Sie feierten ihr 5-jähriges Jubiläum mit einem bunten Programm: die Südstadtgärten aus Oerlinghausen. Was als Vision engagierter Anwohner*innen begann, ist heute ein interkultureller Gemeinschaftsgarten, getragen von Menschen aus dem Quartier und unterstützt von Stadt und Verwaltung. Hier gärtnern Nachbar*innen auf rund 30 Beeten und Gemeinschaftsflächen. Die Parzellen werden ausschließlich an Bewohner*innen der Südstadt vergeben – denn genau hier will das Projekt wirken.
Auf rund 2000 Quadratmetern wachsen hier nicht nur Gemüse, Kräuter und Blumen, sondern auch Nachbarschaft, Vielfalt und gelebte Demokratie.
Die Südstadtgärten sind ein lebendiger Ort des Miteinanders, die Gemeinschaft ist wichtig. Beim Kompostieren, dem Austausch von Jungpflanzen, gemeinsamen Festen, Bauprojekten oder auch einfach dem Plausch von Beet zu Beet sind schon mache Freundschaften entstanden.
Auch die Natur profitiert: Trockenmauern und Wildblumen bieten Lebensraum für Insekten, und mit einer neu installierten Solaranlage wird nun sogar grüner Strom für Gartengeräte produziert.
Vernetzt ist der Garten u.a. mit dem NABU, dem FRAUENetzwerk, der Frauennähwerkstatt, der IG Süd, der Talente-Tauschbörse dem KNUP und der Akademie am Tönsberg.
Das Engagement wurde bereits ausgezeichnet: Die Südstadtgärten erhielten den Heimatpreis des Kreises Lippe („Heimat verbindet – Zusammenhalt macht stark“) und damit Anerkennung für ihren Beitrag zu gelebter Nachbarschaft und interkulturellem Dialog.
"Mehr Münchner*innen sollen Zugang zu einem Gemeinschaftsgarten erhalten". Das ist das Ziel des neuen Projekts der BürgerStiftung München. Damit möchte die Stiftung zur Umsetzung der BNE-VISION 2030.
In Gemeinschaftsgärten kann gemeinschaftlich und/oder individuell gegärtnert werden, sie sind Treffpunkte für die Nachbarschaft, Wissen wird ausgetauscht, Feste gefeiert.
Viele Menschen wünschen sich einen Gemeinschaftsgarten in der Nachbarschaft oder ein Beet in einem bestehenden Gartenprojekt. Das berichten auch Organisationen, die Gartenprojekte aufbauen und begleiten. Doch die verfügbaren Flächen in München sind knapp. Um der Nachfrage zu begegnen, sollen bisher ungenutzte städtische und private Flächen identifiziert, auf ihre Eignung geprüft und, wenn möglich, als Gemeinschaftsgärten partizipativ erschlossen werden.
Mit dem neuen Projekt möchte die BürgerStiftung München das nachhaltige Leben in den Münchner Stadtquartieren fördern und weitere Begegnungsräume schaffen. Die Stiftung betont, dass Gemeinschaftsgärten wirksame Projekte für Klimaschutz, Naturbewusstsein und Biodiversität sind.
Das Projekt wird vom Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München finanziell unterstützt.
Wer eine ungenutzte Fläche kennt oder selbst besitzt, die sich für die Umwandlung in einen urbanen Garten eignet, meldet sich bitte bei Frau Gamberini von Urbane Gärten München:
Bei vielen Gemeinschaftsgärten steht die „Produktivität“ nicht im Vordergrund. Doch ist die Ernte von Gemüse, Kräutern und Obst gemeinsamer Nenner und meist ein zentraler Bestandteil des Gartenprojekts. Sie dient als Motivation für viele Gärtner*innen, ihre Zeit und Energie in den Garten zu stecken. Daher ist eine Frage, die sich Gemeinschaftsgarten-Gruppen stellen: Wie lässt sich in Gemeinschaftsgärten der Ertrag steigern und gleichzeitig die Biodiversität fördern – mit möglichst wenig Aufwand?
Market Gardening ist eine Form des Gemüseanbaus, mit der auf kleiner Fläche hohe Erträge erzielt werden können. Die Methode basiert dabei auf den Prinzipien der natürlichen Bodenfruchtbarkeit, einer großen Vielfalt (Mischkulturen), optimaler Nutzung von Raum und Zeit und effizienten Anbautechniken.
David Schoo, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU München am Lehrstuhl für Urbane Produktive Ökosysteme und Initiator des Gemeinschaftsgartens „Mingas Permadies“ stellt im Webinar „Viel Gemüse auf kleiner Fläche – Market Gardening als Anbaumethode für Gemeinschaftsgärten“ regenerative Anbauformen vor, erläutert die Methoden und Prinzipien im Market Gardening und geht auf (Hand-)Geräte sowie die Anbau- und Beetplanung ein. Er teilt seine Erfahrungen und Tipps auch bezüglich Teamorganisation im Gemeinschaftsgarten.
