•   Gudrun Walesch hat den Beitrag vor 1 Woche kommentiert
    Boden: Was ist der beste Boden für Pflanzen und wie finde ich heraus was ich habe?
    Der Boden gibt vor wie viel geerntet werden kann, wenn nicht mit technischen Substraten (Torf, Steinwolle, Aeroponic, usw.) nachgeholfen wird.
    Wie fruchtbar der Boden ist ist in Deutschland in den 1920er Jahren recht genau in der Reichsbodenschätzung gemacht worden. Dort wurden alle 20 ha die Böden untersucht und so eine genaue Fruchtbarkeitskarte erstellt. Es gibt eine Skala in "Bodenpunkten" nach Fruchtbarkeit. Da der Ertrag von der Bodenfruchtbarkeit abhängt, wurde diese Prüfung für die gerechtere Landwirtschaftsbesteuerung gemacht.
    Die Skala geht von 0 (unfruchtbar) bis 109 (maximale Fruchtbarkeit). Der Wert ist deswegen so seltsam, weil Schwarzerde damals als der fruchtbarste Boden bekannt war und als 100 festgelegt wurd. Und als es fruchtbarere Böden gab, wurde die Skala erweitert.
    Es wurde festgelegt, dass Böden unter 20 Bodenpunkte für Landwirtschaft zu schlecht sind und darauf Wälder angelegt. Je nach Verfügbaren Bodenpunkten, sind auch höherwertige Flächen mit Wald oder Wiese versehen.

    Was macht das aus? Auf einem 100er Boden kann ich mit 100 % mehr Ernte rechnen als auf einem 50er Boden.
    Ein optimal bewirtschaftetes Stück Sandboden mit 30 Bodenpunkten kann 6 - 8 t Weizenertrag (da habe ich die Zahlen, deswegen Weizen) bringen. Ein Boden mit 90 bodenpunkten, kann 14 t Weizen auf gleicher Fläche bringen. Das ist ein massiver Mehrertrag.

    Was sind das für Böden bzw. Bodenarten:
    Die unfruchtbarsten sind Sand- und Tonböden.

    Tonböden sorgen für Staunässe, viel Totwasser (nicht für Pflanzen verfügbar) und fehlenden Luftaustausch. Die Bewurzlungstiefe ist reduziert.Die Tonminerale legen viel Nährstoffe, vor allem kleine Atome z.B. Kalium so fest, dass diese nicht mehr den Pflanzen zur Verfügung stehen (Düngung in kleineren Gaben oder als Blattdüngung, sonst ist es einfach weg). Sie sind lange kalt, weil sie sich im Frühjahr nur langsam erwärmen, die Pflanzen starten also später. Durch das Stauwasser bilden sich Moore auf Tonböden.
    Verwitterung setzt zwar Nährstoffe frei, aber meist werden sie nicht genutzt oder wieder festgelegt.
    Korngrößen sind < 0,002 mm

    Sandböden sind durch die grobe Struktur leicht zu verdichten. Es bleiben nur wenig Nährstoffe im Boden hängen und viel wird ins Grundwasser ausgewaschen (Düngung in kleineren Gaben, sonst ist es einfach weg). Wasserhaltefähigkeit ist von allen Böden am schlechtesten. Durch die geringen Nährstoff- und Wasserhaltefähigkeiten, ist der natürliche Humusgehalt am geringsten alelr Böden. Durch die geringe Oberfläche pro Volumen verwittert das Material langsam und setzt kaum Nährstoffe frei, dass Sande oft aus Nährstoffarmen Ausgangsgesteinen sind, macht es nicth besser.
    Korngrößen liegen zwischen 2 und 0,063 mm

    Die fruchtbarsten Bodenarten sind Schluffböden und Lehmböden.

    Schluff (alte Bezeichnung Löss, falsche alte Bezeichnung "Flugsand") hat die optimale Körnung für Pflanzenwachstum. Luft kann hindurchwechseln, Wasser und Nährstoffe werden pflanzenverfügbar gehalten, aber nicht festgelegt. Durch die große Oberfläche und die meist nährstoffreichen Ausgangsgesteine werden bei der Verwitterung viele Nährstoffe frei.
    Alle natürlichen, fruchtbaren Schwarzerden dieser Welt liegen auf Schluff.
    Korngroßen liegen zwischen 0,063 und 0,002 mm - fühlt sich im trockenen Zustand wie Mehl an.

    Lehm ist eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton. Je höher der Schluffanteil, desto fruchtbarer ist der Lehm und deswegen die zweitfruchtbarste Bodenart.

    Wenn ihr euch mit einem Garten vergleicht, beachtet die Fruchtbarkeit. Diese variiert nach Bodenart sehr.
    Jemand aus Magdeburg (Schluffböden, über 90 Bodenpunkte) meinte zu mir in Dresden (Sandboden am Standort, ca. 30 Bodenpunkte) warum ich mich so anstelle und so bemühe, es wachse doch alles ganz gut von allein...

    Was ist schwerer und leichter Boden?
    Schwer ist, wo der Pflug schwer durchzuziehen ist und was schlecht zu betreten ist. Also Lehm, Schluff, Ton.
    Leicht sind nur Sandböden. Aber die sind halt unfruchtbar.
    Leider sagt das gar nichts zur Fruchtbarkeit aus. Schwere Böden sind meist fruchtbarer als leichte Böden, aber nicht immer (Ton).
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