In allen Gemeinschaftsgärten wachsen Färberpflanzen. In einigen gibt es schon Färberbeete.
Das gezielte Anpflanzen von Färberpflanzen erhöht die Biodiversität, fördert den Anbau von historischen, vergessenen Nutzpflanzen und ermöglicht die Gewinnung von natürlichen Farbstoffen mit einer reichhaltigen Farbpalette. Damit lassen sich z.B. Papier und Textilien färben, Bilder malen oder auch Schminke herstellen.
Im Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor in Berlin haben die Schönfärberinnen in mehreren Hoch- und Flachbeeten eine große Vielfalt von Färberpflanzen angelegt. Ihr großes Wissen teilten sie Anfang September im Workshop „Farbe pflanzen – Färbergarten anlegen und mit Naturfarben färben“.
Die Teilnehmer*innen aus verschiedenen Berliner Gemeinschaftsgärten lernten Färberpflanzen wie Färberkrapp, Färberkamille, Kermisbeere, Johanniskraut, Goldrute, Tagetes, Waid, Färberwau, Schöllkraut, Färberknöterich, Frauenmantel, Brennnessel, Rainfarn, Wilde Möhre kennen und tauschten eigenes Wissen und Erfahrungen aus.
Eine wichtige Erkenntnis für alle war, dass viele Färberpflanzen einen sonnigen, mageren Standort brauchen und mit wenig Wasser auskommen. Im Mittelpunkt des Workshops standen klassische Färberpflanzen, die besonders licht- und waschecht sind. Von den ca. 150 bekannten Färberpflanzen sind das nur einige. Die Schönfärberinnen erläuterten, welche Textilien sich eignen und was vor, während und nach dem Färben zu beachten ist. So müssen die Textilien vor dem Färben gebeizt werden, damit die Fasern sich öffnen und die Farbe annehmen können.
Die Teilnehmer*innen stellten mit großer Begeisterung aus Krapp, Goldrute, grünen Walnussschalen, Tagetes, Färberknöterich und Zwiebelschalen Farbflotten her und färbten Baumwolle, Leinen, Nessel, Seide und Wolle. Die Farbergebnisse waren erstaunlich unterschiedlich. Mit der japanischen Shibori-Technik, eine bestimmte Faltung- und Klammer-Technik, ließen sich ganz besondere Muster erzeugen.
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