• Wissenschaft - Grundlagen für besseres Verständnis der Erkenntnisgewinnung:

    Ausgangslage:
    Jeder Mensch ist subjektiv.
    Unser Gehirn baut unsere Wünsche und Erwartungen (egal ob positiv oder negativ) in unsere Wahrnehmung ein.
    Objektive Bewertung schwierig, für 1 Mensch ausgeschlossen.
    Menschen haben große Probleme langfristige Zusammenhänge zu erfassen und zu verarbeiten. Gleiches gilt für große Datenmengen.
    Zählung im Gehirn erfolgt evolutionär bedingt iogarithmisch - ermöglicht gutes Schätzen, aber schlechte Erfassung linearer Größen.
    Schwierigkeiten tun anderer mit einzubeziehen und langfristige Prognosen zu erstellen.
    => Ein möglichst objektives, langfristiges Erfassen von Vor- und Nachteilen von unserem Handeln und unseren Möglichkeiten ist unter normalen Umständen nahezu unmöglich.
    Beispiele:
    - Entwaldung von Europa in Antike und Mittelalter
    - Kornkammern der Antike sind heute, 2000 Jahre später, immer noch wüsten durch zerstörerisches Handeln
    - Hungerkatastrophen und zerstörte Böden im Mittelalter
    - Evolution von der Einfelder- zur Vierfelder-Wirtschaft binnen 5000 Jahren.
    Von Vierfelderwirtschaft zur "erweiterten Vierfelderwirtschaft" (Standard) durch Wissenschaftliche Studien innerhalb von 40 Jahren.

    Wie bekommen wir es hin, dass wir objektiver handeln?
    Wie bekommen wir es hin, dass die Ergebnisse, die wir erzielen auch von anderen nutzbar sind? Wie vermeiden wir Bewerungsfehler (mein Hirn sagt, es muss funktionieren und Realität sagt, dass es es nicht tut - mein Gehirn setzt sich gegen Realität fast immer durch)

    Messen:
    Ob es eienr Pflanze gut geht oder nicht, können wir nicht feststellen. Ob es mehr Füchte sind, können wir zählen, aber ob es mehr Masse ist, lässt sich nicht einfach ohne Hilfsmittel erfassen. Deswegen wird das Ergebnis gemessen und festgehalten.
    Bei Pflanzen ist darauf zu achten, dass bei der Masse die Trockenmasse besser als die Frischmasse ist, da sonst die Pflanze möglicherweise nicht so gut wächst,aber viel Wasser einlagert (z.B. Kaliumüberdüngung) und dann mehr Frischmasse hat. Auch ist die Pflanzenhöhe kein gutes Merkmal, denn bei Lichtmangel versuchen die Pflanzen nach oben (zur vermeintlichen Sonne) zu gelangen und strecken sich übermäßig. Das bringt nur schlechten Wuchs und brüchige Pflanzen, ist aber nicht besser.
    Beim Messen sollten alle Messsungen von der gleichen Person gemacht werden, denn jeder misst anders und es können Fehler durch wechselnde Messgenauigkeiten und Tagesformen auftreten.

    Wiederholung im Versuch:
    Ein Messfehler beim Messen von dem Ergebnis von Feld A (z.B. Waage nicht austariert, einen Sack vergessen, verzählt) kann das Ergebnis zunichte machen. Gleiches gilt auch für Ausreißer z.B. unentdeckter Schädlingsbefall an der einen Versuchspflanze. Deswegen sollten die Versuchsglieder im Versuch wenigstens 4mal (3mal für Mittelwert nötig und 1mal Reserve), besser öfter wiederholt werden. Damit Mittelwerte gebildet und Messfehler oder Ausreißer gedämpft werden können.

    Wiederholung an anderen Orten und durch andere:
    Wenn ich etwas mache und ein Ergebnis habe, sagt das wenig aus.
    Wenn jemand anderes das gleiche macht und das gleiche Ergebnis hat, wird das Ergebnis bei jeder Wiederholung etwas objektiver und wenn jemand, der mich ablehnt das gleiche macht und das gleiche heraus kommt, ist es ein großer Schritt voran. Wenn der Versuch an einem anderen Ort wiederholt wird und das gleiche Ergebnis liefert, dann ist es noch wahrscheinlicher, dass mein Ergebnis stimmt.
    In Wissenschaftlichen Arbeiten ist der Bereich "Material und Methoden" deswegen so wichtig. Damit andere den Versuch mit gleichem Material und gleichen Methoden wiederholen können.

