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NETZWERK-NEWS

Kooperationsmöglichkeiten mit Kleingärten

GG KGGegenüber Kleingartenvereinen und Kleingärtner*innen existieren viele Vorstellungen und Vorurteile. In der Praxis zeigen vielversprechende Kooperationen von Kleingärten und Gemeinschaftsgärten, dass dies allen Vorteile bringen kann und die Wichtigkeit von Gärten in der Stadt unterstreicht.

Manche (Interkulturelle) Gemeinschaftsgärten sind in Kleingartenanlagen entstanden. In Berlin arbeiten Klein- und Gemeinschaftsgärtner*innen im Forum Stadtgärtnern zusammen daran, dass Politik und Verwaltung die Bedeutung beider Gartenformen anerkennt und deren Flächen sichert.

In der Online-Veranstaltung Netzwerk-Impuls: Kooperationen mit Kleingärten kamen Aktive aus Gartenprojekten und dem Forum Stadtgärtnern zu Wort.

Die Forscherin Anna Dańkowska stellte einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für die Zusammenarbeit vor. In der Publikation werden Praxisbeispiele vorgestellt und es wird aufgezeigt, wie Kräfte gebündelt und beide Gartenmodelle gestärkt und gefestigt werden können.

Website des Forschungsprojekts

 


Leitfaden auf Deutsch
Leitfaden auf Englisch

04.10.2022

Berlin – Paris: Austausch von Gemeinschaftsgärter*innen

B PVertreter*innen aus sieben Berliner Gemeinschaftsgärten und sechs Pariser „Jardins Partagés“ trafen sich im Mai in Paris und Anfang Oktober in Berlin. Sie nahmen an dem Austausch „Paris-Berlin – gleicher Kampf? Ein deutsch-französischer Austausch der Zivilgesellschaft rund um die Praxis des Urban Gardening“ teil.
In beiden Städten besuchte die Gruppe die Gartenprojekte vor Ort, lernte die Entstehungsgeschichte, Struktur und Nachbarschaft der Gärten kennen. Sie diskutierten Besonderheiten und trafen lokale Politiker*innen sowie die Ansprechpartner*innen aus der Pariser und Berliner Verwaltung.

Aus Berlin nahmen Gärtner*innen von Ton Steine Gärten, Prinzessinnengarten Kollektiv, KubiZ Garten, Kiezgarten Schliemannstrasse, Wilde17, Rote Beete und Allmende Kontor teil.

Eine wichtige Erkenntnis des Austauschs formuliert der Mitorganisator Alexandre Bocage: „Ein starkes Netzwerk zwischen den Gärten und auch zwischen den Vereinen auf lokaler Ebene sind die Schlüssel zur Widerstandsfähigkeit der Gärten. Allein können die Gärten nicht auf alle Herausforderungen reagieren, denen sie sich stellen müssen (Umwelt, Soziales, Humanressourcen) – angefangen bei dem Umgang mit der Stadtpolitik, die die Grundlage für ihr Dasein ist.“ Die Gärtner*innen wollen sich sowohl lokal weiter vernetzen, als auch die entstanden Kontakte nach Paris bzw. Berlin vertiefen.

Organisiert haben den Austausch Netzwerk Urbane Gärten Berlin, Centre Français de Berlin und Graine de jardins, Paris.
Finanziert wurden die Treffen durch den Deutsch-Französischen Bürgerfonds und das Edible Cities Network Berlin.

Quelle des Zitats und weitere Informationen zu dem Austausch
Bericht zum Besuch in Paris mit Fotos aus den besuchte Gärten.
28.09.2022

taschenGARTEN 2023: Obst- und Gemüsevielfalt im Garten

Taschengarten2023Der taschenGARTEN ist ein persönlicher Terminplaner und politischer Gartenkalender mit einer wöchentlichen Anbauplanung für den (Gemüse-)garten.
Die GartenWerkStadt Marburg  gibt ihn seit 2013 heraus. Der Kalender führt mit wöchentlichen Tipps und Grafiken zu Aussaat-, Pflanz- und Erntezeiten durch den Gemüse- und Kräutergarten .

Jedes Jahr gibt es einen anderen Schwerpunkt. 2023 steht das Thema Obst im Mittelpunkt. „Während es vor einem Jahrhundert noch über tausend Apfelsorten in Deutschland gab, werden in Supermärkten heute immer die gleichen wenigen Sorten angeboten. Neue Strukturen und Regeln im Handel ließen etliche Varianten von Äpfeln, Birnen oder Beeren einfach verschwinden. Um Vielfalt wieder zu zelebrieren, zeigt der nächste taschenGARTEN, wie sich schmackhafte Obstsorten einfach und ertragreich anbauen lassen und liefert Praxiswissen zu Sortenwahl, Pflanzung, Pflege und Ernte.“

Quelle, weitere Infos und Bestellmöglichkeit: https://www.taschen-garten.de/
19.09.2022

Gaddln und Raddln: Radtour zu Nürnberger Gemeinschaftsgärten

gaddln und raddlnSieben Gemeinschaftsgärten lernte eine bunt gemischte Gruppe auf der Radtour Anfang September kennen. Das Gartennetzwerk Nürnberg hatte eingeladen.

