• Pflanzenjauchen
    Die in einer Pflanze enthaltenen Pflanzennährstoffe (Nährsalze) reichen aus, um daraus die gleiche Masse an Pflanzenmasse wieder aufzubauen.
    1 kg Brennessel reicht für 1 kg Salat.
    Wenn beim Verjauchen Masse mit Wasser 1:10 verdünnt angesetzt wird. ist das Ergebnis entsprechende kleiner.
    10 Liter Jauche aus 1 kg Brennnessel reichen für 1 kg Salat.
    Wenn ich die Jauche nun weiter verdünne, werden die Nährsalze auch nicht mehr, sondern reichen nur für 1 kg Salat.

    Dazu muss aber alles an Brennnessel ausgebracht werden. Bleiben Stiele und Blätter im Eimer zurück, dann bleiben auch die enthaltenen Nährsalze (Calcium der Zellwände, Phosphor, Schwefel, Stickstoff und andere in den Zellen verbaute Stoffe) in den Pflanzenteilen. Dann reicht 1 kg Brennesseln (unverdünnt) vielleicht nur für 1 g Salat.

    Einfacher ist es die Pflanzen zu kompostieren: Auf einen Haufen werfen und verrotten lassen. Dann werden die Pflanzennährstoffe zu 100 % recycelt und können auf dem Beet den Pflanzen gegeben werden.

    Warum also Jauchen machen?

    Weil sie gegen Schädlinge helfen?
    Meistens werden Jauchen von Brennessel gegen Läuse eingesetzt. Im Test ist im Blindversuch kaltes Wasser genauso wirksam - warum?
    Wenn ich Wasser auf die Läuse kippe, werden sie von der Pflanze gespült. Dadurch werden sie verletzt und können nicht zurück laufen.
    Das gleiche passiert bei der Jauche.

    Läuse sind auch nicht immer in großen Mengen auf der Pflanze. Eine Laus hat Eigengeruch, durch eine große Gruppe ist deer Geruch stärker und ein Marienkäfer wird angelockt. Der legt Eier in die Kolonie und nach 1 Woche schlüpfen die Larven, die die Läuse fressen. Die kleinen Larven fressen wenige Läuse, die größeren immer mehr.
    Wer im April Läuse hat, sollte einfach warten, denn im Mai sind die "plötzlich" alle weg - weil sie von Nützlingen gefunden und gefressen wurde.
    Oft tun wir uns aber sehr schwer mit Warten und auf die Natur vertrauen. Deswegen wollen wir etwas tun, um zu helfen oder die Zeit zu überbrücken.
    Alle Jauchen, die an den Baum gegossen werden, überbrücken die Zeit, bis die Nützlinge aktiv werden.

    Einen messbaren Erfog gegenüber dem Warten oder einer entsprechenden Wassergabe gibt es bei Jauchen nicht. Wir fühlen uns meist nur besser.

    Das ist aber gefährlich. Denn wir helfen nicht wirklich, sondern erwecken nur den Anschein. Für uns reicht das. Wenn wir dann bei einer wirklichen Bedrohung wieder auf nicht wirksame Mittel zurückgreifen, weil bisher Anschein erwecken für uns ausreichte, dann kann die echte Gefahr nicht abgewendet werden.

    Ausnahmen Giftpflanzen:
    Es gibt Pflanzen, die Giftstoffe enthalten wie Rainfarn und Johanniskraut gegen Insekten, Schachtelhalm gegen Pilze oder auch solche die wie Seifenkraut oder Kastanien Tenside enthalten. Wird eine Jauche aus diesen Pflanzen hergestellt, dann ist diese deutlich wirksam. Aber sie ist dann ein Pflanzenschutzmittel.
    0
    0
    0
    0
    0
    0
    Beitrag wartet auf Freischaltung
    Beitrag wurde veröffentlicht, er ist jetzt im Stream sichtbar.
Fehler beim Laden das Tooltip.