Market Gardening bedeutet eine minimale Bodenbearbeitung, permanente (Kompost)Beete mit durchdachten Maßen und Reihenabständen, Mischkultur und Bodenbedeckung. Einige der im Webinar vorgestellten Aspekte lassen sich auch auf Hochbeete übertragen.
Seit 2012 unterstützt die Stadt Freiburg das urbane Gärtnern auf öffentlichen Flächen und begleitet die Initiativen mit dem städtischen Programm „Freiburg packt an“. Inzwischen gibt es zwölf Gemeinschaftsgärten auf städtischen Grund und zahlreiche weitere Gartenprojekte auf privaten Flächen. Hunderte von engagierten Menschen legen auf öffentlichen Flächen Gemüsebeete an, verwandeln Rasenflächen in insektenfreundliche, blühende Äcker und kümmern sich um Obststräucher und -bäume. Mehrere Generationen kommen zusammen, übernehmen Verantwortung für kommunale Flächen und sorgen für Begegnung, Bildung und Biodiversität. Neben der Artenvielfalt entsteht Gemeinschaft im Quartier.
„Freiburg packt an“ ist ein Programm für bürgerschaftliches Engagement und Stadtökologie des Garten- und Tiefbauamts der Stadt. Hier bekommen die Gartengruppen fachliche, organisatorische sowie logistische Unterstützung. Mögliche Flächen werden geprüft und vorgeschlagen, Nutzungsvereinbarungen abgeschlossen. Die engagierten Mitarbeiter*innen beraten und organisieren regelmäßige Vernetzungstreffen und praktische Workshops, z.B. zu Obstbaumschnitt oder den Umgang mit der Sense. Die Gemeinschaftsgärten können auch Gartenerde und finanzielle Unterstützung für Geräte oder pädagogische Projekte erhalten.
„Das urbane Gärtnern in Freiburg trägt dank dem großen Engagement der Bürgerschaft und der guten Kooperation mit der Stadtverwaltung zur großen ökologischen und sozialen Aufwertung von öffentlichen Flächen bei. Die Gärten entwickeln sich zu sozialen und ökologischen Oasen mitten in der Stadt. Blühende Minze für Wildbienen, Sonnenblumen für Stieglitze und Tomatensalat für Menschen - in den urbanen Gärten steckt für alle was drin.“ (Zitat M. Borodko-Schmidt, Freiburg)
Viele Gemeinschaftsgärten sind damit konfrontiert, dass Gemüse fremd geerntet wird, Müll landet zwischen Salat und Tomaten, Beete werden zerstört, Geräte gestohlen oder Gartenhäuschen aufgebrochen. Diese Vorfälle treffen die Gärtner*innen nicht nur materiell, sondern führen auch zu Frust. Einige beenden deshalb auch ihr Engagement im Garten. Beim Netzwerk-Austauschabend „Wenn das Beet geplündert wird“ am 23. Oktober 2025 tauschten Gärtner*innen aus dem ganzen Netzwerk ihre Erfahrungen aus und sammelten Ideen, wie sie mit solchen Situationen konstruktiv umgehen können.
Neben Berichten über Ernteklau, Vandalismus, Zerstörung und Diebstahl stand vor allem der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt.
Ein paar Beispiele:
Gestaltung und Bepflanzung als Schutz
Einige Gärten setzen auf „Tarnung“ und Vielfalt: ungewöhnliche oder weniger bekannte Gemüsesorten, Gemüse wird im Mulch versteckt „Verteidigungspflanzen“ wie Brennnesseln, Disteln und Hecken werden strategisch gepflanzt.
Gemeinschaft und Präsenz
Regelmäßige Treffen, Nachbarschaftsaktionen oder Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Initiativen erhöhen die Präsenz und schaffen Vertrauen. Ein vielfältiges Publikum mit unterschiedlichen Nutzungszeiten sorgt dafür, dass der Garten belebt ist.
Auch eine informierte und involvierte Nachbarschaft wirkt präventiv – wer den Garten kennt (und nutzt), passt mit auf.
Unterstützung und praktische Maßnahmen
Auch einfache Tricks können helfen: Werkzeuge markieren, Akkus und andere wertvollere Geräte verstecken, Mülltonnen und Gefäße für Zigarettenkippen bereitstellen. Bei wiederkehrenden Problemen mit gewaltbereiten Menschen oder Drogenkonsum im Garten helfen Kooperationen mit Streetwork, Quartiersmanagement oder Polizei.
Sammlung der Lösungsansätzen vom Netzwerk-Austauschabend (PDF)
Praxiswissen „Tipps gegen Vandalismus“
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