• Wissenschaftler*innen

    Warum sollte ich auf solche Wissensgenerierung achten? Weil dann festgestellt werden kann, wie vertrauenswürdig bzw. wie belegbar das Wissen ist.
    Warum muss ich als Gärtner*in das wissen?

    Welche Mühe bringt mir etwas und welche nicht?
    Das ist im Privatgartenbereich recht egal, wer aber mehr anbauen will, hat immer zu wenig Zeit und zu viel Arbeit und da sollte diese gewählt werden, die etwas bringt.

    Aber neben der Wissenschaft, ist es immer wichtig zu wissen, dass Wissenschaftler*innen auch Menschen sind.
    Und ihr Mindset und ihre Wünsche spielen in die Forschungsergebnisse hinein.
    Dazu kommen verschiedene Grundideen, warum Wissenschaft betrieben wird.
    Beipsielsweise:
    - für Einkommen
    - die Neugier befriedigen
    - etwas neues entdecken
    - ein Entdecker sein (ist etwas anderes als oben)
    - Ruhm
    - Aufmerksamkeit
    - Macht erlangen
    - die Welt erklären für sich oder andere
    - die Welt ordnen für sich oder andere
    - die Zukunft erschließen
    - die Gegenwart bestätigen / sichern
    - zurück in die "gute alte Zeit"
    - Gottes Einfluss auf die Welt und das religiöse Weltbild beweisen (früher häufiger)
    - Magie / Esoterik belegen
    - Magie / Esoterik widerlegen

    Warum ist das wichtig?
    - Beispiel "Flora" und "Fauna"
    In dieser Theorie gab es 3 Arten von Lebewesen: Mensch, Tier, Pflanze, ganz nach dem biblichen Bild und da Tiere und Pflanzen anders waren als Menschen, war es in Ordnung sie untertan zu machen. Das war einer der Grundgedanken dieser Lehre. Da sie so schön einfach ist, hält sie sich immer noch.
    - Beispiel Anzeichen des Lebens: Bewegung und Wachstum
    Warum wurde Wachstum nicht als Bewegung anerkannt? Weil gezielt Pflanzen von den echten Lebewesen ausgeschlossen werden sollten. Dass sich Pflanzen auch bewegen und dass sie deshalb wirklich leben, wurde durch erste Zeitrafferaufnahmen belegt. Bis dahin waren sie so tot wie Steine (warum jemanden das wichtig war, ist unklar).
    - Beispiel "Pilze sind Pflanzen"
    Als die Reiche aufgeteilt wurden, gab es Tierreich und Pflanzenreich, eigentlich das gleiche wie Flora und Fauna, nur dass der Mensch jetzt mit bei den Tieren war. Irgendwann ist aufgefallen, dass Pilze und Bakterien keine Pflanzen sind. Aber auch keine Tiere. Die Ordnung der 2 Reiche hätte aufgebrochen und geändert werden müssen. Das haben aber alte Professoren (hier verwende ich aus historischen Gründen nicht die weibliche Form) und andere "wissenschaftliche" "Diskurleiter" unterbunden,
    Dass Pilze und Bakterien in den 1990ern endlich in fast allen wichtigen bereichen eigene Reiche erhielten, lag nicht an dem "wissenschftlichen Konsens", den es nicht gibt, sondern schlicht daran, dass die alten und sturen Gläubigen an diese Theorie aus Altersgründen verstarben.

    So werden oft im 30 bis 40 Jahresrythus eine breite Masse neuer Erkenntnisse publik. Nicht weil da mehr geforscht wird, sondern weil die Verhinderer, die verhindern wollen, widerlegt zu werden, versterben.

    Teilweise ist auch der öffentliche Diskurs schneller und dann können wissenschaftliche "Schubladenerkenntnisse" raus in die breite Öffentlichkeit.
    Oder ein*e bekannte*r Wissenschaftler*in macht eine Theorie in der Öffentlichkeit publik und die setzt sich dann schneller durch.
    Oder wird durch eine Lobby in ein Gesetz gepresst und so schneller wichtig.
    Oder eine Lobby verhidnert es (z.B. englische Fuchsjagden)

    Das ist auch wichtig um alte Bücher einzuordnen. Nicht nur rassistische Sachen (wenn man die anderen als gleichwertige Menschen anerkannt hätte, wäre die Sklaverei moralich nicht mehr drin gewesen), sondern auch landwirtschaftliche.

    - Beispiel 1
    Darwins erste große Leistung war die Evolutionstheorie.
    Seine zweite war der Kampf für den Regenwurm. Denn der galt zu Darwins Zeit als Schädling und wurde mit Gift auf dem Acker bekämpft.
    Deswegen gibt es vor Darwin hauptsächlich Bücher mit Bekämpfungstipps und etwa 10 bis 20 Jahre nach Darwin änderte sich das zu gunsten der schon stark dezimierten Regenwürmer.

    - Beispiel 2
    Das Abflammen der Felder war bis in die 1970er erlaubt. Dabei wurden die Stoppel angezündet, "um die Schädlinge los zu werden". Leider wurden dabi Nützlinge mehr dezimiert und auch Rückzugsgebiete wie Randstreifen und Baumhecken. So gab es mehr Schädlinge (z.B. Mäuse) im Folgejahr
    Verboten wurde das nicht aus ökologischer Vernunft, sondern weil die Asche das Umland der Städte vernebelte. Und natürlich auch, weil ein paar Idioten regelmäßig Häuser mit abfackelten.
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