch lassen, das ist auch so, aber im Winter könnte es mehr und im Sommer weniger sein.
    So überhitzt es im Sommer regelmäßig.
    Das Dachwasser wird in einen kleinen Teich vor dem Gewächshaus gesammelt.

    Als Wärmespeicher und Wärmetauscher gleichermaßen haben wir etwas ausgetüftelt: Lehm von Aushub wurde feucht in Kartoffelsäcke gefüllt und als Mauer aufgestapelt. Beim Trocknen wandelte er sich in Brocken, zwischen deren Ritzen die Luft zirkulieren kann.
    Der Wärmespeicher stützt die Wände als Mauer und nimmt aber so wenig Platz weg.
    Die Rückwand hat eine Stufe, so dass dort empfindlichere Pflanzen höher stehen können (kalte Luft sammelt sich unten).

    Der 2016 errichtete Bau hat schon mehrere Winter mit mehr als -15 °C frostfrei und ungeheizt überstanden.

    Ziel ist es exotische Pflanzen anzubauen und sie nicht mehr aus anderen Ländern importieren zu müssen. Es gibt schon erste, wenn durch das Überhitzen im Sommer leider kleine, Zitrusfruchternten.
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  • Erdgewächshaus, Speicherkerngewächshaus und Luftspeichergewächshaus

    Wie der Erdkeller nutzt das Erdgewächshaus die aus dem Boden kommende Wärme zum "heizen" der Beete. Mit einem Gewächshausüberbau welcher durch den Treibhauseffekt /...
    Erdgewächshaus, Speicherkerngewächshaus und Luftspeichergewächshaus

    Wie der Erdkeller nutzt das Erdgewächshaus die aus dem Boden kommende Wärme zum "heizen" der Beete. Mit einem Gewächshausüberbau welcher durch den Treibhauseffekt / Gewächshauseffekt bei Tageslicht Wärme sammelt und den Wind bricht, wird der Boden warm gehalten.
    Ein Erdgewächshaus steckt normalerweise 1 m tief im Boden, so dass es zugang zu den Tiefen bodenschichten gibt.
    Die Beete sind gemauerte Kastenbeete, denn Steine leiten Wärme gut und transportieren sie so ins Beet. Außerdem sind die länger haltend als Holz bei Erdkontakt.
    Die Gewächshauskonstruktion ist meist nur ein Spitzdach, damit nicht zu viel Oberfläche Luftkontakt hat und nur solche, die auch gut Wärme einfängt und nicht senkrechte Wände. Wenn die Sonne senkrecht auf das Glas trifft, gibt es keine Reflektion sondern nur "Durchleitungsverluste" je schräger die Sonne auf das Glas trifft, desto mehr Licht und somit auch Wärme geht verloren.
    Da das Glas nachts Wärme abgibt, wurden Erdgewächshäuser früher Nachts mit isolierenden Schilfmatten abgedeckt. Glas der Seitenwände bringt bei einem normalen Erdgewächshaus keine Vorteile.
    Wichtig ist es eine Gewächshausdachfläche nach Süden auszurichten, denn um möglichst viel Sonne einzufangen sollte die Mittagssonne genutzt werden, da sie am stärksten ist.

    Erdgewächshäuser sind in der Regel eher klein, da es viel Arbeit macht sie zu graben und zu bauen. Im Sommer überhitzen sie durch den kleinen Luftraum schnell und werden deshalb häufig als Winterquartier oder für die Jungpflanzenanzucht im frühjahr genutzt, da sie ohne Heizung wärmer sind, als ein ungeheiztes "Standardgewächshaus".

    Speicherkerngewächshäuser waren der nächste Schritt in der Gewächshausevolution, werden aber heute oft falsch dargestellt.
    Das speicherkerngewächshaus hat einen Wärmespeicher als Stein- oder Lehmklotz in der Mitte. Dieser nimmt tagsüber Wärme auf und gibt sie in der Nacht ab.
    Der Speicherkern ist deswegen wie ein Wärmetauscher mit Röhren durchzogen, dass er schnell die Wärme vom Tag aufnehmen und schnell in der Nacht abgeben kann.
    Wäre es ein geschlossener Klotz, wäre die Wärmeaufnahme tagsüber verzögert und ein Teil der Wärme würde nicht aufgenommen bevor es Nacht wird.
    Und nachts würde bei einer Kältespitze die Wärme nicht schnell genug abgegeben und so die Pflanzen erfrieren.
    Ein Speichern über mehrere Tage und Nächte passiert nicht.
    Es kann auch keine Wärme vom Sommer in den Winter mitgenommen werden.
    Wenn es mehrere trübe Tage mit wenig Sonnenenergie nach einander gab, musste zugeheizt werden.

    Diese Systeme wurden verdrängt, als Heizenergie billig wurde und verschwanden, da der Bauaufwand hoch (Erdgewächshaus) ist und logistisch unpraktisch (Speicher nimmt Platz weg). Nur in einigen nischen überdauerten sie.

    Wasserspeichersysteme im Grundwasser funktionieren nur mit aktiven Wärmetauschern und nur im stehenden Grundwasser (Aquifer), Das gibt es aber fast nur in den Niederlanden, da sie unter NN liegen. Bei uns fließt das Grundwasser und wenn wir im Sommer Wärme hineinpunmpen, ist die im Winter weg. Oberirdische Wasserwärmespeicher sindfür guten Nutzen sehr groß zu bauen und haben einen entsprechend teuren Bauaufwandt.

    Jetzt gibt es bei den modernsten Gewächshäusern der Niederlande eine weitere Speichermethode: Luftspeichergewächshäuser.
    die Gewächshäuser sind riesig (kaum jemand baut da noch kleiner als 10.000 m² und meist 8 bis 12 m hoch. Der Luftraum in dem Gewächshaus heizt sich tagsüber eher langsam auf, weil er so groß ist. Dadurch überhitzen die Pflanzen nicht, es muss weniger gekühlt und das Gewächshaus weniger geöffnet (CO2-Düngung würde beim Öffnen entweichen) werden. Die Temperaturen schwanken nicht so sehr und es gibt dadurch weniger gestresste Pflanzen, weniger Taubildung und deutlich weniger Pflanzenschutzmitteleinsatz (viele große Niederländische Gewächshäuser kommen deshalb ohne chemische oder biologische Pestizide und nur mit Nützlingseinsatz aus)
    Abends wird eine Energieschirm geschlossen, so dass die Wände und das Dach nur wenig Energie nach außen abgeben.
    Nachts kühlt der Luftraum dann allmählich aus, aber bis er zu kalt ist, ist wieder morgen und die Sonne heizt das Gewächshaus wieder auf.
    So werden durch die schiere Größe Heizung, Kühlung und Pflanzenschutzmittel gespart.
    In Deutschland sind solche Gewächshäuser selten, da wir hinter den Niederlanden ca. 30 - 40 Jahre bei der Gewächshaustechnik zurück liegen und da Bauämter selten so große Gewächshäuser genehmigen.
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