Die Runde durch Nürnberg startete im "Kollekt Jardin", einem Gemeinschaftsgarten mit Außenküche und Dachterrasse, der sich das Gelände mit den Naturfreunden und einem Parcour-Verein teilt.
"Dein Gemüse" ist ein Selbsterntegarten, der von einem Verein mit 160 Mitgliedern ehrenamtlich organisiert wird. Es gibt acht Arbeitsgruppen für parzellenübergreifende Vereinsarbeiten wie Wasser, Newsletter, Feste, Reparatur und Pflege und Kräutergarten.
Der Kindergarten ist eine Baumscheibe, auf der eine Anwohnerin zusammen mit Kindern aus der Nachbarschaft hauptsächlich Heilpflanzen pflegt.
Der Nordgarten ist eine grüne Oase auf dem Gelände des soziokulturellen Zentrums Z-Bau befindet. Eine große Aquaponikanlage, ein Tinyhaus, das als Schuppen dient und Beet-Sitzgruppen Kombinationen schaffen einen ganz eigenen Charme.
Der Garten des Südens ist dieses Jahr auf einer brachliegenden dreieckigen Hundewiese an einer Straßenkreuzung entstanden. Hier kann jede*r ernten, eine Tafel weist darauf hin, was reif ist. So wie der Südgarten ist auch der Jakobsgarten Teil von "Essbare Stadt Nürnberg".
Die Fläche des Jakobsgartens ist wie eine Jakobsmuschel gestaltet, der Garten liegt am Jakobsweg direkt vor einer Kirche. Wasser und einen Spind für die Gartengeräte stellt die Kirche zur Verfügung.
Den Stadtgarten Nürnberg gibt es seit 2012 und er ist der älteste Gemeinschaftsgarten Nürnbergs. Der Garten musste schon zweimal umziehen. Ein Schwerpunkt ist Biodiversität und die Pflege von Saatgut. Ein Teil der Kosten wird durch eine regelmäßig stattfindende Saatgut- und Jungpflanzenbörse erwirtschaftet.

Die Tour endete beim Upcyclingfestival im GoGarten, einem Bildungs- und Begegnungsraum.

07.09.2022

R.I.P., Elisabeth!

emr fotoAm letzten August-Wochenende starb Elisabeth Meyer-Renschhausen 73-jährig in Berlin. Am selben Wochenende fand das Urban-Gardening-Sommercamp statt. Wir hatten insgeheim gehofft, dass Elisabeth vorbeischauen würde, aber so war es leider nicht.

Einige von uns in der anstiftung kannten sie schon seit den 1980er Jahren, sie gehörte zu denen, die sich – wie wir – für die Möglichkeiten einer geldunabhängigen Subsistenz interessierten, sie schaute über den deutschen Tellerrand, nach Osteuropa und in den globalen Süden.

Elisabeth war Mitbegründerin der Arbeitsgruppe Kleinstlandwirtschaft und Mitveranstalterin der internationalen Tagung „Perspektiven der Kleinstlandwirtschaft und Gärten in Stadt und Land“ im Sommer 2000. Die Konferenz war Inspiration für alle, die damals teilnahmen, und eine der Initialzündungen der neuen urbanen Gartenbewegung.

Die wichtigen Bücher „Die Wiederkehr der Gärten – Kleinstlandwirtschaft im Zeitalter der Globalisierung“ und „Die Gärten der Frauen. Zur sozialen Bedeutung von Kleinstlandwirtschaft in Stadt und Land weltweit“ erschienen 2000 und 2001.

Elisabeth war also früh dran am Thema. Sie gehörte zum Kreis um Ivan Illich und Barbara Duden, und sie war bis zum Schluss mit Maria Mies befreundet. Die New Yorker Gemeinschaftsgärten besuchte sie Anfang der nuller Jahre, das zugehörige Buch „Unter dem Müll der Acker“ erschien 2004. Da war sie längst auch in die Kämpfe um das Berliner Gleisdreieck involviert.

Elisabeth war Feministin, Öko-Feministin, sie hatte eine Vorstellung von weiblicher Ökonomie und keine Probleme damit zu benennen, dass es mehrheitlich Frauen sind, die sich um Ernährung und sonstige lebenswichtige Belange kümmern. Dass sie es tun, und dass sie es als Frauen tun, stand für sie außer Frage, nicht von Natur aus, aber in der sozialen Realität.

Elisabeth band Praxis und Theorie auch in ihrer Person zusammen, sie war gleichermaßen Wissenschaftlerin wie Aktivistin, immer mit von der Partie, wenn es Gärten und Grün zu verteidigen und zu gestalten galt. Dass es den interkulturellen Rosenduftgarten auf dem Parkgelände Gleisdreieck gibt, ist auch ihr Verdienst.

Elisabeth Meyer-Renschhausen war klug, belesen, hatte viel Humor und hätte als Historikerin durchgehen können, tatsächlich war sie eine historisch interessierte und versierte Soziologin. Gespräche mit ihr waren gerade auch deswegen immer spannend. Sie verfügte über ein enorm breites Wissen, praktisch wie theoretisch. Davon zeugen nicht zuletzt ihre vielen Auftritte, Vorträge und auch die Nachrufe auf sie, die allesamt auf der Website ihres „Heimatgartens“ Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld versammelt sind.

https://www.allmende-kontor.de/2022/09/06/nachruf-auf-elisabeth-meyer-renschhausen/

Elisabeth, auch wir werden dich vermissen!

Andrea Baier, Christa Müller und Gudrun Walesch
(c) Wilm Weppelmann

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