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    Kaskadenzwiebeln und andere wandernde Pflanzen:
    Es gibt Pflanzen, die laufen durch den Garten oder die Natur. Damit sind nicht rollende Büsche wie das aus Western bekannte Ruthenische Salzkraut (Kali tragus) gemeint, sondern wirkliche Schritte.

    Die Weide ist so ein Baum.
    Wer an abgelegen Flüssen alte Weiden untersucht, findet sie oft umgeknickt, liegen, manchmal sind auch mehrere verrottete Stümpfe in einer Reihe und der letzte lebt noch und treibt aus. Dies ist eine Strategie der Weide sich an Flussufern neue Standorte zu erschließen:
    Die Weide wächst, bekommt Übergewicht und kippt um (vor allem bei weichen, sumpfigen Böden). Da die Weide überall wurzeln ausschlagen kann. Wurzelt die aufkommende Krone wieder an und daraus treibt erst ein Gebüsch und dann ein Baum der den Vorgang wiederholt. Auch das brüchige Holz kombiniert mit der Bewurzlungsrate sorgt für Verbreitung bei Sturm oder Hochwasser und lässt die Weide neue Standorte schnell erschließen.

    Ähnlich geht die Kaskadenzwiebel im Garten vor.
    An den Blütenständen wachsen 3 - 5 neue Zwiebeln. Ab einem bestimmten Gewicht kippen die Blütenstängel seitlich um und die Zwiebeln bekommen Erdkontakt und wurzeln. Wenn der Boden und die Lichtverhältnisse gut sind, ist der Blütenstängel dick und gedrungen, dann liegen die neuen Zwiebeln nahe bei den alten. Bei schlechten Gegebenheiten vor allem bei Lichtmangel wird der Blütenstand durch Vergeilen lang und dünn und kippt schneller um und reicht weiter. So kann der Standort bei schlechten Bedingungen schneller verlassen werden.

    Erdbeeren - Standortflüchter
    Erdbeeren haben eine schlechte Selbstverträglichkeit und brauchen bald einen neuen Standort. Im garten erobern sie durch ihre Ausläufer schnell neue Plätze und die Pflanzen an den alten Standorten geben dem Nachwuchs erst die meiste Kraft mit und sterben dann allmählich ab. Deswegen müssen die Ausläufer gekappt und geleitet werden, sonst befinden sich nach 3 . 5 Jahren auf dem alten Beet keine Erdbeeren mehr - dafür an vielen neuen Standorten.Erdbeeren sind lichtungsbewohner und können neben Samen auch diese Methode nutzen, um neue Standorte zu erschließen.
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