Hochbeet, Hügelbeet und Tischbeet


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Wenn Menschen sich nicht mehr bücken können oder im Rollstuhl sitzen, eignen sich Hoch- und Tischbeete für die Gartenarbeit. Hochbeete sind meistens einfache mit Erde gefüllte Kästen, die es außerdem ermöglichen, auch Flächen zum Gärtnern zu nutzen, die nährstoffarm oder aus anderen Gründen nicht geeignet sind.
Hügelbeete sind Hochbeete ohne Einfassung. Da sie schräg abfallend sind, bieten sie rund ein Drittel mehr Anbaufläche als Flach- oder Hochbeete.
Tischbeete haben ein Gestell, so dass sie mit einem Rollstuhl unterfahren werden können, d.h. die Beine sind unterhalb des Beetes. Das ist angenehm, weil die Arbeiten in gerader Oberkörperhaltung ausgeführt werden können. Für RollstuhlfahrerInnen, die aufstehen können, ist natürlich auch das Hochbeet gut geeignet. Es hat den Vorteil, dass es stabiler ist als das Tischbeet und man sich daran festhalten und anlehnen kann.




Bauanleitung für ein einfaches Hochbeet

Ein Hochbeet kann sehr gut auf gefliesten oder gepflasterten Untergrund angelegt werden.Es gibt zwar fertige Hochbeete zu kaufen, doch ist der Eigenbau recht einfach: Die Beet-Umrandung kann z.B. aus Rundhölzern bestehen. Für die Auskleidung der Innenwände eignet sich Teichfolie sehr gut. Der Boden sollte mit Hasendraht gegen Mäuse und andere Kleintiere ausgelegt werden. Darauf kann dann reine Erde gefüllt werden oder aber speziell geschichtete Materialien. Dazu füllt man zunächst groben Baum- und Strauchschnitt ein, darüber eine Schicht Grünabfälle, Laub und gehäckselten Strauchschnitt. Die letzte Schicht besteht aus Gartenerde und Kompost.

Hochbeete mit Weidenumfassung im Interkulturellen Gemeinschaftsgarten in Salzburg, Foto: Gudrun Walesch Hochbeet im Generationengarten München-Milbertshofen, Foto: Gudrun Walesch



Tipp: Werden die Hochbeete wie Hügelbeete aus Schichten verschiedener organischer Materialien aufgebaut, reift das angebaute Gemüse durch den Verrottungsprozess schneller.


Anlegen eines Hügelbeets

Hügelbeet im Interkulturellen Garten Coswig; Foto: Cornelia Obst In mehreren Interkulturellen Gärten haben GärtnerInnen bereits Hügelbeete angelegt. Jürgen Kuhr, Mitglied eines Interkulturellen Gartens in Berlin-Kreuzberg hat einen Praxisleitfaden mit vielen Fotos erarbeitet und stellt sein Wissen dem Netzwerk Interkulturelle Gärten zur Verfügung: Hügelbeet anlegen

Cornelia Obst, Initiatorin und Koordinatorin des Interkulturellen Gartens Coswig, beschreibt, wie das Hügelbeet entstand und was alles Verwendung fand: Erfahrungsbericht Coswig



Bauanleitung für ein einfaches Tischbeet

Tischbeet im Generationengarten München-Milbertshofen; Foto: Elisabeth Schellnegger In den Boden einer Plastikwanne, z.B. Mörtelwanne (gibt es u.a. im Baumarkt), werden Löcher gebohrt und um die Wanne herum ein Gestell aus Holz oder auch aus Metall gebaut. Wichtig ist die Höhe: Das Tischbeet muss so hoch sein, dass es mit einem Rollstuhl unterfahren werden kann und somit ein bequemes Arbeiten im Sitzen möglich ist. Die Beethöhe muss an die individuellen Bedürfnisse des Gärtners/der Gärtnerin angepasst werden.
Eine sinnvolle Ergänzung sind Aufhängemöglichkeiten für kleinere Gartengeräte u.ä.
Die Plastikwanne darf nicht zu flach, und die Löcher dürfen nicht zu groß sein, da sonst die Erde zu schnell austrocknet. Die Wanne muss außerdem stabil sein, weil der Boden sonst schnell reißen kann, denn nasse Erde ist schwer. Für das Tischbeet eignen sich Pflanzen, die nicht tief wurzeln, am besten.
Wichtig: RollstuhlfahrerInnen brauchen glatte, ebene Wege. In einem zu weichen Untergrund versinken die Räder.

Personen, die an dieser Diskussion beteiligt sind

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Die Gemüseheldinnen aus Frankfurt am Main zeigen die Anlage eines französichen Hügelbeets in einem Online-Tutorial:

https://www.youtube.com/watch?v=23Wt6cZrF3k&t=32s&fbclid=IwAR3IdP2dGK_3-6-pdi1bR-6pRhjAT2A9Yphfneel373yQLXksMYqVkcNOuw

Diese Hügelbeete sind auf Dauer angelegt, sie werden nicht mehr umgegraben, sondern nur aufgelockert und in Form gebracht. Das Bodenleben der Beete wird durch Bodenaufbau mit Mulch und Kompost immer aktiver.

Kommentar zuletzt bearbeitet am vor 2 Monaten von Gudrun Walesch Gudrun Walesch
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