    Standardisierung von Versuchsbedingungen:
    Wenn ein Ergebnis heraus kommt, kann das Zufall sein.
    Wenn Feld A mit Mittel A besser wächst als Feld B mit Mittel B, dann kann es sein, dass der Boden von Feld A besser ist, dass Feld B mehr dem Wind ausgestezt war oder ähnliches.
    So ein Verusch ist nichts wert, wenn die Ausgangsbedingungen nicht möglichst gleich sind - eher kleine dich beieinander liegende Versuchsflächen sind besser.
    Je mehr Bedingungen gleich sind, desto besser.
    Ein Mischen der Versuchsglieder hilft zu standardisieren, denn dann werden die lokalen Auswirkungen weiter eingeschränkt.
    In machen Wissenschaften können kleine standardisierte Versuchsräume geschaffen werden, aber bei Feldversuchen ist das schwer.

    Anonymisierung:
    Ich beeinflusse Mein Ergebnis. Also werden bei guten Versuchen die Ergebnisse vor Auswertung anonymisiert. Teilweise ist das untersuchende Personal anderes als der auswertende, um noch mehr Sicherhit vor persönlichen einflüssen zu haben. Deswegen vergliche ich Feld A mit Feld B. Es kommt heraus, dass Feld A besser ist. Mathematisch belegbar, mit Wiederholung. Dann wird aufgelöst und es kommt heraus, dass Feld A Wassergabe war und Feld B Pflanzen-Jauche. Wer geglaubt hätte, das Pflanzen-Jauche besser ist, hätte das auch gemessen oder das Ergebnis so interpetiert, dass Jauche besser ist. Dieser Fehler ist nun aber nicht möglich.
    Diese Form wird Blindversuch genannt, weil ich nicht sehe, was ich untersuche.
    Bei Versuchen mit Menschen gibt es Blindversuche wo die Testperson nicht weiß, was sie bekommt (positive Erwartung kann heilen, negative krank machen z.B. Windturbinensyndrom). Diese werden auch als Blindversuche bezeichnet. Versuche wo der Wissenschaftler und der Patient nicht wissen, was sie auswerten / bekommen heißen Doppelblindversuche.

    Wiederholungen über die Zeit:
    Im Pflanzenbau gibt es gute und schlechte Jahre, solche mit viel Sonne und trübere oder mit wechselnden Niederschlägen. Deswegen sollten Versuche über 3 Jahre gehen, weil normalerweise nur 2 finstere Jahre auf einander folgen.
    Manch ein Versuch zeigt bei Trockenheit nur unscharfe Ergebnisse oder hat nur bei dunklen Jahren Unterschiede.

    Fehlerbetrachtung:
    Trotz dieser ganzen Punkte, mache ich Fehler. Diese werden bei der Fehlerbetrachtung angsehen und bewertet.
    Dadurch können andere Probleme im Versuch sehen und beim neuen Versuch vermeiden.
    Auch verhindert dies, dass ich mich als fehlerlos halte und zu viel Vertrauen in meine Ergebnisse setze.

    Experiment:
    Der Versuch ist eine an die Natur gestellte Frage, die von dieser beantwortet wird, wenn wir sie richtig stellen.
    Es sollte so getestet werden, dass nur eine Variable im Experiment ist. Je mehr Variablen es gibt, desto weniger lässt sich das Ergebnis einer bestimmten Variable zuordnen.
    Durch gezielte Prüfglieder, gute Kontrollgruppen z.B. nicht Jauche gegen keine Jauche, sondern Jauche gegen abgestndenes Wasser gleicher Temperatur und passenden Versuchsaufbau wird das Ergebnis entsprechend beeinflusst.
    Wenn jemand eine Frage prüfen will, sollte das Experiment so aufgebaut sein, dass es nicht schon vorher das Ergebnis festlegt oder bessere Varianten ausschließt
    Negativbeispiel: es laufen viele Biokohle-Versuche mittlerweile ohne Kompost-Prüfglied, weil Kompost rein, bessere Ergebnisse beim Pflanzenwuchs liefert als Kompost + Kohle, was die Expreimente als bestes herausstellen wollen. Also wird der Kompsot weg gelassen oder schlecht geredert (z.B. die CO2-Freisetzung statt als Düngung zu loben, als Treibhasugasproduktion verunglimpfen).

    Gut gemachte Wissenschaft ist das Gegenteil von Hoffen, Vermuten, Glauben und Vertrauen. Durch Zweifel lassen sich Zusammenhänge wirklich prüfen, statt Handlungen auf ungeprüfte Vermutungen aufzubauen.
    Deswegen gibt es so viele Verbesserungen in vielen Lebensfeldern in den letzten 200 Jahren.
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